Ende wegen Facebook-Skandal: Cambridge Analytica meldet Insolvenz an

Cambridge Analytica wird den Geschäftsbetrieb einstellen, weil sich die britische Datenanalyse-Firma nicht mehr von dem Skandal um mutmaßlich illegal abgegriffene Facebook-Nutzerinformationen erholen konnte. Der öffentliche Druck führte laut Informationen des Unternehmens zu einem Abgang praktisch aller Kunden. Hinzugekommen seien die rapide steigenden Anwaltskosten aufgrund der zahlreichen, durch den Facebook-Skandal entstandenen Rechtsstreitigkeiten.


Cambridge Analytica sieht sich als Opfer
Das Unternehmen kündigte das eingeleitete Insolvenzverfahren per Pressemitteilung an und nutzte die Gelegenheit, den medialen Kampf um die Deutungshoheit über den jüngsten Datenskandal fortzuführen: „In den letzten Monaten wurde Cambridge Analytica zur Zielscheibe zahlreicher unbegründeter Anschuldigungen. Cambridge Analytica wurde für Tätigkeiten verunglimpft, die nicht nur legal sind, sondern zudem branchenweit als Standardkomponenten von Online-Werbung akzeptiert werden – sowohl im politischen als auch kommerziellen Bereich“, so das Statement der Datenfirma.

Cambridge Analytica ist weiterhin fest davon überzeugt, dass die eigenen Mitarbeiter „ethisch korrekt und gesetzeskonform“ handelten. Das Unternehmen sieht die Medien wegen ihrer Berichterstattung als Hauptverantwortliche für den Abgang fast aller Kunden und Zulieferer. Unter den aktuellen Bedingungen sei eine Fortführung des Geschäftsbetriebs nicht mehr möglich.

Neue Firmengründung in Sicht
Für diverse Führungspersönlichkeiten scheint es trotz der Firmeninsolvenz einen Hoffnungsschimmer zu geben. Einem Bericht der New York Times zufolge planen diverse hochrangige Mitarbeiter von Cambridge Analytica und der angegliederten SCL Group die Gründung eines neuen Unternehmens mit dem Namen Emerdata, das ähnliche Datenanalyse-Dienste anbieten wird.

Kommentare

Tzunami
Tzunami03.05.18 17:24
"Legal" und "moralisch fragwürdig" sind nun mal zwei paar Schuhe. Klar machen das auch andere, aber man sollte sich nicht wundern wenn man auf einmal am Pranger steht.

"Andere machen das auch!" ist sowieso die dümmste Ausrede. Millionen Menschen ignorieren täglich Verkehrsregeln und keinen Gesetzeshüter interessiert es, deshalb muss ich noch lange nicht so handeln wie diese Menschen.
+10
Langer
Langer03.05.18 17:31
Machen die Bosse von Cambridge Analytica bei Emerdata einfach weiter?
+5
PeKaEm
PeKaEm03.05.18 17:34
Ziemlich sicher sind die nicht insolvent. Die werden unter neuem Namen weitermachen.
+8
RyanTedder
RyanTedder03.05.18 18:02
Ich hab noch gar nicht richtig verstanden welche Daten eigentlich unerlaubt weitergegeben wurden, außer das die Freundeslisten der Betroffenen Nutzer dieser Umfrage durchwühlt wurden. Was genau war denn jetzt der Fehler? Was hätte nicht sein dürfen? Und inwieweit könnten diese Daten bei Trumps Wahlkampf helfen? Doch nicht durch irgendwelche Fotos vom Mitagessen oder sonstige Hirnfürze
+1
Alexhibition03.05.18 18:04
Und wenn andere aus dem Fenster springen, dann springt Analytica auch? 😄

