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Geheimes CIA-Briefing: Cook wurde vor möglichem Überfall Chinas auf Taiwan gewarnt

Tim Cook habe anschließend nur noch "mit einem Auge offen" geschlafen – so wird seine Reaktion auf ein geheimes CIA-Briefing beschrieben. Dieses fand im Juli 2023 statt und beschäftigte sich mit den Erwartungen des amerikanischen Geheimdienstes, dass China einen Überfall auf Taiwan plane. Das wiederum würde ganz erhebliche Verwerfungen bedeuten, immerhin gilt Taiwan unter anderem wegen TSMC inzwischen als das Herzstück moderner Chipfertigung und Halbleiterentwicklung. Besagtes Treffen, an dem laut New York Times neben Cook auch Jensen Huang (Nvidia), Lisa Su (AMD) sowie Cristiano Amon (Qualcomm) teilnahmen, thematisierte den militärischen Aufbau Chinas, welcher auf ein Vorgehen gegen Taiwan bis 2027 hindeute.


Taiwan als "nationale Aufgabe" Chinas
Aus Sicht Chinas ist Taiwan kein eigenständiger Staat, sondern eine abtrünnige Provinz. Die "Wiedervereinigung" gilt aus symbolischen und geopolitischen Gründen als nationale Aufgabe, wenngleich man sich bislang nie an militärische Schritte wagte – von großangelegten Manövern vor der Küste zur Simulation einer Blockade einmal abgesehen. Für Taiwan stellt TSMC indes geradezu eine Lebensversicherung dar, denn zum Schutz der Chipindustrie dürfte die Weltgemeinschaft geschlossener handeln, als im Falle des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.

Invasion auf Taiwan oder Blockade: Lieferketten brechen zusammen
Der Kern des Berichts ist aber weniger, dass Geheimdienste eine neue Zahl nennen, denn 2027 als möglicher Zielkorridor taucht seit Jahren in US-Debatten auf. Stattdessen besteht die Brisanz darin, dass die damalige US-Regierung offenbar Tech-CEOs in ein "Classified Briefing" geholt hat, um die Abhängigkeit von Taiwan/TSMC zu problematisieren. Für Apple und Co. ist Taiwan kein Risiko unter vielen, sondern eine grundsätzliche Abhängigkeit im Kern der Produktpipelines. Vieles in den Lieferketten kann man diversifizieren und auf Standorte verlagern, für die modernsten Chips inklusive des Design-/Fertigungs-Ökosystems ist das faktisch auf viele Jahre hin unmöglich. Alle Investitionen mit Zieldatum 2030, die in den USA erfolgen, beziehen sich beispielsweise nicht auf das technologische Maximum.

Cook zurecht besorgt
Cooks Satz mit dem offenen Auge ist daher gut nachvollziehbar. Ganz gleich, ob es eine Invasion oder eine Blockade wäre, Apples Lieferkette würde dies massiv und ohne echte Alternativen schwer beschädigen. Samsung Foundry liegt technologisch bei Spitzenprozessen hinter TSMC, selbiges gilt für Intel, US-Anlagen mit aktuellen Technologien sind indes erst in einem Jahrzehnt realistisch. Egal welcher politische Druck ausgeübt wird, Produktion in die USA zu verlagern: Was man an High-End-Lösungen benötigt, stammt aus Taiwan.

Kommentare

Metty
Metty24.02.26 15:23
China schaut sich genau an wie sich der Westen gegenüber Russland in Bezug auf den Ukraine Krieg verhält. Abhängig davon findet eine Risokoabschätzung statt welche Konsequenzen eine Invasion Taiwans hätte.

Sollte der Westen einbrechen und Trump einen "Deal" mit Putin machen damit sich Russland die Ukraine einverleiben kann, so ist sich China sicher, dass man auch einen Deal mit Trump finden kann. Unsere Welt geht den Bach runter und dafür bekommt Trump gigantische Golfplätze in China geschenkt inklusive einer tonnen-schweren Friedensmedaille.

Sollte der Westen in seiner Solidarität zur Ukraine standfest bleiben, so muss Chine bei einer Invasion Taiwans fürchen keinen Absatzmarkt mehr für irgendwas zu haben. Da Chinas Wirtschaft aktuell nicht gut läuft wird China es sich genau überlegen, ob sich das jetzt lohnt, oder ob man es nicht besser in ein paar Jahrzehnten noch einmal versucht.

Deshalb: Finger weg von der Ukraine und Finger weg von Taiwan. Keine Deals mit Diktatoren.
+19
Fuji_X24.02.26 15:34
... ich würd sagen, dass der wohl kommende Angriff auf den Iran durch die USA China aufzeigen wird, wie stark díe USA agieren könnten ( oder auch nicht ).

Der Iran wird ja teils massiv von China & Russland millitärisch ausgerüstet ( u.a. Luftabwehr ) und dort finden quasi die Tests der gelieferten Systeme adäquat zur Ukraine statt ( wo Amis & Europäer heimlich Waffen unter Realbedingungen Testen ).
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Metty
Metty24.02.26 16:12
Fuji_X
Der Iran wird ja teils massiv von China & Russland millitärisch ausgerüstet

Ich denke da ist ... äääh ... war Russland federführend. Syrien war auch Partner von Russland ... Venezuela war auch Partner von Russland. In beiden Fällen hat sich die militärische Stärke von Russland als wenig nützlich erwiesen. Als vor ein paar Monaten die USA die Atomanlagen des Irans bombadiert haben hat sich gezeigt wie wertvoll die von Russland installieren Raketenabwehranlagen waren.
In so fern schwindet der Einfluss Russland auf externe Partner. Zudem ist in der Kriegskasse Putin's Ebbe. Da kommt keine Kopeke mehr ins Ausland.

China ist da schon eine andere Nummer. Die sind zu niemanden loyal. Die interessieren sich nur für ihre Interessen. Daran ist prinzipiell erst einmal nichts falsch. China sucht lediglich Geschäftspartner, aber bitte keine die ihnen erzählen wie sie ihre Bürger behandeln sollen.

Auch wenn man viel in Europa verbessern könnte, es erscheint mir immer noch eine der letzten Bastionen gegen autokratische Regime zu sein. Dummerweise sehen das zu viele Leute anders.
+4

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