Schmutzkampagne: Auch Qualcomm lässt Apple beschädigen, Zuckerberg will nichts gewusst haben

Ein ausführlicher Bericht der New York Times besagte, dass Apples vehementes Auftreten für konsequenten Datenschutz und Kritik am Geschäftsmodell von Facebook dafür sorgte, dass Facebook-CEO Zuckerberg zu Gegenmaßnahmen griff. Zum Einen sei der Umstieg von iPhones auf Android-Smartphones in den Führungsebenen erzwungen worden – wenngleich Facebook dies umgehend dementiert und angab, man habe es den Mitarbeitern "nur nahegelegt". Die offizielle Begründung laute, die Entscheidung sei angesichts des weitaus höheren Android-Marktanteils erfolgt – eine sehr merkwürdig Auslegung der Sachlage. Die New York Times betonte hingegen, Zuckerbergs "persönlicher Ärger" habe dazu geführt.

Besonders unangenehm stößt aber der andere Teil des Berichts auf, nämlich eine von Facebook initiierte Schmutzkampagne gegen Apple. Über das Mediennetzwerk eines beauftragten Beratungsunternehmens wurden reihenweise Artikel lanciert, die Apple als unmoralisch und in Datenschutz-Aspekten nicht vertrauenswürdig erscheinen lassen sollten. Auch dazu nahm Facebook inzwischen Stellung, betonte Zuckerbergs Unkenntnis bezüglich der Vorgänge – und gab die Trennung von Definers Public Affairs bekannt, dem erwähnten Berater.


Qualcomm lässt Apple ebenfalls medial beschädigen
Business Insider legt mit einem weiteren Artikel nach und gibt an, nicht nur Facebook sei an der Schmutzkampagne gegen Apple beteiligt. Zusätzliche habe der Chipgigant Qualcomm selbiges Beratungsunternehmen damit beauftragt, für Negativpresse gegen Apple zu sorgen. Laut Business Insider seien eigene Redakteure schon mehrfach von Definers Public Affairs darauf angesprochen worden, ob ihnen nicht irgendwelche Materialien vorliegen, die "schädlich für Apple, aber positiv für Qualcomm" sein könnten.

Was in der Politik funktioniert...
Definers Public Affairs ist darauf spezialisiert, politische Kampagnen zu begleiten und dafür zu sorgen, dass eigene Kandidaten positive Berichterstattung erhalten, gleichzeitig Gegner mit unangenehmen Meldungen zu kämpfen haben. Exakt diese Arbeitsweise legte das Beratungsunternehmen nun an den Tag, um Facebook sowie Qualcomm gegen Apple zu vertreten. Zu betonen ist, dass nicht Facebook selbst das eigene Netzwerk für die Verbreitung der Schmutzkampagne nutzte und die Meldungen mit höherer Priorität an Nutzer auslieferte. Aus diesem Grund liegt auch kein Missbrauch der Marktstellung vor – wenngleich weder Qualcomm noch Facebook durch das Bekanntwerden der Einflussnahme sonderlich Sympathien gewinnen dürften. Zumindest Facebook muss sich seit gestern nämlich erneut mit einem Shitstorm der Kategorie 5 befassen – auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala.

Kommentare

Sagrido
Sagrido16.11.18 09:16
Warum nur fühlte ich mich auch von Anfang an an die deutsche Politik erinnert...?
-14
LoCal
LoCal16.11.18 09:24
Sagrido
Warum nur fühlte ich mich auch von Anfang an an die deutsche Politik erinnert...?

Kann ich dir nicht sagen, vielleicht kannst Du es begründen? Oder lebst Du in einer anderen Realität?

Allerdings fühlte ich mich hier:
Auch dazu nahm Facebook inzwischen Stellung, betonte Zuckerbergs Unkenntnis bezüglich der Vorgänge – und gab die Trennung von Definers Public Affairs bekannt, dem erwähnten Berater.

an Saudi-Arabien und den Umgang mit dem Morde an Khashoggi erinnert:

Die saudi-arabische Generalstaatsanwaltschaft plädiert nach dem Mord an dem Regimekritiker dafür, fünf mutmaßliche Täter mit dem Tod zu bestrafen.


