Kostenfalle im Auto: Was Fahrzeughersteller vom App-Markt lernen – am Beispiel BMW

Moderne Automobile sind rollende Computer. Wo früher oft ein Schraubenzieher und etwas mechanisches Geschick ausreichte, benötigt man heute bei einem Fehler oder Defekt am Fahrzeug fast immer die Hilfe einer Fachwerkstatt mit entsprechendem Diagnose-Equipment. Das ist nicht neu. Die Autohersteller gehen nun aber noch einen Schritt weiter und machen das Auto zum rollenden Smartphone – samt App Store und In-App-Käufen.

Beispiel BMW: Die jüngste Fahrzeuggeneration der Bayern ist mit dem „Operating System 7.0“ ausgestattet, welches nicht nur alle fahrrelevanten Funktionen steuert, sondern auch die gesamte funktionale und multimediale Ausstattung, vom Blinker über die Tachografik bis hin zu den Radio-Funktionen. Per Pressemitteilung verkündete BMW letzte Woche Dienstag die Verfügbarkeit des ersten „Remote Software Upgrade“ für sein OS7.0. Da alle neueren Fahrzeuge mit diesem Betriebssystem über eine fest installierte SIM-Karte verfügen, können die Autos per Mobilfunk über das Internet kommunizieren. So können frisch gebackene BMW-Fahrer nach dem Neukauf eines Fahrzeugs mit „Connected Package Professional“ beispielsweise – für einen limitierten Zeitraum – Dienste wie BMWs „Concierge Services“ nutzen und das Auto kann bei einem Unfall automatisch einen Notruf absetzen (vorgeschrieben für neu zugelassene Fahrzeuge seit 2018). Außerdem ermöglicht dies, Upgrades „over the air“ ins Fahrzeug einzuspielen. Ganz so, wie ein iOS-Update für das iPhone.

Das klingt zunächst alles sehr erfreulich, kann der Besitzer sein Fahrzeug doch auf diese Weise stets auf dem aktuellen Software-Stand halten. Auch neue Funktionen können durch solche Upgrades verfügbar gemacht werden (weshalb BMW es auch "Upgrade" und nicht "Update" nennt).


Über die genauen Änderungen der jetzt zur Verfügung gestellten Version informiert BMW hier (unter dem Punkt “Release Notes 19-03“). Es beinhaltet u.a. Funktionserweiterungen von Fahrerassistenzsystemen (Aktive Geschwindigkeitsregelung oder Seitenkollisionsschutz).

Viel interessanter ist allerdings der folgende Satz der Pressemeldung: „In späteren Upgrades wird es außerdem möglich sein, zusätzliche Fahrzeugfunktionen im BMW ConnectedDrive Store zu erwerben und einfach im BMW freizuschalten.“ Das heißt letztlich nichts anderes, als dass BMW das Äquivalent von In-App-Käufen für Fahrzeugfunktionen vorbereitet.

Aufpreispolitik und wiederkehrende Kosten am Beispiel Apple CarPlay in BMWs
Schon seit geraumer Zeit praktiziert BMW ein aus der Software-Welt bekanntes Vorgehen, bestimmte Features nur über einen gewissen Zeitraum freizuschalten. Die „Apple CarPlay Vorbereitung“ ist so ein Beispiel (weitere finden sich auf dieser Seite). Wird ein Fahrzeug mit "Connected Package Professional" bestellt (400 Euro Aufpreis), werden dafür in der Software verschiedene Funktionen wie Real Time Traffic Information, Remote Services und auch Apple CarPlay freigeschaltet. Letzteres allerdings nur für ein Jahr. (In Verbindung mit der Navigation Business oder Professional beträgt die Laufzeit drei Jahre.) Bei der 1-jährigen Laufzeit handelt es sich auf Nachfrage bei BMW "um einen erweiterten Testzeitraum („Teaser“), der allen Kunden die Möglichkeit gibt, den Dienst zu testen und im eigenen Fahrzeug zu erleben." Apple CarPlay kann beim Fahrzeugkauf aber auch separat als "Sonderausstattung" zum Preis von 300 Euro geordert werden. In dem Fall beträgt die Laufzeit wiederum drei Jahre. (Preise und Optionen können je nach Modell variieren.) Nach Ende der Laufzeit hat der Kunde die Wahl, den Dienst für verschiedene Laufzeiten oder ohne Laufzeitlimitierung zu verlängern:

  • 1 Jahr für 109 Euro
  • 3 Jahre für 299 Euro
  • oder ohne Laufzeitbeschränkung für 399 Euro

Durch diese Angebotsstruktur hat der Kunde laut BMW die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Laufzeiten entsprechend des Zeitraums, die er Halter des Fahrzeugs ist (z.B.: Leasing), zu wählen. Auf diese Weise bezahlt der Kunde nicht vorab den vollen Preis eines Dienstes, sondern kann sich nach dem Testen und auf Wunsch die Dienste individuell zubuchen, so der Hersteller. Das heißt, im Falle von AirPlay beträgt "der volle Preis des Dienstes" satte 699 Euro: 300 Euro bei Fahrzeugkauf, dann noch mal 399 Euro für eine unbefristete Verlängerung nach drei Jahren. Und das für eine Schnittstelle, die nicht sehr viel mehr macht, als das Display des iPhones auf das Fahrzeugdisplay zu spiegeln.

Letztendlich handelt sich quasi um ein Abo-Modell, welches eine ohnehin vorhandene Schnittstelle zur Generierung von Zusatzeinnahmen nutzt. BMW verlangt hier besonders viel Geld für eine Funktion, die in manchen Kleinwagen inzwischen serienmäßig und unbegrenzt verfügbar ist.

Das muss sich doch noch ausbauen lassen…
Mit dem BMW ConnectedDrive Store bietet BMW künftig die Wahl, weitere Funktionen gegen Cash freizuschalten. Und natürlich besteht damit prinzipiell auch die Möglichkeit, auf diesem Weg erworbene Features temporär zu begrenzen und nach Ablauf der Frist erneut Geld dafür zu verlangen. – Keine wirklich erfreulichen Aussichten.

Dass Autohersteller ihre Fahrzeuge mit Funktionen versehen, die erst gegen Aufpreis freigeschaltet werden, ist nicht neu. Schon früher gab es Fahrzeuge, die vom Werk aus mit Hardware ausgestattet waren, die lediglich per Software – oder per Nachrüstung eines einfachen Schalters und einer zusätzlichen Sicherung – verfügbar wurden. Nur waren diese nach einmaliger Freischaltung dann auch unbegrenzt verfügbar. Durch „In-Car-Käufe“ und quasi-Abo-Modelle eröffnen sich Herstellern wie BMW und anderen neue und repetitive Einnahmequellen.

Ein sehr düsteres Szenario wäre beispielsweise, dass die Klimaautomatik oder auch die Sitzheizung nur gegen regelmäßige Bezahlung verfügbar bleiben. Auch für Gebrauchtwagenkäufer könnte das unschöne Konsequenzen haben. Während der Neukäufer die Funktionen etwa über einen Zeitraum von drei Jahren (wie bei Leasing oft der Fall) nutzen kann, erhalten Second-Hand-Käufer womöglich ein Fahrzeug mit stark eingeschränktem Funktionsumfang. Die "abgelaufenen" Features müssten dann erst wieder teuer nachgebucht werden. – Kosten, die zum Gebrauchtwagenpreis hinzukommen und an denen der Hersteller noch mal verdient. Vorstellbar ist sogar, dass die Funktionen für Gebrauchtwagen dann nur noch für einen kürzeren Abo-Zeitraum (und damit zu höheren Kosten) zur Verfügung gestellt werden. Beispielsweise nur für ein Jahr, statt für drei Jahre, wie bei einem Neukauf.


Ob es wirklich so schlimm kommt, bleibt abzuwarten. Vieles deutet aber darauf hin, dass die Autokonzerne ihre Kunden künftig nach Vorbild von Apps mit In-App-Käufen und Abo-Modellen regelmäßig(er) zur Kasse bitten wollen, und nicht nur einmal beim Kauf des Fahrzeugs. Erschwerend hinzu kommt, dass BMW & Co. anfangen, unübersichtliche Funktionspakete zu schnüren, was die Vergleichbarkeit und Kostenübersicht deutlich erschwert. Kunden werden systematisch zum jeweils nächst-teureren Paket gedrängt. Ein Prinzip, dass zum Beispiel Mobilfunkanbieter schon lange erfolgreich praktizieren.

