Versehentlich offene Datenbank: Gefälschte Produktbewertungen führen zu Amazon-Rausschmiss

Produktbewertungen durch Käufer sollen potenziellen Kunden dabei helfen, die Spreu vom Weizen zu trennen. Für Firmen sind Bewertungen auf Handelsplätzen daher sehr wichtig: Hat das eigene Produkt schlechtere Bewertungen als die Konkurrenz, kann dies den Umsatz sehr schnell schmälern. Manche Unternehmen versuchen daher, gute Bewertungen zu kaufen – doch um nicht aufzufallen, müssen diese erfindungsreich vorgehen.


SafetyDetectives stieß am 1. März 2021 auf eine ungesicherte ElasticSearch-Datenbank. Erst am 6. März scheint dem Betreiber der Datenbank die Konfigurationsproblematik aufgefallen zu sein und die Datenbank wurde gesichert. Noch ist nicht klar, wer genau die Datenbank betrieb. Gesichert ist jedoch, dass sich der Datenbank-Server in China befindet und insgesamt rund 13 Millionen Datensätze umfasst.

Brisanter Inhalt
Der Inhalt der Datenbank könnte viele Unternehmen in Erklärungsnöte bringen: Zwischen 200.000 und 250.000 Amazon-Nutzer sind in der 7 GB großen Datenbank erfasst – und zwar samt E-Mail-Adresse und PayPal-Konten. Bei Durchsicht der Daten wird schnell klar, welchem Zweck die Datenbank dient: Gefälschte Produktbewertungen. Es finden sich viele Kommunikationsverläufe mit Amazon-Kunden darin wieder, mit dem Ziel, positive Bewertungen zu kaufen.

Geld zurück bei fünf Sternen
Das Vorgehen: Gezielt wurden Käufer von Produkten angeschrieben mit dem Versprechen, den Kaufpreis gegen eine positive Bewertung oder Video-Review zurückzuerstatten – und zwar völlig vorbei an Amazons Sicherheitsmechanismen. Kontakt nahmen die Betrüger zu Amazon-Kunden zwar über die Amazon-Plattform selbst auf – aber natürlich nicht mit dem konkreten Angebot, eine Bewertung zu kaufen. Erst, wenn Kunden über eine andere Kommunikationsmöglichkeit erreichbar waren, wurde dem Käufer das Angebot einer Rückerstattung gegen Bewertung unterbreitet.

Dabei gaben die Firmen das Geld natürlich nicht über Amazon selbst zurück, sondern über PayPal – anderenfalls wäre Amazon recht schnell aufgefallen, dass viele Kunden Rückerstattungen für positiv bewertete Produkte erhalten haben.

Erste Firmen verschwinden von Amazon
Amazon reagierte auf den Skandal recht schnell und verbannte bereits einige Firmen von der eigenen Vertriebsplattform. Darunter sind auch in der Apple-Welt bekannte Zubehörhersteller wie zum Beispiel Aukey und Mpow. In den kommenden Tagen werden aufgrund des Datenlecks mit Sicherheit noch weitere Firmen Probleme mit Amazon bekommen – das Erkaufen von gefälschten Bewertungen ist ein schwerer Verstoß gegen die Richtlinien der Handelsplattform.

Kommentare

Ebreichsdorfer11.05.21 08:38
Das Problem ist Amazon selbst. Buy local. Fertig.
-14
STB
STB11.05.21 08:45
Schon richtig...
Nur leider ist "local" häufig umständlich und viel zu teuer.
Und die Kernkompetenz gute Beratung gilt längst nicht für alle Ladengeschäfte, es wird einem also leicht gemacht bei Amazon oder anderswo im Netz zu kaufen, insbesondere wenn man genau weiß was man braucht.
+25
gegy
gegy11.05.21 08:50
Ebreichsdorfer
Das Problem ist Amazon selbst. Buy local. Fertig.