Natürlich ist der Fall Khashoggi wesentlich schlimmer, aber ich meine damit einfach dieses Vorgehen jemanden zu beauftragen damit die eigenen Hände sauber bleiben und wenn es auffliegt, dann gibt man dem noch einen Tritt.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+7
marco m.
marco m.16.11.18 09:25
Sagrido
Weil es da genau so ist. Aber wenn man diese Artikel über die beiden "Eingeschnappten" überall verbreitet, geht der Schuss schnell nach hinten los, und genau das Gegenteil tritt ein.
Chevy Chase: Twenty years ago, we had Steve Jobs, Johnny Cash and Bob Hope. Now we have no jobs, no cash, and no hope. Please, don't let Kevin Bacon die!
-2
beanchen16.11.18 09:28
Mich erinnert das eher an MTN: bei dem ein oder anderen könnte man auch denken, er wird für Kommentare bezahlt.
+5
Tirabo16.11.18 09:29
Ein Shitstorm auf Facebook bedeutet sicherlich, irgendetwas mit „gefällt mir“ anzuklicken.
Da spürt man dann sicher eine gewaltige Erschütterung der Macht.
Dann sollte aber auch wieder gut sein und man kann wieder Katzenvideos veröffentlichen.
+5
gegy
gegy16.11.18 09:46
Tirabo
Ein Shitstorm auf Facebook bedeutet sicherlich, irgendetwas mit „gefällt mir“ anzuklicken.
Da spürt man dann sicher eine gewaltige Erschütterung der Macht.
Dann sollte aber auch wieder gut sein und man kann wieder Katzenvideos veröffentlichen.

Ein realer Shitstorm bedeutet: Facebook Account aus Protest löschen.
Wie das geht, steht hier:
+7
Peter Eckel16.11.18 09:47
Der "Herr" Zuckerberg muß sich entweder mächtig in die Ecke getrieben fühlen (der getretene Hund beißt), oder er leidet an einer Art Größenwahn, die ihn dazu treibt, Leute, die seine Allherrlichkeit beleidigen, mit seinem gerechten Zorn zu strafen.

Ich tippe auf ersteres. Zumal Cook mit seinen Anwürfen ja schlicht und einfach Recht hat, zumindest in Bezug auf Facebook - ganz unabhängig davon, was Apple nun richtig oder falsch macht.

Jetzt mit dem Fuß aufzustampfen und "Du bist aber auch doof" zu rufen zeugt nicht von Souveränität, paßt aber gut zu Zuckerbergs sonstigen Auftritten z.B. nach Cambridge Analytica.
+7
Peter Eckel16.11.18 09:49
gegy
Ein realer Shitstorm bedeutet: Facebook Account aus Protest löschen.
Würde ich ja gern. Aber extra dafür einen einrichten? Och nö
+4
Ely
Ely16.11.18 09:50
Ich habe das Gefühl, daß das ein Kratzen und Beißen derer ist, die ihre Felle davonschwimmen sehen, weil da jemand ist, der mit dem gegenteiligen Geschäftsmodell nicht ohne Erfolg bleibt.

FB selbst ist auf dem absteigenden Ast. Mich würde interessieren, wie viele Konten prozentual von allen Mitgliedern im Prinzip nur Dateileichen sind und nie oder nicht mehr genutzt werden. Ohne Whatsapp oder Instagram wäre FB wohl schon Geschichte.
Wer gegen Datenschutz ist, weil er ja nichts zu verbergen habe, ist auch gegen Meinungsfreiheit, weil er ja nichts zu sagen habe.
+3
DogsChief
DogsChief16.11.18 09:54
Peter Eckel
Der "Herr" Zuckerberg muß sich entweder mächtig in die Ecke getrieben fühlen (der getretene Hund beißt), oder er leidet an einer Art Größenwahn, die ihn dazu treibt, Leute, die seine Allherrlichkeit beleidigen, mit seinem gerechten Zorn zu strafen.

Ich tippe auf ersteres. Zumal Cook mit seinen Anwürfen ja schlicht und einfach Recht hat, zumindest in Bezug auf Facebook - ganz unabhängig davon, was Apple nun richtig oder falsch macht.

