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Apples künftige Pro- (oder Nicht-Pro-)Strategie?

Weia
Weia21.07.2612:12
Hallo allerseits,

angesichts des bevorstehenden (und intern ja schon länger in die Wege geleiteten) CEO-Wechsels liegt es nahe, dass bei Apple grundlegende strategische Weichenstellungen oder zumindest strategische Korrekturen anstehen und ich frage mich, was das für den Mac als professionelles Arbeitsgerät bedeutet.

Ja, der Mac Pro war am Schluss (ganz wörtlich mechanisch) überdimensioniert, aber der Mac Studio ist das umgekehrte Extrem, ein Mini-Würfel, der für professionelle Anwender schmerzliche Kompromisse in Kauf nimmt wegen einer für den professionellen Einsatz völlig überflüssigen Super-Miniaturisierung.

Das allein könnte man ja noch mit Apples generellem Miniaturisierungsfimmel auch nach dem Weggang von Jony Ive erklären, aber dass sie auch noch das 32"-Display ersatzlos streichen ausgerechnet zu einer Zeit, da solche Displays überall aus dem Boden schießen, hinterlässt bei mir den Eindruck einer klaren Lücke im Produktportfolio für den Mac. Ein Mini-Würfelchen und ein 27"-Display als das Ende der professionellen Fahnenstange?

Mir scheint das kein dauerhaft stabiler Zustand zu sein. Entweder Apple verabschiedet sich ganz vom Pro-Bereich und wird zur reinen Consumermarke oder die jetzige Lücke ist ein Durchgangsstadium zu einem neu konfigurierten Profi-Angebot. Denkbar scheint mir beides; zumindest dürfte John Ternus als Ingenieur weit mehr Berührungspunkte zu professionellem Computing haben, als Tim Cook jemals hatte (dem ja nach eigener Aussage eigentlich ein iPad reichte).

Was meint ihr?
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
+7

Kommentare

Johnny6521.07.2612:30
Sehe das ähnlich wie Du. Mir persönlich reicht der Studio (setze ihn bis auf Weiteres noch in der M1-Ultra-Variante mit 128 GB RAM ein) zwar aus, den zwischenzeitlich mal angeschafften 16-Kern-Intel-Mac-Pro habe ich vor kurzem wieder verkauft, weil er mir keinen praktischen Nutzen mehr gebracht hat (so sehr das knappe Jahr mit dieser tollen Maschine auch Freude gemacht hat).
Spätestens bei der Frage, wo sich zusätzliches Storage sinnvoll und elegant unterbringen lässt, gehen aber die von Dir angesprochenen Kompromisse los. Und es gab ja in der Vergangenheit durchaus einige Spekulationen und Ideen, wie sich so etwas besser lösen lassen könnte.
Aktuell ist natürlich nicht zuletzt wegen der Speicherknappheit eine ungünstige Zeit für neue stationäre Highend-Maschinen. Aber zumindest das wird sich ja hoffentlich irgendwann wieder ändern...
+4
sudoRinger
sudoRinger21.07.2612:40
Ich kann auch nicht voraussagen, welche Strategie Apple einschlägt, aber Tim Cook wird ab September Executive Chairman. Das dürfte schon dafür sorgen, dass Ternus vieles nicht als Fehlentscheidungen des alten CEO hinstellen will.

Für viele Pro-Workflows sehe ich den Mac zunehmend als den schlanken Rechner, der nur das GUI stellt, während die eigentliche Arbeit auf einer großen Linux-Maschine läuft, auf die man zugreift. So mache ich das im kleinen Maßstab zunehmend.

