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Apples neues "Emerging Team" – um Werbung in Diensten zu verkaufen

Bekanntlich weitet Apple Werbung auf den eigenen Diensten gehörig aus. Auf die Search Ads im App Store, die zunächst nur eine Platzierung in den Suchergebnissen abgedeckt hatten, folgten viele weitere Positionen. In diesen Wochen starten außerdem die bezahlten "Empfehlungen" in Apple Maps. Das sorgt aus verschiedenen Gründen für Kritik. So wird oft das Argument genannt, bereits teure Hardware erworben zu haben, um dann aber noch vor weiterer Werbefinanzierung zu stehen. Außerdem zeigte sich bei sehr vielen Plattformen, die auf ein solches Modell setzen, dass wenig Sorgfalt in gute Ergebnisse ohne Bezahlung investiert wird. Betreiber haben ein klares Interesse daran, Kunden von "Paid Search" zu überzeugen – und Unzufriedenheit mit der normalen Positionierung ist ein wesentliches Verkaufsargument.


Eigene Abteilung zur Kundenakquise
Jetzt wurde bekannt, dass Apple nicht nur Werbung für Apple Maps einführt, sondern auch sehr viel offensiver nach Werbekunden sucht. Hierzu wurde wohl eine neue Abteilung namens "Emerging Team" gegründet, deren Aufgabe es ist, Entwickler und sonstige Anbieter abzuklappern. Das Team kümmert sich um kleinere, neue, zurückkehrende oder wachstumsfähige Werbekunden, die noch nicht zu den großen App-Store-Werbern gehören. Ziel ist einem Bericht zufolge, Entwickler beim Start, Ausbau oder Reaktivierung von Werbekampagnen innerhalb von Apples Ökosystem zu unterstützen.

Stark wachsende Bedeutung von Werbung in Apple-Diensten
Apples Werbegeschäft bleibt im Vergleich zu Google, Meta oder Amazon klein, gewinnt jedoch sichtbar an Bedeutung. Auf der letzten Quartalskonferenz sprach Finanzchef Kevan Parekh offen darüber, wie wichtig man das Geschäft ansehe. Anstatt Umschreibungen wie "Empfehlungen in Apple Maps" zu verwenden, hieß es ganz deutlich, für weiteres Wachstum auf zusätzliche Werbung setzen zu wollen. Apple wartet nun offenbar aber nicht mehr nur darauf, dass Entwickler selbst Kampagnen buchen, sondern spricht potenzielle Werbekunden aktiv an. Das machen andere Werbeplattformen natürlich genauso, wenngleich Apple als Anbieter von hochpreisiger Hardware durchaus eine Sonderstellung innehat.

Kommentare

Dunnikin
Dunnikin15.05.26 18:11
Auf was die Welt wartet, ist noch mehr Werbung.

Ist die Werbefreiheit nicht eines der Argumente, Apple zu nutzen? Da wird die Luft zunehmend dünner.
+23
Retrax15.05.26 19:03
Ich kann mich zu Steves Zeiten an ein Patent erinnern wo es um Werbeeinblendungen in macOS ging.

Wurde hier auf MTN bis ins kleinste Detail zerissen und verdammt.
+1
iBleedIn6Colors15.05.26 19:12
And... no ads! We build products that we want for ourselves, too. And we just don't want ads. So we can't get there.
—Steve Jobs, WWDC 2011


https://mas.to/@iBleedIn6Colors/116560989081541929
+15
Peanuts
Peanuts15.05.26 19:29
Dunnikin
Ist die Werbefreiheit nicht eines der Argumente, Apple zu nutzen?
Genau das! Apple Maps ist zum Beispiel nicht ganz so gut wie Google, nutze ich aber ausschließlich auf dem iPhone weil es werbefrei ist.
+11
L-E15.05.26 23:49
Das ist alles so wahnsinnig logisch, nicht wahr? Je mehr die Leute von Werbung genervt sind, desto mehr muss man ihnen mit Werbung auf die Nerven gehen.

Und der Knüller dabei ist: die Leute haben auch immer mehr Geld zur Verfügung, all diese Segnungen der Werbung zu konsumieren.

Ich weiß ja nicht – vielleicht bin ich zu alt oder zu blöde, die Logik dahinter zu begreifen.