Jetzt mit dem Fuß aufzustampfen und "Du bist aber auch doof" zu rufen zeugt nicht von Souveränität, paßt aber gut zu Zuckerbergs sonstigen Auftritten z.B. nach Cambridge Analytica.

Wieso hab ich bei deiner Beschreibung nur Dr. Sheldon Cooper aus Big Bang Theory im Kopf???
Es ist besser beim zweiten Mal zu scheitern, als es erst gar nicht versucht zu haben. ( Bear Heart )
0
Peter Eckel16.11.18 09:57
Ely
FB selbst ist auf dem absteigenden Ast. Mich würde interessieren, wie viele Konten prozentual von allen Mitgliedern im Prinzip nur Dateileichen sind und nie oder nicht mehr genutzt werden.
Veröffentlichen die nicht regelmäßig stolz die Zahlen, wie viele DAUs (das habe nicht ich so genannt! ) sie haben?

Wir dürfen uns da nicht zu früh freuen. In Ländern wie Myanmar ist Facebook mehr oder weniger die einzige Informationsquelle, aus der die Leute ihre Nachrichten beziehen (Facebook-Nutzung ist bei Mobilfunkverträgen meist gratis. So sieht das aus, wenn man keine Netzneutralität hat). In Brasilien ist es, wie ich im Rahmen der Berichterstattung über die Wahlen gelesen habe, WhatApp.

Da liegt die eigentliche Gefahr - ein Werbekonzern mit fragwürdiger Ethik als Walter des Weltbildes der Bevölkerung. Das ist gruselig.
+7
beanchen16.11.18 10:24
Peter Eckel
Der "Herr" Zuckerberg muß sich entweder mächtig in die Ecke getrieben fühlen (der getretene Hund beißt), oder er leidet an einer Art Größenwahn, die ihn dazu treibt, Leute, die seine Allherrlichkeit beleidigen, mit seinem gerechten Zorn zu strafen.

Ich tippe auf ersteres.
Echt? Ich tatsächlich auf letzteres. Zuckerberg hat doch schon öfters wegen Nichtigkeiten das HB-Männchen gegeben. War da nicht auch mal was wegen einem Grundstücksgrenzstreit?
0
Peter Eckel16.11.18 10:36
beanchen
Echt? Ich tatsächlich auf letzteres. Zuckerberg hat doch schon öfters wegen Nichtigkeiten das HB-Männchen gegeben. War da nicht auch mal was wegen einem Grundstücksgrenzstreit?
Wenn ich, was ich hoffe, richtig liege, dann sind Zuckis "Sonnenkönig-Zeiten" vorbei. In letzter Zeit kamen die Einschläge immer dichter.

Aber ja, ein Element von übersteigertem Selbstbewußtsein hat das ganze sicherlich auch noch. Das ist auch kein Wunder, wenn mit unter 30 schon extrem erfolgreich war. Das ist schon gefestigteren Charakteren zu Kopf gestiegen.
+2
subjore16.11.18 10:40
Wo kann man diesen Shitstorm denn angucken?
0
trw
trw16.11.18 13:09
Ich kenn einige im Bekanntenkreis, die sind mittlerweile von Facebook/Zuckerberg/etc. auch nicht mehr ganz so begeistert.
Die weichen dann aber eben teils "bewusst" oder "aus Protest" (und dann auch fast schon "stolz") auf WhatsApp (und teils auch Instagramm) aus.

Viele Leute wissen eben nicht, dass das eben auch alles zu FB gehört.
+4
Mecki
Mecki16.11.18 17:57
So und nun überlegt mal kurz. Apple macht sich für Datenschutz stark und wird von allen Seiten angegriffen. Wohlgemerkt, Apple ist eine riesige Firma. Apple hat eine gigantische Reichweite weltweit. Apple hat eine gigantische Marktmacht, zumindest in westlichen Ländern. Apple hat eine riesige PR Abteilung und eine Heerschar von Anwälten. Apple hat mehr Barreserven als andere internationale Firmen wert sind. Wenn es jemand gibt, der also gegen so etwas kämpfen kann, dann doch am ehesten noch Apple, oder? Und trotzdem perlt auch so etwas nicht schadlos an Apple ab.

