Bloomberg: Drei neue KI-Geräte von Apple geplant, Entwicklung beschleunigt


Der erste HomePod hätte eigentlich bereits das sein können, was man im Volksmund gerne als KI-Hardware bezeichnet – Interaktion mit einem Gerät über natürliche Sprache. Zwar handelt es sich bei Siri um kein LLM-basiertes System (viele der Antworten sind schlicht redaktionell erstellt und statisch), dennoch sollten Nutzer die Bedienung einfach durch gesprochene Anweisungen vornehmen. Angeblich wollte man den HomePod zunächst als Siri-Lautsprecher vermarkten, wusste aber um die Schwächen des Sprachassistenten, weswegen Siri im Marketing dann nur eine untergeordnete Rolle einnahm.
Die kommende Siri-Generation dürfte Apple aber viel Spielraum geben, wenn es um neue Hardware geht. Oft genannt wurde beispielsweise das "HomePad" als Steuerzentrale des Smart Homes – welches Berichten zufolge deswegen nicht erschien, da Siri nicht ausreicht. Laut
Bloomberg hat Apple nun jedoch die Entwicklung von KI-Hardware beschleunigt, der fortan auf Gemini basierende Assistent soll eine wichtige Rolle spielen.
Brille – mit integriertem AkkuWährend die Vision Pro ein Nischenprodukt ist, sollen normal aussehende Brillen mit Computerfunktion das nächste große Ding werden. Apple arbeitet bereits seit Jahren an derlei Konzepten und hat dem Bericht zufolge inzwischen funktionierende Prototypen an hauseigene Hardwareteams verteilt. Ähnlich der Ray-Ban Meta handelt es sich um Brillengehäuse mit integrierten Kameras und Sensoren, welche die Umgebung erfassen. Integrierte Displays gibt es nicht, die Interaktion erfolgt über Sprache. Apple sei es inzwischen gelungen, den Akku direkt im Gehäuse unterzubringen, wohingegen zuvor mit externen Stromspeichern gearbeitet wurde. Den derzeitigen Plänen zufolge wolle man die Apple Glasses schon im kommenden Jahr auf den Markt bringen.
Ein KI-Pin – ähnlich dem gescheiterten HumaneDer Humane AI Pin war ein interessantes Konzept. Das von ehemaligen Apple-Mitarbeitern ins Leben gerufene Start-up hatte zum Ziel, das nächste große Kapitel mobiler Technologie aufzuschlagen. Ohne ein Smartphone zu verwenden, hätte der Anstecker als KI-basierter Begleiter in allen Lebenslagen unterstützen sollen – die Hand des Trägers fungierte dabei als Projektionsfläche und Displayersatz. Allerdings scheiterte das Gerät an schlechter Umsetzung. Mangelnde Zuverlässigkeit und massive Hitzeentwicklung mit permanenter Notabschaltung sorgten für
Unzufriedenheit und schließlich das Scheitern.
Apple will es hingegen besser machen und zwar einen ähnlichen Formfaktor anstreben, doch aus den Fehlern lernen, so Bloomberg. Der Pin sei als "Augen und Ohren des iPhones" und nicht als Smartphone-Ersatz zu verstehen. Dadurch könne das iPhone die Rechenarbeit übernehmen und somit mehr Funktionen zur Verfügung stellen, als wenn der Pin alles selbst übernehmen müsste. Die endgültige Entscheidung, ob man das Zubehör zur Marktreife bringt, sei noch nicht gefallen – doch wenn es grünes Licht gebe, sei ebenfalls 2027 denkbar.
AirPods mit KameraAm weitesten fortgeschritten sei die Entwicklung neuer AirPods mit Kameras – nicht um Fotos zu machen, sondern um die Umgebung zu erfassen. Auch das würde in Bereichen wie Visual Intelligence neue Möglichkeiten schaffen. Bloomberg zufolge sei man bereits so weit, dass eine Markteinführung im kommenden Herbst möglich wäre. Das iPhone übernehme aber die wichtigste Rolle, denn selbst wenn die AirPods weitere Sensoren erhalten, handelt es sich nicht um dedizierte KI-Hardware wie beispielsweise beim Pin oder der Brille.