Und „local“ hat auch meist nicht das, was ich bei amazon bestelle.
Wenn es etwas „local“ gibt, dann bin ich auch dazu geneigt ein paar Euro mehr auszugeben, wenn es das Produkt aber nicht in meiner Nähe gibt wirds wohl amazon oder ein anderer online Händler haben. Wobei ich anderen online Händlern den Vorzug gebe.
+20
truth
truth11.05.21 08:53
Ebreichsdorfer
Das Problem ist Amazon selbst. Buy local. Fertig.
Das ist in manchen Fällen gar nicht mehr so einfach. Mein Versuch vor 10 Jahren meinen Panasonic Plasmafernseher im lokalen Einzelhandel zu kaufen hat so einige Stilblüten hervorgebracht. Von offenbar verkaufsunwilligen Verkäufern über Mondpreise oder völlig unzuverlässige "Ich rufe Sie/Dich an" Verkäufer. im Umkreis von 30 km meines Wohnortes war da nix zu machen. Am Ende habe ich das Ding dann doch über Amazon gekauft und -welch Wunder- auch noch ordentlich Geld gespart.
Beim Versuch mir einen bestimmten Backofen zu kaufen (letztes Jahr) ist es mir ähnlich ergangen. Allerdings habe ich den Backofen zwar online, nicht aber bei Amazon gekauft.
Ich habe gelernt, dass "buy local" oftmals gar nicht so einfach ist.
Bei meinem Plattenspieler den ich Ende Mai bekomme, ist es mir allerdings - wider Erwarten- doch gelungen. Den habe ich in einem echten Fachgeschäft gekauft, an dessen Schaufenster ich mir als 15-Jähriger schon die Nase plattgedrückt habe.
+31
Tirabo11.05.21 09:02
STB

Ist „local“ tatsächlich viel zu teuer oder ist Amazon vielleicht gar nicht immer so billig?

Dieses Problem ist in Deutschland ja nicht gerade unbekannt…

Ich unterstütze die regionale Wirtschaft soweit es geht lieber als einen globalen Konzern, der 1. fast nur noch irgendeinen plagiierten Chinakram anzeigt, 2. immer wieder durch zweifelhafte Praktiken in Kritik steht.

Es gibt übrigens viele Internet-Händler, die vereinzelte Produkte oft gleich teuer oder manche mit Sonderaktionen sogar günstiger als Amazon anbieten. Man muss einfach mal über den Tellerrand schauen. Ich glaube, Amazon nutzt den Ruf, billig zu sein einfach nur oft aus.
Viele sind bequem und reden sich ein, dass Amazon immer die erste Wahl sei.

Seit zwei Jahren kaufe ich kaum noch bei Amazon. Eher nutze ich gezielt idealo (oder manchmal auch geizhals oder heise.)

Viele Händler sind oft genauso schnell und kulant wie Amazon. Ein Verzug von zwei Tagen fände ich aber auch noch nicht so schlimm. Den hatte ich bei Amazon aber auch schon.
+4
Raziel111.05.21 09:03
Das Vorgehen ist ja nichts unbekanntes. Gab es sogar schon genug Dokus darüber und ist leider Alltag. Varianten gibt es da viele. Von der Rückerstattung für einzelne normale Kunden bis hin zum Abgebot als Studentenjob, sich nen Account fake Bewertungen zu erstellen.
0
Motti
Motti11.05.21 09:11
Ebreichsdorfer
Das Problem ist Amazon selbst. Buy local. Fertig.
Nun gibt es Vieles leider nicht lokal...
+1
Roger.Rebel
Roger.Rebel11.05.21 09:38
Ebreichsdorfer
Das Problem ist Amazon selbst. Buy local. Fertig.

Auch ich versuche, die Ware direkt beim Hersteller zu bestellen. Dabei habe ich jetzt gerade 2x erlebt, dass das Gerät beim Hersteller ausverkauft, aber bei Amazon lieferbar war.
Also heißt es warten - oder bei Amazon bestellen...
+1
Dunkelbier11.05.21 09:46
Roger.Rebel
Auch ich versuche, die Ware direkt beim Hersteller zu bestellen. Dabei habe ich jetzt gerade 2x erlebt, dass das Gerät beim Hersteller ausverkauft, aber bei Amazon lieferbar war.
Also heißt es warten - oder bei Amazon bestellen...
Nicht nur das. Es gab noch nie ein Problem mit Reklamationen bei Amazon. Es wird problemlos erstattet, oder neue Ware sofort zugeschickt. Keine Diskussionen von wegen "da müssen wir mal schauen, was wir machen können". Oder das neue Geräte wochenlang in eine Reparatur geben zu müssen. Ok, das läuft zum Glück nicht überall so. Viele lokale Händler haben erkannt, dass man sich so keine Freunde macht.

