Neue Akkutechnologie soll beinahe alle Probleme heutiger Li-Ion-Akkus ausmerzen – Der Durchbruch für E-Mobilität?

Heute mal was ganz anderes: Statt neuer Hardware möchte ich Ihnen eine vielversprechende und hoffentlich schon bald verfügbare Akkutechnologie vorstellen.

Schon klar: Allzu oft haben uns in der Vergangenheit Meldungen über bahnbrechende neue Energiespeicher das Blaue vom Himmel herunter versprochen, doch nie ist auch nur eines davon eingelöst worden. Stattdessen müssen wir uns bis heute mit der schon Jahrzehnte alten Lithium-Ionen-Technologie begnügen, die zwar kontinuierlich verbessert wurde, aber grundsätzlich keinen ausreichenden Wirkungsgrad liefert und zahlreiche Probleme mit sich bringt.


Bei unseren täglichen elektronischen Begleitern wie Smartphones, Notebooks, Tablets und neuerdings auch Smartuhren oder Kopfhörer haben wir uns fast schon damit abgefunden, diese täglich an einer Steckdose wieder aufladen zu müssen, was oft Stunden dauert. Viel schlimmer sieht die Situation aber bei der E-Mobilität aus, die uns gerne als die beste Möglichkeit verkauft wird, in kürzester Zeit von fossilen Brennstoffen wegzukommen und den Klimawandel zu stoppen. Doch dabei werden fast immer die vorhandenen Probleme mit der heute verfügbaren Akkutechnologie verschwiegen. Hier eine kleine Auflistung der größten Schwierigkeiten. Die ist primär auf E-Mobilität bezogen, betrifft aber in vielen Punkten auch unsere digitalen Gadgets:

  • Akkus haben eine geringe Energiedichte (MJ/kg) und sind daher in Bezug auf die mögliche Reichweite sehr schwer. (Hohe Reichweiten sind möglich, aber nur mit entsprechend großen, schweren, teuren Akkus.)
  • Das Aufladen dauert im Vergleich zu Verbrennern (inkl. Wasserstoff und Gas) sehr lang. Bei besetzten Ladestationen ist das ein umso größerer Nachteil.
  • Aufladen bis 100% dauert besonders lange. Daher wird bei den Ladezeiten oft nur die Dauer zur Aufladung bis 80% angegeben.
  • Sind mehrere Autos an Schnellladestationen angedockt, verringert sich die Ladeleistung für jedes weitere Auto. Der Letzte wartet am längsten.
  • Akkus sind nicht über ihren gesamten Ladezustand von 0-100% gleich effizient. Es wird daher oft geraten die Akkus nur zwischen ca. 20 und 80 % Ladezustand zu halten, was die effektive Reichweiten-Nutzbarkeit drastisch einschränken würde.
  • Die Reichweite sinkt bei niedrigen Temperaturen deutlich (im Winter sind 35% weniger Reichweite keine Seltenheit).
  • Hohe Last führt schnell zu Überhitzung, wodurch das Fahrzeugmanagement die Leistung drastisch reduzieren muss.
  • Akkus haben keine über die gesamte Lebensdauer gleichbleibende Leistung. (Verbrennungsmotoren verlieren mit der Zeit auch an Leistung, aber nicht so stark.)
  • Die Reichweite sinkt sowohl bei Autobahntempo, als auch bei geringerem Stadttempo (30 km/h) deutlich unter die theoretisch angegebene Reichweite.
  • Die Lade-Infrastruktur ist technisch uneinheitlich. (Nicht alle Stationen laden mit maximal möglicher Leistung/Geschwindigkeit.)
  • Das E-Tankstellennetz ist noch sehr dünn.
  • Zur Herstellung werden seltene und teure Rohstoffe wie Lithium und Seltene Erden benötigt.
  • Die benötigten Rohstoffe werden in Drittländern ohne Rücksicht auf die Umwelt und unter menschenrechtlich bedenklichen Bedingungen gefördert.
  • Durch die begrenzt verfügbaren Rohstoffe ist eine schnelle und flächendeckende Umstellung auf E-Autos praktisch unmöglich.
  • Hersteller wie Tesla verkaufen Autos preislich gestaffelt nach Reichweite. Autos mit mehr Reichweite sind teurer und damit nur solventeren Kunden zugänglich.
  • Günstige E-Kleinwagen (< 30.000 Euro) mit hoher Reichweite (=> 500 km) sind bislang nicht verfügbar, was schlicht an der Akkutechnik liegt.
  • Akkus sind nach wie vor bei Unfällen eine Brandgefahr. Im Brandfall ist die Löschung gefährlicher und schwieriger.
  • Li-Ion-Akkus können auch explodieren.
  • Akkus zu Entsorgen/Recyceln ist wegen der verbauten Materialien aufwendig und teuer.
  • Die Infrastruktur des Stromnetzes muss für eine flächendeckende Elektromobilität erst noch angepasst werden, da es sonst zu Netzüberlastungen kommt.
  • Selbst wenn Akkus auf den Markt kommen, die in nur wenigen Minuten voll geladen werden könnten, wäre dafür eine extrem hohe Leistung seitens der Lade-Infrastruktur nötig, was flächendeckend kaum machbar ist.