Für dein Feld (Farbmanagement, Audio) passt das nicht. Das sind alles Workloads, die lokal auf dem Mac selbst laufen. Hier vermute ich, dass Apple der Ansicht ist, das Mac Studio reiche dafür aus. Apple bewirbt den Mac Studio ja tatsächlich explizit dafür (ProRes-Beschleunigung, viele Thunderbolt-Anschlüsse, XDR-Unterstützung).
+2
TorstenW21.07.2612:57
Ich denke, dass Apple den Trend der Zeit erkannt hat, dass solche überdimensionierten Geräte so gut wie keine Käufer mehr finden.
Entweder man kann seine Sachen auch auf einem Mac Studio erledigen, was für 90+% aller Anwendungen der Fall sein wird oder man nutzt eben Renderfarmen oder andere Betriebssysteme.
Vieles verlagert sich in die Cloud, einschließlich KI. In größeren Unternehmen vltl noch in die Unternehmenscloud.
Die Anwendungsfälle wo jemand wirklich speziell einen Mac Pro braucht sind so gering, dass es sich für Apple nicht lohnt einen Mac Pro ständig aktuell zu halten (was sie ohnehin so gut wie nie getan haben).
Speicherplatz findet sich auch im Netzwerk. Selbst meine Schule hat einen zentralen Serverraum, wo auch der Speicher für alle Geräte angebunden ist. Die Rechner selbst sind nur Terminals und wir hinken technisch der Entwicklung immer Jahrzehnte hinterher, in größeren Firmen sieht das noch ganz anders aus.

Ähnlich ist es mit dem 32" Display. Es ergibt total Sinn für Apple das Display aufzugeben, jetzt wo ihr quasi-Monopol gefallen ist und es genug Alternativen gibt, die ein Drittel kosten, mehr Anschlüsse bieten, etc.
Der Mehrwert, den das Apple Display bot, hat für viele Leute einfach keine Relevanz und entsprechend waren vmtl die Verkaufszahlen. Es ergibt für Apple viel mehr Sinn das 27" Display zu pushen, zumal viele Profis vmtl eher zwei-drei 27" Displays nutzen, als ein 32".

Ich persönlich glaube, dass der Markt für Ultra-Highend-Systeme immer weiter schrumpft. Die allermeisten Aufgaben kann man heutzutage mit einem 500€ Gerät bearbeiten und die Aufgaben, die wirklich Rechenpower benötigen, werden immer weniger on-device bearbeitet.

Der Einzige Vorteil vom Mac Pro gegenüber dem Studio war die Möglichkeit Erweiterungskarten einzubauen, aber z.B. im Audio--Bereich spielt das kaum noch eine Rolle, weil alle externe Geräte nutzen, die dank der modernen Schnittstellen genauso gut funktionieren, im Video-Bereich weiß ich es nicht, aber da wird es notfalls die gleichen Programme auch für Windows geben, so dass die Leute da auch Alternativen haben.

Ansonsten betrachte ich persönlich Apple seit 20 Jahren als Consumer-Marke... aber that might just be me..
+2
gfhfkgfhfk21.07.2613:17
Weia
Ja, der Mac Pro war am Schluss (ganz wörtlich mechanisch) überdimensioniert, aber der Mac Studio ist das umgekehrte Extrem, ein Mini-Würfel, der für professionelle Anwender schmerzliche Kompromisse in Kauf nimmt wegen einer für den professionellen Einsatz völlig überflüssigen Super-Miniaturisierung.
Ich kann da nicht so ganz folgen. Es gibt vergleichbare Mini Workstations auch von der Konkurrenz. Ärgerlich am MacStudio sind das fest verbaute RAM (mit SOCAMM könnte man auch Module verbauen), die „SSD“ im Apple eigenen Format und die HDMI Schnittstelle. Etwas abgeändert mit SOCAMM Modulen, zwei U.3 Steckplätze und einem DP++ Port wäre der MacStudio flexibler nutzbar. Die Gehäusegröße ist beim verbauten SoC ausreichend. Allerdings sehe ich nicht, dass man von der Jobsschen Philosophie des geschlossenen Systems abrücken will.
Weia
Ein Mini-Würfelchen und ein 27"-Display als das Ende der professionellen Fahnenstange?
Apple sieht halt keinen Markt für ein größeres Display oder ein größeres System. Bei einem größeren System kommt noch das Problem dazu, was will man da verbauen? Den M Ultra gibt es bereits im MacStudio, und nur eine paar PCIe Slots für sehr viel Geld rechtfertigt keinen MacPro.