Mit Blick auf die voranschreitende E-Mobilität wird ein solches Vorgehen vermutlich schnell Schule machen, da Elektrofahrzeuge im Großen und Ganzen weniger komplex und wartungsintensiv sind und dadurch geringere Einnahmen durch Ersatzteile generieren. Wie weit das Spiel mit kostenpflichtigen Funktionen in Autos letztendlich getrieben wird, muss die Zukunft zeigen.

Kommentare

re-pahi
re-pahi09.06.19 09:06
Grundsätzlich keine doofe Idee. Aber dieses Abo-Modell für CarPlay (zum Beispiel) ist natürlich kacke. So geil ist CarPlay nun auch wieder nicht.
Klick. Bumm. Fantastisch!
+4
aMacUser
aMacUser09.06.19 09:09
"Bitte werfen Sie zwei Euro ein, um die Sitzheizung eine weitere Stunde nutzen zu können." *münze-einwerf*

Ich hoffe, dass das nicht irgendwann zum Standard wird. Da kauft man sich schon für zehntausende Euros ein neues Auto, und bezahlt für mickrige extras nochmal hunderte Euros (da ist ja selbst Apple gegenüber günstig), und dann muss man alle paar Jahre nochmal hunderte Euros zahlen, damit sich das Auto nicht selbst zusammenstümmelt?
Nein Danke.
+14
Br4No09.06.19 09:09
Einfach kein Kundenservice ...finde das mehr als Verarschung am Kunden. Aber was soll man erwarten von den deutschen Herstellern (VW...)
+15
STB
STB09.06.19 09:12
Damit wäre BMW für mich als Kandidat für ein fabrikneues Auto gestorben. Selbst wenn es ein Leasingfahrzeug wäre welches nach Vertragsablauf abgegeben wird würde ich dieses Preismodell nicht aktiv unterstützen wollen.
Zumindest solange es noch Fahrzeuge anderer Hersteller ohne ein derart perverses Abzocksystem zu kaufen gibt.
Der Vergleich mit den Mobilfunktarifen ist sehr passend und auch diese stossen mir schon seit langer Zeit unangenehm auf. Letztendlich haben sie nur den Zweck einen Vergleich so schwer wie möglich zu machen und den Verbraucher zu täuschen.
Kann man meinethalben gesetzlich verbieten...
+26
CooperCologne09.06.19 09:25
Es ist eine Frechheit. Der Hintergrund ist auch klar, früher konnte man dem Kunden teuer Updates für das Navi verkaufen, das fällt natürlich mir CarPlay weg. Jetzt versucht man es hinten rum wieder reinzuholen. Ich frage mich, ob dieses Modell von Apple vorgehen ist. Ich werde das jedenfalls auch nicht unterstützen, solange irgendwie möglich.
+8
LoCal
LoCal09.06.19 09:29
In dem Zusammenhang ist es auch interessant, dass Hersteller zum Lizenzmodell für die Nutzung übergehen können bzw. GM oder John Deere.



In der Konsequenz bedeutet das dann nämlich, dass man nicht mehr das Fahrzeug kauft, also das Metal/Kunstoff/Gummi, sondern nur das Recht, dies zu nutzen.