Im Endeffekt läuft es mit all diesen Schwierigkeiten darauf hinaus, dass Li-Ion-Akkus, wie sie heute gebaut werden, keine Lösung sind, sondern allerhöchstens eine Brückentechnologie, im schlimmsten Fall auch nur eine Sackgasse.


Nachteile herkömmlicher Akkus in einem Video von XNRGI:


Kommentare

Rosember27.07.19 09:30
Und nirgends ist auch nur von einer einzigen Prototyp-Batterie die Rede? Oder von einer Demonstration der Haltbarkeit? Der Schnellladefähigkeit? Der Sicherheit?
Wer ist die Firma? Woher kommt die Idee? Über welche Erfahrungen verfügt sie?

Vapur ware!
+5
TFMail1000
TFMail100027.07.19 09:38
Die Aufzählung der negativen Punkte zu heute verfügbaren Akku liest sich fast, wie die Verteufelung des Verbrennermotors durch die Pferdehändler im vorletzten Jahrhundert

Dennoch ist viel davon natürlich richtig und muss gelöst werden...
May the force be with you
+3
Caliguvara
Caliguvara27.07.19 09:40
Das wird lustig, der letzte Thread dieser Art war, nun ja, etwas aus dem Ruder gelaufen 😛

Die Technik ist, wie sonorman schon schreibt, höchst interessant. Sie beseitigt bzw. verringert einige der größten Kritikpunkte an der Elektromobilität - reißt dabei andere auch wieder auf. Man wird sehen müssen, in welchem Verhältnis diese zueinander stehen, und dann Schlüsse ziehen. Halten diese Dinger allerdings was sie beschreiben ist da wirkliches Potential da!!
Don't Panic.
+1
Rosember27.07.19 09:42
Rosember
Und nirgends ist auch nur von einer einzigen Prototyp-Batterie die Rede? Oder von einer Demonstration der Haltbarkeit? Der Schnellladefähigkeit? Der Sicherheit?
Wer ist die Firma? Woher kommt die Idee? Über welche Erfahrungen verfügt sie?