Solange Apple also keinen neuen Chip für einen MacPro entwirft, den sie etwa in der eigenen Cloud als Server CPU nutzen können, sehe ich nicht, wie man einen brauchbaren MacPro bauen könnte. Außer man kauft eine CPU von einer anderen Firma. Die Ampere Altra (Max) und One sind nicht so potent, wenn es um singlethreaded Performance geht. Da bliebe als realistische Option nur die neue nVidia Vera CPU. Dazu müsste man eine Einigung mit nVidia erzielen, und man muss eine Grafikkarte dazu nehmen.
-1
TheGeneralist
TheGeneralist21.07.2613:22
Hallo Weia,
aus meiner Sicht wird der hier von dir gut herausgearbeitete Widerspruch im Kern durch die Apple Silicon Architektur verursacht, die diesbezüglich gleichermaßen Fluch und Segen ist: Segen, da extrem energieeffizient, Fluch, da im High End Bereich deutlich schwieriger zu skalieren / erweiterbar zu gestalten. Das wird auch sehr deutlich in dem gerade auf dieser Seite erschienenen Artikel, in dem über diverse Entwicklungsprojekte für den Mac Pro spekuliert wurden, die vermutlich der Entscheidung zur Einstellung der Mac Pro vorausgegangen sind:

Das 27" Studio Display XDR als Nachfolger des 32" Displays würde ich dabei hinsichtlich der generellen Pro-Strategie nicht überbewerten - die 27" sind aus meiner Sicht ein Kompromiss, um das Display für mehr Nutzer bezahlbar zu machen, ansonsten ist der Monitor ja offenbar dem Vorgänger in jeder Hinsicht überlegen, und 27" sind jetzt auch nicht gerade klein - ist ja nicht so, dass jeder jetzt mindestens 32" für einen professionellen Workflow brauchen würde, nur weil in dieser Größe zunehmend mehr Geräte verfügbar werden.

Die Entscheidung, wie man sich im Pro Segment positioniert, ist aus meiner Sicht mit der Einstellung des Mac Pro also auch schon weitgehend getroffen: auch wenn es technische Möglichkeiten gegeben hätte, das High-End Segment und die Mac Pro Serie technisch sinnvoll weiterzuführen, war die Entscheidung dagegen - zu viel Entwicklungsaufwand für ein zu kleines Kundensegment. Ich denke dass Apple den Mac Studio als "80% Pro Lösung" konsequent weiter verfolgen wird und das High-End Segment anderen überlässt.

Wüsste nicht, warum sich unter Ternus an diesem bewusst entschiedenen und nun eingeschlagenen Weg etwas ändern sollte...also aus meiner Sicht nicht das von dir in den Raum gestellte "Entweder...oder", sondern ein integrierender Kompromiss aus den beiden Varianten, mit dem man aber sehr gut leben kann.
+2
FlyingSloth
FlyingSloth21.07.2613:25
Man sollte hier erstmal den Begriff “professionell” definieren, bevor man anfängt darüber zu diskutieren ob Apple sich aus dem professionellen Markt zurückzieht. Aus meiner Perspektive ist eine Person ein professioneller Anwender, wenn diese die Geräte beruflich einsetzt und auf die konstante Zuverlässigkeit angewiesen ist. Dabei spielt maximale Ausbaufähigkeit der Computer nur eine untergeordnete Rolle. Im professionellen Arbeitsumfeld wählt man eben das Gerät, welches am besten für den Job geeignet ist. Für einen Redakteur, Schriftsteller, Lehrer mag hier locker ein MacBook Air in Minimal Konfiguration als professionelles Tool herhalten. Jemand der hingegen codet und regelmäßig compiled benötigt ein anderes Tool mit mehr Dampf unter der Haube. Kommt eben immer auf das Anwendungsgebiet an. Und jemand der wiederum viele Geräte anschließen muss und gleichzeitig Leistung benötigt, greift eben zu einem MacStudio und Breakout Boxen, welche es für so ziemlich jedes Anwendungsgebiet massgeschneidert gibt. Genauso wie es sudoRinger perfekt beschreibt verhält es sich z.B. in meinem Arbeitsalltag. Mein MacMini liefert die GUI und den Zugriff auf eine Ubuntu Workstation, die wiederum eine Linux Renderwall als Backbone hat. Somit genieße ich den gewohnten Komfort eines Macs mit einer dahinter geschalteten Rechenleistung, wie sie mit einem noch so aufgebohrten MacPro nie machbar wäre. Ganz abgesehen von den Anschaffungskosten. Ich denke das erkennt auch Apple. Ganz unabhängig welcher CEO was zu sagen hat. Apple Geräte werden IMO zunehmend das Frontend bilden, während rechen intensive Aufgaben im Hintergrund im Netzwerk auf Linux Maschinen oder in der Cloud ausgeführt werden.

