„Epic will, dass wir wie Android werden“: Prozessauftakt legt weitere Interna offen

Im kalifornischen Oakland hat heute der Prozess zwischen Epic und Apple begonnen. Das zuständige Bundesgericht geht der Frage nach, ob Apple mit dem hauseigenen App Store eine Monopolstellung einnimmt und Entwickler aufgrund der obligatorischen Umsatzbeteiligung und fehlenden alternativen Plattformen auf iOS und iPadOS benachteiligt. Die Anwälte beider Streitparteien legten zu Beginn des Prozesses noch einmal alle Argumente dar. Dabei fiel so manche provokante Anmerkung, außerdem tauchen bislang unbekannte Details auf: So zeigt sich, dass Epic und Apple ein gemeinsames Bundle ausarbeiten wollten.


Epic sieht keine Notwendigkeit für einen App Store ohne Alternativen
Die Eröffnungsplädoyers beider Parteien stützten sich vor allem auf Präsentationen, die auf The Verge eingesehen werden können. Epic bediente sich außerordentlich vieler Zitate des Apple-Managements. Die Spieleschmiede verweist unter anderem auf Aussagen von Phil Schiller, Craig Federighi, Scott Forstall sowie Steve Jobs. So habe Cupertino in der Vergangenheit Aussagen getätigt, wonach die Monetarisierungsabsichten mit dem App Store nur eine untergeordnete Rolle spielen würden. Außerdem sei Apple in der Lage, von macOS bekannte Sicherheitsmechanismen auch in iOS zu integrieren, so Epic.

Epic verweist auf zahlreiche Aussagen von Apple-Mitarbeitern
Quelle: The Verge

Apple verweist auf Sicherheitsfeatures des App Stores
Apple sieht das wenig überraschend anders und teilt zu Beginn des Verfahrens gegen die Spieleschmiede aus: So habe Epic nicht in Innovationen, sondern in Anwälte und PR investiert, um jene Vorteile auszuschöpfen, die Cupertino kostenlos bereitstelle. App Stores von Drittanbietern unter iOS zuzulassen, lehnt der Konzern kategorisch ab: „Epic möchte, dass wir wie Android werden, aber wir wollen das nicht.“ Apples Anwälte wiesen Epic-CEO Tim Sweeney zudem darauf hin, dass sein Unternehmen kein Problem mit der gleich hohen Umsatzbeteiligung bei Spielkonsolen wie der PlayStation oder Xbox habe. Sweeney differenzierte zwischen den Angeboten: Bei Konsolen könne mit der Hardware kein Geld verdient werden, das iPhone sei hingegen ein sehr profitables Geschäft.

Apple hebt besonders die Sicherheitsmerkmale des App Stores hervor
Quelle: The Verge

Beide Unternehmen planten ein gemeinsames Service-Bundle
Aus den Gerichtsdokumenten geht hervor, dass Apple und Epic durchaus einmal an einer Zusammenarbeit gelegen waren: Beide Unternehmen planten ein Abo-Bundle für den sogenannten „Fortnite Club“, welches 20 US-Dollar pro Monat kosten sollte und Zugang zu ebenjenem Club sowie den Diensten Apple Music und Apple TV+ einräumen sollte. Die Vereinbarung sah vor, dass auf Apple 15 und auf Epic 5 Dollar des Betrags entfallen, falls das Abo über eine der Anwendungen von Apple abgeschlossen worden wäre. Eine andere Verteilung wäre bei Abschluss über Fortnite zum Tragen gekommen: In diesem Fall hätte Epic 12 Dollar erhalten.

Kommentare

eastmac
eastmac04.05.21 12:06
So gern ich einen Store wie jetzt habe, so glaube ich doch das Apple verliert.
-2
AndreasDV04.05.21 12:13
Wenn Apple das verlieren sollte, liegt es an den Usern zu zeigen, das man nicht so denkt wie Epic und das Gericht und kauft weiterhin im Apple Store. Das werde ich machen
+25
Gfurther04.05.21 12:16
Gesetze sind kein Selbstzweck sondern verfolgen bestimmte Ziele. Hier beschleicht mich das Gefühl, dass die Kunden mit dem Konstrukt des Appstore sehr zufrieden sind, aber ein Unternehmen versucht, sich selbst wirtschaftlich zu optimieren, was am Ende aber, sollte Epic erfolgreich sein, erheblich zu Lasten der Kundenzufriedenheit geht. Ich denke nicht, dass dies Sinn und Zweck der Rechtsanwendung sein kann.
+15
Borimir
Borimir04.05.21 12:17
EPIC ist für mich durch. Mieses Geschäftsgebaren.
+23
TorstenK04.05.21 12:17
Na auf alle Fälle werde ich weiter im Apple Store kaufen.