Vapour ware!
+1
My2Cent27.07.19 09:49
Rosember: Bei neuen Technologien verfügt logischerweise niemand über Langzeiterfahrungen.
Legen wir deine strengen Maßstäbe also z.B. mal beim Motorenbau an:
Carl Benz, Gottlieb Daimler und Rudolf Diesel verfügten über keinerlei Langzet-Erfahrunen beim Motorenbau.
+1
elBohu
elBohu27.07.19 09:54
Elektroautos sind der falsche Weg. Wassserstoff ist die Zukunft. Leider rennen alle den „umweltfreundlichen“ eautos hinterher.
wyrd bið ful aræd
+6
svenhalen
svenhalen27.07.19 09:56
elBohu
Elektroautos sind der falsche Weg. Wassserstoff ist die Zukunft. Leider rennen alle den „umweltfreundlichen“ eautos hinterher.
Wasserstoff ist auch Elektro. Jedenfalls die Brennstoffzelle.
+18
Cliff the DAU
Cliff the DAU27.07.19 09:58
Hoffentlich hat bei der XNRGI-Technik Elon Musk nicht die Finger im Spiel was die Termine angeht.
„Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die Menschheit und ihre Kolonien im Weltraum.“
+3
Steph@n
Steph@n27.07.19 10:03
Jeder E-Auto Interessent der hier die Nachteile aktueller Stromspeichertechnik gelesen hat, geht sicher erstmal zum nächsten Oldschool Fahrzeughändler
+4
AJVienna27.07.19 10:06
Also für mich klingt die Technologie super für Smartphones und Laptops, aber wenn der Lithium bedarf so hoch ist, eher uninteressant für den Bedarf den ein starkes Wachstum bei e-Mobilität auslösen würde.
+7
mac_heibu27.07.19 10:08
elBohu
Elektroautos sind der falsche Weg. Wassserstoff ist die Zukunft. Leider rennen alle den „umweltfreundlichen“ eautos hinterher.
Weißt du, warum das für viele der „falsche Weg“ ist? Ganz einfach, weil es für diese Zeitgenossen der beste Weg ist, überhaupt nichts zu tun. E-Autos = falscher Weg, Wasserstoff = nicht massen-/alltagstauglich, also lassen wir alles, wie es ist.
Oder was ist dein aktueller(!) Beitrag zur Linderung der mobilitätsbezogenen Klimaprobleme?
+4
Rosember27.07.19 10:09
My2Cent
Rosember: Bei neuen Technologien verfügt logischerweise niemand über Langzeiterfahrungen.
Legen wir deine strengen Maßstäbe also z.B. mal beim Motorenbau an:
Carl Benz, Gottlieb Daimler und Rudolf Diesel verfügten über keinerlei Langzet-Erfahrunen beim Motorenbau.
Ich wäre schon froh, wenn überhaupt irgendwo mal die Rede von einer realen Prototyp-Batterie die Rede wäre. Oder von irgendeiner Testung am realen Objekt. Aber außer schicken Videos, gibt es hier nix.
Zu deinem Einwand zu den Langzeiterfahrungen: Das ist natürlich Quatsch, was du schreibst. Insbesondere, weil ich davon kein Wort geschrieben habe. Aber natürlich lässt sich so etwas vorab testen, etwa in dem man das Produkt unter verschärften Bedingungen hoher Belastung aussetzt. Das sind absolute Standardverfahren. Nimm z.B. die Haltbarheit von Farbstoffen ("Farbechtheit"): Dazu werden Farbproben in speziellen Kammern dauerhaft z.B. hoher UV-Strahlung ausgesetzt. So kann beispielsweise in relativ kurzen Zeiträumen geklärt werden, wie sich eine Farbe nach zehn Jahren im Freien (–> UV-Licht) verändert hat.
+3
elBohu
elBohu27.07.19 10:09
svenhalen
Wasserstoff ist auch Elektro. Jedenfalls die Brennstoffzelle.

Richtig, aber man muss nicht erst den Akku laden und fährt mit einer Bombe unter dem hintern. Mir ist schon mal ein LiPo Akku beim Laden geplatzt. Das ist kein Spaß.
Anstatt den überflüssigen Strom zu verschenken sollte man Wasserstoff damit erzeugen.
Die CO2 Bilanz von Akku Elektroautos ist bescheiden. Da gibt es keinen wirklichen Vorteil. Alles Augenwischerei.
Und dann noch das Problem der spannungsspitzen, wenn alle Arbeitnehmer nach Hause kommen und und Ihre Autos laden...
wyrd bið ful aræd
+2
My2Cent27.07.19 10:10
Cliff the DAU
Hoffentlich hat bei der XNRGI-Technik Elon Musk nicht die Finger im Spiel was die Termine angeht.