Worauf ich hinaus will? Was glaubt ihr wie es den ganzen kleinen Firmen da draußen geht, die sich auch für Datenschutz stark machen oder machen möchten? Das Lobbying der Ölindustrie war vorvorgestern, heute regiert das Lobbying der Datenindustrie. Hier geht es um Gelder, von denen hat die Ölindustrie nicht einmal geträumt vor 30 Jahren. Unternehmen, die meinen hier groß mit Datenschutz um die Ecke zu kommen, die werden da einfach platt gemacht als Kollateralschäden. Davor werden sie noch vor die Wahl gestellt "Du bist mit uns oder du bist gegen uns... und wenn du gegen uns bist, dann bist du so gut wie tot". Also sind sie dabei oder halten besser die Füße still. Apple ist da eine der ganz wenigen Ausnahmen.

Schaut man wer sich sonst noch für Datenschutz stark macht, dann sind das fast immer Organisationen und eben keine Unternehmen, weil die müssen nicht am Markt bestehen, die kann man nicht so leicht angreifen oder sie einfach aufkaufen oder durch negative Publicity in den Ruin treiben. Organisationen leben von Spenden, die haben nichts zu verkaufen, man kann deren Produkte nicht schlecht machen und es gibt keine Großaktionäre, die sie vernichten können. Ich bin mir sicher, viele Unternehmen würden sich gerne stärker für Datenschutz einsetzen, aber sie wären den darauf folgenden Druck einfach nicht gewachsen, weswegen das meistens nur kleine Unternehmen sind, die unter dem Radar der großen durchfliegen und angesichts der geringen Kundenzahlen nicht als lohnende Angriffsziele gelten.
+2
trw
trw16.11.18 18:16
Mecki

Dazu fällt mir immer wiede auch einer unserer "digitalen Vordenker" ein ...

Bei Lanz hat der F. Thelen neulich u.a. auch sinngemäß gesagt, dass die DSGVO "ein Fehler" sei und "künstliche Intelligenz tötet"...
... man solle doch - sinngemäß von mir als Laie wiedergegeben - erst mal alle Daten vorab generell frei geben und dann evtl. nur bei Bedarf "deaktivieren" ....
(Youtube; um/ab 06:00min bzw 06:20min)
0
Peter Eckel16.11.18 18:27
Mecki
So und nun überlegt mal kurz.
Überlegen hilft da leider nicht viel.

Ja, Apple macht sich für Datenschutz stark (wo sie es können, ohne ihren Geschäftsinteressen im Wege zu stehen - z.B. in China steht man da auf ziemlich verlorenem Posten, wenn man dort Produkte verkaufen will). Das ist durchaus löblich, und Apple ist das aufgrund seines Geschäftsmodells und seiner wirtschaftlichen Stärke möglich. So weit, so gut.

Aber das hilft nichts. Frag 1000 Leute nach ihrer Meinung über Apple, und ich wette eine Kiste Bier, daß nicht einer antwortet "Die machen tollen Datenschutz". Die einen werden Dir sagen "Das kann ich mir nicht leisten", andere "Das sind die mit dem geilen iPhone, cool!". Und eine gewisse Klientel bekommt Schnappatmung und versucht Dich zu überreden, doch bitte auf was anderes zu wechseln statt Apple den fetten Arsch zu spicken.

Von daher sind Tim Cooks Versuche, Apple als Datenschutz-freundliches Unternehmen ins Bewußtsein der Leute zu bringen, zwar löblich, aber letzthin zum Scheitern verurteilt. Auch und vor allem, weil kaum überhaupt einer für Privatsphäre bezahlen will. Das muß man aber, wenn man nicht selbst verkauft werden will.

Das fängt damit an, daß Kunden oft lieber ein Android-Phone für 500 Euro kaufen als ein iPhone für das doppelte. Kann das gleiche, ist billiger, nehme ich. So weit oben muß man aber gar nicht ansetzen: Wenn Du versuchst, jemandem Threema statt WhatsApp als Messenger vorzuschlagen, wirst Du oft hören, daß das doch was kostet. Drei verdammte Euro. Zu viel für Datenschutz.