Was CarPlay angeht so lässt sich das beim BMW und VW zumindest noch relativ einfach freischalten … ohne horrende Summen an den Hersteller abdrücken zu müssen.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+4
Antagonist17509.06.19 09:31
Das ist eine ganz böse Entwicklung die in alle Bereiche unseres Lebens vordringt. Ich nenne es die schleichende Enteignung. Ein gutes Beispiel wo es sich zunehmend etabliert ist das mieten von Software. Nicht nur, das man eine Software nicht mehr uneingeschränkt nutzen kann, auch wird man entrechtet, weil man auf das "wohlwollen" des Lieferanten angewiesen ist die Dienstleistung auch bereit zu stellen. Wenn z.B. die Authentifizierung nicht funktioniert verliere ich sofort meine Arbeitsgrundlage. Ich bin aber immer in der Beweispflicht. Dies ist mühsam und ist rechtlich auch nicht geregelt. Ich habe schon über Wochen immer wieder nicht arbeiten können. Man ist dort der Willkür ausgeliefert!
Gleiches gilt auch mittlerweile für viele andere Lebensbereiche, wo man es versucht den Bürger zu "entrechten"
+18
oooskar
oooskar09.06.19 09:41
unterm Strich wird das Auto einfach nur teurer als bisher, wie bei Mietsoftware auch.
+7
Antagonist17509.06.19 09:45
Es ist eben nicht nur teurer, sondern auch ein rechtlich schlecht geregelter Bereich zum Nachteil des Mieters bzw. Dienstleistungsempfängers!
+8
Florian Lehmann09.06.19 09:45
Irgendwie müssen die in letzter Zeit eingestellten IT Kräfte bezahlt werden. Von nix kommt nix. Und da die Bestrebung des Konsumenten das Fahrzeug zu besitzen stark rückläufig ist, muss eine neue Einnahmequelle geschaffen werden. BMW ist im Wandel, vom Hersteller zum Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen. Dazu gehören auch temporär zubuchbare Funktionen wie z.B. Advanced Sports Car Functions, für Rennstreckenbetrieb.
-2
depeche101mode09.06.19 09:47
re-pahi

Wenn man überlegt dass ein vollwertiges Navigation System bei den Autoherstellern kostet, ist CarPlay eine sehr gute Alternative oder eben auch Android Auto.

Bei Volkswagen kostet das System rund 200 € Aufpreis und ich habe Siri Karten oder Google Maps oder sogar eine offline Navigation, die ich halt mit 60 € dazu kaufen muss, dabei.

Ist immer noch billiger als ein Navigations System des Herstellers und wenn wir noch die Sprachbedienung dazu hadert, kostet das ja noch mal extra.

Also ich habe mich bewusst gegen die Navigation System vom Autohersteller entschieden, da App connect von Volkswagen serienmäßig dabei war.

Beste Grüße und das System von BMW finde ich mehr als Kacke…
+6
Antagonist17509.06.19 09:48
@Florian Lehmann
Alles richtig was Du sagst, trotzdem ist das rechtlich und praktisch ein stark ungeregelter Bereich. Der Nutzer kommt unter die Räder.
+1
maculi
maculi09.06.19 09:49
Ein Grund mehr, warum ich froh bin, ohne Auto auszukommen. In der Stadt funktioniert es eh nicht überzeugend, da bin ich mit meinem Rad sowieso schneller am Ziel. Von fürchterlich ineffizient ganz zu schweigen (1,5 Tonnen Blech bewegen um in meinem Fall knapp 70 kg Mensch von A nach B zu bringen ist unabhängig vom Antrieb niemals wirklich sinnvoll, dann noch der immense Ressourcenbedarf für die Herstellung des Autos und der heftige Platzbedarf, egal ob es gerade fährt oder steht).
Wenn ich ausnahmsweise mal eins brauch, dann gibts hier immer noch den örtlichen Carsharing-Anbieter. Auch wenn noch nicht entschieden ist, wie die Entwicklung weitergeht, aber es steht zu befürchten, das sich das Auto zu einer fürchterlichen Datenschleuder entwickelt. Mich würde das massiv stören, aber es soll ja auch Leute geben, die android oder windoof 10 nutzen (denen man Datensparsamkeit auch nicht nachsagen kann).
+9
ratz-fatz
ratz-fatz09.06.19 10:05
Naja, das nachträgliche Freischalten von Funktionen hat auch Vorteile. Beispielsweise, wenn es um die 1% Regelung geht. Die orientiert sich am Bruttopreis des Wagens (Listenpreis!) zum Zeitpunkt des Kaufs und alles was danach kostenpflichtig frei geschaltet wird, fließt in die Besteuerungsgrundlage nicht ein. Wer beispielsweise mit dem Firmenwagen einen langen Weg zum Arbeitsplatz hat, kann damit so manchen Euro sparen.