Wer hindert denn EPIC daran, selbst Computer, Mobiltelefone, etc. mit eigenem Betriebssystem zu entwickeln und eben einen hauseigenen EPIC-Store zu betreiben?
+13
MacRS04.05.21 12:18
Wenn Apple verliert, dann muss es auch andere exklusive Stores treffen. Alles andere wäre inkonsequent. Epics Argument mit den günstigen Konsolen ist ein Witz. Die Konsequenz wären wohl steigende Preise für Konsolen, aber günstigere Spiele.
Apple wird aber auf jeden Fall erklären müssen, warum die Exklusivität unter iOS Sinn macht, aber es unter macOS auch ohne geht.
+12
TorstenK04.05.21 12:18
Jeder hat doch jederzeit die Möglichkeit zu Android zu gehen.
+12
Perlensucher
Perlensucher04.05.21 12:19
Sollte ich eine Plattform wie das iPhone entwickeln, so könnte ich mir nicht vorstellen, mir von anderen vorschreiben zu lassen, woher die Software die ich darauf installiere kommen soll. Und wenn ich es für anderen Quellen öffne, dann soll es gefälligst meine freiwillige Entscheidung sein. Der Urheber entscheidet was für seine Plattform gut oder schlecht ist und die Käufer entscheiden, ob das iPhone erfolg haben wird.

Aber wie wir wissen, ganz so einfach ist es wahrscheinlich nicht.
+6
beachtimer04.05.21 12:20
TorstenK
Na auf alle Fälle werde ich weiter im Apple Store kaufen.

Wer hindert denn EPIC daran, selbst Computer, Mobiltelefone, etc. mit eigenem Betriebssystem zu entwickeln und eben einen hauseigenen EPIC-Store zu betreiben?

darum geht es glaube ich nicht. es geht glaube ich um eine alternative zahlungsmöglichkeit die epic etabliert hat und das "recht" ausserhalb des app stores downloads und erweiterungen anzubieten. so unrecht haben sie damit nicht - sicherheit mal aussen vor gelassen.
-2
Marc Perl-Michel04.05.21 12:21
Dann soll Epic aber auch seine Software für alle Plattformen zur Verfügung stellen und pflegen. Hab hier noch einen alten Gameboy liegen … los Epic … mach!!!
+6
DTP
DTP04.05.21 12:26
Habt ihr Euch die Emails von Apple angesehen?
https://www.documentcloud.org/documents/20696869-epic-opening-demonstratives

Und lest das mal unabhängig von Epic… da werden da schon erstaunliche Äußerungen seitens Apple gemacht.
+4
MacRS04.05.21 12:41
DTP
Habt ihr Euch die Emails von Apple angesehen?
https://www.documentcloud.org/documents/20696869-epic-opening-demonstratives

Und lest das mal unabhängig von Epic… da werden da schon erstaunliche Äußerungen seitens Apple gemacht.
Wie kommt man eigentlich an solche Mails dran?
-2
meloen
meloen04.05.21 12:41
Finde es schon beeindruckend, wie viele hier Pro Apple sind.

Ich bin der Meinung: Gäbe es Alternative App Stores, hätte das nur Vorteile für den Kunden.
Mag jemand einen freien Markt: Nutzt er diesen und zahlt markt-gerechte Gebühren. Dass Apple für diese Apps kein Sandboxing hinbekommt, braucht mir keiner erzählen.
Kennt sich jemand nicht gut aus/ soll es bleiben wie bisher: Nutzt er weiterhin den App Store wo Produkte (dank Apples 15-30%) teurer sind, als sie in einem freien Markt wären. Aber auch hier wäre Apple dann wohl endlich gezwungen, gerechte Gebühren anzubieten. Einer News der letzten Tage zufolge sind das als Beispiel 10%, und selbst da würden sie noch gut verdienen.