Verstehe ich jetzt nicht.
Hat Elon Musk es nich als Erster geschafft, E-PKW in großen Stückzahlen zu vermarkten, einige Jahre vor allen anderen Autokonzernen?
+4
LoCal
LoCal27.07.19 10:11
Auch wenn es der erste Absatz schon anspricht, aber ich bin bei "sensationeller, neuer Akku-Technologie" trotzdem weiterhin sehr skeptisch. Zuviel wurde in den letzten Jahren versprochen.

svenhalen
elBohu
Elektroautos sind der falsche Weg. Wassserstoff ist die Zukunft. Leider rennen alle den „umweltfreundlichen“ eautos hinterher.
Wasserstoff ist auch Elektro. Jedenfalls die Brennstoffzelle.

Es ist aber auch möglich herkömmliche Verbrennungsmotoren (keine Selbstzünder) auf Wasserstoff umzubauen.

Der höheren Reichweite und schnelleren Tankzeit stehen beim Wasserstoff leider der wesentlich höhere Energieaufwand bei der Erzeugung und beim Transport sowie die immens aufwendigere Lagerung gegenüber.

Ich war ja selbst lange ein Fan vom Wasserstoff-Antrieb, aber leider überwiegen besonders die Nachteile bei der Erzeugung so massiv, dass der Wassersoffantrieb aktuell keine Alternative zu Batterien ist.

Bei der Herstellung von Wasserstoff kannst Du mit min. 50% Energieverlust rechnen und dann kommt eben noch der Transport zu Tankstelle, der beim Wasserstoff ja auch Energieverbraucht (irgendwie muss das ja zur Tanke gefahren werden) dazu …

Wasserstoff sehe ich als Alternative für grosse und ständig verfügbare Flotten z.B. Stadtbusse.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+3
Rosember27.07.19 10:26
Zum Thema Verkehr: Die Antriebstechnologie wäre fast(!) egal (einschließlich herkömmlichen Verbrennern), wenn die Menschen kleinere Autos (mit weniger toter Masse) kauften und allgemein weniger "individuell" Auto führen (–> Fahrgemeinschaften, Fahrrad, ÖPNV).
Tun wir ("sie") nicht. Und die Politik ("wir") tut nichts zu entsprechender Förderung.



Warum begrenzen wir das Gewicht von Fahrzeugen nicht z.B. auf max. 1t?
+10
Schens
Schens27.07.19 10:26
LoCal
Bei der Herstellung von Wasserstoff kannst Du mit min. 50% Energieverlust rechnen und dann kommt eben noch der Transport zu Tankstelle, der beim Wasserstoff ja auch Energieverbraucht (irgendwie muss das ja zur Tanke gefahren werden) dazu …