Nichtsdestotrotz ist die zeitweise Nutzung bestimmter Funktionen eine Sache, die man nicht so einfach hinnehmen sollte. Als Verbraucher sollte man mit den Füßen abstimmen und einen Hersteller wählen, der auf so ein Geschäftsmodell verzichtet.
+4
vf4709.06.19 10:14
depeche101mode
re-pahiWenn man überlegt dass ein vollwertiges Navigation System bei den Autoherstellern kostet, ist CarPlay eine sehr gute Alternative oder eben auch Android Auto.

Bei Volkswagen kostet das System rund 200 € Aufpreis und ich habe Siri Karten oder Google Maps oder sogar eine offline Navigation, die ich halt mit 60 € dazu kaufen muss, dabei.

Ist immer noch billiger als ein Navigations System des Herstellers und wenn wir noch die Sprachbedienung dazu hadert, kostet das ja noch mal extra.

Also ich habe mich bewusst gegen die Navigation System vom Autohersteller entschieden, da App connect von Volkswagen serienmäßig dabei war.

Beste Grüße und das System von BMW finde ich mehr als Kacke…

Manche bayrischen Automobilhersteller verlangen als Voraussetzung für die Buchung von Apple CarPlay leider die Bestellung der Sonderausstattung „Navigationssystem-Professional“. Damit ist CarPlay keine Alternative, sondern nur eine kostenpflichtige Option zum existierenden Navi.
+5
Radetzky09.06.19 10:17
CooperCologne
Ich frage mich, ob dieses Modell von Apple vorgehen ist.

Gut möglich, dass Apple bei BMW selbst die Hand aufhält.
Aber das ist Spekulation. Man müsste einfach mehr über die Zusammenhänge wissen. Aber darüber wird Apple natürlich keine Auskunft geben.
-1
alpeco
alpeco09.06.19 10:23
Gut, dass hier auch endlich mal darüber berichtet wird. Ich finde dieses Verhalten eine Unverschämtheit: Für eine bereits erworbene Funktionalität wird nochmals Geld verlangt. Für mich fließt auch das in die Entscheidung für oder gegen den Kauf ines Fahrzeugs mit ein und auch wenn es nur ein kleiner Bruchteil des Kaufpreises ist, wird mein nächstes Auto unter anderem deshalb kein BMW mehr.
+8
willchen09.06.19 10:28
Da lobe ich mir doch meinen neuen Astra mit CarPlay-Integration. Ist zwar nicht serienmäßig, aber für geringen Aufpreis zu bekommen. Ohne Abo..
+4
sgmelin09.06.19 10:29
Ist doch schon lange verfügbar. Ich habe eine C Klasse von 2014 und kann verschiedene Dienst nachkaufen und die werden direkt aktiviert.
Halte ich nicht für schlecht. Klar, es muss wirklich um Mehrwerte und keine Grundfunktionen gehen. Ob man CarPlay über diesen Weg aktivieren muss oder nicht lasse ich dahingestellt, aber jemand, der das eben nicht braucht oder will, muss es auch nicht bezahlen. Das ist erstmal ok.
So habe ich TomTom Traffic oder Geofencing abonniert.
Wenn ich das irgendwann nicht mehr brauche bezahle ich es auch nicht mehr...

Schade ist nur, dass die verbaute HW auch in der Lage sein muss die neuen Features zu unterstützen. So kann ich beispielsweise das mobile Büro mit meiner HW nicht nutzen, obwohl es einen echten Mehrwert darstellen würde.

Was mich allerdings ärgert und durchaus auch kritisch beurteilen lässt ist die Tatsache, dass die Backend Dienste auch zuverlässig laufen müssen.
Und dies scheint zumindest bei Mercedes nicht der Fall zu sein. So habe ich zwar die Möglichkeit, mir POIs über Apple Maps zu schicken (total geil, wenn das Naiv Ziel am Handy rausgesucht und einfach OTA ins Auto geschickt werden kann). Allerdings haben sie vor kurzem am Backend gearbeitet und die Funktion war nur noch innerhalb der Merced App verfügbar. Das ist dann doof. Oder das TomTom Abo konnte zwei Wochen lang nicht validiert werden und war dadurch nicht verfügbar.