Ergebnis:
Das wertvollste Unternehmen der Welt würde ein paar Mrd weniger verdienen.
Jeder Nutzer müsste weniger für seine Apps zahlen/ Entwickler für IHRE Arbeit mehr bekommen.
-17
meloen
meloen04.05.21 12:43
TorstenK
Wer hindert denn EPIC daran, selbst Computer, Mobiltelefone, etc. mit eigenem Betriebssystem zu entwickeln und eben einen hauseigenen EPIC-Store zu betreiben?

Die Anwort kannst du dir vermutlich selbst beantworten:
Die Marktstellung von iOS und von Android.

Selbst Microsoft konnte da ja nicht mehr Fuß fassen, und das ist Jahre her.
+2
DTP
DTP04.05.21 12:50
meloen
Finde es schon beeindruckend, wie viele hier Pro Apple sind.
Zusätzlich lenkt die MTN Überschrift ja auch die Stimmung in eine bestimmte Richtung.

meloen
Ich bin der Meinung: Gäbe es Alternative App Stores, hätte das nur Vorteile für den Kunden.
Mag jemand einen freien Markt: Nutzt er diesen und zahlt markt-gerechte Gebühren. Dass Apple für diese Apps kein Sandboxing hinbekommt, braucht mir keiner erzählen.
Kennt sich jemand nicht gut aus/ soll es bleiben wie bisher:
Sehe ich auch so, denn auf dem Mac geht das ja auch. Und Apple bestätigt das ja auch in den veröffentlichten Emails.

Ich verstehe auch nicht, warum so viele Angst vor einer Öffnung haben; man muss es ja nicht nutzen, wenn man nicht will. Dann bleibt (für diese Nutzer:innen) alles wie gehabt. So wie Amazon, man kann auch etwas anderes zum Onlinebestellen nutzen.
Und diejenigen, die gerne außerhalb des App Stores etwas installieren möchten (zB andere Sicherheitstools oder selbstgestrickte Anwendungen), könnten dies dann tun.
-16
Sotto04.05.21 12:51
DTP
Habt ihr Euch die Emails von Apple angesehen?


Und lest das mal unabhängig von Epic… da werden da schon erstaunliche Äußerungen seitens Apple gemacht.

Was soll erstaunlich an solchem Vorgehen sein, ist normales Geschäftsgebaren
+4
Mecki
Mecki04.05.21 12:58
Ein Sicherheitsaspekt, der z.B. immer komplett ignoriert wird: Private API. Wenn Prozesse miteinander kommunizieren, dann muss es dafür eine API geben. Nicht immer will aber Apple systeminterne APIs Entwicklern zu Verfügung stellen; ich denke die Gründe dafür muss ich hier jetzt wirklich nicht detailliert erklären, oder?

Unter iOS wird im Review Prozess sichergestellt, dass Apps nur auf offizielle APIs zugreifen. Jeglicher Code, der auch nur versuchen könnte auf private APIs zuzugreifen, wird von Apple beanstandet, selbst wenn er nie zur Ausführung kommt. Das gilt auch unter macOS im App Store. Aber es gilt nicht für Apps unter macOS, die nicht über den App Store vertrieben werden; diese können natürlich auf private APIs zugreifen und das hat in der Vergangenheit schon mehrfach zu massiven Problemen geführt.

Notarization am Mac prüft das nicht, weil diese Prüfung ist sehr aufwendig und vor allem fehleranfällig (oft kann man es nicht mit Sicherheit sagen und falsche Treffer sind auch nicht ausgeschlossen), so dass oft am Ende noch mal ein Mensch drüber schauen muss, wenn sich der automatische Check nicht sicher ist, aber Notarization ist vollständig ein automatisierter Prozess und einer der zeitnah (wir reden hier von nur Minuten) ablaufen muss.

Warum Apple den Zugriff dann nicht ganz abdreht, z.B. über Zugriffsrechte? Weil der Zugriff möglich sein muss. Hier liegt ein Missverständnis vor: Die App selber soll die API nicht direkt verwenden dürfen, aber sie muss sie natürlich indirekt nutzen können, z.B. indem sie einen offizielle Funktion in einer gelinkten Libray aufruft und die ruft dann private API auf. Aus der der Sicht der privaten API kommt dann aber der Aufruf von dieser App, sie kann unmöglich unterscheiden, ob die App hier direkt die API aufgerufen hat oder indirekt über eine offizielle API, weil das ist nicht aus dem Aufruf ersichtlich (ganz davon ab, dass es unendlich langsam wäre, wenn man das bei jedem Aufruf prüfen müsste). Die API muss also der App zur Verfügung stehen, die App selber darf sie nur nicht direkt aufrufen.

