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Test Eversolo Lautsprecher SE100: Das nächste HiFi-Wunder aus China?

eversolo SE100: Hörtest und Fazit

Das Gehörte hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Ich hatte zeitgleich sowohl die hier getesteten LEAK Sandwich 100 (um 650 Euro), als auch die KEF Coda W Aktivlautsprecher (899 Euro, Test demnächst) zum Vergleich hier. Als Verstärker kam einerseits der rund 1.000 Euro teure DAC/Vollverstärker Creek 4040A zum Einsatz, als auch der Streaming-Vollverstärker Lyngdorf TDAI-2210 (ab 4.000 Euro). Wegen der Preisrelation kam aber primär der Creek zum Einsatz. Und wegen des Konzepts fand der Vergleich hauptsächlich mit den LEAK statt.


Die Klangunterschiede dieser drei Speaker waren enorm. Im Vergleich mit den LEAK wirkten die eversolo SE100 spontan deutlich fülliger und kräftiger, aber auch nicht so fein aufgelöst und entspannt. Bei nur kurzem Reinhören dürften sich hier die meisten Hörer für die SE100 entscheiden, denn die LEAK wirken demgegenüber erst mal ein wenig dünn und blutleer.

Bei etwas genauerem, längerem Hören konnte die LEAK aber mit besserer Tonalität und realistischeren Klangfarben Boden gut machen. Die SE100 behalten zwar ihren Vorsprung an Körperhaftigkeit, klingen aber deutlich bedeckter als die Briten-Boxen. Das hat auch Einfluss auf die Transparenz und Durchhörbarkeit des Musikgeschehens. Die LEAK sind hier ein gutes Stück näher an der Realität, die eversolo komprimieren das Geschehen für meinen Geschmack etwas zu sehr. Auf der anderen Seite machen die SE100 einfach mehr Spaß, wenn es um Substanz und Volumen geht. Ich rede hier nicht von echtem Tiefbass. Das können auch die eversolo nur in Verbindung mit einem Subwoofer.


Aus audiophiler Sicht, also wenn es darum geht, mehr Nähe zum Original bzw. zu natürlichen Tönen zu erzielen, gewinnt die LEAK für mich deutlich. Nur kann ich leider nicht die Frage klären, ob sich das bei Einsatz der SE100 in einem Kallax-Regal deutlich ändern würde. Ich bezweifle es, denn dadurch wird sich der Grundcharakter der Lautsprecher kaum so sehr verändern.


Fazit: Gut, aber kein Wunderkind
Was eigentlich für alle Lautsprecher gilt, trifft umso mehr auf die eversolo SE100 zu: Man sollte sie unbedingt einmal in den eigenen vier Wänden und mit der gewünschten Aufstellung ausprobieren. Hier speziell in einem Regal, idealerweise einem Ikea Kallax. Freie Aufstellung mit Standfüßen oder auf einem Lowboard ist natürlich ebenfalls möglich, sollte aber zur Tieftonunterstützung eher Wandnah erfolgen. Und in einem nicht zu großen Raum.

Die SE100 sollten in jedem Fall ein recht erwachsen und vollständig wirkendes Klangbild liefern. Aber ein Wunder an Auflösung und Natürlichkeit sind sie nicht. Dafür aber sehr preiswert.

So viel Wirbel, wie mit den Streamern von eversolo, werden die Passivlautsprecher SE100 nicht machen. Es handelt sich um gute Lautsprecher für einen bestimmten Einsatzzweck, nämlich die Regalaufstellung, aber eine erneute Revolution bleibt aus. Bei Lautsprechern kocht auch eversolo nur mit Wasser.

Kurz vor Schluss: Die eversolo SE100 sind ab sofort auch in Weiß erhältlich – was sie in einem weißen Regal wohl noch unauffälliger macht.