Ich hoffe, das BMW das besser macht. Stichwort Micro Services...
-2
STB
STB09.06.19 10:49
maculi
Auch wenn noch nicht entschieden ist, wie die Entwicklung weitergeht, aber es steht zu befürchten, das sich das Auto zu einer fürchterlichen Datenschleuder entwickelt.
Möglicherweise läuft es darauf hinaus das man sein CarOS jailbreakt und dann mit "freier" Software erweitert/ersetzt. Bei derart horrenden Abogebühren der Autohersteller kann das ein sehr lohnenswerter Markt werden.
An "Little Snitch CarEdition" wird womöglich auch schon gearbeitet.
+3
Bitsurfer09.06.19 10:52
Die Rechnung dass CarPlay gesamthaft 699.- stimmt so nicht! Wenn ich Carplay habe brauche ich kein integriertes Navi mehr. Um Carplay zu nutzen ist ist aber das Navi Voraussetzung für 1500.-

Carplay kostet also bei BMW 2200.—!

Mercedes bietet Carplay ohne Navi an.
Ok, das Command ist auch eine Zumutung.
+9
tk69
tk6909.06.19 11:07
Ist doch ganz klar im Falle von CarPlay. Die Updates der NaviKarten kosten auch Unmengen an Kohle, möchte man aktuell bleiben. CarPlay funktioniert auch ohne Updates, weil das Navi immer aktuell ist. Sogesehen, möchte BMW den „gewohnten“ Turnus beibehalten - und das für eine Leistung, die es eigentlich gratis gibt.🤔😏
+5
Konqi
Konqi09.06.19 11:14
... vielleicht sollte Apple seinen Monitorständer (und künftiges essentielles Zubehör) ausschließlich zum leasing anbieten. Die Leute lassen es ja mit sich machen, das will geschröpft werden.
+2
Bitsurfer09.06.19 11:27
Ich hab letzthin einen Volvo 60 konfiguriert.

Da gibt es gar keine Infotainment Optionen die man buchen kann. Navi, Carplay, Bluetooth, Handyanbindung, USB, VolvoOnCal usw. alles dabei. Kartenupdates kosten nix.
Logo, bezahlt man vorher. Einmal!

Und die nächste Evolution steht schon vor der Tür. Android Automotive. Android Apps fürs Auto direkt im Auto.
Der Polestar 2 hats schon drin. Die Volvos folgen ab 2020.
+1
kugelkopf09.06.19 11:29
Ich persönlich besitze kein Auto und werde auch wohl nie in den Genuss kommen mir ein BMW oder Benz leisten zu können, daher war mir diese Praktik nicht bekannt. Allerdings finde ich es eine Schweinerrei und hat für mich nichts mit Komfort zu tun, sondern ist einzig allein Geldmacherrei.
"Schade... er hat leider nicht sein Airbag-Abo verlängert, sonst hätte er wohlmöglich den Unfall überlebt."
Ich bin sicher niemand der Fan davon ist, dass Sachen reglementiert werden. Aber wenn man Kunden so verarscht...
Definitiv etwas, dass reglementiert werden sollte. Sowohl in dem Bereich als auch bei der Telekommunikation und Software.
+1
Tirabo09.06.19 12:34
Ich bin genau wegen dieses Gebarens und weil mein Verdacht sich immer mehr erhärtete, dass der Verkehrsminister mit BMW gemeinsame Vertuschung des Dieselskandals machte, weg von BMW gegangen.
Nahezu jeder Diesel-BMW musste 2018 zum Service, bei dem irgendetwas am Steuergerät geändert werden musste. Auf Anfrage gab es nur eine begrenzte Auskunft.
Die gemeinsame peinliche Aktion von den BMW-, Mercedes- und VW-Managern beim dummen Donald Trump hinter dem Rücken der Souveränität der EU tat noch sein Übriges dazu.