Gibt es aber alternative Stores, dann müssten die das sicherstellen. Die kennen doch aber nicht mal die privaten APIs von Apple, wie sollten sie das machen? Und wie kann Apple wissen, ob sie das richtig und gewissenhaft genug machen? Das nicht zu machen kann gravierende Folgen für die Sicherheit haben, wie kann sich der Nutzer hier drauf verlassen, dass die das machen? Machen sie es nicht, gefährdet das auch die Daten anderer Apps, auch solche, die von Apple geprüft wurden, wie also können sich Entwickler darauf verlassen, dass das System die Daten ihrer Apps schützen wird? Oder soll Apple das auch für die alternativen Stores prüfen? Und wer bezahlt dann diese Prüfung?
+15
schaudi
schaudi04.05.21 13:12
DTP
Sehe ich auch so, denn auf dem Mac geht das ja auch. Und Apple bestätigt das ja auch in den veröffentlichten Emails.
Ach tut es das? Ja auf dem Mac ist es immer noch wie vor Jahrzehnten - Software von überall. Der MAS hat sich ja nie wirklich etabliert.
Auf dem iPhone wird es dann genauso kommen - egal ob man als Kunde innerhalb des des iOS AS bleiben will oder nicht. Man hat am Ende ja keine Wahl, wenn Anwendungen auf die man angewiesen ist dort nicht mehr findet, weil die Entwickler sich die Gebühren sparen wollen oder man anderswo halt einfach mehr Freiheiten hat und "weniger sicher" entwickeln muss. Der iOS App Store wird sehr schnell genauso tot sein, wie der MAS es immer war.

Aussagen wie von meloen sind daher der pure Hohn. Man hat am Ende weniger Wahlmöglichkeiten:

Heute kann ich als Kunde wählen, ob ich ein offenes System haben möchte und dort alles mögliche aus allen möglichen Quellen installieren kann (=Android) oder ob ich ein geschlossenes System haben möchte, in dem ich auf die Sicherheit des iOS App Stores vertrauen kann und meine Zahlungsdaten nicht tausendfach bei tausenden verschiedenen Anbietern angeben muss.

Letztere Wahlmöglichkeit wird wegfallen! Es bleibt also nur Android und Android mit Apple Logo. Nett.
+2
long dong mac
long dong mac04.05.21 13:17
Ach mei, ich bin ja auch Apple-Fan, aber jetzt muss man auch mal die rosarote Brille abnehmen.
Die Rahmenbedingungen um die es hier geht:

1. Apple hat ein eigenes Ökosystem geschaffen, und sie haben in meinen Augen daher das Recht darüber zu bestimmen, ob es alternative Stores geben kann oder nicht, und wie die Regeln im Store aussehen. Das alles muss natürlich gesetzeskonform sein.

2. Die Abgaben an den Betreiber der Plattform müssen verhältnismäßig sein, denn Apple hat hier ganz klar ein Monopol geschaffen, welches aber auch für andere Anbieter offen und transparent sein sollte. Ist es das nicht, dann werden irgendwann und unweigerlich die Wettbewerbshüter eingreifen. Das kann dann deutlich schmerzhafter für Apple werden, da dann u.U. der Konzern zerschlagen wird. Daher wird Apple sicherlich daran gelegen sein, den Bogen nicht zu überspannen.

Nun, es gibt für App-Anbieter keine Möglichkeit an diesem Prozedere vorbei zu kommen. Und bei einer Provision von 30% habe ich leichte Zweifel an der Verhältnismäßigkeit. Und da bin ich sicherlich nicht alleine. Ist aber natürlich meine ganz persönliche Meinung - die muss niemand teilen.

Jeder (deutsche) Richter mit gesundem Menschenverstand würde wahrscheinlich so ca. 10-15% Abgaben zugestehen - aber eben keine 30%. Soo teuer ist der Betrieb der Plattform dann nämlich auch wieder nicht. Wie das US-Richter bewerten kann ich nicht genau einschätzen, aber wahrscheinlich werden die das ähnlich bewerten.

Imho wird Apple hier einen deutlichen Dämpfer bekommen, und nur noch ca. 10-15% verlangen können. Alles andere würde mich schwer wundern. Und wenn das alles ist, dann kommt Apple dabei noch gut weg.
+2
Dunkelbier04.05.21 13:21
meloen
Finde es schon beeindruckend, wie viele hier Pro Apple sind.

