Pilotprojekt zu AppleCare+ wohl erfolgreich – Apple weitet Zeitraum aus, aber noch nicht überall

Im vergangenen Jahr hatte Apple ein Pilotprogramm für den kostenpflichtigen Hardwareschutz AppleCare+ ins Leben gerufen. Statt der gesetzlich vorgeschriebenen 12 Monate erhält der Kunde mit AppleCare je nach Produktgattung bis zu 36 Monate lang kostenlose Reparaturen oder Austausch bei Hardware-Defekten. Ursprünglich musste man sich aber direkt beim Kauf eines Apple-Gerätes entscheiden, ob die Versicherung gewünscht ist. Auf Anfrage gab es eine Übergangsfrist von 60 Tagen, wenngleich der Nutzer dann nachweisen musste, dass es keine Schäden am Mac oder iPhone gibt – dies erfolgt per softwareseitiger Ferndiagnose. Bei besagtem Pilotprogramm wollte Apple hingegen Erfahrungen damit sammeln, das kurze Zeitfenster auf ein ganzes Jahr auszuweiten. Angesichts der Dienste-Strategie, wozu in gewisser Weise auch Zusatzangebote wie AppleCare+ zählen, handelte es sich klar erkennbar um einen Schritt zur Absatzförderung.


Aus einem Pilotprojekt wird ein dauerhaftes Angebot
Offensichtlich konnte Apple in der Probephase nicht wenige Kunden für AppleCare+ gewinnen, die sich erst mit einigem zeitlichen Abstand für den Abschluss der Dienstleistung entschlossen. So informierte Apple nämlich Retail- und Support-Mitarbeiter in den USA und Kanada darüber, dass es fortan veränderte Teilnahmebedingungen gibt. Kunden haben demnach generell ein Jahr Zeit, sich für AppleCare+ zu entscheiden. Dies spricht für einen erfolgreichen Abschluss des Pilotprojekts.

Nicht für Ratenzahlung – außer für Ratenzahlung per Apple Card
Bemerkenswert gestaltet sich ein Passus der von Apple dargelegten Beschreibungen. Demnach gilt das Angebot nicht, wenn der Kunde sich für monatliche Ratenzahlung entscheidet. Der aktiv beworbene Finanzierungsplan via Apple Card gilt hingegen wieder als volle Bezahlung des Artikels und qualifiziert daher für den Abschluss bis zu 12 Monate nach Kaufdatum. Offensichtlich hat Apple also nicht mehr vor, noch eine Finanzierung abseits der Apple Card hervorzuheben. Nichts geändert hat sich an der Vorgabe, dass AppleCare+ nur für unbeschädigte Macs und iPhones zur Verfügung steht. Auf den deutschsprachigen Seiten findet sich (noch) kein Hinweis auf die Verlängerung. Eine internationale Ausweitung des Programms kann man aber als recht wahrscheinlich ansehen.

Kommentare

aMacUser
aMacUser18.08.20 10:53
MTN
Der Finanzierungsplan via Apple Card gilt hingegen wieder als volle Bezahlung des Artikels und qualifiziert daher für den Abschluss bis zu 12 Monate nach Kaufdatum.
Effektiv ist das ja eine ganz normale Kreditkartenzahlung, bei der Apple direkt den vollen Betrag erhält. Inwiefern die Kreditkarte abgerechnet wird, ist ja erstmal egal. Dass beides von Apple kommt, ist da eher "Zufall". Vermutlich hat Apple das nur explizit nochmal erwähnt, damit die Leute nicht verunsichert sind.
+1
AJVienna18.08.20 11:01
Ich finde die AppleCare Zeit nach wie vor viel zu kurz. Insbesondere in der EU wo es eh noch die Gewährleistungsregelung gibt.
-4
aMacUser
aMacUser18.08.20 11:11
AJVienna
Ich finde die AppleCare Zeit nach wie vor viel zu kurz. Insbesondere in der EU wo es eh noch die Gewährleistungsregelung gibt.
Was soll da zu kurz sein? Die 2 Jahre Gewährleistung gelten ja unabhängig davon. AppleCare wird ja niemandem aufgezwungen, jeder kann sich freiwillig dafür entscheiden. Und je nach Gerät ist AppleCare(+) ja auch bis zu drei Jahre gültig.
0
janstolle18.08.20 11:25
AJVienna
Ich finde die AppleCare Zeit nach wie vor viel zu kurz. Insbesondere in der EU wo es eh noch die Gewährleistungsregelung gibt.
Die Gewährleistung deckt auch ganz andere Dinge ab. Damit wird nur "gewährleistet", dass der Händler ein zu dem Zeitpunkt voll funktionstüchtiges Gerät verkauft. Mängel die nicht beim Kauf bereits existieren sind damit nicht abgedeckt und höchstens ein Fall für Kulanz.
+5
athlonet18.08.20 12:09
Also bei einem MacBook oder iMac ist AppleCare für mich Pflicht. In den ersten 3 Jahren kann durchaus mal was kaputt gehen (beim MacBook Pro meiner Frau war nach 1 Jahr die SSD kaputt - ok, wär in dem Fall auch ohne AppleCare kostenlos repariert worden, aber das kann ja auch nach 2 Jahren passieren), und die Reparatur-Kosten sind in der Regel dann deutlich höher als die Kosten für AppleCare.