Die Zeiten von voluminösen, lauten Towern unter dem Tisch oder noch schlimmer auf dem Tisch waren mal und werden aus meiner Sicht hoffentlich auch nicht wieder zurückkommen.
„Fly it like you stole it...“
+2
Weia
Weia21.07.2613:45
gfhfkgfhfk
Ich kann da nicht so ganz folgen. Es gibt vergleichbare Mini Workstations auch von der Konkurrenz.
Ja, auch, aber nicht nicht nur.
Apple sieht halt keinen Markt für ein größeres Display
Dem widerspricht, dass andere Hersteller auf diesen Zug aufspringen. Im Gegensatz zu Computern ist Flächenverbrauch bei Displays ja kein missliches, aber unvermeidbares Erfordernis, sondern ein entscheidendes Feature. Warum sollte dieser Bedarf zurückgehen?

Du könntest natürlich argumentieren, genau die Tatsache, dass jetzt auch andere Hersteller 32"-6K-Displays anbieten, macht den Markt für Apple uninteressant. Aber das würde dann doch erst recht für 27"-5K-Displays gelten? Dann wären wir wieder bei einer Phase ohne Apple-Displays, die es ja schon mal gab. Aber dann gäbe wiederum das groß angekündigte neue Farbmanagement speziell für Apple-Displays keinerlei Sinn.

Allgemeiner formuliert ist das eben genau meine Frage: sieht Apple (für sich) keinen Markt mehr für professionelle Systeme (den es einmal sah – Apple war seit 25 Jahren Vorreiter bei großen Flat-Panel-Displays)?
oder ein größeres System. Bei einem größeren System kommt noch das Problem dazu, was will man da verbauen?
Mir geht es bei der Größe gerade nicht primär um noch leistungsfähigere CPUs, sondern um dieselben CPUs in einem weniger gedrängten Umfeld mit all seinen Nachteilen.
ein paar PCIe Slots für sehr viel Geld rechtfertigt keinen MacPro.
Aber vielleicht für nicht ganz so viel Geld?
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
+1
gfhfkgfhfk21.07.2613:46
FlyingSloth
Die Zeiten von voluminösen, lauten Towern unter dem Tisch oder noch schlimmer auf dem Tisch waren mal und werden aus meiner Sicht hoffentlich auch nicht wieder zurückkommen.
Das mit dem „laut“ ist nicht mehr aktuell. Und die leistungsstarken großvolumigen Linux Workstations sind durchaus ein Thema.
+1
Wellenbrett21.07.2613:56
In einem Forenbeitrag zu dem Mactechnews-Artikel "Apple wieder wertvollstes Unternehmen der Welt" hatte ich das Gerücht von Mark Gurman über einen Mac Studio mit M7 und 1,5 TB unified memory bereits erwähnt. Wenn sich das Gerücht bewahrheitet und Apple tatsächlich einen Mac Studio Rechner mit 1.5 TB RAM herausbringt, wäre das ganz klar eine Bekenntnis zum Profi-Bereich, wobei man dann wohl differenzieren muss, welche Profis hier denn gemeint sind. Laut Dr. Errol Brandt, dem Gründer des australischen Unternehmens Kiraa wäre solch ein Rechner das optimale Gerät für kleinere bis mittlere Unternehmen um KI-Modelle lokal selbst zu betreiben. Brandt hat dazu ein wirklich sehenswertes Video auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht: . Ich habe Hoffnung, das Apple in Bezug auf den Profi-Bereich nur noch wartet, bis auch alle Software-Voraussetzungen komplett erfüllt sind: die Hardwareentwicklung mit der Umstellung auf die M-Prozessoren ist ja schon seit Jahren erfolgt, die Umstellung der Software aber noch nicht: macOS 27 erscheint als erstes System nur für M-Prozessoren und die Umstellung von Objective-C auf Swift dürfte insgesamt ein gewaltiges Unterfangen sein. Ich glaube, einen Mac Pro, wie er war, mit seiner internen Erweiterbarkeit werden wir nicht wieder bekommen, aber für einen Rechner, der für Unternehmen geeignet ist, um KI-Modelle (die laut Kiraa in Zukunft austauschbare Massenware sein werden) lokal zu betreiben, stehen die Chancen gut. Und für die Kreativen unter den Profis gesellt sich demnächst vielleicht wieder Aperture zu FinalCut Pro und Logic (ist eine persönliche Einschätzung von mir)
+1
TorstenW21.07.2614:07
Weia
Du könntest natürlich argumentieren, genau die Tatsache, dass jetzt auch andere Hersteller 32"-6K-Displays anbieten, macht den Markt für Apple uninteressant. Aber das würde dann doch erst recht für 27"-5K-Displays gelten?
Prinzipiell ja, denn da gibt es natürlich mehr Konkurrenz.
Aber beim 32" war es eben bisher so: Wer ein 32" 6k Display wollte... musste das Apple Display kaufen. Es gab keine Alternative. Diese erscheinen jetzt und drücken Apples Verkaufszahlen. Ich denke niemand hat da gerne die 6000€+ für das Display bezahlt, wenn man es nicht umbedingt brauchte.
Das 27" Display bedient eine ganz andere Schiene, nämlich vor allem die Apple Fanboys, die sich zu ihrem Mac Studio oder Mini noch das "passende" Display kaufen. Das sind ja nicht alles professionelle User, sondern im besten Falle "Prosumer" und die Verkaufszahlen sollten da entsprechend höher sein. Da gibt es auch genug, die eben noch 2000€ in ein Display investieren, aber nicht bereit waren den dreifachen Preis für 5" mehr zu zahlen.
Und auch die Profis werden hier mitbedient. Quasi alle Leute, die ich in Softwareentwicklung etc kenne nutzen eher multiple 24" oder 27" Displays.
Weia
Aber vielleicht für nicht ganz so viel Geld?
Wie lange bist du noch mal Apple User?
+1
Weia
Weia21.07.2614:14
FlyingSloth
Man sollte hier erstmal den Begriff “professionell” definieren, bevor man anfängt darüber zu diskutieren ob Apple sich aus dem professionellen Markt zurückzieht. Aus meiner Perspektive ist eine Person ein professioneller Anwender, wenn diese die Geräte beruflich einsetzt und auf die konstante Zuverlässigkeit angewiesen ist.
Genau; die Zuverlässigkeit steht auch für mich ganz vorne. Und genau die leidet eben völlig unnötig unter übertriebener Miniaturisierung und der Notwendigkeit externer Provisorien.