Ich bin der Meinung: Gäbe es Alternative App Stores, hätte das nur Vorteile für den Kunden.
Mag jemand einen freien Markt: Nutzt er diesen und zahlt markt-gerechte Gebühren.
Klar. Weil keiner Geld verdienen will. Ich wette darauf: es wird nicht billiger.
Ich möchte nicht x-Stores nach einer bestimmten Software durchsuchen, und mich dann mit deren Bedingungen auseinandersetzen. Wer weiß, was da mit meine. dtane passiert? Wie stark werden dort die Apps kontrolliert, daß sich keine Schadsoftware darin befindet?

Es ist immer noch ein Telefon.

Ich würde weiterhin nur im App Store kaufen. Einfach, weil das halbwegs sicher ist. Und weil ich glaube, das meine Daten dann doch bei Apple einigermaßen sicher aufgehoben sind.
+3
iMan
iMan04.05.21 13:29
DTP
Ich verstehe auch nicht, warum so viele Angst vor einer Öffnung haben; man muss es ja nicht nutzen, wenn man nicht will. Dann bleibt (für diese Nutzer:innen) alles wie gehabt.

Genau das wird meiner Meinung nach nicht passieren. Wenn mehrere Dritt-Stores deutlich niedrigere Provisionen verlangen als der App Store, wird ein Großteil der Entwickler und Apps dorthin gehen. Jetzt stell dir mal vor, ich will ne App installieren und muss dann jedes Mal schauen in welchem App Store die erhältlich ist. Ich denke nicht, dass es in jedem Store dann die gleiche App geben wird, bis vielleicht auf die großen Entwickler. Dann braucht man für jeden App Store wieder einen extra Account wo man seine Zahlungsdaten bzw. generell Daten hinterlegen darf. Das ist für mich ein Horrorszenario in Sachen Komfort und Sicherheit.

Ich finde der Vergleich mit dem Mac hinkt auch. Am Mac bin ich auch dafür, dass ich alles installieren darf und wenn es da nur den Mac App Store (MAS) geben würde, wäre das Mist. Aber auf einem Computer ist das Installieren von Software unabhängig vom MAS wesentlich einfacher und komfortabler. Auf dem Smartphone installiere ich oft Apps aus einer Laune raus oder weil ich vielleicht einen Service wie z.B. Leihfahrräder in einer fremden Stadt nutzen will und da muss es einfach, schnell, sicher und unkompliziert laufen. Ich will da nicht mit den Fingern ewig rumfummeln müssen und erstmal suchen wo die blöde App zu laden ist. Dann hab ich dort eventuell keinen Account, also erstmal Account erstellen usw. usf.. Bis ich dann endlich das Leihrad nutzen kann dauert das alles viel zu lange. Man muss ja bei solchen Diensten ja oft auch so oder so noch einen Account bei dem Leihrad-Anbieter machen, somit wärs noch mehr Arbeit. Warum wohl wurde von Apple in iOS14 die "App Clips" eingeführt. Eben weil man oft Apps spontan installiert oder auch unterwegs und da es so schnell und unkompliziert wie möglich haben will.

Ich finde die Nutzungsweisen auf Mac und iPhone sind so diametral, dass der Vergleich der beiden Plattformen, was den Erwerb bzw. Installation von Software angeht, hinkt.

Epic will nur vollen Zugang zu einem großen Markt ohne Gegenleistung und mit dem Maximum am Gewinn. Ich kann mich auch beschweren, warum es einige PC-Spiele mittlerweile nur noch bei Epic exklusiv in ihrem Epic Games Store gibt. Ein Beispiel: das Spiel "Rocket League" haben sie für viel Geld zu sich geholt und nun kann man es nur noch dort "erwerben" (ist Free-to-Play) und muss zwangsweise einen Epic-Account anlegen. Komischerweise sagt da keiner was.

