Scam-Software im App Store: Entwickler verklagt Apple

Softwareentwickler Kosta Eleftheriou hat sich in der Vergangenheit schon einige Male über Apples seiner Meinung nach zu laschen Umgang mit Scam-Anwendungen im App Store beklagt. Sein einstiges Vertrauen zum Unternehmen aus Cupertino sei in den letzten Jahren einer zunehmenden Skepsis gewichen, da Betrüger im App Store praktisch ungehindert Abzock-Programme vertreiben können, so Eleftheriou. Auch dessen App FlickType ist davon betroffen. Der Entwickler hat Apple vor Kurzem sogar angezeigt, da das Unternehmen sich nicht an die Drittanbietern gegenüber kommunizierten Vereinbarungen halte. Apple preise den App Store zwar als sicheren und vertrauenswürdigen Ort an, schütze App-Anbieter jedoch nicht vor der Betrugsmasche von Scam-Software.


KeyWatch ein Opfer von Scam-„Konkurrenz“
Eleftheriou hat vor einigen Jahren seinen Job bei Pinterest aufgegeben, um eine eigene App zu entwickeln: FlickType – eine Onscreen-Tastatur für die Apple Watch. Nachdem er die Anwendung im App Store veröffentlicht hatte, stieg deren Popularität rapide. Der Erfolg machte jedoch auch Betrüger auf das Umsatzpotenzial des Programms aufmerksam. In der Folge erschienen im Windschatten von FlickType eine Reihe ähnlicher Apps wie „KeyWatch“, welche das Original nachahmten – aber die angepriesenen Funktionen nicht lieferten. Sogar Promo-Videos von FlickType wurden unrechtmäßig für die Scam-Programme eingesetzt. Statt Features zu liefern forderten KeyWatch und Konsorten Kunden direkt zu In-App-Käufen oder teuren Abos auf, ohne jedoch versprochene Features bereitzustellen.

Mithilfe von Marketing-Kampagnen in sozialen Netzwerken und gekauften 5-Sterne-Bewertungen stiegen die betrügerischen Programme in der Rangliste des App Store nach oben. Im Zuge des Erfolgs der „Konkurrenz“ gingen die Umsätze von FlickType zurück. Apple löschte KeyWatch erst, nachdem sich Eleftheriou mehrmals beim Unternehmen aus Cupertino beschwert hatte. Andere Scam-Apps wie Star Gazer+ blieben jedoch im Store vertreten. Eleftheriou lässt in seinen Kommentaren zum Thema zudem durchscheinen, dass sich bei Scam-Apps für Apple ein Interessenkonflikt ergibt, da das Unternehmen an den Einnahmen der Betrugssoftware partizipiert.

Anklage in Kalifornien
Eleftheriou hat Anklage eigenen Angaben zufolge beim California Superior Court in Santa Clara eingereicht. Er fordert von Apple Ausgleichszahlungen für Einnahmen, die ihm im Zuge der Scam-Apps entgangen sind. Apple hat sich bislang nicht zum juristischen Vorgehen des Entwicklers geäußert.

Kommentare

Frank Drebin
Frank Drebin18.03.21 17:21
Interessant, warum verklagt der gute Mann Apple eigentlich? Um ehrlich zu sein, es wird viel Gescam und Kopiert. Aber man kann Apple als Entwickler darauf aufmerksam machen und dann wird die Kopie der eigenen App ziemlich flink (innerhalb weniger Tage) aus dem App Store verbannt.
-17
aMacUser
aMacUser18.03.21 17:24
Frank Drebin
Aber man kann Apple als Entwickler darauf aufmerksam machen und dann wird die Kopie der eigenen App ziemlich flink (innerhalb weniger Tage) aus dem App Store verbannt.
Offensichtlich ja nicht.
+11
MetallSnake
MetallSnake18.03.21 17:25
Frank Drebin
Aber man kann Apple als Entwickler darauf aufmerksam machen und dann wird die Kopie der eigenen App ziemlich flink (innerhalb weniger Tage) aus dem App Store verbannt.

Na eben nicht, steht doch im Artikel!
MTN (tr)
Apple löschte KeyWatch erst, nachdem sich Eleftheriou mehrmals beim Unternehmen aus Cupertino beschwert hatte. Andere Scam-Apps wie Star Gazer+ blieben jedoch im Store vertreten.
Die Menschheit ist eine völlig außer Kontrolle geratene Primatenspezies.
+4
subjore18.03.21 17:30
Super gut dass die endlich mal dafür verklagt werden. Apple erlaubt viel zu viele Betrugsapps. Es ist nicht einfach genug Betrüger zu melden und die werden nicht schnell genug entfernt.
Es gibt zum Beispiel kein “Melden” Button im AppStore.
Apple sollte die Umsätze der Betrüger einbehalten und an den Betrogenen auszahlen.
Wenn Apple das nicht auf die Reihe bekommt sollten sie selbst den Betrogenen auszahlen.
Dieser Vorhang muss schnell, nachvollziehbar und fehlerfrei ablaufen. Aber immerhin bekommt Apple dafür a Milliarden im Quartal.

So wie’s aktuell läuft kommt es hauptsächlich Apple (kassiert ja 30% Umsatz) und den Betrügern zugute. Die Kunden und Entwickler leiden.
+6
MacRS18.03.21 17:47
Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht: Die Überschrift des Artikels liest sich für mich so, als ob ein Entwickler von Scam-Software Apple verklagt hätte.
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aMacUser
aMacUser18.03.21 17:52
MacRS
Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht: Die Überschrift des Artikels liest sich für mich so, als ob ein Entwickler von Scam-Software Apple verklagt hätte.
Für mich klang die Überschrift eher so, als hätte ein Entwickler Apple verklagt, weil sie selbst Scam-Software entwickeln würden
+1
TerenceHill
TerenceHill18.03.21 19:09
Wenn Media Markt Artikel verkauft, die gegen Patente oder Markenrechte verstoßen, dann muss der Geschädigte seinen Anwalt beauftragen und eine einstweilige Verfügung für einen Verkaufsstop erwirken. Vergleichbar wie Vorwerk Thermomix einen Verkaufsstop für den Silvercrest Thermomix Clon bei Lidl in Spanien erwirkt hat.