Technische Daten laut Hersteller:
Abmessungen (BxHxT): 290 × 290 x 180mm
Empfindlichkeit (2.83V @ 1m): 88dB
Empfohlene Verstärkerleistung: 20 - 100W
Maximale Belastbarkeit: 180W
Maximaler Schalldruckpegel: 96dB
Nominale Impedanz: 4Ω
Minimale Impedanz: 3,2Ω
Frequengang (+/-3 dB): 55Hz - 2 kHz
Untere Grenzfrequenz (- 6dB): 50Hz
Trennfrequenz TMT/HT: 2,6kHz

Plus/Minus eversolo SE100
+ Kompakt und für Regalaufstellung (speziell Kallax) geeignet
+ warmer, ansprechender Klang mit viel Körper
+ unauffälliges Design, speziell im Regal und mit Frontabdeckung
+ gute Verarbeitung

– könnte etwas transparenter und luftiger klingen

Kommentare

Huba23.05.26 08:51
Mir stellt sich die Frage: Sind die wirklich für den Einsatz im IKEA-Regal konzipiert, oder haben sie nur mehr oder weniger zufällig solche Abmessungen, so dass sie da ganz gut reinpassen?
+1
sonorman
sonorman23.05.26 09:24
In der Beschreibung von eversolo ist von "designed to fit perfectly into an IKEA Kallax shelving unit" die Rede. Also ja. Ob auch die klangliche Abstimmung quasi im Kallax gemacht wurde, kann ich leider ohne entsprechendes Regal klanglich nicht überprüfen. Jedenfalls funktionieren sie auch ohne dieses Regal sehr gut für ihren Preis, wenn ein paar Aufstellungsregeln beachtet werden, wie im Text erwähnt.
+1
takteur23.05.26 09:28
Schöner Bericht – vielen Dank!
Ich finde die SE100 auch ohne Abdeckung recht ansehnlich.
<klugscheißen>Katja Epstein: Wunder gibt es immer wieder; Nena: Wunder gesche‘n; Zara Leander: Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gesche‘n</klugscheißen>
Schönes Pfingst-Wochenende!
+6
sonorman
sonorman23.05.26 09:32
takteur
Schöner Bericht – vielen Dank!
Ich finde die SE100 auch ohne Abdeckung recht ansehnlich.
<klugscheißen>Katja Epstein: Wunder gibt es immer wieder; Nena: Wunder gesche‘n; Zara Leander: Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gesche‘n</klugscheißen>
Schönes Pfingst-Wochenende!
Danke. Die vielen deutschen Wunder-Ladys hab ich wohl durcheinander gebracht. Dann war ursprünglich also Katja Ebstein gemeint.
+2
mac-g4
mac-g423.05.26 10:02
Haben momentan bei uns in der Ausstellung.
Und muss Sagen schon eine feine Sache.

Ein Kunde von uns hat sie am Schreibtisch an der wand weil sie doch recht flach sind für die Größe und ist begeistert betrieben mit einem Wiim Ultra AMP



http://www.csmusiksysteme.net
+3
pit1958ffm
pit1958ffm23.05.26 11:08
Katja Ebstein, so viel Zeit muss sein...
+2
sonorman
sonorman23.05.26 11:16
pit1958ffm
Katja Ebstein, so viel Zeit muss sein...
Ups, ja. Wollen wir ja auch tunlichst nicht mit dem anderen bekannten Epstein verwechseln.
+3
Tirabo23.05.26 12:07
Die Ebstein Akten: Millionen von Kindern und Erwachsenen wurden durch ihre Musik und ihren Gesang gequält. Ich auch.😅🫶😊
+2
unimoog23.05.26 12:21
Vielen Dank für den Test, lieber sonorman.

Kannst du dir die KEF LS 50 Meta auf einem (etwas größeren) Desktop vorstellen?
+1
dam_j
dam_j23.05.26 12:37
unimoog
Vielen Dank für den Test, lieber sonorman.

Kannst du dir die KEF LS 50 Meta auf einem (etwas größeren) Desktop vorstellen?



