

Früher oder später stößt wahrscheinlich jeder Mac-Anwender auf dieses wenig amüsante Phänomen: Nach der Installation einer neuen App öffnen sich auf einmal alle Dateien desselben Typs mit der neuen App. Der Neuzugang drängelt sich vor und fordert Exklusivrechte für ein Dokumentformat, etwa PDF, JPG, JSON oder Markdown. Glücklicherweise hat die Dateiverwaltung von macOS hilfreiche Werkzeuge an Bord, um dies gezielt umzustellen. In Extremfällen ist allerdings Detektivarbeit gefragt; hier helfen (kostenlose) Diagnosewerkzeuge weiter.
Kurzfristige AbhilfeIn vielen Fällen will man gar nicht die Standard-App zum Öffnen einer Datei ändern, sondern ausnahmsweise ein alternatives Programm auswählen. Dafür wählen Sie die Datei aus, um mittels Sekundärklick (Rechtsklick, Zweifingerklick oder
-Klick) das Kontextmenü zu öffnen. Bewegen Sie den Mauszeiger auf „Öffnen mit …“, um eine Liste sämtlicher kompatibler Programme angezeigt zu bekommen. Alternativ können Sie auch bei ausgewählter Datei das Ablage-Menü öffnen – dort findet sich dasselbe Untermenü. In diesem Fall merkt sich macOS nicht, dass die Datei mit diesem Programm geöffnet werden soll.
Über Ablage- und Kontextmenü wählen Sie spontan ein anderes Programm.
Dateispezifisch: „Informationen“Wollen Sie diese eine Datei dauerhaft mit einem anderen Programm öffnen, wählen Sie „Informationen“ aus dem Kontext- oder Ablagemenü (Tastenkürzel
+I). Sogleich erscheint ein zusätzliches Fenster mit vielen Details zu diesem Dokument. Im Eintrag „Öffnen mit“ (eventuell durch Klick auf „>“ links davon aufklappen) zeigt der Finder, welches Programm ein Doppelklick auf die Datei startet. Im Aufklappmenü können Sie wieder ein anderes Programm wählen, um diese Datei zu öffnen – danach können Sie das Fenster schließen. In diesem Fall merkt sich macOS Ihre Präferenz für diese eine Datei, und zukünftig öffnet sich dieses, wenn Sie das Dokument doppelklicken. Erscheint das gewünschte Programm nicht in der Liste, klicken Sie auf „Andere …“ ganz unten und wählen die App selbstständig aus. Bleibt das Programm ausgegraut, wählen Sie „Alle Programme“ im Aktivieren-Aufklappmenü.
Der Informationsdialog des Finders erlaubt, einen anderen Editor für eine Datei festzulegen.
Für alle Dateien ändernMöglicherweise wollen Sie auch ein für alle Mal entscheiden, welches Programm beim Doppelklick auf eine Datei mit derselben Endung startet. In diesem Fall gehen Sie genauso vor wie gerade beschrieben: Informationen-Dialog öffnen und Lieblingsprogramm bestimmen. In diesem Fall klicken Sie jedoch zusätzlich auf „Alle ändern …“ und bestätigen im daraufhin erscheinenden Dialog Ihre Wahl. Anschließend öffnen alle Dateien mit derselben Endung standardmäßig dieses Programm.
Durch zusätzlichen Klick auf „Alle ändern …“ legt man den neuen Editor als Standard für den Dateityp fest.
Im Hintergrund: Erweiterte Attribute und UTIsWie der Finder entscheidet, womit eine Datei geöffnet wird, bestimmt eine mehrstufige Abfrage, wie Howard Oakley in einem
Beitrag erklärt: Dateispezifische Einstellungen werden in einem Dateiattribut gespeichert, genauer: in „com.apple.LaunchServices.OpenWith“. Der Uniform Type Identifier (UTI) legt fest, welche Programme einer Dateiendung zugewiesen sind.
Probleme behebenOakley empfiehlt zur Analyse zwei seiner kostenlosen Programme:
UTIutility hilft beim Auslesen und Ändern der Uniform Type Identifiers. Falls eine Datei zwar dem richtigen Programm zugeordnet wird, macOS dieses aber nicht öffnen will, liegt dies seiner Erfahrung nach an einem irrtümlich gesetzten Quarantäne-Attribut. Für solche Fälle hat er das Tool
Quarant2 parat.
Sonderfall Quick LookEin ähnliches, noch schwieriger durchschaubares System wendet macOS an, wenn es daran geht zu entscheiden, welche App die Übersicht einer Datei erzeugt. Dies geschieht, wenn man nach Auswahl einer Datei die Leertaste betätigt – in diesem Fall erscheint eine Dateivorschau, ohne dass ein Programm starten muss. Darüber stolperte jüngst der Entwickler Brett Terpstra, nachdem er die Markdown-Übersichtserweiterung „Marked QL“ im App Store lancierte. Um Konflikten zwischen Quick-Look-Erweiterungen auf die Spur zu kommen, programmierte er kurzerhand
Quick Look Doctor. Darin können Anwender selbstständig entscheiden, welche Übersichtserweiterung bei einem bestimmten Dateityp zur Anwendung kommt.
Quick Look Doctor offenbart, welche Übersichtserweiterungen bei einer Datei zur Auswahl stehen.