Außerdem werden sie oder die Mitarbeiter sicher unter neuem Namen weitermachen. Eh logisch, die werden jetzt nicht ein komplett neues Feld aufnehmen.
-2
sffan03.05.18 18:53
PeKaEm
Ziemlich sicher sind die nicht insolvent. Die werden unter neuem Namen weitermachen.
Logisch.
Es geht vor allem darum juristische Folgen und den "schlechtem Ruf" schnell hinter sich zu lassen..
Ist der Ruf erst ruiniert: Macht man halt unter neuem Namen weiter.
Nix wirklich neues. Verdrängen ist ja auch was zutiefst Menschliches. Mögen muss man das aber nicht.
+5
teorema67
teorema6703.05.18 20:06
sffan
PeKaEm
Ziemlich sicher sind die nicht insolvent. Die werden unter neuem Namen weitermachen.
Logisch.
Wurde heute im Radio in einem Zug mit der Insolvenz mitgeteilt: Emerdata, gleiche Adresse.
Printer Margins for the Homeless
+3
aMacUser
aMacUser03.05.18 20:22
PeKaEm
Ziemlich sicher sind die nicht insolvent.
Vielleicht solltest du erstmal nachgucken, was "Insolvenz" überhaupt bedeutet, bevor du so einen Stuss von dir gibst.
-5
F. Flor03.05.18 23:24
Haha ... Bude dich machen um den gleichen Mist unterm anderen Namen. .. Wie wäre es mit Yale Statistcs 😂😂😂😂
+4
Fabianexe
Fabianexe04.05.18 10:23
RyanTedder
Was genau war denn jetzt der Fehler? Was hätte nicht sein dürfen? Und inwieweit könnten diese Daten bei Trumps Wahlkampf helfen?

Mein Verständnis nach haben sie halt nicht nur Freundesliste sondern auch alles was die Personen gesehen was der Freund halt sieht. Also likes, Kontakt daten und so weiter. So das sie auch ihr Profil von freunden bauen konnten.

Das erlaubt ihnen halt auch für den Nutzer personalisiert Werbung zu schalten (was ihr Geschäftsmodel ist) obwohl er nie zu gestimmt hat seine Daten an die Firma zu geben, im Gegensatz zu dem Freund der ja irgend eine app benutzt hat (wahrscheinlich ohne zu wissen das sie von CA ist).
Einfacher Konfigurationsfehler von Facebook die sie halt voll ausgenutzt haben.

Am ende eine Riesenblase ohne viel Inhalt sollte jedem doch klar sein das Facebook Daten von vielen irgend wie ausgewertet werden. Problem ist das CA halt vollkommen übertrieben darstellt wie gut ihre Beeinflussung funktioniert und im Medien Mittelpunkt stehen wollte. Da führt so ein Ausnutzen von Fehlern halt zum Aufschrei.
+1
Dekator
Dekator05.05.18 11:37
Da wird ausnahmsweise mal etwas aufgedeckt und ersnt genommen - das illegale und unmoralische Verhalten steht außer Frage - da sehen sie sich als Opfer. Dreister geht's nimmer. Aber so ist das bei den großen Firmen dieser Zeit. Nun ja, sie werden eh genauso weitermachen, genau, unter anderem Namen.
0
teorema67
teorema6705.05.18 11:55
Dekator: Du hast natürlich im Prinzip recht, aber: Jeder weiß, worauf er sich bei FB einlässt, und die Analysen von CA sind zumindest formal nicht illegal. Also bleibt dem User, entweder die Rechtslage ändern zu lassen (über die Parlamente theoretisch möglich) oder sich bei FB abzumelden.
Printer Margins for the Homeless
+1
Legoman
Legoman06.05.18 10:32
Menschen geben gern, bereitwillig und massenweise ihre Daten preis im Tausch für ein kostenloses Netzwerk - und wundern sich dann, wenn der Seitenbetreiber die erhaltenen Daten auch nutzt.
+2

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um die News kommentieren zu können.

OK MacTechNews.de verwendet Cookies unter anderem für personalisierte Inhalte, Seitenanalyse und bei der Auslieferung von Google-Anzeigen. Dies war zwar schon immer so, auf Wunsch der EU muss nun jedoch explizit darauf hingewiesen werden. Durch Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden. Weitere Informationen