Epic ist und bleibt ein heuchlerisches unsympathisches Unternehmen. Auf einer Stufe mit Facebook. Aber das ist nur meine Meinung.
Always look on the bright side of life!
+14
sambuca2304.05.21 13:30
Der AppStore bietet bestimmte Sicherheitsmaßnahmen, ob die von Apple auch wie versprochen bei den Millionen von Apps und Updates auch immer richtig funktionieren erstmal dahingestellt. Aber diese Sicherheitsmaßnahmen sind nun mal da und jeder Entwickler muss sich daran halten, um seine App in dem Store anbieten zu können. Apps müssen bestimmte Kriterien erfüllen, dürfen manche Sachen nicht und wiederum andere doch. Zudem sind die Zahlungsdaten der User bei Apple hinterlegt und nicht bei dem Entwickler oder bei irgendwem anderes. Ob Apple alles richtig macht oder nicht, das Vertrauen zu Apple ist um einiges Größer als zu anderen Unternehmen.

Wenn es jetzt Alternative AppStores geben sollte, dann könnte es passieren, dass App-Entwickler komplett in den anderen Store wechseln und sich aus dem Apple AppStore heraushalten, weil sie dort 10-15% weniger Gebühren zahlen müssten, oder jeder macht seinen eigen Store auf oder, oder…
Ich meine nicht 0,99€ Spiele Apps, eher die großen.
Was die alternativen Stores dann mir an Sicherheit bieten, inwieweit die Sicherheit meines Gerätes gefährden können und ich andere Zahlungsmodalitäten einführen, die ich vielleicht nicht will.
Dann zahle ich als User gerne die 10-15% für die App drauf, die der Entwickler an Gebühren hätte sparen können.

Klar, Apple ist in vielerlei Hinsicht echt krass. Ob 30% Beteiligung viel ist, kann ich nicht beurteilen, wobei das ja auch angepasst wurde. Und Apple hat auch mit manchen auch ganz andere Deals hat. Aber hier sehe ich eher die Gier von Epic und den anderen Entwicklern (Spotify usw.). Das lässt sich auch null abstreiten.
Der AppStore ist super bequem - Apple like. Alles funktioniert so wie es soll (meistens zumindest).
Es funktioniert auch anders. Habe am Sonntag ein Abo bei Gymondo abgeschlossen und nicht über die App sondern auf deren Homepage. In der App hätten es als inApp-Kauf für ein Jahr 80€ gewesen, auf der Homepage gab es eine 20% Rabatt-Aktion….
So what the fucking fuck is the Problem?
DTP
meloen
Finde es schon beeindruckend, wie viele hier Pro Apple sind.
Zusätzlich lenkt die MTN Überschrift ja auch die Stimmung in eine bestimmte Richtung.

meloen
Ich bin der Meinung: Gäbe es Alternative App Stores, hätte das nur Vorteile für den Kunden.
Mag jemand einen freien Markt: Nutzt er diesen und zahlt markt-gerechte Gebühren. Dass Apple für diese Apps kein Sandboxing hinbekommt, braucht mir keiner erzählen.
Kennt sich jemand nicht gut aus/ soll es bleiben wie bisher:
Ich verstehe auch nicht, warum so viele Angst vor einer Öffnung haben; man muss es ja nicht nutzen, wenn man nicht will. Dann bleibt (für diese Nutzer:innen) alles wie gehabt. So wie Amazon, man kann auch etwas anderes zum Onlinebestellen nutzen.
Und diejenigen, die gerne außerhalb des App Stores etwas installieren möchten (zB andere Sicherheitstools oder selbstgestrickte Anwendungen), könnten dies dann tun.
+2
Borimir
Borimir04.05.21 14:09
Mein iPhone ist aktuell Teil eines Sicherheitskonzeptes. Fast jede Anmeldung im Job wird über 2 Faktoren bzw. Authentifikator überprüft. Ich nutzen meinen Perso für Authentifikation im Netz. Und da soll ich Apps aus irgendwelchen dubiosen Quellen installieren? Was dabei rauskommt kann man sehr schön am Android System sehen. Evtl. Zufall...aber ich hatte noch niemals einen Sicherheitsvorfall mit meinem Mac/iPhone.
+7
janstolle04.05.21 15:16
AndreasDV
Wenn Apple das verlieren sollte, liegt es an den Usern zu zeigen, das man nicht so denkt wie Epic und das Gericht und kauft weiterhin im Apple Store. Das werde ich machen

Das kommt ganz darauf an was dabei heraus kommt. Was wenn die Lieblings-Apps nicht mehr im App Store sondern nur woanders verfügbar sind?
Bei Spiele Apps ist das eine Sache, aber bei Produktivitäts-Apps wäre es sehr ärgerlich darauf verzichten zu müssen, in der Hoffnung, dass die paar Leute die das tun mehr Umsatz-Einbußen verursachen als was die App Store Gebühren kosten.
0
khani
khani04.05.21 15:57
long dong mac
Ach mei, ich bin ja auch Apple-Fan, aber jetzt muss man auch mal die rosarote Brille abnehmen.
Die Rahmenbedingungen um die es hier geht:

1. Apple hat ein eigenes Ökosystem geschaffen, und sie haben in meinen Augen daher das Recht darüber zu bestimmen, ob es alternative Stores geben kann oder nicht, und wie die Regeln im Store aussehen. Das alles muss natürlich gesetzeskonform sein.