Falsch. Wird nicht elektrolytisch gewonnen, sondern aus Erdgas abgespalten. So enegieeffizient, dass daraus die Power2Gas/Gas2Power-Technik interessant wird.
0
CJuser27.07.19 10:28
Wasserstoff ist auch nicht das gelbe vom Ei. Eins vorweg: Wasserstoff über einen Verbrenner ist absolut ineffizient und wird von keinem Hersteller mehr verfolgt!
Wie ein Vorredner schon schrieb, ist auch hier eine Akku notwendig, der im Übrigen die Größe von PHEV (Plug-in Fahrzeugen) hat und für 50 km reichen soll. Auf der einen Seite um das schlecht ausgebaute H2-Netz etwas abzudämpfen, als auch der Tatsache, dass die Brennstoffzelle nicht lastbezogen arbeitet und bei voller Leistung überfordert wäre. Auf der anderen Seite geht ca. 1/3 der Energie (zwischen dem reinen Wasser und dem Strom für den E-Motor) an reiner Verlustwärme (sowohl bei der Elektrolyse, als auch bei der Brennstoffzelle selbst) flöten. Die beste und umweltfreundlichste Anwendung für diesen Treibstoff ist, es mit überschüssiger Energie zu erzeugen, wo sonst die Windkraftanlagen abgeschaltet werden müssten etc. Diese Situation wird in Zukunft aber wohl auch abnehmen und man arbeitet ebenfalls fieberhaft an neuen Speichersystemen für Energie - schon von mal hier was von gehört Die Erzeugung in Wüsten vorzunehmen, klingt zwar erst interessant, jedoch hat man hier den Transport dann wieder als Negativpunkt in der Bilanz und man macht sich erneut, wie beim Öl, massiv abhängig.
Ich persönlich rechne eher mit einer Koexistens von BEV (reinen batterieelektrischen e-Fahrzeugen) und FCEV (Wasserstoff-Brennstoffzellen e-Fahrzeugen), wobei letzteres für die Vielfahrer ist. Und ich hoffe, dass man wirklich die Feststoffbatterie bis 2025 in Serie bekommt.
+11
My2Cent27.07.19 10:30
LoCal: Beim Betrieb von Verbrennungsmotoren mit Wasserstoff entstehen leider auch Stichoxyde. Denn für die Verbrennung wird Luft benötigt, und die Luft besteht zu ca. 78 Prozent aus Stickstoff.
+1
ssb
ssb27.07.19 10:39
Erst einmal vielen Dank dafür, dass ihr mit diesem Artikel über den Tellerrand der Apple-Welt hinausschaut.
Ungeachtet der Speichertechnologie ist irgendwie zu erkennen, dass wir uns auf ein Voll-Elektrisiertes Zeitalter zu bewegen, in dem also jede Form von Energieverbrauch langfristig auch Stromverbrauch ist. Daher ist es entscheidend, wie wir in Zukunft Strom produzieren und diesen am wirtschaftlichsten, sichersten und umweltfreundlichsten speichern. Die beschriebene Technologie wird ihre Anwendungsfälle finden.
Insgesamt muss sich aber vieles erst Mal ändern, bis wir am Ziel sind. Strom ist Premium-Energie (hat Pr. Lesch mal gesagt) und sie ist an sich sehr sauber, wenn man den Strom erst einmal dort hat, wo er gebraucht wird.
Da muss Politik und Gesellschaft noch an sich arbeiten: keine Ablehnung gegenüber Stromnetzen, Windrädern, Speichersystemen. Verpflichtung zur Einrichtung von Stromspeichern für Energiekonzerne (zum Beispiel dezentral am Anschlusspunkt in jedem Haus). Verpflichtung der Industrie, mögliche Flächen zur Stromerzeugung zu nutzen - wer es nicht macht wird nicht mehr von der EEG-Umlage befreit. Ende der Steuervorteile, wenn man mit dem PKW in die Arbeit fährt. Vernünftige Kappung der Steuervorteile bei Dienstwagen. ... es gibt noch vieles mehr.

Was ich da tue: ich produziere ca 70% meines Stromverbrauches selbst. Von ca. 45.000 km im Jahr lege ich 40.000 mit dem Zug zurück (und werde dabei steuerlich benachteiligt). Warmes Wasser habe ich auch größtenteils durch die Sonne.

Die Politik muss sich auch endlich dafür entscheiden, der Autoindustrie die Daumenschrauben anzulegen. Zudem die öffentlichen Verkehrsmittel zu fördern und attraktiver zu machen. Mehr Güterverkehr auf die Schiene bringen - dazu müssten aber erst Mal an den Grenzen zu Österreich und Schweiz das Netz gebaut werden. Da müssen die Anwohner auch mal einsehen, dass dies geschehen muss.
An den heißen Tagen letzter Woche, an denen die Bahn viele Probleme hatte, ist mir mal wieder aufgefallen, wie sehr München stinkt...
+12
CJuser27.07.19 10:59
Rosember
Zum Thema Verkehr: Die Antriebstechnologie wäre fast(!) egal (einschließlich herkömmlichen Verbrennern), wenn die Menschen kleinere Autos (mit weniger toter Masse) kauften und allgemein weniger "individuell" Auto führen (–> Fahrgemeinschaften, Fahrrad, ÖPNV).
Tun wir ("sie") nicht. Und die Politik ("wir") tut nichts zu entsprechender Förderung.



