Macs mieten: Amazon Web Services bietet nun macOS auf EC2 an – mit ein paar Kinken

Seit 14 Jahren bietet Amazon vielfältige und flexible Hosting-Angebote in Form der Amazon Web Services an. So ist es zum Beispiel möglich, einzelne virtuelle Server flexibel auf Stundenbasis zu mieten. Ergänzt wird das Angebot durch diverse Zusatzdienste wie zum Beispiel ein auf Massenversandt optimiertes E-Mail-System, Datenbanklösungen und Optionen für GPU-basierte Machine-Learning-Projekte. Im Jahr 2019 erzielte Amazon mit AWS alleine einen Umsatz von 35 Milliarden Dollar und einen Gewinn von gut 8 Milliarden Dollar. Ganz Amazon erwirtschaftete einen Umsatz von 280 Milliarden Dollar bei einem Gewinn von 14,5 Milliarden Dollar – AWS ist also ein wichtiger Gewinnbringer für Amazon.


Bisher Linux und Windows, nun auch macOS
Bisher ist es möglich, viele Linux-Distributionen und auch Windows auf AWS-Instanzen auszuführen. Seit einiger Zeit bietet AWS auch ARM-Instanzen als Ergänzung zur traditionellen x86-Architektur an. Doch das Ausführen von macOS war bisher nicht möglich – die Lizenzbedingungen von macOS verboten dies zwar nicht explizit, aber es handelte sich um eine rechtliche Grauzone, in welcher Anbieter wie beispielsweise MacStadium operierten.

In diesem Herbst aber änderte Apple die Lizenzbedingungen, so dass auch die Vermietung von macOS offiziell gestattet ist. Nun gab AWS bekannt, dass man ab sofort auch macOS-Instanzen in der AWS-Cloud ausführen kann. Diese verhalten sich genau wie normale EC2-Instanzen, können in Virtual-Private-Cloud-Netzwerke eingebunden werden und verfügen vorinstalliert über die zahlreichen EC2-Tools. Zugriff auf die Instanzen erfolgt via Shell oder mittels Bildschirmfreigabe.

Mac mini auf EC2 – aber leider mit Intel-Chip
Hinter dem EC2-Instanz-Kürzel "mac1.metal" verbirgt sich ein Mac mini – leider aber mit Intel Core i7 mit 3,2 GHz und nicht mit Apple M1. Der i7 bringt sechs Prozessorkerne und 32 GB Arbeitsspeicher mit – andere Optionen stehen bisher nicht bereit. An das AWS-interne Netzwerk ist der Mac mini mit 10 Gbps angebunden, an die EBS-Speicherlösungen mit 8 Gbps.


Momentan wird nur macOS 10.14.6 Mojave und macOS 10.15.7 Catalina unterstützt – doch macOS 11 Big Sur soll ebenfalls in Kürze zur Verfügung stehen. Ob und wann AWS auch Mac minis mit M1-Chip anbietet, ist bislang unbekannt – Gerüchtehalber soll dies Anfang 2021 der Fall sein.

Minimale Miet-Dauer
Normalerweise rechnet AWS die Kosten für "On Demand"-Instanzen auf Stundenbasis ab. Doch die Apple-Lizenzbedingungen machen Amazon einen Strich durch die Rechnung: Hier ist die Minuten- oder Stundenmiete nicht vorgesehen, nur die Tagesmiete. Daher beträgt die minimale Miet-Dauer einer "mac1.metal"-Instanz 24 Stunden. Die Kosten werden auch abgerechnet, wenn man die EC2-Instanz vor Ablauf beendet. Pro Stunde verlangt AWS derzeit 1,083 Dollar, die Mac-mini-Miete steht an folgenden Serverstandorten zur Verfügung: US East (N. Virginia), US East (Ohio), US West (Oregon), EU (Ireland) und Asia-Pacific (Singapore).