Nutze ich so seit Release und kann ich bedenkenlos empfehlen!
Das Leben ist Scheiße aber die Grafik ist geil !
+1
sonorman
sonorman23.05.26 12:39
unimoog
Vielen Dank für den Test, lieber sonorman.

Kannst du dir die KEF LS 50 Meta auf einem (etwas größeren) Desktop vorstellen?
Mein Desktop ist 2 Meter breit. Wie groß ist denn Deiner?

Davon abgesehen, die LS50 Meta stehen derzeit nicht auf meiner Liste. Bald kommt aber ein Test der Coda W.
0
unimoog23.05.26 14:18
dam_j
unimoog
Vielen Dank für den Test, lieber sonorman.

Kannst du dir die KEF LS 50 Meta auf einem (etwas größeren) Desktop vorstellen?



Nutze ich so seit Release und kann ich bedenkenlos empfehlen!

Vielen Dank! Sieht gut aus
+1
unimoog23.05.26 14:22
sonorman
unimoog
Vielen Dank für den Test, lieber sonorman.

Kannst du dir die KEF LS 50 Meta auf einem (etwas größeren) Desktop vorstellen?

Auch 2 Meter. Ich dachte,
sonorman
unimoog
Vielen Dank für den Test, lieber sonorman.

Kannst du dir die KEF LS 50 Meta auf einem (etwas größeren) Desktop vorstellen?
Mein Desktop ist 2 Meter breit. Wie groß ist denn Deiner?

Davon abgesehen, die LS50 Meta stehen derzeit nicht auf meiner Liste. Bald kommt aber ein Test der Coda W.

Mein Desktop ist 2 Meter breit. Wie groß ist denn Deiner?

Davon abgesehen, die LS50 Meta stehen derzeit nicht auf meiner Liste. Bald kommt aber ein Test der Coda W.

Auch zwei Meter breit und ein Meter tief.
Ich dachte, du kennst sie und du hättest sie vor einiger Zeit mal getestet.
+1
sonorman
sonorman23.05.26 15:04
unimoog
Auch zwei Meter breit und ein Meter tief.
Ich dachte, du kennst sie und du hättest sie vor einiger Zeit mal getestet.
Die passiven Meta kenne ich nur flüchtig, aber nicht aus einem ausführlichen Test bei mir. Das dürften ziemliche No-Brainer sein, wenn man wirklich gute, neutrale aber musikalische kleine, passive Speaker für Nahfeld sucht.
+1
struffsky
struffsky23.05.26 18:47
Habe mir die kleinen Cambridge L/R s für den Schreibtisch gegönnt und bin schwer begeistert. So viel Luft und Klarheit in der Abbildung und einiges Fundament. Sonorman, solltest du mal auf die Testliste packen. Bei 500€ sehr fair bepreist.
+2
sonorman
sonorman23.05.26 18:49
Struffsky
Stehen schon eine Weile auf dem Zettel.
Geht los, sobald es passt. 👍
+2
Bitsurfer25.05.26 14:39
insbesondere in Junggesellenbuden und bei Menschen, die einfach für wenig Geld ein ordentliches Regal haben wollen
Das Kalkax war mal ein ordentliches Regal. Das neue ist einfach nur ein Lottergestell. Das muss man nicht aus Sicherheitsgründen an die Wand schrauben sondern weil es einfach instabil ist.
Wir haben noch ein altes 5 Elemente hoch und eines breit. Das steht einfach da, stabil. Das gibt es so gar nicht mehr. Das neue würde sich selbst zerlegen wenn man zu fest dran rüttelt.

Was ich mir überlegen würde. Ein Kallax unter dem Fernseher und das einfach mit den Eversolos befüllen. Oder ein liegendes 4x2 wenigstens links und rechts je zwei übereinander.
0
m1joe26.05.26 12:16
"Das nächste HiFi-Wunder aus China?"

Bei China mache ich immer einen großen Bogen. Boxen bringen jetzt eher weniger Sicherheitsrisiken mit, bei anderen Produkten bin ich über die europäische Sorglosigkeit immer wieder erschrocken.
+1

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