Warum begrenzen wir das Gewicht von Fahrzeugen nicht z.B. auf max. 1t?
Fahrzeuge nicht schwerer als 1 Tonne? Weißt du überhaupt, wie schwer heute bereits ein VW Polo ist? Solche beinahe ungedämmt und unklimatisierten Klapperkisten wie vor 30 Jahren will doch heute keiner mehr fahren. Geschweige denn die heutigen Autopreise dafür bezahlen. Ich bin zwar auch für interessante kleinere Fahrzeuge, aber in erster Linie wegen der hohen Fahrzeugbelastung. Jedoch überlegt man sich, spätestens mit Kindern oder Haustier, den Kauf eines PKWs in der Größe eines Smart nun wirklich zweimal.

Allerdings muss ich zustimmen, dass man durchaus mehr Gedanken an der individuellen Mobilität verschwenden sollte. Und wenn man es nur bereits bei Inlandsurlauben so handhabt, wie bei Flugreisen: mit Zug zum Zielort und vor Ort ein Miet-PKW. Leider wäre Die Bahn mit einem massiven Anstieg der Fahrgäste zur Urlaubszeit nur wohl völlig überfordert.
0
philipp198427.07.19 11:00
Lithium-Akkus enthalten keine sog. „Seltenen Erden“, die Aufzählung ist fehlerhaft.

Nach 8 Monaten und 8,500 gefahrenen KM mit 1,5 Megawattstunden getankter CO2-neutraler Windenergie (übrigens kostenlos in Rostock), ohne eigene Garage oder Stellplatz, bin ich 100% davon überzeugt, dass die Elektromobilität die Zukunft ist.

Bzw für immer mehr begeisterte Menschen bereits die abgasfreie, leise Gegenwart.
+9
Wiesi
Wiesi27.07.19 11:03
LoCal
Hier muß einiges richtig gestellt werden. Wasserstoff kann wie Erdgas mit relativ wenig Energie über Leitungen transportiert werden. Allerdings wird der Wasserstoff beim tanken z.Zt. auf 700 atü verdichtet. Das kostet erheblich Energie und erfordert schwere Tanks, die zudem absolut sicher gegen Korrosion und Unfallschaden geschützt werden müssen. Zudem kommt Wasserstoff durch die kleinsten Löscher und die Verbrennung verläuft innerhalb weiter Grenzen explosiv. Man hat also auch hier eine Bombe unter dem Hintern.

Der Wirkungsgrad der Brennstoffzelle ist mit ca. 50% immer noch höher als der des Verbrenners. Wasserstoff kann mit Strom aus Elektrovoltaik CO2-neutral erzeugt werden.

Soweit so gut. Mit Sonnenenergie lässt sich über einen katalytischen Prozess aus Wasser und Luft auch Erdgas gewinnen. (Power to Gas). Dabei werden etwa etwa 50% der Sonnenenergie umgesetzt. Gegenüber der Elektrovoltaik mehr als doppelt soviel. Der Druck in den Gastanks ist sehr viel kleiner. Aber für die Rückgewinnung der Energie ist ein Verbrenner nötig. Der Vorteil von Power to Gas ist, daß die Infrastruktur für die Gasnutzung vollständig vorhanden ist. Schließlich und endlich lassen sich aus Synthesegas und Sonnenenergie auch flüssige Brennstoffe mit sehr guten Eigenschaften erzeugen.

Bei all diesen Prozessen ist der Proof of Concept bereits gelaufen. Für synthetischen Dieselkraftstoff gibt es bereits eine Norm. Z. Zt. sind Gase und Kraftstoffe aus diesen Prozessen jedoch mehr als 100% teuerer als aus fossilen Brennstoffen. Dies kann durch steuerliche Anreize fast ausgeglichen werden.

Der Run auf das Batterie getriebene Elektroauto ist mehr mir unerklärlich. Er ist phantasielos wird fast ausschließlich von wirtschaftlichen Interessen getrieben. Die Politik steht hilflos und dumm da.
Everything should be as simple as possible, but not simpler
+16
Hot Mac
Hot Mac27.07.19 11:17
Die Akku-Technologie muss, wenn E-Mobilität eine Zukunft haben soll, vorangetrieben werden.

