Wer ist der beste Apple-Leaker? Prosser vs. Gurman vs. Kuo im Duell der Orakel

Seit jeher zählen Gerüchte rund um kommende Produkte oder Pläne zu einem wichtigen Bestandteil der Meldungen im Apple-Kosmos. Wunderbar lässt sich darüber diskutieren, wie plausibel die Vorhersagen sind oder ob man mit einem solchen Schritt einverstanden wäre. Genau diese Meldungen machen für viele aber auch den Reiz der Apple-Welt aus – und in aller Regelmäßigkeit haben Meldungen über Gerüchte weitaus mehr Interaktionen, als die tatsächliche Vorstellung desselben Produkts. Wirft man einen Blick auf die Quellen, so sind es in steter Regelmäßigkeit immer wieder dieselben Akteure. Vor allem Ming-Chi-Kuo, Mark Gurman (einst 9to5mac, seit geraumer Zeit Bloomberg) sowie John Prosser waren in den letzten Monaten die wichtigsten Figuren. Ein interessanter Vergleich zeigt, wie häufig diese in der letzten Zeit richtig oder falsch lagen.


Jon Prosser: 86,7 Prozent korrekt
Prosser ist zwar noch relativ frisch im Apple-Universum unterwegs, dafür umso eifriger. Er kennt nicht nur grobe Produktpläne, sondern oft sogar detaillierte Spezifikationen bis hin zur genauen Uhrzeit einer Produktankündigung. Während er mit dem Datum der WWDC 2020 falsch lag (am 19. März nannte er den 1. Juni), meldete er frühzeitig, dass es kein März-Event gibt, die WWDC eine Online-Veranstaltung wird, wann die Ankündigung des iPhone SE sowie des MacBook Pro 13" erfolgte, welche Preise Apple wählte – und angeblich weiß er auch genau, was Apple mit der AR-Brille plant und wie die 2020er iPhones ausgestattet sind. Angeblich hat er die AR-Brille schon selbst gesehen – Prosser scheint also bestens vernetzt mit Zulieferern oder gar Apple-internen Quellen zu sein. Eine Auszeichnung für ihn als Leaker: Phil Schiller hat Prosser auf Twitter geblockt.


Jon Prosser

Mark Gurman: 84,2 Prozent korrekt
Gurman arbeitet eher die großen Geschichten ab – ihn interessiert weniger, wie viel Speicher ein kommendes iPhone hat, sondern welche längerfristigen Pläne Apple hegt. Dabei liegt er in fast allen Fällen richtig. Die Entwicklung des T2-Chips erwähnte er Monate vor der Präsentation, selbiges galt für Apples Fokus hinsichtlich iOS 12, der AirPods, dem 2018er und 2019er iPhone-Portfolio, dem iPad-Fokus von iOS 13 (das dann als iPadOS ein eigenes System wurde), diversen Hardware-Upgrades, der 3D-Kamera des iPad Pro und Apples Dienste-Strategie. Offensichtlich setzt Gurman auf Quellen, die Kenntnisse geheimer Entscheidungen des oberen Managements haben. Im Falle des angeblich geplanten ARM-Umstiegs lehnte sich Gurman weit aus dem Fenster, nannte den Zeitplan und sogar Details zum A14-Prozessor.


Mark Gurman

Ming-Chi Kuo: 76,4 Prozent korrekt
In der Art und Weise, wie AppleTrack den Prozentwert der Zuverlässigkeit berechnet hat, schneidet Ming-Chi Ku schlechter ab als Prosser und Gurman. Allerdings sind Kuos Quellen auch anderer Natur, denn er setzt auf die langfristige Produktplanung von Zulieferern. Aus diesem Grund kennt Kuo oft schon sehr lange Zeit vorher und oft als erste Gerüchtequelle die Produktabsichten Apples. Da sich aber auch bei Apple Planungen ändern, liegt er mit der Vorhersage des genauen Verkaufsstarts häufiger nicht ganz richtig, was seine Wertung sinken lässt. Kuos Prognosen bezüglicher neuer Hardware sind meist außerordentlich akkurat und oft kann Kuo bereits ein bis zwei Jahre vor der Präsentation die Richtung nennen. Dazu kommt, dass er häufig von einzelnen Komponenten weiß, welche Apple als Highlight einer neuen iPhone-Generation bewerben wird. Kuo konzentriert sich ausschließlich auf Hardware, Software-Entwicklung interessiert in weniger.


Ming-Chi Kuo

Bei der Prozentwertung gilt zu beachten, dass diese sehr davon abhängt, wie viele Einzeldetails als richtig oder falsch gewertet werden. In einer Auflistung mit vielen Spezifikationen gilt jeder Punkt für sich als korrekt oder nicht korrekt – wohingegen die reine Nennung einer Produktfamilie komplett als "akkurate Vorhersage" in die Berechnung eingeht.

Kommentare

milk
milk29.05.20 15:58
Ich vermisse die Zeiten, als man von neuen Geräten erfuhr, wenn sie vorgestellt wurden. Den Artikel der macUp über die ersten beiden Quadras muss ich seinerzeit an die hundert Mal gelesen haben, so unglaublich war das.
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Calibrator30.05.20 08:07
Nun ja - man will ja was zu schreiben haben und bei Apple ist die Neugierde eben groß und alle Beteiligten freuen sich über Aufmerksamkeit.
Nett finde ich die im Vorfeld erscheinenden Designvorschläge und Ideen. Da macht sich jemand viel Arbeit. Praktisch ist das zumindest für Verbraucher wohl eher unterhaltsam.
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