Vor dem AirTags-Start: Tile entschädigt für verlorene Gegenstände, neues Premium-Angebot

Seit einem Jahr gilt es als sicher, dass Apple ein neues Zubehörprodukt vorbereitet, nämlich Etiketten zur Lokalisierung verlegter Gegenstände. Spätestens seitdem Apple die erforderlichen Grafiken in iOS hinterlegte, dies erfolgte noch während der Betaphase von iOS 13, gibt es an den Plänen kaum noch Zweifel. Auf dem Markt bzw. bei aktuellen Anbietern löst es verständlicherweise große Unruhe aus, wenn ein Marktgigant wie Apple das Geschehen aufmischt und die Bühne betritt. Im Mai wurde beispielsweise bekannt, dass sich der bisherige Platzhirsch an die Wettbewerbsbehörden wandte. Tile prangerte an, Apples mache es Konkurrenzartikel bewusst schwer und verschaffe sich durch die "Wo ist?"-App einen Wettbewerbsvorteil. Wohlgemerkt: Für ein Produkt, das noch nicht einmal angekündigt ist.


Entschädigung bei Verlust
Jetzt hat Tile ein neues Angebot vorgestellt, welches recht eindeutig auf den bevorstehenden Markteinstieg Apples abzielt. In einem Interview macht der CEO des Unternehmens auch keinen Hehl daraus, sich gegen Apples AirTags zu positionieren. Gegen eine jährliche Gebühr gibt es in Zukunft eine Entschädigung für verlorene Gegenstände, welche trotz eines Suchetiketts nicht mehr gefunden werden können. Mit "Premium Protect" sind bis zu 1000 Dollar abgesichert, der Tarif kostet 100 Dollar pro Jahr. Schon jetzt gibt es einen Zusatzdienst für 30 Dollar, dieser beinhaltet kostenlosen Akkuwechsel, längere Location History sowie einen Alarm, wenn ein Gegenstand zurückgelassen wird.

Tile positioniert sich gegen Apple
Dem Tile-CEO zufolge richte man sich mit den Produkten an alle Nutzer und nicht wie Apple nur an Kunden einer bestimmten Hardware-Plattform. Ganz egal ob iOS, Android oder andere Systeme, Tile-Nutzer können die Etiketten immer verwenden. Konkurrenz und Wettbewerb sei zu begrüßen, wenngleich CJ Prober in Hinblick auf Apple anmerkt, dass es dann aber fair zugehen müsse. Zur Erfolgsquote des aktuellen Tile-Systems gibt es zudem noch Zahlen: 90 Prozent der verlorenen Gegenstände ließen sich in der Vergangenheit finden – je dichter das Tile-Netzwerk, desto besser die Erfolgschancen. Das Premium-Angebot samt Entschädigung soll jene 10 Prozent Suchaktionen abdecken, die zu keinem Erfolg führten. Ein genaues Startdatum gibt es noch nicht, Tile spricht von "diesen Herbst".

Kommentare

tranquillity
tranquillity10.09.20 11:55
Interessant. Aber wie wird das kontrolliert, ob etwas auch wirklich verschwunden ist oder ob der Besitzer es nicht „entsorgt“ hat?
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DTP
DTP10.09.20 12:02
tranquillity
Interessant. Aber wie wird das kontrolliert, ob etwas auch wirklich verschwunden ist oder ob der Besitzer es nicht „entsorgt“ hat?
Wie machen Fahrradversicherungen das? Oder Einkaufsbruchversicherungen? Oder Haftpflichtversicherungen?
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Nekron10.09.20 13:02
DTP
tranquillity
Interessant. Aber wie wird das kontrolliert, ob etwas auch wirklich verschwunden ist oder ob der Besitzer es nicht „entsorgt“ hat?
Wie machen Fahrradversicherungen das? Oder Einkaufsbruchversicherungen? Oder Haftpflichtversicherungen?

Diese haben ganze Abteilungen voller Mitarbeiter die genau das rausfinden sollen. Tile hingegen ist eine Firma die sich ihr eigenes Grab schon direkt am Anfang geschaufelt hat und dieser quatsch wird zusammen mit den AirTags Tiles verschwinden einläuten. Wollte mir vor vielen Jahren bereits Tiles über Kickstarter kaufen, aber die haben es nie hinbekommen welche zu liefern. Als sie dann 3 Jahre später welche mit normalen Lieferzeiten auf Amazon Angeboten haben, gab es schon mehrere Konkurrenzprodukte.

Ich werde dieser Firma keine Träne nachtrauern. Ein sehr gutes Beispiel von "sich sein eigenes Grab schaufeln". Apple wird Tiles Untergang nur beschleunigen, ist aber nicht der Auslöser.
+2
Kreitschie10.09.20 13:41
Nekron
Wollte mir vor vielen Jahren bereits Tiles über Kickstarter kaufen, aber die haben es nie hinbekommen welche zu liefern. Als sie dann 3 Jahre später welche mit normalen Lieferzeiten auf Amazon Angeboten haben, gab es schon mehrere Konkurrenzprodukte.

1.) Ist das Dein zentrales Argument, warum Tile verschwinden wird? = Konkurrenzprodukte (unabhängig von Apple) werden weiterhin überleben?