Mit PC-Komponeten war das früher immer besonders spaßig. Ich habe mal monatelang auf einen Ersatz meines DVD-Brenners gewartet. Der kam erst nachmehrmaligen Anfragen zurück. War natürlich immer noch kaputt. Angeblich kein Fehler feststellbar. Klar. Hätte ich natürlich jetzt einen Prozess anstreben können, ich habe das als Lehrgeld verbucht und jedem erzählt, er solle diesem Laden fern bleiben.
+14
UWS11.05.21 09:49
Tirabo
Viele Händler sind oft genauso schnell und kulant wie Amazon.
Ja, mag sein. Habe aber keine Lust (Zeit und Geld) herauszufinden, welche Händler das denn sein könnten. Der lokale Einzelhandel hat in vielen Fällen und Bereichen über Jahre seine Chancen verpasst und wird erst durch den Druck etwas lernfähiger – leider aus meiner Sicht zu spät.

Ich kaufe auch nicht grundsätzlich bei Amazon, kommt auf das Produkt an. Allerdings habe ich bei Amazon bis dato nur positive Erfahrungen gemacht, auch in Grenzfällen. Einer dieser Grenzfälle hat z.B. dazu geführt, dass ich nicht mehr bei Apple direkt kaufe ...

"Bei Amazon" heißt für mich aber auch, nicht bei einem anderen Händler auf der Plattform, sondern "verkauft durch Amazon". Das sind ja zwei verschiedene Dinge...insofern hinken auch Vergleiche mit Idealo, Geizhals oder anderen – das sind ja ausschließlich reine Vermittlungsplattformen.

Letztlich muss jeder selber sehen, wo er gute oder schlechte Erfahrungen macht. Dass Amazon sich jetzt mal bequemt, gegen gefakte Bewertungen vorzugehen, ist aber keine schlechte Sache. Andere Schritte (Stichwort: Steuerpolitik) sollten folgen, nur DAS trifft ja noch ganz andere
+14
Tirabo11.05.21 09:55
@uws

ich habe nach zwei Sekunden Recherche bei idealo Preise herausgefunden, die bei sehr vielen Produkten besser als die von Amazon sind. Auch haben sich die Rückgabeoptionen vieler Händler so "verbessert", dass es kaum noch Unterschiede zu Amazon gibt (ist das sowieso eine nachhaltige Verbesserung, immer alles zurücknehmen? Wisst Ihr, wieviel dadurch eigentlich sinnlos weggeschmissen wird, weil es sich nicht lohnt, weiterzuverkaufen?).
Desweietrern kann ich woanders ohne Probleme Paypal nutzen und habe damit auch Zahlungsschutz.

Ich sagte ja bereits, dass es oft falsche Bequemlichkeit ist, bei Amazon zu bestellen, nichts anderes.

PS: Ich bekam oft ein beklemmendes Gefühl, wenn die Amazon-Boten noch um 21 Uhr hier klingelten, weil ich mich dann immer fragte, wann die mal Feierabend haben.
-5
UWS11.05.21 10:14
Tirabo
ich habe nach zwei Sekunden Recherche bei idealo Preise herausgefunden, die bei sehr vielen Produkten besser als die von Amazon sind.
Hm, ich hatte die Preisfrage aber gar nicht als Kriterium angegeben...spielt für mich keine zentrale Rolle. Ich zahle auch bei Amazon ggf sogar etwas mehr, weil ich weiß, dass es im Zweifelsfall eben keine Fragen gibt. Der Zweifelsfall (Rückgabe bzw. Kulanz bei Befekt) ist bis dato allerdings nur extrem selten aufgetreten, meine Rückläuferquote dürfte unter 0,1 % liegen...

Ansonsten zu deinem Post: Wenn du für dich die Entscheidung triffst, dort bewusst nicht zu kaufen, ist das doch fein. Du solltest anderen aber nicht Bequemlichkeit (oder latente Dummheit) unterstellen.

