Sonderrechte im App Store für bestimmte Apps – wenn manche Anbieter mehr als andere dürfen

Der Gerichtsstreit zwischen Apple und Epic Games ist nicht nur wegen des eigentlichen Prozessausgangs über die Richtlinien und Rechte im App Store interessant, sondern auch wegen der vorgelegten Dokumente. In den letzten Tagen sind so schon einige Details zu Apples Geschäftsgebaren publik geworden. Zu den Beweismitteln im Verfahren zählen beispielsweise E-Mails, die Apple mit Drittanbietern und Geschäftspartnern austauscht. Bestimmte Anbieter im App Store haben demnach Sonderrechte, die anderen Entwicklern nicht gewährt werden.


Sonderrechte für Hulu
Apples Sonderbehandlung einiger Anwendungen im App Store wurde während der Befragung von Apples langjährigem App-Store-Verantwortlichen Matt Fischer thematisiert. Das Unternehmen aus Cupertino schließt demnach immer mal wieder spezielle Deals mit großen Unternehmen wie Hulu ab, die deren Anwendungen im App Store Privilegien ermöglichen. Der Live-TV-Anbieter hatte demzufolge Zugriff auf eine API von iOS, über die sich Kündigungen und Rückerstattungen von Abonnements regeln lassen. 2015 nutzte der Anbieter die API, um Nutzern die Möglichkeit zu geben, den jeweiligen Hulu-Tarif auszuwählen und zu ändern. Ebenso wurde das automatische Beenden von Abonnements darüber geregelt. Das Feature stand Hulu zur Verfügung, bevor Apple die Funktion direkt in den App Store einbaute. Die meisten anderen Entwickler konnten jedoch nicht darauf zugreifen.

Benachteiligt Apple Apps der Konkurrenz bei Promo-Aktionen?
Eine andere Apple-interne E-Mail deutet auf die Abneigung des Unternehmens hin, konkurrierende Anbieter prominent im App Store anzupreisen. Konkret ging es um den Plan von Apples Bedienungshilfen-Teams, ein Editorial im App Store zu Anwendungen mit Voice-Over-Unterstützung zusammenzustellen. Dazu waren ursprünglich auch Apps von Google und Amazon vorgesehen. Matt Fischer hielt dies jedoch für keine gute Idee.

Laut einer namentlich nicht genannten Apple-Führungskraft reagierte der App-Store-Chef sehr abweisend: "Matt möchte keine Feature-Beiträge zu Konkurrenten im App Store sehen." Während der Befragung vor Gericht wehrte sich Fischer jedoch gegen den Eindruck, wonach Apple die Konkurrenz auf diese Weise benachteilige. Das Unternehmen habe immer wieder Software von Konkurrenten im App Store angepriesen, so Fischer.

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