Ein „professionelles“ Gerät bedeutet für mich hohe Zuverlässigkeit/minimierte Downtime durch großzügige Dimensionierung der Komponenten (die praktisch immer mit größeren Abmessungen einhergeht), modularem Aufbau, der ebenfalls mehr Platz benötigt (defektes Netzteil herausziehen, neues einsetzen), hoher Servicefreundlichkeit (nicht den ganzen Rechner zerlegen müssen, um die Pufferbatterie auszutauschen) und kein fehleranfälliger Kabelverhau = interne Integration aller dauerhaft zum Betrieb erforderlichen Komponenten wie z.B. Time-Machine-SSD.

Um Rechenleistung geht es mir ausdrücklich nicht; da braucht ein Schriftsteller sicherlich weit weniger als ein Biochemiker. Aber Zuverlässigkeit/geringe Downtime brauchen alle Profis.
Für einen Redakteur, Schriftsteller, Lehrer mag hier locker ein MacBook Air in Minimal Konfiguration als professionelles Tool herhalten.
Ein MacBook Air (und jede Art von Laptop) ist für mich das exakte Gegenteil eines professionell eingesetzten Computers, solange der Einsatz nicht von der Sache her Mobilität erfordert.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
+1
Weia
Weia21.07.2614:18
TorstenW
Weia
Aber vielleicht für nicht ganz so viel Geld?
Wie lange bist du noch mal Apple User?
So lange, dass ich noch Mac Pros mit PCIe-Bussen für 2000€ kaufen konnte.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
+3
t.stark
t.stark21.07.2614:36
Weia
minimierte Downtime
Dieses ehrenwerte Ziel kann man natürlich auch über entsprechende Wartungsverträge erreichen, die Organisationen, die das benötigen in der Regel auch abschließen.
Weia
modularem Aufbau
Weia
kein fehleranfälliger Kabelverhau
Ich denke dieser Aspekt hat mehrere Seiten. Einerseits ist es einfach so, dass Hochintegration mehr Zuverlässigkeit bringt. Andererseits ist ein Kabelverhau natürlich auch ein stückweit Modularität.
Ich kann es argumentativ auch nicht so recht begründen, aber ich will auch so einen Apple-Computer.
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Fontelster
Fontelster21.07.2614:47
Weia
[…] aber der Mac Studio ist das umgekehrte Extrem, ein Mini-Würfel, der für professionelle Anwender schmerzliche Kompromisse in Kauf nimmt wegen einer für den professionellen Einsatz völlig überflüssigen Super-Miniaturisierung.
Auch wenn ich deine grundsätzliche Kritik verstehe – wenn der Mac Studio schon super-miniaturisiert ist, was ist dann der Mac mini? Oder jegliches MacBook?
Ganz offensichtlich ist nicht der Mac Studio das »umgekehrte Extrem«, sondern eben der Mini, bzw. MacBooks
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System 6.0.1
System 6.0.121.07.2614:54
TorstenW
Es ergibt für Apple viel mehr Sinn das 27" Display zu pushen, zumal viele Profis vmtl eher zwei-drei 27" Displays nutzen, als ein 32".