Ich weiß aber eins: es wird der Tag kommen, da ich keinen Mac mehr brauchen werde, bzw. wo ich kein macOS mehr brauchen werde weil ich bestimmte Software nicht mehr beruflich brauchen werde. Und wenn die Kasper in Cupertino mir dann, weil sie den Hals nicht vollkriegen, mit ihrem Werbescheiß auf die Nerven gehen, werde ich mich doch noch mit Linux beschäftigen. Oder die Reste der Cupertino-Hardware einfach in die Tonne kloppen und nur noch spazieren gehen.

Irgendwann reicht's echt.
+7
machilly
machilly16.05.26 08:12
Ich bin meistens von den Dingen die beworben werden so genervt das ich sie ablehne und nie kaufen würde, Werbung regt mich an bestimmte Dinge nicht zu kaufen. In den 70ern kam im TV immer diese Persil Werbung, kaufe bis heute kein Persil !
Papa was a Rolling Stone? Ja - aber er küsste eine Crazy Mama. © Philipp Methling/Qobuz :-P
+3
Legoman
Legoman16.05.26 09:13
Na ja, vielleicht verschwinden damit endlich mal die Karteileichen. Suche Restaurant, fahre hin - längst nicht mehr existent.
+2
Tech Berater16.05.26 10:26
machilly
Ich bin meistens von den Dingen die beworben werden so genervt das ich sie ablehne und nie kaufen würde, Werbung regt mich an bestimmte Dinge nicht zu kaufen. In den 70ern kam im TV immer diese Persil Werbung, kaufe bis heute kein Persil !
Darüber hinaus hat Persil im Test auch gar nicht mal so gut abgeschnitten
0
Performant8416.05.26 11:09
iBleedIn6Colors
And... no ads! We build products that we want for ourselves, too. And we just don't want ads. So we can't get there.
—Steve Jobs, WWDC 2011
Passend dazu heute:

+3
martzell18.05.26 09:49
Tiefpunkt – bis jetzt – Werbung mittels Apple Wallet Notification für den Apple F1® Film (wohl nur in den USA). Ich vertraue Apple meine Brieftasche an und die rollen darüber Werbung aus.
0
Legoman
Legoman18.05.26 12:55
Ich bin mir nicht ganz sicher, wie diese Werbung dann aussehen soll.
Bezahlte Treffer ganz oben in den Suchergebnissen?
Die kann man ja zum Glück ignorieren (wenn man es nicht vergisst).
Oder tatsächlich Werbepopups, wenn ich z.B. an einem beworbenen Laden vorbeifahre? Das wäre wirklich ätzend. (Da vorne links ist Holgers Schackalacka-Grill, heute knusprige Pansenhappen auf Toast im Angebot. Dein Schweigen werte ich als Zustimmung. Bitte jetzt abbiegen.)
0
player230718.05.26 17:30
Diese Kartendienste funktionieren ja nur, wenn Geschäftsinhaber kommerzielle Vorteile durch das Pflegen ihrer Daten haben. Deshalb ist Google Maps ja auch so stark. Ich habe Apple Karten jetzt drei Jahre lang genutzt weil ich die App ästhetisch gut gemacht finde. Aber immer wenn es drauf ankommt, schaue ich nochmal bei Google Maps nach.

Wenn man zum Beispiel auf einen Laden klickt, und dann da Hinweise zu Angeboten kämen, fände ich das nicht schlimm. Und wenn das dazu führt, dass Inhaber von Geschäften oder anderer Einrichtungen dann ihre Daten auch besser Pflegen bzw. überhaupt mal angeben, wird Apple Karten eher besser als schlechter. Die Yelp Daten helfen nicht so wirklich...
+1
Legoman
Legoman19.05.26 08:40
player2307
Wenn man zum Beispiel auf einen Laden klickt, und dann da Hinweise zu Angeboten kämen, fände ich das nicht schlimm. ... Die Yelp Daten helfen nicht so wirklich...
Ich suche häufig nach Restaurants. Da hilft Google deutlich besser als Apple. Die Bewertungsdaumen von Apple sind wirklich null hilfreich. Bewertungstexte bei Google sind wesentlich eindeutiger.
Immerhin gibt es bei Apple mittlerweile auch Fotos. Aber Speisekarten vermisse ich sehr.
0

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