»Zero Emission« ist eine tolle Sache.
Da sind wir uns wohl alle einig, oder?
Wenn »Zero Emission« aber nicht mehr im Verhältnis zur Umweltbelastung durch die Herstellung und spätere Entsorgung der Batterien steht, dann kann das nicht der richtige Weg sein.
+9
Rosember27.07.19 11:32
CJuser
Rosember
Zum Thema Verkehr: Die Antriebstechnologie wäre fast(!) egal (einschließlich herkömmlichen Verbrennern), wenn die Menschen kleinere Autos (mit weniger toter Masse) kauften und allgemein weniger "individuell" Auto führen (–> Fahrgemeinschaften, Fahrrad, ÖPNV).
Tun wir ("sie") nicht. Und die Politik ("wir") tut nichts zu entsprechender Förderung.



Warum begrenzen wir das Gewicht von Fahrzeugen nicht z.B. auf max. 1t?
Fahrzeuge nicht schwerer als 1 Tonne? Weißt du überhaupt, wie schwer heute bereits ein VW Polo ist? Solche beinahe ungedämmt und unklimatisierten Klapperkisten wie vor 30 Jahren will doch heute keiner mehr fahren. Geschweige denn die heutigen Autopreise dafür bezahlen. Ich bin zwar auch für interessante kleinere Fahrzeuge, aber in erster Linie wegen der hohen Fahrzeugbelastung. Jedoch überlegt man sich, spätestens mit Kindern oder Haustier, den Kauf eines PKWs in der Größe eines Smart nun wirklich zweimal.

Allerdings muss ich zustimmen, dass man durchaus mehr Gedanken an der individuellen Mobilität verschwenden sollte. Und wenn man es nur bereits bei Inlandsurlauben so handhabt, wie bei Flugreisen: mit Zug zum Zielort und vor Ort ein Miet-PKW. Leider wäre Die Bahn mit einem massiven Anstieg der Fahrgäste zur Urlaubszeit nur wohl völlig überfordert.
Natürlich weiß ich, dass selbst Kleinwagen heute i.d.R. schwerer als 1t sind. Aber das ganze ist durchaus als Herausvorderung für die Industrie zu verstehen. Und man kann ein Fenster eben auch herunterkurbeln, es braucht nicht vier Elektromotoren, um das zu ermöglichen (die alle noch zusätzlich Strom verbrauchen). Im Moment geht der Trend jedenfalls zur 2+t Klasse (SUV) - und das zeigt eben sehr deutlich, wie stark man selbst Einfluss auf den Verbrauch nehmen kann. Im übrigen fahre ich eine Skoda Fabia Combi (Bj. 2009) - und ein solches Auto ist auch für Familien vollkommen ausreichend, inkl. Kinder und Urlaubsfahrt bei einem Leergewicht von 1,190 kg. (Verbrauch übrigens ca. 4l/100km (real). Und der Fährt auch noch 190 km/h (verbraucht dann allerdings 6l/100km) - Reichweite 1.000km. Ich habe in 10+ Jahren noch keine einzige Situation erlebt, in der ich ein größeres Auto gebraucht hätte.
Die Umweltzerstörer sind wir - und entsprechend müssen vor allem wir uns ändern.
+3
Weia
Weia27.07.19 11:42
Hot Mac
»Zero Emission« ist eine tolle Sache.
Da sind wir uns wohl alle einig, oder?
Weiß nicht. Es gibt viele „Unverbesserliche“, die einen röhrenden, archaischen Verbrennungsmotor insgeheim immer noch für „männlich“ halten und nicht für einen eleganten Elektromotor aufgeben wollen.

Und natürlich die Sparfüchse mit dem Abstraktionsvermögen einer Kakerlake, die hinter allem Bösartigkeit und Verschwörung vermuten, was ihnen Einschränkungen oder höhere Kosten auferlegt, die als solche überhaupt nur wahrgenommen werden können, wenn man nicht begreift, dass die herannahende, teils hier und heute schon spürbare und immense Kosten für alle verursachende Klimakatastrophe mit ihrem individuellen Verhalten verbunden ist. (OK, und natürlich die Zyniker, die den Zusammenhang zwar sehen, aber sich denken, Sollen doch alle anderen, wenn ich nicht mitmache, fällt das doch nicht ins Gewicht …)
Wenn »Zero Emission« aber nicht mehr im Verhältnis zur Umweltbelastung durch die Herstellung und spätere Entsorgung der Batterien steht, dann kann das nicht der richtige Weg sein.
Das ist zwar richtig, ich kenne aber keine einzige seriöse Quelle, die auch nur ansatzweise behaupten geschweige denn belegen würde, dass das der Fall ist.