Für alles bis rund 500 Euro Neupreis (iPad, Apple Watch, Apple TV) lohnt sich AppleCare aus meiner Sicht überhaupt nicht (bei dem gesparten Geld für AppleCare wäre schon 1 Totalschaden eines Geräts drin gewesen - bisher hatte ich aber noch keinen Defekt).

Für mein iPhone XR hab ich auch kein AppleCare. 2 Jahre finde ich auch zu kurz. Bei einem iPhone Pro würde ich aber vermutlich darüber nachdenken.
+3
macguy18.08.20 13:15
Ich würde mir überall drei oder mehr Jahre auch gegen Aufpreis wünschen.
+7
Bergpalme18.08.20 13:16
Apple Care ist der krasse ripoff insbesondere bei Iphones.

Man bedenke, dass man ja nur ein Austausch, also refurbished Gerät, bekommt und die Austauschgeräte bei Apple ja nicht gleich dem Preis des neuen Gerätes sind.

iPhone SE 64 GB Neupreis Apple 466,90€
Apple Care 99€ und bei einem Schaden zahlt man 29€ Display oder 99€ sonstiger Schaden.

Der Austausch des Geräts bei einem sonstigen nicht abgedeckten Schaden ist beim SE 299,60 € (https://support.apple.com/de-de/iphone/repair/service#otherrepairs)

Also zahlt man 99€ um im eventuellen Schadensfall ca 99€ zu sparen.

Wer solche Versicherungen abschließt, ist ja nicht ganz sauber bzw. kann nicht rechnen.

iPhone 11 pro 64 gb 1120€ Neupreis.
229€ Applecare und 99€ beim Schaden. Austauschgerät 575€
auch hier ist es nicht viel besser. Ich zahle 229€ um dann knapp 250€ im eventuellen Schadensfall zu sparen.

Also wer nicht über die letzten Jahre verlässlich einmal im Jahr sein Iphone komplett geschrottet hatte, sollte lieber eine andere Versicherung abschließen oder noch besser gar ganz Abstand von sowas nehmen ... Displayschutzfolie und Hülle gibts ja auch zu kaufen.

Apple Care lohnt sich meiner Meinung nur wenn man den Schaden in den ersten 60 Tagen hatte und man es dann ungeprüft noch abschließen kann. Und das ist ja in dem neuen Programm auch nicht anders als jetzt.
-4
fleissbildchen18.08.20 13:17
MTN
Statt der gesetzlich vorgeschriebenen 12 Monate

Diese 12 Monate sind nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern eine freiwillige Leistung Apples. Gesetzlich vorgeschrieben ist die 2jährige Gewährleistung des Händlers, der dafür gerade stehen muss, dass das Gerät zum Kaufzeitpunkt in einwandfreiem Zustand war.
MTN
Ursprünglich musste man sich aber direkt beim Kauf eines Apple-Gerätes entscheiden, ob die Versicherung gewünscht ist.

Wie bitte? Man konnte sich bisher während der gesamten Laufzeit der 12monatigen Apple-Garantie für AppleCare entscheiden.
-4
JoMac
JoMac18.08.20 13:27
fleissbildchen
MTN
Ursprünglich musste man sich aber direkt beim Kauf eines Apple-Gerätes entscheiden, ob die Versicherung gewünscht ist.
Wie bitte? Man konnte sich bisher während der gesamten Laufzeit der 12monatigen Apple-Garantie für AppleCare entscheiden.
Hier ist von AppleCare+ die Rede. Da geht das derzeitig nur beim Kauf bzw. ggf. noch bis in den ersten 60 Tagen. So wie es im Text steht. Du meinst wohl das ältere AppleCare.
+6
fleissbildchen18.08.20 16:52
JoMac
Hier ist von AppleCare+ die Rede. Da geht das derzeitig nur beim Kauf bzw. ggf. noch bis in den ersten 60 Tagen. So wie es im Text steht. Du meinst wohl das ältere AppleCare.

Simmt, das meinte ich. Sorry, der Unterschied war mir nicht bewusst...
+1
Schens
Schens07.09.20 11:41
Mir hat CancomCare60 schon ein paar mal den finanziellen Arsch gerettet.
0

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um die News kommentieren zu können.