Schau mal, wie viele Deiner Bekannten z.B. mailbox.org oder posteo.de als Mailprovider benutzen und wieviele gmail.com, hotmail.com, web.de und wie sie alle heißen. Der Unterschied: Ein Euro im Monat, und da zieht nicht mal das "Das benutzt doch dann außer mir keiner"-Pseudoargument. Muß ja auch nicht, Mail ist überraschenderweise noch interoperabel zwischen verschiedenen Anbietern (auch wenn Google und Facebook das sicherlich nicht gern sehen).

Wenn Du darauf wartest, daß die Leute für Datenschutz Geld ausgeben, dann kannst Du lange warten. Das wird nicht passieren, zumindest nicht so lange nicht ein richtig großer Knaller kommt (Cambridge Analytica? Waren ja nur ein paar Millionen Nutzer betroffen, da lachen sie doch, die Datenschafe). Und wie der aussehen soll, kann ich mir ehrlich gesagt nicht mehr vorstellen. Mir hätten die letzten paar schon gereicht, angefangen beim "Versprechen" von Facebook, die Daten von Whatsapp nicht in die eigene Plattform oh was hatte ich gestern gesagt habe ich leider vergessen wovon reden sie eigentlich weiter zur Tagesordnung.

So hart es klingt: Da kann Apple machen, was Tim Cook will. Wenn wir Datenschutz und Privatsphäre haben wollen, dann geht das nur auf politischem Wege, mit Zwang, so traurig das ist. Und ehe das passiert, friert die Hölle zu.
+2
Peter Eckel16.11.18 18:30
trw
Bei Lanz hat der F. Thelen neulich u.a. auch sinngemäß gesagt, dass die DSGVO "ein Fehler" sei und "künstliche Intelligenz tötet"...
... man solle doch - sinngemäß von mir als Laie wiedergegeben - erst mal alle Daten vorab generell frei geben und dann evtl. nur bei Bedarf "deaktivieren" ....
Wie gut, daß ich seit Jahrzehnten keinen Fernseher mehr habe, sonst hätte ich den bei dieser Aussage aus dem Fenster geworfen.

Was für ein Ar***
+2
Mecki
Mecki16.11.18 18:55
Peter Eckel
Wie gut, daß ich seit Jahrzehnten keinen Fernseher mehr habe,
Das Problem dabei ist aber doch: nur weil du nicht mitbekommst, dass es solche Leute gibt, hören sie leider nicht auf zu existieren.
+3
Mecki
Mecki16.11.18 19:23
Peter Eckel
Die einen werden Dir sagen "Das kann ich mir nicht leisten",
Niemand hat gesagt, das einen besser Welt "billig" zu haben ist. Wenn ich vor der Fleischtheke stehe und dann sehe was ein Bio Rindersteak kostet, dann denke ich mir genau das gleiche. Dann schaue ich auf das normale Steak, wo ich gar nicht wissen will, wie es dem armen Rind so erging und denke mir dann immer oft "Dann gibt's halt doch Gemüse-Lasagne", nicht weil mir die besser schmeckt, aber weil ich so am Ende nachts ein bisschen besser schlafen kann ; und mein Arzt hat da glaube ich auch nichts dagegen. Nur stehe ich dann vor dem Gemüse Regal und vergleichen den Preis der Bio-Zucchini mit der einer normalen...

Das fängt damit an, daß Kunden oft lieber ein Android-Phone für 500 Euro kaufen als ein iPhone für das doppelte.
Die meisten kaufen eher eines für 300 € - aber man muss sich auch im Klaren sein, was man da kauft Denn mit ein Grund, warum Android Geräte so günstig sein können, ist die Tatsache, dass viele Hersteller nur die Hardware finanzieren müssen, die sie nicht einmal selber entwickeln, sondern aus Fertigteilen (Stockhardware) zusammen basteln. Das Betriebssystem bekommen sie sehr günstig von Google und die liefern auch noch kostenlos diverse Online und Cloud Dienste mit, um die sich der Hersteller so nicht mehr selber kümmern muss, von E-Mail, über Online Kalender, bis hin zu Datenspeicher und dazu sogar noch einen gigantischen App Store. Nur warum ist Google so günstig und verschenkt so viel? Sicherlich nicht aus Barmherzigkeit

