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Siri-Integration: OpenAI bereitet angeblich rechtliche Schritte gegen Apple vor

Um Siris doch sehr eingeschränkte Kommunikations- und Recherche-Fähigkeiten kurzfristig zu verbessern, entschloss sich Apple vor zwei Jahren dazu, ChatGPT als Siri-Aufsatz zu ermöglichen. Wenn Apples Sprachassistent um eine Antwort verlegen ist, kann er die Frage auf Wunsch an ChatGPT weiterleiten. Nun scheint das Verhältnis zwischen Apple und OpenAI allerdings deutlich abgekühlt zu sein. Laut Bloomberg prüft OpenAI rechtliche Schritte gegen Apple und hat dafür bereits eine externe Kanzlei eingeschaltet. Die Rede ist von Vertragsverletzungen wirtschaftlicher Natur, wenngleich weiterhin eine außergerichtliche Einigung angestrebt werde.


Milliardenschwerer Deal? Wohl überhaupt nicht
Bloomberg zufolge verglich man die Vereinbarung intern sogar mit Apples milliardenschwerem Google-Suchdeal. Diese Erwartungen erfüllten sich offenbar nicht, denn aus OpenAI-Sicht blieb die ChatGPT-Integration zu begrenzt, zu wenig sichtbar und zu schwach beworben. Nutzer können ChatGPT kostenlos und ohne Konto verwenden, wohingegen Abonnenten über ihr Konto Zugriff auf kostenpflichtige Informationen erhalten. Anfragen ohne verbundenen Account werden nicht gespeichert und IP-Adressen verschleiert.

OpenAI wohl mit Integration und Bewerbung unzufrieden
Genau diese Architektur könnte zum Streitpunkt geworden sein. Aus Nutzersicht erscheint ChatGPT in Apples Systemen eher als zuschaltbare Erweiterung denn als wichtiger Bestandteil von Siri. Viele Anfragen laufen weiterhin über Apple selbst, bei der Weitergabe an ChatGPT verlangt das System eine Zustimmung. OpenAI hatte sich offensichtlich tiefere Integration und prominentere Darstellung erhofft, vor allem aber klarere Hinweise auf die Abo-Optionen. Zu wenige Nutzer wussten daher davon und die Umsätze blieben hinter den Erwartungen zurück – so die vermuteten Gründe.

...Bewertung ohne Vertragskenntnis aber fast unmöglich
Ob OpenAI allerdings gute Karten vor Gericht hätte, lässt sich ohne Einblick in den Vertrag nicht seriös beurteilen. Derlei Plattformvereinbarungen lassen dem Betreiber oft großen Spielraum bei Produktdesign, Platzierung und technischer Umsetzung. Zumindest lässt sich aber feststellen, dass die ChatGPT-Integration ziemlich genau so erfolgt war, wie Apple das einst angekündigt hatte. Ob es darüber hinaus aber Vertragsklauseln hinsichtlich wirtschaftlich relevanter Punkte wie Abo-Bewerbung gab, kann man schlicht nicht wissen.

Kommentare

System 6.0.1
System 6.0.115.05.26 10:13


Sam Altman hätte sein eigenes Software-Baby fragen sollen.

Trotzdem. Wer diese Frage an ChatGPT stellt, bekommt weiter unten einen brauchbar guten Grund für den Vorwurf geliefert:
Dagegen spricht aber einiges:

4. OpenAI braucht Reichweite

OpenAI profitiert enorm davon, auf Milliarden Apple-Geräten präsent zu sein. Ein offener Krieg mit Apple könnte OpenAI mehr schaden als Apple selbst.
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
-1
uni.solo15.05.26 10:39
Irgendwie gruselig, dass alle KI-Anbieter ihre Produkte schamlos so tief ins Betriebssystem verankern wollen, dass irgendwann jeder Lebensbereich durch sie betreut wird. Irgendwann feiern wir dann den Rebell-Computer der sich aus diesen Zwängen befreit…

Ich weiß wozu ich KI nutzen möchte und hab beim Startassistenten nach jedem Major Update auf „später“ geklickt wenn es dazu kam.
+5
macfreakz15.05.26 10:44
Man kann es mit Browserkrieg vergleichen. Dem Nutzer soll die Wahl überlassen. Ob ich es gut finde, ist eine andere Frage.
0
Hans G15.05.26 10:57
Sam Altman und seine Gefolgschaft bekommen wieder mal den Hals nicht voll.
Werde, der du bist!
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Raziel115.05.26 11:30
uni.solo
Irgendwie gruselig, dass alle KI-Anbieter ihre Produkte schamlos so tief ins Betriebssystem verankern wollen, dass irgendwann jeder Lebensbereich durch sie betreut wird. Irgendwann feiern wir dann den Rebell-Computer der sich aus diesen Zwängen befreit…

Ich weiß wozu ich KI nutzen möchte und hab beim Startassistenten nach jedem Major Update auf „später“ geklickt wenn es dazu kam.

Nicht wirklich gruselig. Du verwendest ja den PC und die ganze Software drauf ja auch und die ist ebenfalls komplett tief mit allem verzahnt. KI ist auch nur ein weiteres Tool/System mit dem Unterscheid das es extrem flexible und mächtig ist.
-4
holk10015.05.26 12:54
Hans G
Sam Altman und seine Gefolgschaft bekommen wieder mal den Hals nicht voll.
Richtig. Die Entwicklung von einem zunächst strengen Werten verpflichtenden und auch Gemeinwohl orientiertem Unternehmen zum jetzigen Er erinnert mich sehr an die Entwicklung von Facebook durch Mark Zuckerberg. Bei Anfragen an ChatGPT als Verbraucher hatte ich auch immer mehr den Eindruck, es ginge vor allen Dingen darum, dem Fragestellerzu gefallen und weniger darum, streng korrekt zu antworten. Bei der Testfrage nach einem Tier, dass es gar nicht gibt, haben mich alle anderen darauf hingewiesen, während ChatGPT munter drauf los halluziniert hat.
Ich habe jedenfalls ChatGPT wieder gelöscht und verwende jetzt Perplexity für möglichst aktuelle Wissensfragen und im übrigen Claude von Anthropic.
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