2. Die Abgaben an den Betreiber der Plattform müssen verhältnismäßig sein, denn Apple hat hier ganz klar ein Monopol geschaffen, welches aber auch für andere Anbieter offen und transparent sein sollte. Ist es das nicht, dann werden irgendwann und unweigerlich die Wettbewerbshüter eingreifen. Das kann dann deutlich schmerzhafter für Apple werden, da dann u.U. der Konzern zerschlagen wird. Daher wird Apple sicherlich daran gelegen sein, den Bogen nicht zu überspannen.

Nun, es gibt für App-Anbieter keine Möglichkeit an diesem Prozedere vorbei zu kommen. Und bei einer Provision von 30% habe ich leichte Zweifel an der Verhältnismäßigkeit. Und da bin ich sicherlich nicht alleine. Ist aber natürlich meine ganz persönliche Meinung - die muss niemand teilen.

Jeder (deutsche) Richter mit gesundem Menschenverstand würde wahrscheinlich so ca. 10-15% Abgaben zugestehen - aber eben keine 30%. Soo teuer ist der Betrieb der Plattform dann nämlich auch wieder nicht. Wie das US-Richter bewerten kann ich nicht genau einschätzen, aber wahrscheinlich werden die das ähnlich bewerten.

Imho wird Apple hier einen deutlichen Dämpfer bekommen, und nur noch ca. 10-15% verlangen können. Alles andere würde mich schwer wundern. Und wenn das alles ist, dann kommt Apple dabei noch gut weg.

30% sind gefühlt Gang und gebe für Platform getriebene Geschäftsmodelle. Immerhin stellt Apple die Infrastruktur, das Abrechnungssystem bis hin zur IDE und SDKs zur Verfügung.
Anderes Beispiel, Uber Eats verlangt auch 30% Provision, ich denke da ist Lieferando und Co nicht weit von entfernt
+1
Esterel04.05.21 16:17
AndreasDV
Wenn Apple das verlieren sollte, liegt es an den Usern zu zeigen, das man nicht so denkt wie Epic und das Gericht und kauft weiterhin im Apple Store. Das werde ich machen

Ich denke EPIC wird es schon den Kunden (vor allem Kids) schmackhaft machen, dass diese den EPIC Store verwenden. Gutes Beispiel ist der EPIC Games Store am PC, Rabatte, Geschenkte spiele etc. . Ich habe da sicher 30‘gute Spiele für die ich nicht einen Cent bezahlt hab.

Kinder/Teenager ist es egal wie der Store heißt, die haben kaum Geld und kaufen dort wo es am günstigsten ist.

Ich werde weiterhin den Apple Store nutzten und nicht nur weil dort 588€ Guthaben liegen sondern wegen der Sicherheit.

Ich hoffe es gibt beim ersten Update die Möglichkeit der Wahl. Sicheres iPhone // 3. Anbieter Store

Beim sicheren iPhone ist von vornherein die Möglichkeit gesperrt das eine App anderweitig installiert werden kann.
0
Borimir
Borimir04.05.21 16:25
Esterel
AndreasDV
Wenn Apple das verlieren sollte, liegt es an den Usern zu zeigen, das man nicht so denkt wie Epic und das Gericht und kauft weiterhin im Apple Store. Das werde ich machen

Ich denke EPIC wird es schon den Kunden (vor allem Kids) schmackhaft machen, dass diese den EPIC Store verwenden. Gutes Beispiel ist der EPIC Games Store am PC, Rabatte, Geschenkte spiele etc. . Ich habe da sicher 30‘gute Spiele für die ich nicht einen Cent bezahlt hab.

Kinder/Teenager ist es egal wie der Store heißt, die haben kaum Geld und kaufen dort wo es am günstigsten ist.