Schau mal, wie viele Deiner Bekannten z.B. mailbox.org oder posteo.de als Mailprovider benutzen und wieviele gmail.com, hotmail.com, web.de und wie sie alle heißen.
Also mit ganz wenigen Ausnahmen, nutzen fast alle meine Bekannten GMX. Zumindest ich persönlich kenne niemand der GMail oder Hotmail benutzt. Ich selber nutze Mailbox.org, aber nicht grundsätzlich aus Datenschutz, sondern weil ich dort für 1€ im Monat meine eigenen Domains (bis zu 3 Stück) nutzen kann und ist doch cooler eine Mail Adresse mit eigener Domain zu haben

Wenn wir Datenschutz und Privatsphäre haben wollen, dann geht das nur auf politischem Wege,
Dafür haben wir ja die DSGVO Und die war erst der Anfang. Denn nach Datenschutz kommt Privatsphäre. Aktuell arbeitet die EU nämlich an einer neuen ePrivacy Verordnung. Die Firmen, die sich über die DSGVO aufgeregt haben, die werden bei der ePrivacy Verordnung Heulkrämpfe bekommen. Hier ein vorläufiger Entwurf Die eigentliche Richtlinie beginnt mit "KAPITEL I" in Fettdruck (nach dem Satz "HABEN FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:", nicht das Kapitel I davor), der Rest ist nur Begründung (nur für das Verfahren selber relevant) und Vorwort (nur für Gerichte interessant, wenn es um Interpretationsfragen geht). Du siehst also, wir arbeiten dran
+1
GauloisBleu16.11.18 22:01
Mecki
Apple hat eine riesige PR Abteilung und eine Heerschar von Anwälten. Apple hat mehr Barreserven als andere internationale Firmen wert sind. Wenn es jemand gibt, der also gegen so etwas kämpfen kann, dann doch am ehesten noch Apple, oder?

Du bist ganz schön verblendet, wenn du glaubst, Apple lässt die Heerscharen von Anwälten und seine Barreserven für dich und deine Privatsphäre arbeiten ,-)

Tatsächlich lässt Apple diese Anwälte gegen den Fiskus in allen wichtigen Märkten arbeiten und betreibt Lobbyismus, damit sie ihre Erträge möglichst unversteuert behalten. In DE haben sie in der Vergangenheit regelmäßig um die 0,5% bezahlt und in diesem Forum bekommen sie genauso regelmäßig Beifall, wie clever das sei. Im Gegensatz zu den kleinen Unternehmer, die du zitierst, leistet Apple nicht seinen gehörigen Beitrag, sondern versucht sich dem zu entziehen.

Es ist nichts Gutes daran, wenn man stattdessen Steuern bei Krankenschwestern und Feuerwehrleute durchsetzt. Und bevor auch die Leier kommt: Schlupflöcher in eurpäischer Besteuerung bewahren Apple wohl vor Kriminalstrafen, machen das weder legitim noch entlasten sie keinesfalls diese famose Firma in moralischer Hinsicht.
-1
GauloisBleu16.11.18 22:11
trw
Bei Lanz hat der F. Thelen neulich u.a. auch sinngemäß gesagt, dass die DSGVO "ein Fehler" sei und "künstliche Intelligenz tötet"...
Das wäre überzeugender, wenn man in Lanz‘ Forum gelegentlich auch etwas Symapthie für natürliche Intelligenz aufbrächte.
~tongue in cheek~
+2
trw
trw17.11.18 10:12
GauloisBleu
Das wäre überzeugender, wenn man in Lanz‘ Forum gelegentlich auch etwas Symapthie für natürliche Intelligenz aufbrächte. ~tongue in cheek~
0
Peter Eckel17.11.18 17:39
Mecki
Das Problem dabei ist aber doch: nur weil du nicht mitbekommst, dass es solche Leute gibt, hören sie leider nicht auf zu existieren.
Nein, das ist überhaupt kein Problem. Daß die Idioten verschwinden ist eh eine Utopie, aber so habe ich wenigstens keine Lebenszeit dafür geopfert, sie mir anzusehen und mich über den Schwachsinn, den sie verzapfen, auch noch zu ärgern.
0
Peter Eckel17.11.18 17:58
Mecki
Niemand hat gesagt, das einen besser Welt "billig" zu haben ist. [...]
Das ist auch nicht mein Punkt. Mein Punkt ist, daß kaum jemand bereit ist, dafür zu bezahlen und daß deswegen die Wahrscheinlichkeit, daß der Wandel zum besseren (in diesem Fall zu mehr Datenschutz) vom Kunden getragen wird, gering ist. Wenn es Geld kostet, wird er das garantiert nicht.
Mecki
Die meisten kaufen eher eines für 300 € - aber man muss sich auch im Klaren sein, was man da kauft [...]
1. "Ich habe doch nichts zu verbergen!"
2. "Wir werden doch sowieso ausgespäht, da ist es dann auch egal!"
3. "Ist doch toll, wenn in angepaßte Werbung bekomme statt irgenwelcher!"
... und so weiter.

