Übernimmt Microsoft für zehn Milliarden Dollar Discord?

Längst wird Microsoft nicht mehr als der finstere Monopolist gesehen, der die gesamte Computerbranche dominieren und nach eigenen Regeln gestalten will. Allerdings sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass Redmond weiterhin ein überaus einflussreiches Unternehmen ist – manch einer sagt gar, Microsoft sei aufgrund vieler Vernetzungen und des umfangreichen Dienste-Angebots mächtiger denn je. Der Markt für Betriebssysteme hat sich zwar gewandelt, im Mobilbereich bestimmten beispielsweise Apple und Google das Geschehen, dennoch zeugen Microsofts Geschäftsergebnisse von der Verbreitung des Software-Giganten. Berichten zufolge ist Microsoft erneut auf Shopping-Tour und befindet sich in Verhandlungen bezüglich einer milliardenschweren Übernahme.


Gaming-Plattform Discord im Visier
Der vor allem im Spiele-Sektor bekannte Messaging-Dienst Discord ist auf der Suche nach Wachstumsmöglichkeiten – und der Verkauf des gesamten Betriebs gilt als denkbare Option. Mehrere Großunternehmen haben angeblich Interesse bekundet, darunter auch Amazon, Epic Games und Microsoft. Das "Slack für Gaming", wie man Discord oft scherzhaft bezeichnet, würde sehr gut ins Angebot jener Anbieter passen. Branchenbeobachter räumen dabei Microsoft die besten Chancen ein, zumal der Kauf in die bisherige Strategie passen würde.

Discord als Xbox-Ergänzung?
Microsoft investierte viele Milliarden Dollar in den Ausbau der Xbox-Plattform samt Gaming-Dienst, selbst vor der Übernahme ganzer Spielestudios schreckt Redmond nicht zurück. Ein Beispiel ist die Holding ZeniMax Media, welche für 7,5 Milliarden Dollar an Microsoft gehen soll. Discord ist aber angeblich noch mehr wert, im Bericht wird von 10 Milliarden Dollar gesprochen. Entschieden sei bislang nichts, denn für Discord bestehe noch eine andere Option – nämlich der Gang an die Börse. Momentan kann der Anbieter aus San Francisco auf mehr als 100 Millionen aktive Nutzer bauen. Gerne wäre Discord hingegen eine Plattform, die in einer Vielzahl an Branchen Fuß fasst und nicht mehr nur als Anlaufstelle für Spieler gilt.

Kommentare

stefanbayer
stefanbayer23.03.21 15:43
Sinnvoll wäre es vermutlich schon bzw. Microsoft würde sich damit die Kundendaten kaufen.

Nur führt bei Microsoft die Management Hierarchie langfristig dazu, dass das ursprüngliche gute Produkt kaputt gemacht werden bzw. als neue Microsoft Produkte erscheinen.
Gerade Skype und Wunderlist können hierfür als Beispiele genannt werden.
+3
Embrace23.03.21 15:59
Skype fand ich noch nie wirklich gut. Wunderlist hat Funktionen eingebüßt, ja, allerdings sieht die Integration in Microsoft 365 ja ganz vielversprechend aus.

GitHub bietet seit der Microsoftübernahme auch kostenlos private Repos für Teams an. Also ist in meinen Augen wesentlich besser geworden.
+2
zinne
zinne23.03.21 19:11
Embrace
GitHub bietet seit der Microsoftübernahme auch kostenlos private Repos für Teams an. Also ist in meinen Augen wesentlich besser geworden.
Oh wow, das wusste ich noch gar nicht. Bin seit Jahren deswegen bei GitLab
+1
subjore23.03.21 20:02
Ich glaube nicht, dass so etwas durch kommt. Es reden doch alle von Zerschlagung der großen Techkonzerne. Warum sollten sie weitere große Zukäufe erlauben?
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zonk25.03.21 11:42
zinne
Embrace
GitHub bietet seit der Microsoftübernahme auch kostenlos private Repos für Teams an. Also ist in meinen Augen wesentlich besser geworden.
Oh wow, das wusste ich noch gar nicht. Bin seit Jahren deswegen bei GitLab

Privat heisst hier natürlich nur für Nicht-Microsoft Mitarbeiter. Du bezahlst schön mit deinen Daten bzw. mit deinem "privaten" Quellcode
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