Dazu hat BMW tatsächlich die schlechten Dieselrestwerte durch den Abgasskandal dreist meinem damaligen Geschäfts-Leasingangebot kräftig aufgeschlagen, sodass die Marke für mich uninteressant wurde.

Die allerneueste Abzockerei von BMW: die teuren Audiosysteme werden nur noch mit den teuersten Navis zwangsverbundelt. So kommt zB. zum Aufpreis eines HK-Systems beim neuen 3er zB. nun auch noch zwangsweise über 3000€ für das teuerste Navisystem hinzu. (Die einzigen Ausnahmen sind hier noch der ActiveTourer/GranTourer und der X1.)

Ich bin weg von BMW und vom angeblichen deutschen „Premium“ und seitdem zufriedener denn je mit meiner Entscheidung.
+5
teorema67
teorema6709.06.19 12:44
Schon früher gab es Fahrzeuge, die vom Werk aus mit Hardware ausgestattet waren, die lediglich per Software – oder per Nachrüstung eines einfachen Schalters und einer zusätzlichen Sicherung – verfügbar wurden.

Das stimmt. Betrifft aber (IMHO berechtigt) solche Features, die erheblichen Entwicklungsaufwand verursacht haben und die auf im Fahrzeug eh vorhandene Hardware zurückgreifen (z. B. AAC = Abstandstempomat), nicht Sitzheizung oder Klima. Wenn man so ein Feature nutzen will, ist eine Gebühr gerechtfertigt. Dann kann man noch streiten, ob einmalig oder als Abo, vom Kunden wählbar.

Wenn ein Hersteller Sitzheizung und Klima einbaut und sich dann ein Abo bezahlen lässt, wäre das schon ziemlich dreist. Würde ich nicht kaufen.
Vornehme Leute haben immer viel Müll (badisches Sprichwort)
-1
moosegcr
moosegcr09.06.19 13:05
Aufgund der Tatsache, daß in unserer Region BMW DAS Statussymbol spätpubertierender Bleifuß-Remus-Brummbrummbrumms mit Migrationshintergrund sind, deren höchstes Gefühl es ist, auf der Autobahn und auch in der Stadt Rennen zu fahren... jo mei - ich hab ja keine Ahnung was so ein BMW nun wirklich kostet aber er könnt ruhig doppelt so teuer sein - ich kenne kein unpraktischeres, umweltschädlicheres, von schlechtem Image gezeichnetes Fahrzeug als den "BringMichWerkstatt"
Wer sich sowas kauft und sich dann noch mal extra dafür abzocken läßt ist selber schuld. Wenn man heutzutage schon ein Auto kaufen muß: Es soll leicht sein, umweltschonend, anständig Platz für Gepäck haben und den geringst möglichen ökologischen Fußabdruck. Und spätestens mit solch unpopulären Forderungen schaut es am Automarkt gaaaaaanz schlecht aus. Vor allem deshalb weil: Schnell muss er sein...

So gesehen sind diese Abo-Mätzchen etxrem ärgerlich aber nur ein Nebeneffekt, der vom Hauptschauplatz sehr effizient ablenkt. Wartet nur, wenn die autonomen Karren kommen, mit Münzeinwurf...

Seufz. Die Rechnung kommt bestimmt. Und nicht als Abo. Und zahlen werden wir alle...
-6
Niederbayern
Niederbayern09.06.19 13:31
Als BMW Mitarbeiter schäme ich mich fast für diese Art von Geschäftsgebaren. Die Kisten verkaufen sich aktuell eh so schleppend und dann nicht mal CarPlay kostenlos zur Verfügung zustellen ist mehr als peinlich.
+14
dr_sax09.06.19 15:07
Dann kommen halt zu den üblichen Preisverhandlungen beim Neukauf, das Verhandeln um Softwareextras. zB. der Zusatz im Kaufvertrag: "Hiermit stehen dem Käufer alle Soft-und Hardwarefunktionen sowie zukünftige für das Modell angebotene möglichen Softwareerweiterungen/Updates kostenfrei zur verfügung." Wenn nicht möglich wird nicht gekauft. Mal sehen was dann passiert.
+3
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