Und zu deinem PS. Ja, mir wäre es auch lieber, wenn ich mir den Versanddienst aussuchen könnte. Das kann ich allerdings fast nirgendwo. Wenn wir das Fass Arbeitsbedingungen aber jetzt aufmachen, dann wird es für einige Firmen sehr eng. Ich denke mal, du hättest auch kein Lust in der chinesischen (oder indischen) Apple Produktionsstraße zu werkeln...
+11
STB
STB11.05.21 10:23
Tirabo
Ja, deshalb habe ich geschrieben "oder anderswo".
Amazon ist bei weitem nicht der günstigste Anbieter. Aber der mit der größten Auswahl und mit dem unkompliziertestem Rückgabeverfahren. Im Einzelhandel muss man ggf. erst vor Ort mit der Ware erscheinen, dann ewig diskutieren und sich dann letztendlich mit einem Einkaufsgutschein abfinden... Sorry, absolut gestrig und nicht konkurrenzfähig, selbst wenn es hier einige Ausnahmen gibt.
Ich kaufe meist auch nicht bei Amazon sondern habe für jeden Bedarf meinen geeigneten Onlinehändler gefunden.

Vor Ort habe ich eine Lackfabrik, dort kaufe ich gern Farben. Teuer und hervorragende Qualität! Lohnt sich trotzdem, weil man eben bessere und schnellere Ergebnisse bekommt.
Zudem habe ich hier einen großen Werkzeughändler, dort versuche ich häufig mein Glück wenn es schnell gehen muss. Aber meist hat er eh nicht was ich grad benötige und wenn doch zu Horrorpreisen.

Manchmal wird es eben doch Amazon, insbesondere wenn es die Ware anderswo nicht gibt, wenn ich auf eine zuverlässige und pünktliche Zustellung Wert lege, oder auch wenn es mir wichtig ist, den Artikel unkompliziert zurückschicken zu können.
+6
beanchen11.05.21 10:24
Ebreichsdorfer
Das Problem ist Amazon selbst. Buy local. Fertig.
Nein das Problem ist "local". Dass ich bei einem großen Versender wie Amazon niemanden ans Telefon bekomme, kann ich verstehen. Bei einem lokalen Laden erwarte ich das aber, da ich keine Lust habe erst im Laden zu erfahren, wenn es das gewünscht Produkt nicht gibt. Inzwischen kann ich aber auch in einem Laden niemanden erreichen oder ich bekomme keine Auskunft. Einer der Vorteile von Corona: die Läden stellen sich durch Click&Meet oder Click&Collect wieder eher auf ihre Kompetenzen ein. Hoffentlich verfliegt das im Gegensatz zu Corona nicht wieder.
+8
iQuaser
iQuaser11.05.21 10:48
Mir wurde auch schon Geld angeboten, wenn ich eine schlechte Bewertung lösche. Ich habe das amazon gemeldet - passiert ist nichts.

Von daher ist das Problem bei amazon eher hausgemacht, man hat es zu lange schleifen lassen....
+3
nova.b11.05.21 10:57
"buy local" ist ja schon ein Widerspruch in sich... (in GB oder USA?).
"Kaufe in deiner örtlichen Umgebung" müsste es wohl eher heißen?

"buy local" mache ich schon lange. Ich verlasse meinen Arbeitsplatz nur, um die Pakete anzunehmen.

Da der örtliche Verkauf meistens nur Mainstream-Produkte verkauft, muss ich meine Kaufversuche immer wieder aufgeben.
Örtlich lassen sich die meisten Produkte des täglichen Bedarfs kaufen. Dann wird es schon schwierig. Kauf mal ein HDMI-Kabel in 3 Meter Länge. Es gibt 2 Meter evtl. 5. Beide so teuer, dass man Miteigner einer Kupfermine wird.
Oft geht es aber um Zeit, die verbraten wird, wenn man örtlich auf die Suche nach einem Produkt geht. Die Händler, die sagen, besorg ich, ist morgen da, gibt es auch kaum noch.
+6
frodo200711.05.21 11:04
Amazon reagierte auf den Skandal recht schnell und verbannte bereits einige Firmen von der eigenen Vertriebsplattform. Darunter sind auch in der Apple-Welt bekannte Zubehörhersteller wie zum Beispiel Aukey und Mpow.

Also Aukey und Mpow sind zur Zeit jedenfalls noch verfügbar.
+3
Ely11.05.21 11:05
nova.b
Die Händler, die sagen, besorg ich, ist morgen da, gibt es auch kaum noch.

Na ja, besorgen und morgen da kann ich auch selbst, ohne zweimal zum Händler zu müssen. Einfach bestellen.