Ich werde weiterhin den Apple Store nutzten und nicht nur weil dort 588€ Guthaben liegen sondern wegen der Sicherheit.

Ich hoffe es gibt beim ersten Update die Möglichkeit der Wahl. Sicheres iPhone // 3. Anbieter Store

Beim sicheren iPhone ist von vornherein die Möglichkeit gesperrt das eine App anderweitig installiert werden kann.

Ich lese z.B. einen Technik Blog in dem mindestens ein mal pro Tag irgendeine Game Gratis Aktion von EPIC beworben wird (sorry, es wird natürlich darüber informiert....). Es scheint da einen großen Bedarf an kostenlosen Games zu geben. Allerdings schon erstaunlich, dass das KOSTENLOS wichtiger ist als der Inhalt..so scheint es für mich jedenfalls.
0
long dong mac
long dong mac04.05.21 16:38
khani
30% sind gefühlt Gang und gebe für Platform getriebene Geschäftsmodelle. Immerhin stellt Apple die Infrastruktur, das Abrechnungssystem bis hin zur IDE und SDKs zur Verfügung.
Anderes Beispiel, Uber Eats verlangt auch 30% Provision, ich denke da ist Lieferando und Co nicht weit von entfernt

Ok, war mir nicht bewusst dass die 30% ein "Standard" ist.
Der Plattformanbieter soll ja ruhig daran verdienen - nicht dass man mich hier falsch versteht. Hinterfragenswert ist es aber trotzdem. Vielleicht liegen die ja alle deutlich zu hoch.

Die Provision von z.B. Lieferando ist genauso frech.
Ich hoffe dass man jetzt mal genauer hinschaut wie hoch die Betriebskosten da tatsächlich sind. Behaupten kann man viel.

Es sollte m.M.n. fair für alle sein, und nicht zur Gelddruckmaschine für einen Anbieter mutieren. Sowas sollte Grenzen haben. Vor allem wenn es keine Alternativen gibt. Lieferando z.B. muss man ja nicht nutzen. Beim Apple Store sieht das dann u.U. schon anders aus, denn ohne kann man keine iOS-Apps vermarkten.
+2
cfkane04.05.21 16:38
khani
30% sind gefühlt Gang und gebe für Platform getriebene Geschäftsmodelle.
Meinem Gefühl nach hat Apple diese Geschäftsidee erst zum Erfolg gebracht und die anderen haben die von Apple damals festgelegten 30 % übernommen, die seitdem gang und gäbe sind. In diesem Fall wäre es ein Zirkelschluß, das Apple-Drittel damit zu begründen, daß der Rest dies auch einkassiere.

Daß der Rest diesen Prozentsatz so übernommen hat, könnte dafür sprechen, daß er nicht zu niedrig ist. Und wenn man Apples Affinität für hohe Margen berücksichtigt, könnte man schon vermuten, daß dies sehr viele Prozente sind.
khani
Immerhin stellt Apple die Infrastruktur, das Abrechnungssystem bis hin zur IDE und SDKs zur Verfügung.
IDE und SDK haben nichts mit dem App Store zu tun. Die stellte Apple auch schon vorher bereit. Und sollten sie auch in eigenem Interesse, wenn jemand für ihre Plattform programmieren soll.
Die Infrastruktur stellen sie, auch in eigenem Interesse. Einmal eingerichtet dürften die Grenzkosten recht gering sein. Jedesmal neu 30 % zu kassieren, klingt sehr komfortabel.
-2
schaudi
schaudi04.05.21 16:48
cfkane
IDE und SDK haben nichts mit dem App Store zu tun. Die stellte Apple auch schon vorher bereit.

Ach echt? An wenn denn? Außer Apple selbst gab es keine iOS Entwickler vor dem AS
Und ja die Tools existieren - auch damit apple sie selbst nutzt, aber es ist trotzdem legitim, wenn apple sich das in irgendeiner Form bezahlen lässt, wenn sie die auch anderen zur Verfügung stellen.
Nur ein kleines Beispiel: Ich besitze eigene PA. Die ist hier, die gehört mir, die ist abbezahlt und wenn ich die für mich selbst nutzen will mache ich das ohne die mir selbst in Rechnung zu stellen. Wenn aber ein Kunde für einen Job die PA mit von mir mieten will, dann hat er sie trotzdem zu bezahlen. Es gibt doch nicht einfach irgendwas umsonst, weil "es ja eh schon da wäre"
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