2.) Was ist mit dem (relativ) dichten Netz von Tile-Nutzern? Konkurrenzprodukte müssen ja erstmal genügend Abdeckung an Nutzern hinbekommen, damit mal jemand an einem verlorengegangenen Gegestand vorbeikommt und das Smartphone das versteht und meldet.
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tranquillity
tranquillity10.09.20 15:02
DTP
tranquillity
Interessant. Aber wie wird das kontrolliert, ob etwas auch wirklich verschwunden ist oder ob der Besitzer es nicht „entsorgt“ hat?
Wie machen Fahrradversicherungen das? Oder Einkaufsbruchversicherungen? Oder Haftpflichtversicherungen?

Das kann ich dir gerne erklären: Wenn du zur Polizei gegangen bist, bekommst du im Falle eines Einbruchs oder Diebstahls eine Bestätigung. Aber wenn du etwas verlierst? Wer will dir das bestätigen?
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DTP
DTP10.09.20 15:09
tranquillity
DTP
tranquillity
Interessant. Aber wie wird das kontrolliert, ob etwas auch wirklich verschwunden ist oder ob der Besitzer es nicht „entsorgt“ hat?
Wie machen Fahrradversicherungen das? Oder Einkaufsbruchversicherungen? Oder Haftpflichtversicherungen?
Das kann ich dir gerne erklären: Wenn du zur Polizei gegangen bist, bekommst du im Falle eines Einbruchs oder Diebstahls eine Bestätigung. Aber wenn du etwas verlierst? Wer will dir das bestätigen?
Wieso Einbruch? BRUCH steht da

Beispiel Bruchversicherung (zB IKEA): Ist es auf dem Nachhauseweg kaputtgegegangen oder runtergefallen? Unabsichtlich? Oder hast du es gegen die Wand geworfen weil es dir doch nicht gefiel?

Gleiche bei Haftpflicht. Selbst kaputt gemacht und einen Freund mit Haftpflicht gefragt, das angeblich zerstört zu haben? Oder ist dem Freund wirklich ein Missgeschick passiert?

Selbst bei Fahrrad mit Anzeige. Da kommt keine Polizei oder Versicherung und prüft, ob du wirklich bestohlen wurdest oder das Rad weiterfährst.

Also: Vertrauen. Und Risikoanalyse. Und Versicherungsmathematik. Notfalls Ausschluss nach Regelung des Versicherungsfalls.
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beanchen10.09.20 15:41
Eine Entschädigung ist was anderes. Würde Tile ein Versprechen abgeben, dass ihre Teile (Wortspiel) so gut sind und ohne weitere Kosten Geld bei Verlust bezahlen, dann wäre es eine Entschädigung. So ist es eine Versicherung und die ist noch nicht einmal günstig.
-1
Nekron10.09.20 18:17
Kreitschie
Nekron
Wollte mir vor vielen Jahren bereits Tiles über Kickstarter kaufen, aber die haben es nie hinbekommen welche zu liefern. Als sie dann 3 Jahre später welche mit normalen Lieferzeiten auf Amazon Angeboten haben, gab es schon mehrere Konkurrenzprodukte.

1.) Ist das Dein zentrales Argument, warum Tile verschwinden wird? = Konkurrenzprodukte (unabhängig von Apple) werden weiterhin überleben?

2.) Was ist mit dem (relativ) dichten Netz von Tile-Nutzern? Konkurrenzprodukte müssen ja erstmal genügend Abdeckung an Nutzern hinbekommen, damit mal jemand an einem verlorengegangenen Gegestand vorbeikommt und das Smartphone das versteht und meldet.

1. Ja, Tile hat eine Idee unter die Leute gebracht, welches etwas Neues konnte, es aber nie als Produkt in ausreichenden Mengen unter die Kunden gebracht. So kannten die Kunden zwar das Konzept, aber haben nie das eigentliche Produkt erhalten. Als dann die ersten Nachahmer auf Amazon und Co. ihre günstigeren Produkte veröffentlicht habe, haben viele genervte Tile "Kunden" zugegriffen. Für Tile blieb da nur noch der Rest und ein paar Hardcore-Fans übrig. Auch Apple´s AirTags werden eher im hohen Preisniveau angesiedelten sein, zusätzlich zum Apple-Lock-In. Für Möchtegern Premium Anbieter wie Tile wird die Luft schnell knapp werden, günstige Anbieter mit starken Android Apps werden jedoch überleben können.

2. Welches (relativ) dichte Netz? Ich würde es eher als nicht existent bezeichnen. Bis jetzt ist mir weder in Dt., noch in den U,S und A jemals ein Tile Nutzer über den Weg gelaufen. Ich glaube die Chance etwas Verlorenes über einen Facebook Post wiederzufinden ist höher als dass rein zufällig einer der seltenen Tile-Nutzer an deinem verlorenen Gegenstand vorbeiläuft.
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tranquillity
tranquillity10.09.20 20:10
Und genau da wird der Vorteil von Apple sein, weil jedes iPhone das theoretisch finden kann. Naja, wahrscheinlich jedes ≥ 11. Schlauer wäre natürlich, wenn auch ältere Modelle mitmachen könnten.
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Cupertimo10.09.20 23:42
tranquillity
Und genau da wird der Vorteil von Apple sein, weil jedes iPhone das theoretisch finden kann. Naja, wahrscheinlich jedes ≥ 11. Schlauer wäre natürlich, wenn auch ältere Modelle mitmachen könnten.

Ja, alleine die iPhone-User-Basis ist um ein Vielfaches größer als die paar Männchen der Tile-Community.
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