Der lokale Handel hat es schon selbst grandios in den Sand gesetzt. Anstelle die eigenen Stärken zu erkennen und darauf zu bauen (wirkliche fachliche Beratung und Service) war es halt einfacher, auf den Online-Handel zu schimpfen.

Ich bestelle bei Amazon, habe aber den einen oder anderen Händler außerhalb, die auch sehr gut sind und wo der Service perfekt ist. Das ist mir auch einen höheren Preis wert. Nichts finde ich nervender, als sich mit miesem Service herumzuschlagen. Das ist verschwendete Lebenszeit.
+10
Tirabo11.05.21 11:14
UWS
Hm, ich hatte die Preisfrage aber gar nicht als Kriterium angegeben...spielt für mich keine zentrale Rolle. Ich zahle auch bei Amazon ggf sogar etwas mehr, weil ich weiß, dass es im Zweifelsfall eben keine Fragen gibt. Der Zweifelsfall (Rückgabe bzw. Kulanz bei Befekt) ist bis dato allerdings nur extrem selten aufgetreten, meine Rückläuferquote dürfte unter 0,1 % liegen...

Defekte bzw. Sachmängel sind doch auch gesetzlich geregelt. Kulanz ist etwas, was über die gesetzliche Gewährleistung oder Garantie hinausgeht. Da habe ich persönlich zu wenig Erfahrungen gesammelt, um Genaues sagen zu können.

UWS
Ansonsten zu deinem Post: Wenn du für dich die Entscheidung triffst, dort bewusst nicht zu kaufen, ist das doch fein. Du solltest anderen aber nicht Bequemlichkeit (oder latente Dummheit) unterstellen.

Wie kommst du auf Dummheit? Ich bleibe bei Bequem. Aber wieso wird eigentlich immer noch so viel Billigfleisch gekauft?
UWS
Und zu deinem PS. Ja, mir wäre es auch lieber, wenn ich mir den Versanddienst aussuchen könnte. Das kann ich allerdings fast nirgendwo. Wenn wir das Fass Arbeitsbedingungen aber jetzt aufmachen, dann wird es für einige Firmen sehr eng. Ich denke mal, du hättest auch kein Lust in der chinesischen (oder indischen) Apple Produktionsstraße zu werkeln...

Nein, ich habe definitiv keine Lust, bei einem Versanddienstleiter für Amazon oder für Apple in der Produktion in China zu arbeiten. Ich bin froh und dankbar, als Freiberufler in Deutschland einen guten und einigermaßen gut bezahlten Job zu machen. Allerdings ist eben nicht alles gleich Gold was glänzt, gerade nicht hier in D.
Ich gehöre daher auch zu den kritischen Geistern hier in diesem Forum, die sich eher über Vieles Gedanken machen, was da so im Apple-Zirkus passiert. Ich versuche nachhaltig zu leben und nutze meine Geräte über lange Zeiträume und hinterfrage Anschaffungen ständig, ob sie wirklich notwendig und ob es nachhaltigere Lösungen gibt.

Ich bin eben NICHT bequem und ich scheiß auch drauf, wievel Zeit es mich kostet danach zu recherchieren. Dafür nehme ich mir Zeit, weil ich der Umwelt zuliebe keine andere Alternative sehe.
Ich weiß aber auch aus Erfahrung, dass das hier kritisches Denken und Handeln zu Apple oder Amazon aber bereits unpopulär ist.

Dennoch werde ich es immer wieder tun, auch wenn da gerne manche Daumen runter gehen.
+3
Plebejer
Plebejer11.05.21 11:16
Amazon-Bote nach 21:00 Uhr führt zu beklemmenden Gefühlen.

Medizinisches Personal nach einer 24h-Schicht klatscht am Fenster.
+8
LoCal
LoCal11.05.21 11:32
Ebreichsdorfer
Das Problem ist Amazon selbst. Buy local. Fertig.