Die Möglichkeiten, sich den aus Geiz hingenommenen Verlust an Privatsphäre schönzureden sind mannigfaltig und werden weidlich genutzt.
Mecki
Also mit ganz wenigen Ausnahmen, nutzen fast alle meine Bekannten GMX.
Habe ich in meiner Liste nicht explizit erwähnt. Ist der gleiche Laden wie 1&1 und web.de. OK, deutlich besser als GMail, keine Frage, aber toll sind die auch nicht.
Mecki
Zumindest ich persönlich kenne niemand der GMail oder Hotmail benutzt.
Ich bin immer wieder erstaunt, daß es überhaupt Leute gibt, die das tun. Allein in meinem Adreßbuch sind es 22. Wobei ich mich weigere, diese Adressen zu benutzen.
Mecki
Ich selber nutze Mailbox.org, aber nicht grundsätzlich aus Datenschutz, sondern weil ich dort für 1€ im Monat meine eigenen Domains (bis zu 3 Stück) nutzen kann und ist doch cooler eine Mail Adresse mit eigener Domain zu haben
Es ist nicht nur "cooler", sondern im geschäftlichen Umgang eigentlich ein Muß. Wenn ich einem Dienstleister begegne, der als geschäftliche Mailadresse einen Freemailer oder gar gmail nutzt, ist er sofort draußen.

Übrigens danke für die Information, ich wußte gar nicht, daß ich bei mailbox.org für den Euro auch noch eigene Domains verwenden kann. Ich nutze das zwar nur als "Not-Mailaccount" für den Fall, daß mein Mailserver mal nicht erreichbar ist (der steht hier im Keller), aber da eine "amtliche" Adresse zu verwenden ist natürlich auch dann angenehmer.
Mecki
Dafür haben wir ja die DSGVO Und die war erst der Anfang. Denn nach Datenschutz kommt Privatsphäre. Aktuell arbeitet die EU nämlich an einer neuen ePrivacy Verordnung.
Das ist in der Tat ein wichtiger weiterer Schritt. Leider haben ja einzelne Länder (z.B. Österreich) auch schon wieder Wege gefunden, das aufzuweichen und die Regelungen zu verwässern, und die ePrivacy-Verordnung ist ziemlich stark unter Lobby-Beschuß. Solltest Du den Vortrag noch nicht kennen: Es gab letztes Jahr auf dem Congress eine schöne Standortbestimmung zu dem Thema:

Sehr hübsch auch der Teil über den Coup von Martin Sonneborn in dem Zusammenhang.
Mecki
Die Firmen, die sich über die DSGVO aufgeregt haben, die werden bei der ePrivacy Verordnung Heulkrämpfe bekommen. [...]
Leider werden sie es nicht beim Heulen bewenden lassen, sondern mal wieder ein paar Köfferchen Geld in Lobbyarbeit fließen lassen. Hoffen wir, daß unsere Volksvertreter standhaft bleiben.
0
DogsChief
DogsChief18.11.18 10:24
Peter Eckel
Mecki
Die Firmen, die sich über die DSGVO aufgeregt haben, die werden bei der ePrivacy Verordnung Heulkrämpfe bekommen. [...]
Leider werden sie es nicht beim Heulen bewenden lassen, sondern mal wieder ein paar Köfferchen Geld in Lobbyarbeit fließen lassen. Hoffen wir, daß unsere Volksvertreter standhaft bleiben.
Leider trifft es auch den kleinen Mann, also mich. Ich kann keine Webseiten programmieren und darum brauche ich Leute, die das für mich machen. Die wollen natürlich Geld dafür erhalten und so hat mich die DSGVO alles in Allem 2 Monate offline sein und fast 4000€ gekostet. Ohne die verlorenen Einnahmen, die mir durch die offline-Zeit durch die Lappen gegangen sind. Die ganzen Anschaffungen, die noch nötig sind ( DSGVO-konformer Reißwolf, neue Kalender und Adressbücher um online aktualisieren zu können usw usf ) und wir sind noch nicht am Ende. Ich bin ein echter Verfechter von Datenschutz und ich bitte meine g-mail-Kunden und -Kollegen sich eine andere Mailadresse zuzulegen, damit ich mit Ihnen kommunizieren kann. Ich bin ein Fan von Apples Datenschutzpolitik und könnte jede öffentliche Aussage diesbezüglich von Tim Cook beklatschen.

Aber die Brocken, die die DSGVO mir in den Weg geworfen hat, haben mein kleines Unternehmen ins Stolpern kommen lassen. Darüber kann ich nicht lachen. Es Heulen leider nicht nur die Leute, die gegen die DSGVO sind, sondern neben mir auch viele andere kleine Unternehmer, die teilweise sogar ihre Webseite komplett vom Netz genommen haben und nun um die Existenz ihres kleinen Unternehmens bangen.
Es ist besser beim zweiten Mal zu scheitern, als es erst gar nicht versucht zu haben. ( Bear Heart )
0
Peter Eckel18.11.18 12:38
DogsChief
Leider trifft es auch den kleinen Mann, also mich. Ich kann keine Webseiten programmieren und darum brauche ich Leute, die das für mich machen. Die wollen natürlich Geld dafür erhalten und so hat mich die DSGVO alles in Allem 2 Monate offline sein und fast 4000€ gekostet. Ohne die verlorenen Einnahmen, die mir durch die offline-Zeit durch die Lappen gegangen sind.
Ich kenne ja nun Deine Webseite nicht, aber einen Aufwand von mehreren Manntagen für die Herstellung der DSGVO-Konformität betrachte ich schon als ziemlich hoch. Aber klar, wenn Du ein Online-Geschäft betreibst, dann kann das schon hinkommen.

Was die 2 Monate offline angeht: Die DSGVO ist nicht im Mai 2018 in Kraft getreten, sondern 2016. Das waren zwei Jahre, in denen man sich hätte vorbereiten können. Dann 2018 festzustellen, daß man offenbar etwas hätte tun müssen, ist zwar traurig, aber ein selbstgemachtes Problem.
DogsChief
Die ganzen Anschaffungen, die noch nötig sind (DSGVO-konformer Reißwolf, neue Kalender und Adressbücher um online aktualisieren zu können usw usf) und wir sind noch nicht am Ende.

[...]
Aber ja, es ist einer der Fälle, in denen es wehtut. Nur: Auch diese Investitionen hätten sich über mehrere Jahre strecken lassen und dann vermutlich auch keinen so heftigen Effekt gehabt.

OK, hinterher ist man immer klüger. Das hilft Dir jetzt auch nicht weiter.
0
DogsChief
DogsChief18.11.18 14:30
Peter Eckel
OK, hinterher ist man immer klüger. Das hilft Dir jetzt auch nicht weiter.
Wir haben u.a. eine online-Lernplattform, die ziemlich viele Ressourcen frass.

Ansonsten: Jammern auf hohem Niveau
Es ist besser beim zweiten Mal zu scheitern, als es erst gar nicht versucht zu haben. ( Bear Heart )
0
Felensis
Felensis19.11.18 14:25
Dieses despektierliche Vorgehen bekräftigt mich nur abermals in meiner Entscheidung, Facebook (und sämtlichen Töchtern wie Instagram oder WhatsApp) dauerhaft den Rücken zu kehren. Das habe ich bereits mit Bekanntwerden des Cambridge-Analytica-Skandals getan und bereue es seither keine Sekunde.
Gamer. Geek. Minimalist.
+2

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