Nur eine Anekdote vom Anfang des Jahrtausends. Damals hatte Apple erstmals ein 32“-Display im Angebot. Ich hatte viele Leute aus der Druckvorstufe, Grafiker, Fotografen etc. in meinem Kundenstamm. Da bereitete das riesige Ding natürlich einige Aufregung in der Szene. Viele kamen, um sich das Ding im Showroom anzusehen. Es wurde aber nur mäßig gekauft, auch wegen der beiden Grafikkarten, die gebraucht wurden.

Später habe ich dann von einem Anwender (Grafiker bei ESPRIT) im Gespräch erfahren: „Das 32er-Display ist der erste Monitor der zu groß ist. Man muss den Kopf zu sehr bewegen, um den Überblick zu behalten.“

Das ist heute anders? Ich nutze zwei Monitore mit 24“. Ich muss da auch den Kopf bewegen, aber ich sehe die beiden Displays auch als zwei Arbeitsflächen, und nicht eine einzige …

„„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998“
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Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck21.07.2615:00
Weia
Ein MacBook Air (und jede Art von Laptop) ist für mich das exakte Gegenteil eines professionell eingesetzten Computers, solange der Einsatz nicht von der Sache her Mobilität erfordert.

Das sehe ich komplett anders. Besonders dank der M-Chips kann ich nun auf Laptops genau so arbeiten wie früher auf großen Desktops – und für mich ist das ein toller Gewinn, das Gerät einfach mitnehmen zu können wenn ich es denn will, ohne einen Kompromiss einzugehen. Mein (nun recht altes) MBP M1 Max hat mich nicht im Stich gelassen und verrichtet tagtäglich viele Stunden professioneller Arbeit (wenn man Programmieren darunterzählt) seit vielen Jahren.
+1
Weia
Weia21.07.2615:02
Fontelster
Weia
[…] aber der Mac Studio ist das umgekehrte Extrem, ein Mini-Würfel, der für professionelle Anwender schmerzliche Kompromisse in Kauf nimmt wegen einer für den professionellen Einsatz völlig überflüssigen Super-Miniaturisierung.
Auch wenn ich deine grundsätzliche Kritik verstehe – wenn der Mac Studio schon super-miniaturisiert ist, was ist dann der Mac mini? Oder jegliches MacBook?
Das sind ja nicht die High-End-Geräte, sondern eben in der Leistung entsprechend reduzierte bzw. solche, wo die geringe Größe ein Feature ist (Laptops). Ich bezog mich ausdrücklich auf den leistungsfähigsten Desktop-Mac, „über“ dem es nichts „Größeres“ mehr gibt.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
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Weia
Weia21.07.2615:20
Mendel Kucharzeck
Weia
Ein MacBook Air (und jede Art von Laptop) ist für mich das exakte Gegenteil eines professionell eingesetzten Computers, solange der Einsatz nicht von der Sache her Mobilität erfordert.
Das sehe ich komplett anders.
Ich weiß.
Besonders dank der M-Chips kann ich nun auf Laptops genau so arbeiten wie früher auf großen Desktops
Ich hoffe aber für Deinen Rücken bzw. nehme an, mit externem Display, Tastatur und Maus.
– und für mich ist das ein toller Gewinn, das Gerät einfach mitnehmen zu können wenn ich es denn will
Ich wüsste nur absolut nicht, warum ich das wollen sollte. Aber das liegt natürlich auch daran, dass ich von zuhause aus arbeite.