Dieses Problem gibt es aber nicht erst seit Amazon, das ging schon mit MediaMarkt und Co. los.
Meine Eltern hatten ein Geschäft in einer Kleinstadt: Buchhandlung, Schreibwaren, Zeitschriften und Foto in einem. Die Fotoabteilung war räumlich zwar die kleinste, aber sie war schon ziemlich lukrativ (vorallem das Entwickeln von Filmen). Es war damals schon so, dass viele Leute meinten, dass sie mit einer möglichst grossen Kamera auch die besten Photographen seien … naja, jedenfalls lief das fast immer so ab:
- Kund:in kommt und erkundigt sich intensiv nach einer Spiegelreflexkamera
- Da es unwirtschalftlich gewesen wäre, sich in so einem kleinen Ort zig Kameras auf Lager zu legen, wurde auf Anfrage Kameras bestellt
- Die gewünschte(n) Kamera(s) werden besorgt und ausführlich erklärt.
- Kund:in möchte noch "überlegen"
- 2 Wochen vergehen
- Kund:in kommt mit der Kamera und will sich noch mal was erklärren lassen … gekauft wurde sie aber nicht bei uns, sondern bei MM in der nächsten größeren Stadt.

Es ist also kein neues Problem …

Ich versuche immer im Ort zu kaufen … aber manchmal geht es nicht, weil entweder die Ware nicht da ist oder überhaupt nicht geführt wird oder mir ein Onlinehändler eben wirklich Angebot macht, das schon am Preisdumping grenzt.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+3
KingBradley
KingBradley11.05.21 11:35
Die chinesischen Händler haben eBay überrannt und danach Amazon.

Wenn man sich positive Bewertungen kauft dann hat man auch sicherlich dafür bezahlt der Konkurrenz negative unterzujubeln.
0
Perdiste puesto primero11.05.21 11:39
Tirabo
Ich bin eben NICHT bequem und ich scheiß auch drauf, wievel Zeit es mich kostet danach zu recherchieren. Dafür nehme ich mir Zeit, weil ich der Umwelt zuliebe keine andere Alternative sehe.
Und warum unterstellst Du jemanden, der bei Amazon kauft ein anderes Verhalten/Motiv? Und vor allem derart verallgemeinert? Meinst Du wirklich der *billigere* Alternativhändler ist in irgendeiner Hinsicht besser als Amazon? Und nur weil Du Deine Zeit mit der Recherche verbringst, haben andere Leute ja vielleicht andere Prioritäten (Familie, Beruf, Karriere, Hobbies, etc.). Sind diese in irgendeiner Hinsicht verwerflicher als Dein Hobby?
Tirabo
Ich weiß aber auch aus Erfahrung, dass das hier kritisches Denken und Handeln zu Apple oder Amazon aber bereits unpopulär ist.
Ja, das reden sich "kritische Denker" gern ein (egal welches Forum). Was aber wirklich unpopulär ist (und schon immer war): Besserwisserei, Heuchelei und Oberlehrerverhalten.
+4
Ely11.05.21 11:39
Die Chinesen kann man bei Amazon leicht filtern. Einfach Prime-Versand anklicken, auch wenn man kein Prime hat. Und schon sind die Chinesen draußen.

Bei ebay geht das über den Standort. Da einfach Deutschland wählen und fertig. Oder direkt auf ebay.com suchen und als Standort US angeben. Die senden meist auch nach Deutschland.
+2
UWS11.05.21 11:48
Tirabo
....
Im Grunde sind wir vermutlich in einigen Punkten gar nicht oder nicht weit auseinander. Die Sache mit der "latenten Dummheit" habe ich aus deiner Antwort mal frei interpretiert, da mag ich mich irren. Ich hatte in meinem Post ja nie über den Preis als Kriterium gesprochen und du kamst in deiner Antwort damit als erstes...

Allerdings bin ich der Meinung, dass man sich auch ganz bewusst, pragmatisch und aus guten Gründen für Amazon als Lieferanten (oder besser gesagt als einen Lieferanten unter mehreren) entscheiden kann. Wie gesagt, muss jeder für sich klären...und man sollte anderen dann nicht pauschal sinistre Motive unterstellen.
Tirabo
Ich weiß aber auch aus Erfahrung, dass das hier kritisches Denken und Handeln zu Apple oder Amazon aber bereits unpopulär ist.