Kommentare

mac86
mac8601.12.20 17:33
"Kinken"?
+3
MetallSnake
MetallSnake01.12.20 18:04
mac86
"Kinken"?

Musste ich auch googlen. Der Duden sagt:
Seemannssprache und norddeutsch für Knoten, Fehler
https://www.duden.de/suchen/dudenonline/kinken
Die Menschheit ist eine völlig außer Kontrolle geratene Primatenspezies.
+6
mac86
mac8601.12.20 18:09
MetallSnake

Musste ich auch googlen. Der Duden sagt:
Seemannssprache und norddeutsch für Knoten, Fehler
https://www.duden.de/suchen/dudenonline/kinken

Wieder was gelernt
+2
penumbra01.12.20 18:21
Das wären rund 780$/Monat, also 660€/Monat. Kommt da dann noch Steuer dazu? also 785€/Monat? Warum sollte man so etwas tun? Da kann ich mir doch gleich einen Mac Mini kaufen?
Das wäre höchstens sinnvoll, wenn ich das macOS nur alle paar Wochen für 1-2 Tage brauche. Was wäre denn dafür ein vorstellbares Szenario?
enjoy life in full trains
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PorterWagoner
PorterWagoner01.12.20 18:37
Lustig dass Deutsche nachfragen, was Kinke ist Das Wort verwenden wir in der Familie (Amerikaner, sprechen nicht Deutsch) immer auch im Englischen. "Kinked" meint eigentlich etwas hat Knoten oder ist geknickt. Aber wir haben das Deutsche übernommen weil es eine lustige Verwendung ist und sagen immer "it has kink" oder "there is kinke" für "it is flawed". Versteht nur kein anderer Amerikaner
+6
pünktchen
pünktchen01.12.20 18:46
Also ich kenne nur Englische kinks die es noch weg zu bügeln gilt, offenbar bin ich nicht Norddeutsch genug für deutsche Kinken.

Zum Thema: absurd teuer.
+1
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck01.12.20 19:51
penumbra
Was, wenn du einen Mac in eine bestehende AWS-Infrastruktur integrieren willst? Dafür ist das eigentlich gedacht – nicht, dass sich Privatleute dort einen Mac mieten.
+2
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck01.12.20 19:53
MetallSnake
Lustig, dass hier so viele das Wort "Kinke" nicht kennen – ich habe das schon diverse Male geschrieben und gesprochen gehört in vielen Regionen Deutschlands.
+2
überzelter01.12.20 20:51
Also, so richtig klar wird es mir immer noch nicht. Kinke = Macke?
Ist das irgendwie verwandt mit Kinkerlitzchen?
+1
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck01.12.20 22:29
überzelter
Ich sah das immer als Synonym für ein Negativmerkmal oder einen Fehler
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MikeMuc01.12.20 22:29
Echt guter Thread und sehr interessant wo das Wort überall (wieder) auftaucht und in welchem Zusammenhang.
@ Mendel: us welcher Gegend kommst denn du? Germ Strich scheint die Wurzel des Wortes ja sehr mit "Makel / Fehler" verwand zu sein. Wir brauchen dringend einen Sprachforscher der die Wortherkunft (er)klären kann
0
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck01.12.20 22:33
MikeMuc
Rhein/Main-Gebiet, genau gesagt aus Mainz (Arbeit) und Essenheim (Wohnort)
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macuser22
macuser2201.12.20 22:43
penumbra
Das wären rund 780$/Monat, also 660€/Monat. Kommt da dann noch Steuer dazu? also 785€/Monat? Warum sollte man so etwas tun? Da kann ich mir doch gleich einen Mac Mini kaufen?
Das wäre höchstens sinnvoll, wenn ich das macOS nur alle paar Wochen für 1-2 Tage brauche. Was wäre denn dafür ein vorstellbares Szenario?

