Der Mac Pro ist Geschichte – Ein Rückblick auf die Geschichte der "professionellen Macs"
Power Mac G3 bis G5Mit der Umstellung auf G3-Prozessoren nahm Apple dann eine kleine Korrektur an der Bezeichnung vor. Ohnehin hatten Nutzer ihre Geräte seit jeher schlicht "Mac" genannt, ab 1997 wurde das schrittweise dann zum offiziellen Produktnamen. Den Anfang der G3-Ära machte der Power Mac G3, der je nach Modell mit PowerPC-G3-Prozessoren ab 233 MHz ausgeliefert wurde. Es gab Ausführungen als "Desktop" (damit war der Formfaktor gemeint, ein externes Display auf den Mac stellen zu können) als Tower sowie als All-in-one-Konzept für den Bildungsmarkt. Die Performance des G3 überzeugte und Apple konnte spöttisch auf Intel blicken – gut in Erinnerung bleibt die "Schnecken-Werbung":
Auf den G3 folgte der G4, welcher mit einer Rechenleistung aufwarten konnte, dass sogar Exportbeschränkungen griffen (siehe
Artikel). Das Design hatte sich bereits mit dem letzten G3-Modell weg von beige, hin zu durchsichtigen, eingefärbten Partien gewandelt. Der Power Mac G4 setzte in den ersten Wochen auf Prozessoren mit 400 MHz, doch Fertigungsprobleme sorgten bald dafür, im Basismodell nur noch 350 MHz zu erhalten. Mit von der Partie waren Mac OS 8.6, 128 MB RAM (maximal 1 GB), DVD- und ZIP-Laufwerk sowie 10 GB Festplattenspeicher.
2003 folgte der Power Mac G5 (siehe
Artikel) – und es sollten die letzten drei Jahre der Baureihe unter diesem Namen anbrechen. 1,6 GHz, 1,8 GHz oder sogar 2x 2,0 GHz ließen sich bestellen, vor allem in der Variante mit Dual-Prozessoren konnte Apple damit endlich wieder zu Intels Pentium 4 aufschließen. Was in den aufwendig gekühlten Mac-Towern noch funktionierte, stellte sich im Mobilbereich jedoch als kaum zu lösende Herausforderung dar: die enorme Wärmeentwicklung des G5-Prozessors. Mit diesem Argument verkündete Apple 2005 den Intel-Umstieg, um im Sommer 2006 den Nachfolger des Power Mac zu präsentieren.
Mac Pro Konzept 1Das bekannte Außendesign – aber innen alles anders und ein neuer Name: Der mit Xeon-Prozessoren von Intel ausgestattete Mac Pro war da! Während es in den ersten Jahren aber so aussah, als ob Apple weiterhin an regelmäßiger Produktpflege festhalte, setzte so langsam die Götterdämmerung ein. Die Zyklen verlängerten sich und immer häufiger kamen Diskussionen auf, ob Apple noch großes Interesse an diesem Konzept zeigte. Die Anzahl der Kunden, die im Alltag von der Performance eines Tower-Macs profitierten, nahm seit dem Intel-Umstieg immer weiter ab – denn längst reichte die Performance eines Notebooks für vieles komplett aus.
Mac Pro Konzept 2, 3 und 4 – sowie das EndeAb diesem Zeitpunkt ist die Geschichte sehr schnell erzählt, obwohl sie sich über mehr als ein Jahrzehnt erstreckt. 2013 wollte es Apple ganz neu versuchen und stellte den Mac Pro in Tonnenform vor – welcher sich aber als Einbahnstraße erwies (siehe
Artikel). Sechs Jahre lang bot Apple das Gerät fast unverändert an, um es 2019 dann mit dem dritten Konzept eines Mac Pro zu probieren, was in vielerlei Hinsicht aber wieder "Zurück zum Anfang und Version 1" bedeutete. Der Mac Pro 2019 setzt auf gewohnte Tower-Bauweise, Erweiterungen, High-End-Prozessoren, allerdings auch Preise, die das Gerät für Normalanwender kaum erschwinglich machten.

2023 folgte dann die, wie man nun weiß, letzte Generation des Mac Pro. Dieser erhielt Chips vom Typ M2 Ultra, doch von Anfang an lautete die Frage: "Und für wen soll das interessant sein, wenn es die gleiche Ausstattung auch im Mac Studio gibt?". Von einem erweiterbaren, modularen Mac Pro konnte nur noch sehr eingeschränkt die Rede sein – und die Anzahl der Kunden, welche aufgrund der PCIe-Steckplätze zu einem Mac Pro anstatt zu einem Mac Studio griffen, war sicherlich nicht mehr hoch. Apple zog daher jetzt den sprichwörtlichen Stecker und beerdigte die Modellreihe des Mac Pro vollständig. Wie eingangs erwähnt: Damit geht aber nicht nur eine Mac-Ausführung, es endet eine komplette Ära.