Dennoch werde ich es immer wieder tun, auch wenn da gerne manche Daumen runter gehen.
Ja, mag partiell stimmen, da muss man dann halt durch...ich liebe das. Und wenn's dicke kommt, das hier hilft

Tirabo
Aber wieso wird eigentlich immer noch so viel Billigfleisch gekauft?
Interessante OT-Frage. Ich für mich persönlich habe es anders entschieden und lange nach einem vernünftigen Bio-Metzger gesucht (zumindest erfolgreich). Da könnte man jetzt eine lange Diskussion anfachen über Tierwohl, Bewusstsein, Nachhaltigkeit, bezahlbare Preise, Löhne, Gerechtigkeit, etc...lass ich aber besser an der Stelle...
+4
cyberbutter
cyberbutter11.05.21 12:20
Schwierige Situation. Wenn ich als Händler auf Amazon angewiesen bin (Aus welchem Grund auch immer.) und aufgrund der auf Amazon herrschenden Gepflogenheiten dazu gezwungen bin mir positive Rezensionen zu kaufen sollte Amazon nicht die Käufer verantwortlich machen sondern ein bessere Art zu bewerten einführen. Zumindest sollte man nicht die Verkäufer allein bestrafen.
Aber ich glaube, dass Amazon eigentlich gar kein Interesse an der Reduzierung von gekauften Bewertungen hat, da jeder Verkauf Geld bringt. Ob Fake Bewertung oder echt.
BÄM!
0
Borimir
Borimir11.05.21 12:46
Tirabo
@uws

ich habe nach zwei Sekunden Recherche bei idealo Preise herausgefunden, die bei sehr vielen Produkten besser als die von Amazon sind.

Idealo arbeitet (nach meinem Eindruck) wissentlich mit falschen (oft zu niedrigen) Preisen. Artikel unseres Unternehmens werden oft viel zu niedrig kommuniziert. Dabei hat unser Unternehmen keinerlei Beziehung zu Idealo. Es drängt sich der Eindruck auf, dass bei Idealo mit niedrigen Preisen versucht wird Kunden über die eigenen Seite zu schleusen. Beweisen kann ich das selbstverständlich nicht. Aber woher soll Idealo die falschen Preise haben?
+1
Borimir
Borimir11.05.21 12:52
Ely
Die Chinesen kann man bei Amazon leicht filtern. Einfach Prime-Versand anklicken, auch wenn man kein Prime hat. Und schon sind die Chinesen draußen.

Bei ebay geht das über den Standort. Da einfach Deutschland wählen und fertig. Oder direkt auf ebay.com suchen und als Standort US angeben. Die senden meist auch nach Deutschland.
So einfach ist das leider nicht. Es gibt auch Artikel die via Prime verschickt werden aber dennoch nicht direkt von Amazon sind. Ich hatte via Prime ein Thunderbolt Dock erworben. Verkäufer war nicht Amazon. Das Ding was scheiße (sorry). Negativ bewertet und zurück geschickt. Ich habe dann insgesamt 4(!) Mails von verschiedenen Absendern bekommen mit der Bitte die negative Bewertung doch gegen Entgelt (Amazon-Gutschein) zu löschen. Dabei stieg der angebotene Betrag von mal zu mal auf schließlich 50,- €. Und nein, das Angebot habe ich nicht angenommen. Ich finde solche Arschgeigen echt ätzend.
+2
HerrDerSpiele11.05.21 13:00
Und „local“ hat auch meist nicht das, was ich bei amazon bestelle.
Wenn es etwas „local“ gibt, dann bin ich auch dazu geneigt ein paar Euro mehr auszugeben, wenn es das Produkt aber nicht in meiner Nähe gibt wirds wohl amazon oder ein anderer online Händler haben. Wobei ich anderen online Händlern den Vorzug gebe.
Sehe ich auch so. Es gibt einfach Bereiche, wo ich eine gute Beratung habe möchte,... Als ich mir bessere Boxen für meinen Mac haben wollte, konnte ich sie mir im Geschäft anhören und auch über das Wochenende zu Hause probieren. War echt toll.
+3
Tirabo11.05.21 14:16
Plebejer
Amazon-Bote nach 21:00 Uhr führt zu beklemmenden Gefühlen.

Medizinisches Personal nach einer 24h-Schicht klatscht am Fenster.

Sorry, aber diese dumme Art von Argumentum ad hominem, in der Du mir unterstellst, ich würde das eine propagieren aber das andere ignorieren, ist unterste Schublade.

Diesen Zusammenhang hast Du gebracht ohne einen Beweis für diese Behauptung zu liefern.
-2
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