
HFS+ (verschlüsselt): macOS-Unterstützung endet bald – jetzt prüfen und wechseln


Seit der Veröffentlichung von macOS 10.13 (High Sierra) im Jahr 2017 setzt Apple bei SSDs, Festplatten und Image-Dateien bevorzugt auf die Eigenentwicklung „Apple File System“ (APFS). Dieses proprietäre Laufwerksformat bietet eine Vielzahl an Vorteilen gegenüber dem Vorläufer HFS+. Lesen, Schreiben und Anlegen neuer Laufwerke und Images im Vorläuferformat war in den vergangenen neun Jahren weiterhin möglich. Eine „Deprecation“ in den Anmerkungen zu macOS 27 (Golden Gate) läutet nun aber das Ende ein – ein guter Zeitpunkt für langjährige Mac-Anwender, um Inventur zu machen und über einen Wechsel nachzudenken.
Was ist HFS+?HFS steht für „Hierarchical File System“, das angehängte Plus deutet darauf hin, dass es sich um die neuere Iteration handelt – aus dem Jahr 1998. Diese Bezeichnung bekommen Mac-Anwender in dieser Form allerdings selten zu sehen. Ruft man das Festplattendienstprogramm auf, um ein Laufwerk zu formatieren oder eine Image-Datei anzulegen, nennt macOS dieses Format „macOS Extended“. Unter macOS 26 (Tahoe) ist ein Erzeugen einer verschlüsselten Image-Datei im Laufwerksformat „macOS Extended (journaled)“ weiterhin möglich (wenn auch nicht ratsam).
HFS+ heißt im Festplattendienstprogramm „macOS Extended“.
Inventur und WechselWelches Format eine Image-Datei verwendet, offenbart sich erst nach deren Aktivierung, was Sie etwa durch einen Doppelklick auf die Datei auslösen. Bei verschlüsselten Laufwerken muss man dafür das entsprechende Kennwort eingeben. Danach wählen Sie das aktivierte Volume in der Finder-Seitenleiste aus und wählen „Informationen“ aus dem Ablage-Menü (
+I). Der Inspektor verrät unter „Format“, ob HFS+ oder APFS zur Anwendung kam. Ein Image neu zu formatieren ist, ähnlich wie bei SSDs und USB-Sticks, nicht ohne Inhaltsverlust möglich. Legen Sie stattdessen im Festplattendienstprogramm ein neues APFS-Image an und kopieren Sie die Dateien aus dem bald veralteten Image hinein.
Der Informationen-Dialog offenbart das Laufwerksformat – aber nur, wenn die Image-Datei aktiviert (gemountet) ist.
Sonderfall Time MachineManche alteingesessene Mac-Anwender wissen vielleicht gar nicht, dass sie täglich mit HFS+ hantieren. Das ist der Fall, wenn Sie seit langer Zeit ein und dasselbe (verschlüsselte) Time-Machine-Backup verwenden. Bis zu macOS 10.15 (Catalina) wurden nämlich alle Backups standardmäßig unter Verwendung von HFS+ eingerichtet. Dessen Veröffentlichung liegt sieben Jahre zurück. Eine einfache Faustregel: Time-Machine-Backups von Apple-Silicon-Macs sind mit Sicherheit bereits als APFS angelegt. Bei Intel-Macs lohnt eine Überprüfung. Öffnen Sie dafür das (Netzwerk-)Volume im Finder und aktivieren die darin abgelegte Datei mit der Endung „sparsebundle“. Dafür müssen Sie das Kennwort für die Time-Machine-Verschlüsselung eingeben. Um das Format zu überprüfen, gehen Sie wie bei Image-Dateien vor:
+I öffnet den Inspektor, welcher das Format preisgibt.
Dieses Time-Machine-Backup verwendet bereits APFS.
Bei Time Machine hilft nur NeueinrichtungAuch bei Apples integriertem Datensicherungsmechanismus kann man nicht einfach einen Schalter umlegen, um das Format zu wechseln. Stattdessen richten Sie in Einstellungen/Allgemein/Time Machine über einen Klick auf das Plus-Symbol ein neues Backup ein. Bei externen Laufwerken stellen Sie im Voraus mit dem Festplattendienstprogramm sicher, dass es in APFS formatiert ist – sonst akzeptiert macOS 11 oder neuer es nicht als Backup-Ziel. Bei NAS-Laufwerken mit Sicherung via SMB wird automatisch ein Laufwerks-Image im APFS-Format angelegt.
Noch bleibt ZeitDie Abkündigung (
Deprecation) bedeutet, dass noch einige Zeit bleibt, bis das Format gewechselt wird. Zumindest macOS 27 (Golden Gate) wird in der Lage sein, verschlüsselte HFS+-Images zu öffnen und deren Inhalte anzuzeigen. Ab macOS 28 ist wahrscheinlich Schluss. In diesem Fall lohnt sich der Weiterbetrieb älterer (Intel-)Hardware oder das Aufsetzen einer Virtuellen Maschine (VM) mit macOS 27.