
Mac-Praxis: Systemaktualisierungen und macOS-Installer gezielt herunterladen


Wenn es nach Apple geht, sollen sich Mac-Nutzer möglichst wenig Gedanken über Softwareaktualisierung machen und stattdessen Apple die Kontrolle überlassen. Der Einrichtungsassistent aktueller macOS-Versionen schaltet automatische Updates standardmäßig ein. Es gibt aber gute Gründe, Aktualisierungen manuell vorzunehmen oder zumindest zu überprüfen. Für diesen Zweck gibt es das Kommandozeilen-Interface – es liefert mehr Informationen und erlaubt eine granulare Kontrolle darüber, was wann installiert wird.
Um die Softwareaktualisierung per Kommandozeile zu steuern, starten Sie zunächst das Programm „Terminal“, welches sich im Unterordner „Dienstprogramme“ befindet. Wenn Sie hier lediglich den Namen des Programms „softwareupdate“ eingeben, bekommen Sie eine lange Liste der möglichen Optionen angezeigt, mit der Sie festlegen, was das Programm tun soll. Sie beginnen mit zwei Minuszeichen.
Anzeigen, Laden, InstallierenAuf der Kommandozeile stehen auch die Funktionen bereit, welche der Systemeinstellungen-Dialog bietet:
- softwareupdate --list zeigt an, welche Aktualisierungen derzeit für diesen Rechner bereitstehen.
- softwareupdate --download lädt ausstehende oder bestimmte Aktualisierungen herunter.
- softwareupdate --install installiert ausstehende Aktualisierungen (oder eine bestimmte).
Nach einem weiteren Leerzeichen können Sie weitere Modifikatoren hinzufügen:
- --all listet, lädt oder installiert alle passenden Aktualisierungen
- --recommended listet, lädt oder installiert nur die empfohlenen Aktualisierungen.
- --os-only beschränkt die Aktion auf Systemaktualisierungen
- --safari-only beschränkt die Aktion auf Apples Browser.
- --restart initiiert anschließend einen Neustart
Installationsprogramm herunterladenMöchten Sie eine bestimmte macOS-Version herunterladen, um sie auf einem externen Laufwerk zu installieren, nutzen Sie eine oder mehrere der weiteren Optionen:
- --fetch-full-installer lädt den aktuellen Installer herunter und platziert ihn im Ordner „Programme“.
- --list-full-installers zeigt die Systemversionen an, die sich von Apples Servern herunterladen lassen.
- --fetch-full-installer --full-installer-version xy.z lädt eine bestimmte ältere Version von macOS (z.B. „--full-installer-version 15.7.8“ für den derzeit aktuellen Sequoia-Installer).
Das Installationsprogramm landet im Ordner "Programme". Beachten Sie dabei: Wenn Sie damit macOS auf einem externen Laufwerk installieren, wird es anschließend automatisch gelöscht. Wollen Sie dies für ein weiteres Laufwerk verwenden, sollten Sie es vorher auf ein anderes Laufwerk kopieren.
Wann wurde was installiert?Hilfreich kann auch sein, was softwareupdate anzeigt, wenn man die Option „--history“ anhängt. Dann listet die Kommandozeile nämlich eine Chronologie sämtlicher über die systeminterne Softwareaktualisierung geladener Updates auf. Dies können Sie aus dem Terminalfenster kopieren oder über den „>"-Operator in eine Textdatei umleiten:
softwareupdate --history > ~/Desktop/Chronik.txt
schreibt die Historie in eine Datei namens „Chronik“ auf dem Schreibtisch.
Über die Kommandozeile erhalten Sie eine Chronik aller per Softwareaktualisierung installierten Updates.
Sonderfall SicherheitsupdatesDie Softwareaktualisierung kümmert sich zusätzlich um die Installation von Sicherheitsaktualisierungen für XProtect sowie XProtect Remediator. Standardmäßig listet softwareupdate diese nicht auf. Wie Howard Oakley
entdeckt hat, kann man deren Anzeige mit der undokumentierten Option
--include-config-data erzwingen. Ab macOS 15 Sequoia verwendet Apple zusätzlich einen zweiten Mechanismus, über welchen XProtect-Aktualisierungen ausgespielt werden. Für diesen gibt es ein separates Kommandozeilenprogramm namens "xprotect":
- xprotect version zeigt die Versionsnummer der unter /var/protected/xprotect/ installierten Version.
- sudo xprotect check zeigt die online verfügbare Versionsnummer an.
- sudo xprotect update aktualisiert XProtect.
XProtect hat einen neuen (zweiten?) Aufenthaltsort.