Apple ist an dieser Stelle nicht Richter, Kontrolleur und Vollstrecker. Wenn der Entwickler sich seiner Idee beraubt fühlt, dann muss er einen Anwalt ansetzen und den gleichen gewohnten Weg gehen. Anders macht das auch keinen Sinn, denn so einfach geht’s ned.

Ich bin gespannt wie das Gericht darüber urteilen wird.
-7
Frank Drebin
Frank Drebin18.03.21 19:46
Es geht doch. Wie gesagt ich kenne einen Entwickler, der genau dieses Problem hatte. Und die geklaute App wurde von Apple aus dem Store rausgenommen.
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robiv8
robiv818.03.21 21:32
Frank Drebin
Es geht doch. Wie gesagt ich kenne einen Entwickler, der genau dieses Problem hatte. Und die geklaute App wurde von Apple aus dem Store rausgenommen.
Nochmal für dich:
Apple löschte KeyWatch erst, nachdem sich Eleftheriou mehrmals beim Unternehmen aus Cupertino beschwert hatte. Andere Scam-Apps wie Star Gazer+ blieben jedoch im Store vertreten.
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aMacUser
aMacUser18.03.21 21:34
Frank Drebin
Es geht doch. Wie gesagt ich kenne einen Entwickler, der genau dieses Problem hatte. Und die geklaute App wurde von Apple aus dem Store rausgenommen.
Dann hat dein Bekannter Glück gehabt. Der im Artikel benannte Entwickler nicht.
+4
Urkman18.03.21 21:44
Ich als Entwickler find das sehr gut...
Apple legt uns kleinen Entwickler so viele Steine in den Weg...
Aber sobald teure Abis im Spiel sind, scheinen die ja deutlich kulanter zu sein...
0
Weia
Weia18.03.21 23:11
TerenceHill
Wenn Media Markt Artikel verkauft, die gegen Patente oder Markenrechte verstoßen, dann muss der Geschädigte seinen Anwalt beauftragen und eine einstweilige Verfügung für einen Verkaufsstop erwirken. Vergleichbar wie Vorwerk Thermomix einen Verkaufsstop für den Silvercrest Thermomix Clon bei Lidl in Spanien erwirkt hat.

Apple ist an dieser Stelle nicht Richter, Kontrolleur und Vollstrecker.
Der Media Markt hat aber kein Monopol auf die Artikel, die er verkauft. Apple hat das und rechtfertigt das damit, dass es die Kunden somit vor betrügerischen Apps schützen kann.

Klitzekleiner Unterschied …
Urkman
Apple legt uns kleinen Entwickler so viele Steine in den Weg...
Aber sobald teure Abis im Spiel sind, scheinen die ja deutlich kulanter zu sein...
Deshalb wollen ja auch alle Abi machen.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
+3
Weia
Weia18.03.21 23:13
MacRS
Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht: Die Überschrift des Artikels liest sich für mich so, als ob ein Entwickler von Scam-Software Apple verklagt hätte.
Ich weiß es: Es geht nur Dir so.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
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beachtimer19.03.21 07:28
TerenceHill
Apple ist an dieser Stelle nicht Richter, Kontrolleur und Vollstrecker. Wenn der Entwickler sich seiner Idee beraubt fühlt, dann muss er einen Anwalt ansetzen und den gleichen gewohnten Weg gehen. Anders macht das auch keinen Sinn, denn so einfach geht’s ned.

Ich möchte Dich auch gern korrigieren. Apple ist in sofern schon Richter, Kontrolleur und Vollstrecker, indem es die Bedingungen der Listung und Aufnahme der App in den Store formuliert. Wenn ich in der freien Wirtschaft Fakeartikel verkaufe und/oder anbiete mache ich mich schon strafbar. Genau das tut in meinen Augen Apple.

Apple nimmt Plagiate entgegen und vertreibt diese über eine eigene geschlossen Plattform und partizipiert am Umsatz.

So eindeutig ist die Lage nicht wie Du sie formulierst.
+1
subjore19.03.21 11:35
beachtimer
TerenceHill
Apple ist an dieser Stelle nicht Richter, Kontrolleur und Vollstrecker. Wenn der Entwickler sich seiner Idee beraubt fühlt, dann muss er einen Anwalt ansetzen und den gleichen gewohnten Weg gehen. Anders macht das auch keinen Sinn, denn so einfach geht’s ned.

Ich möchte Dich auch gern korrigieren. Apple ist in sofern schon Richter, Kontrolleur und Vollstrecker, indem es die Bedingungen der Listung und Aufnahme der App in den Store formuliert. Wenn ich in der freien Wirtschaft Fakeartikel verkaufe und/oder anbiete mache ich mich schon strafbar. Genau das tut in meinen Augen Apple.

Apple nimmt Plagiate entgegen und vertreibt diese über eine eigene geschlossen Plattform und partizipiert am Umsatz.

So eindeutig ist die Lage nicht wie Du sie formulierst.

Genau und man bezahlt Apple ja auch dafür, dass sie sich darum kümmern. Das ist ja der Grund weshalb ihnen Milliarden im Quartal dafür zustehen sollen.
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