Ich habe seit 2012 ein MacBook Pro Retina, um mir die Retina-Auflösung ansehen zu können – das war damals die einzige Möglichkeit. In den 14 Jahren seitdem habe ich das Gerät ein einziges Mal vom Arbeitsplatz fortbewegt …
,ohne einen Kompromiss einzugehen. Mein (nun recht altes) MBP M1 Max hat mich nicht im Stich gelassen und verrichtet tagtäglich viele Stunden professioneller Arbeit (wenn man Programmieren darunterzählt) seit vielen Jahren.
Natürlich gehört da Programmieren dazu, jedenfalls, wenn so tolle Programme dabei herauskommen. Zumindest, was das Netzteil angeht, sind Laptops ja auch modular, und Pufferbatterie brauchen sie auch keine – sind diesbezüglich Mac mini/Studio also klar überlegen.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
-1
Weia
Weia21.07.2615:25
System 6.0.1
„Das 32er-Display ist der erste Monitor der zu groß ist. Man muss den Kopf zu sehr bewegen, um den Überblick zu behalten.“
Den Kopf bewegen, um den Überblick zu behalten, muss man eigentlich immer …
Ich nutze zwei Monitore mit 24“
Das würde mich wahnsinnig machen (ich bin schließlich keine gespaltene Persönlichkeit).
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
+1
t.stark
t.stark21.07.2615:37
Weia
System 6.0.1
„Das 32er-Display ist der erste Monitor der zu groß ist. Man muss den Kopf zu sehr bewegen, um den Überblick zu behalten.“
Den Kopf bewegen, um den Überblick zu behalten, muss man eigentlich immer …
Diese Logik habe ich nie verstanden. Es geht ja darum einen Sinnzusammenhang unterbrechungsfrei (auf einem Monitor) sehen zu können. Wenn der komplette wahrzunehmende Inhalt zu groß ist für ein Display, ist das Display zu klein. Muss man den Kopf bewegen um alles zu sehen ist der Inhalt zu groß für das Sehfeld. Jetzt könnte man immer noch sagen: "Schieb Deinen Inhalt so hin, dass es auf einen Monitor passt". Ja stimmt, aber dieser Vorschlag scheitert an der Realität, weil man häufig Fenster mit Paletten links und rechts hat und der eigentlich Inhalt ist dazwischen - das artet in Gefudel aus.
Und selbst wenn der Inhalt nichts ins Sehfeld passt: Besser nur den Kopf schwenken, als zusätzlich noch eine Unterbrechung drin zu haben. Ein Monitor kann nie groß genug sein, solange dies ergonomisch vertretbar ist.
Weia
System 6.0.1
Ich nutze zwei Monitore mit 24“
Das würde mich wahnsinnig machen (ich bin schließlich keine gespaltene Persönlichkeit).
Ein zweiter Monitore mit peripheren, von der Hauptsache unabhängigen Dingen kann ein Vorteil sein.
+1
Weia
Weia21.07.2615:52
t.stark
Weia
System 6.0.1
„Das 32er-Display ist der erste Monitor der zu groß ist. Man muss den Kopf zu sehr bewegen, um den Überblick zu behalten.“
Den Kopf bewegen, um den Überblick zu behalten, muss man eigentlich immer …
Diese Logik habe ich nie verstanden.
Das war allegorisch/gedanklich gemeint.
Ein Monitor kann nie groß genug sein, solange dies ergonomisch vertretbar ist.
↔︎
Ein zweiter Monitore mit peripheren, von der Hauptsache unabhängigen Dingen kann ein Vorteil sein.
Ja was nu?

Ich gehöre definitiv zur Fraktion Und selbst wenn der Inhalt nichts ins Sehfeld passt: Besser nur den Kopf schwenken, als zusätzlich noch eine Unterbrechung drin zu haben. Ein Monitor kann nie groß genug sein.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
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t.stark
t.stark21.07.2616:02
Da sehe ich keinen Widerspruch. Unabhängige Dinge können auf einen zweiten Monitor, zusammenhängende nicht.
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