Sehenswertes Video: "Das absurde Kartenhaus hinter ChatGPT"


Der deutschsprachige YouTube-Kanal "Mysteriös & Komplex" nimmt in seinen Videos stets die Frage unter die Lupe, wie bestimmte Branchen Geld verdienen – denn oft passiert das ganz anders, als man von außen denken könnte. In einem interessanten Beitrag zur aktuellen KI-Branche geht es dabei um einen wirtschaftlichen Komplex, bei dem zwar hunderte Milliarden fließen, allerdings ohne Gewinne zu erzielen. Die Metapher des Kartenhauses ist dabei durchaus sinnvoll gewählt, denn nach besonders viel Substanz klingen die Zusammenhänge nicht.
Hunderte Milliarden an Umsätzen, die im Kreis laufenDie Hauptthese: Ein globales Netzwerk aus Tech-Konzernen und Investoren schiebt Milliarden durch ein System, bei dem am Ende "immer wieder dieselben Taschen" profitieren. Diese Dynamik sei höchst riskant, weil das Kartenhaus durch eine Kettenreaktion wegen einzelner Zahlungsausfälle schnell kollabieren könnte. Das System bleibt derzeit unter anderem aufgrund großer Hoffnungen wie auch der Vorgehensweise "Wenn du deine Versprechen nicht einhalten kannst, versprich einfach noch mehr" am Leben.
Besagtes Kartenhaus basiert auf Kreislauffinanzierung. OpenAI braucht Rechenleistung und schließt riesige Verträge mit einem Infrastruktur-/Cloud-Anbieter ab. Dieser baut Rechenzentren und benötigt daher GPUs von Nvidia. Der Chip-Spezialist profitiert am meisten, weil GPUs das Nadelöhr sind. Das Geld fließt anschließend in erneute Zusagen an OpenAI und Co., womit der Kreislauf von vorn beginnt. Echte Endkundenumsätze spielen hingegen kaum eine Rolle.
Konzerne hübschen die Zahlen aufAls Alarmsignal wird im Video unter anderem die Abschreibungsdauer für GPUs angeführt. Tech-Konzerne veranlagen ihre GPUs inzwischen über längere Zeiträume (z.B. 6 Jahre statt 3–4), wodurch die Investitionen kurzfristig harmloser aussehen – obwohl nach ein bis drei Jahren bereits auf die jeweils neue GPU-Generation umzurüsten ist, um den Anschluss nicht zu verlieren.
OpenAI: Ein Non-Profit auf dem Weg zum BillionenkonzernDas Video beschreibt außerdem die OpenAI-Gründung als Reaktion auf Googles DeepMind-Dominanz: Um zu verhindern, dass Google allein Superintelligenz kontrolliert, wird OpenAI als Nonprofit aufgebaut – "für die Menschheit". Die erforderliche Forschung kostet allerdings viel zu viel und das Nonprofit-Modell zieht nicht genug Kapital an. Daraus entsteht eine ungewöhnliche Struktur ("halb gemeinnützig, halb privat"), welche Investoren anzieht, dies bei extremen bis hin zu komplett unrealistischen Bewertungen. Sam Altman sei zwar weder Top-Programmierer bei OpenAI noch größter Geldgeber, aber derjenige, der die richtigen Menschen zusammenbringt.