Das ist nichts weiter als eine an den Haaren herbeigezogene Entschuldigung für diejenigen, die sich hier und heute noch ein Auto mit Verbrennungsmotor kaufen, obwohl sie sich ein E-Auto leisten könnten (was noch nicht alle können, schon klar).
Kohle ist kein Grund zum Anbaggern
+7
Schens
Schens27.07.19 11:43
Hot Mac
Die Akku-Technologie muss, wenn E-Mobilität eine Zukunft haben soll, vorangetrieben werden.

»Zero Emission« ist eine tolle Sache.
Da sind wir uns wohl alle einig, oder?
Wenn »Zero Emission« aber nicht mehr im Verhältnis zur Umweltbelastung durch die Herstellung und spätere Entsorgung der Batterien steht, dann kann das nicht der richtige Weg sein.

Ein Mensch mit Hirn! Danke!
0
Hot Mac
Hot Mac27.07.19 11:43
Rosember
Die Umweltzerstörer sind wir - und entsprechend müssen vor allem wir uns ändern.
Hoffnung?
Keine!


— Tom Coraghessan Boyle
+2
Weia
Weia27.07.19 11:56
Wiesi
Der Run auf das Batterie getriebene Elektroauto ist mehr mir unerklärlich.
Dann solltest Du vielleicht mal an Deinem Erklärungsvermögen arbeiten.

Eine archaische, dreckige, aufwändige, laute, festgezurrte Technologie durch eine elegante, saubere, einfache, leise, flexible ersetzen zu wollen – was ist daran unerklärlich?

Der große prinzipielle strukturelle Vorteil von Batterieautos ist, dass die Energieerzeugung komplett vom Energieverbrauch entkoppelt ist. Auf den gemeinsamen Nenner Strom gebracht, hat das eine mit dem anderen nichts mehr zu tun. Wenn morgen effiziente neue Verfahren zur Stromgewinnung entdeckt bzw. entwickelt werden, musst Du kein einziges Auto austauschen, und alle profitieren sofort davon.

Strom ist der gemeinsame energetische Nenner der zukünftigen Gesellschaft. Schon allein aus Sicht der Economy of Scale ist jeder Sonderweg für einen eingegrenzten Bereich mehr als fragwürdig.
Er ist phantasielos wird fast ausschließlich von wirtschaftlichen Interessen getrieben.
Sorry, der Phantasielose bist Du, und das mit den wirtschaftlichen Interessen ist eine böswillige Schutzbehauptung, für die Du keinerlei Begründung lieferst. Wenn wirtschaftliche Interessen hier eine Rolle spielen würden, warum bitteschön hat dann die gesamte Autoindustrie, von Tesla abgesehen, sich mit Händen und Füßen gegen eine Einführung gesträubt, solange es irgend ging?
Kohle ist kein Grund zum Anbaggern
+12
Weia
Weia27.07.19 12:00
Hot Mac
Hoffnung?
Keine!
Wie praktisch! Dann müssen wir ja auch nicht mehr handeln, sondern können uns dekadent-melancholisch in unseren Untergangsgefühlen suhlen.

Was die gesellschaftliche Stimmungslage betrifft, bräuchten wir einen Steve Jobs der Elektromobilität, der von dieser Technologie so überzeugt ist, wie Jobs es von der IT war, und die Begeisterung für eine hellere Zukunft ebenso charismatisch vermitteln kann. Elon Musk erfüllt ja Teil 1, Teil 2 leider nicht so.
Kohle ist kein Grund zum Anbaggern
+6
Weitere News-Kommentare anzeigen

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um die News kommentieren zu können.