Ich weiß nicht, wie du gerechnet hast. Aber bei 22 Werktagen im Monat und 8 Stunden je Tag komme ich auf 190,60 € pro Monat. Ich vermute wie du einen Gelegenheitseinsatz
Erkenne dich selbst –//– Nichts im Übermaß
0
fleissbildchen01.12.20 22:59
macuser22
Aber bei 22 Werktagen im Monat und 8 Stunden je Tag

Du kannst es aber nicht 8 Stunden mieten, sondern immer nur 24 Stunden. Ein Tag ist die kleinste Einheit.
+1
penumbra01.12.20 23:03
macuser22

Nur 8 Stunden am Tag geht ja nicht, da wie im Artikel beschrieben immer 24 Stunden berechnet werden müssen.
Ich dachte tatsächlich kurz daran, einen Mac Server damit in die Cloud verlegen zu können, aber das rentiert sich hinten und vorne nicht
enjoy life in full trains
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Singdudeldei02.12.20 07:52
Kinken habe ich bis jetzt noch nie gehört weder gesprochen noch gelesen, obwohl ich Norddeutscher bin (Lübeck).
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DTP
DTP02.12.20 09:01
20 Jahre in Hamburg gelebt, nie gehört. Muss Süddeutsch sein.
+2
DTP
DTP02.12.20 09:09
Wir nutzen schon seit knapp 10 Jahren eine Mac mini Serverfarm um iOS Apps in der Cloud zu erstellen. Die Mac minis sind derzeit in unserem eigenen Datencenter gehostet.

Da die Macs nur laufen lüssen, um die App "Hülle" zu erstellen, müssen die nur ganz am Ende einmal laufen, der Rest kann lokal, auf MAcOS, auf Windows, auf Linux oder automatisiert (im CMS) erstellt werden.

Das wäre ein Anwendungsfall.

Was ich noch nicht rausfinden konnte, ist, ob die 24h Mindestmietdauer am Stück genutzt werden müssen. Amazon sagt dazu lediglich:
Amazon AWS
The instances are launched as EC2 Dedicated Hosts with a minimum tenancy of 24 hours.


Wahrscheinlich müssen wir das einfach mal buchen, um zu sehen, ob bei 2x1h in 48h dann zweimal die Mindestmiete abgebucht wird. Auch dann könnte es sich lohnen, wenn die Macs nicht rund um die Uhr laufen müssen.
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system702.12.20 10:21
Gibt es Thin Clients, die sich dafür verwenden lassen?
0
DTP
DTP02.12.20 10:39
system7
Gibt es Thin Clients, die sich dafür verwenden lassen?
Amazon rät halbherzig zu VNC, mit der dringenden Empfehlung zu einem SSH Tunnel:
https://aws.amazon.com/blogs/aws/new-use-mac-instances-to-build-test-macos-ios-ipados-tvos-and-watchos-apps/
+1
Schens
Schens02.12.20 12:39
Bayern: noch nie gehört, Familie von Rheinland, über Pott bis Oldenburg.
+1
Bananenbieger03.12.20 10:25
penumbra
Das wären rund 780$/Monat, also 660€/Monat. Kommt da dann noch Steuer dazu? also 785€/Monat? Warum sollte man so etwas tun? Da kann ich mir doch gleich einen Mac Mini kaufen?
Das wäre höchstens sinnvoll, wenn ich das macOS nur alle paar Wochen für 1-2 Tage brauche. Was wäre denn dafür ein vorstellbares Szenario?
Gerade in der Softwareentwicklung ist sowas interessant. Da holt man sich dann mal schnell zehn oder gar hundert Macs für einen Tag, um die Software automatisch durchtesten zu können.
Oder um Support-Cases nachzustellen. Oder oder oder.
On-Demand-Ressourcen helfen vielfach. Mich stört nur, dass man mindestens einen ganzen Tag mieten muss.
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Joerg Sievers
Joerg Sievers05.12.20 21:05
Moin,

nicht goggeln, d.h. hier Tag, Guten Morgen, Hallo, Guten Abend...
MetallSnake
mac86
"Kinken"?

-1

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