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Abgesang: Weg vom Konzept des Tower-Mac – Du hattest Deine Zeit, Großer!

Nach der Abkündigung des Mac Pro letzte Woche war der Aufschrei groß, wenn auch nur von einer überschaubar kleinen Anwendergruppe. Das Ende des Mac Pro im Tower-Format war aber überfällig, meint REWIND.

Es ist stets schwer, sich von lieb gewonnenen Dingen loszusagen. Und viele Menschen sind ohnehin keine Freunde großer Veränderungen. So war es auch klar, dass nach der Verkündung vom (höchstwahrscheinlich) endgültigen Aus des Mac Pro im Tower-Gehäuse die bis dahin zufriedenen Benutzer dieses Konzepts gar nicht erfreut darüber waren. Doch im Grunde genommen war das Konzept des „modularen“ und mit Steckkarten und Laufwerken nach- und aufrüstbaren Macs schon lange überholt. Und dieser Autor ist der Meinung, dass sogenannte Modulbau-Computer nie einen wirklich großen Vorteil gegenüber hoch integrierten Designs wie dem Mac Studio hatten oder haben.


Ich selbst habe in den 90er Jahren eine kurze Zeitlang beruflich Windows-PCs geschraubt. Heißt: Tower-PCs von Grund auf nach Kundenbestellung aufgebaut. Gehäuse, Lüfter, Netzteil, Hauptplatine, CPU, Speicher, Grafikkarte, Laufwerke etc. pp. Das war angesagt, weil sich der Kunde in einem gewissen Rahmen aus bestimmten Teilen die für ihn beste Kombination zusammenstellen konnte, wobei wir als „Hersteller“ darauf achten mussten, dass alles auch wirklich zusammenpasst, denn nicht jede CPU passt auf jedes Mainboard und nicht jedes Netzteil ist kräftig genug für die geforderte Leistungsaufnahme.

Die Grundidee war schon damals, dass der PC durch Modularität quasi immer durch Austausch der Karten auf den neuesten Stand gebracht werden konnte. Aber auch schon damals war das mehr graue Theorie, denn modulare Systeme kranken immer an einem Punkt, nämlich an den Schnittstellen. Die veralten schnell. Damals sogar in noch kürzerer Zeit, als heute. In einem Jahr war die quadratische CPU für beispielsweise „Sockel 4“ angesagt, im nächsten dann solche, die Sockel der nächsten Generation benötigten oder gar einem ganz anderen Formfaktor hatten. Das zog in der Praxis meist den Neukauf des kompletten PCs nach sich, weil neben der CPU auch das Mainboard getauscht werden musste, welches wiederum schnellere PCI- und Speicherslots bot und andere Speicher- und Grafikkarten erforderte, und zuletzt womöglich eine höhere Leistung brauchte, was andere Netzteile erforderte … und so weiter, und so fort. Der Vorteil der Modularität für Erweiterbarkeit und Langlebigkeit war meist reines Wunschdenken.


Demgegenüber haben hoch integrierte Computer wie der Mac Studio einige handfeste Vorteile. So kann schon beim Design die Hardware optimal aufeinander abgestimmt werden und maximale Performance erreicht werden. Denn glauben Sie nicht, es würde ausreichen, einfach die jeweils schnellsten Bauteile auf das beste verfügbare Board zu stecken, um den schnellsten PC zu erhalten. Von wegen. Einen „modularen“ PC so mit Hard- und Software abzustimmen, dass er am Ende wirklich in allen Aspekten (CPU, Speicher, Grafik…) richtig flott war, war nicht so leicht.

Bei hochintegrierten Systemen können zudem Techniken gewählt werden, die mit Modulsystemen schlicht nicht machbar sind, wie etwa die direkte Anbindung des RAM an die CPU. Keine Steckschnittstelle kann da in Sachen Performance mithalten. Und wenn doch, ist sie sowieso in einem Jahr wieder veraltet und limitiert die Aufrüstbarkeit. Es mag einzelne Ausnahmen geben, aber kein einziges modulares System in der Computerwelt hat sich jemals als wirklich dauerhaft erwiesen, um damit auf dem Stand der Technik bleiben zu können. Nicht ein einziges.


Von daher erschien mir 2013 die Vorstellung des Mac Pro in der kompakten, schwarzen Zylinderform mit wenig modularem Anspruch als der logische und richtige Weg. Auch wenn das Konzept scheiterte, war es doch, wie sich jetzt mal wieder herausstellt, der richtige Ansatz, der heute im Mac Studio seine konsequente Fortsetzung findet. Der „Tischmülleimer“ war zu Unrecht Ziel von Spott und Häme. Und es war ja auch nicht das erste Mal, dass Apple mit einem neuen Produkt seiner Zeit zu sehr voraus war. Newton und Power Mac G4 Cube wären Beispiele dafür. Doch hier und jetzt ist das Konzept des Tower-Mac-Pro definitiv – und mit Ausnahme nur sehr weniger Spezialanwendungen – altes Eisen und für Hersteller wie Anwender nicht länger sinnvoll, es weiter zu verfolgen.


Ich rede dabei gar nicht mal von den üblichen Problemstellen, wie dem exorbitant hohen Preis und der Tatsache, dass man darin nicht einmal andere Grafikkarten einstecken könnte. Nein, es geht ausschließlich um die Erkenntnis, dass der Vorteil der Modularität mit viel zu vielen Nachteilen und Beschränkungen erkauft wird und letztendlich Augenwischerei ist.

Vorschlag zur Güte
Liebe Fans des Tower-Macs. Die Zeit ist reif für ein Umdenken. Nahezu alle heute gängigen Anwendungen, die nicht in Ultra-High-End-Computing oder gigantische KI-Zentren gehen, sind mit einem (oder mehreren vernetzten) Mac Studio mindestens genauso gut zu erledigen. Wahrscheinlich sogar noch besser. Ganz nebenbei entfällt damit der Bastelzwang, was viel Zeit kostet, die an Rechenzeit verloren geht.

Jaja, ich höre schon die Einwände gewisser Experten im Forum, die mir sagen werden, dass der Studio ja nicht annähernd die Leistung der besten XY-Enterprise-PC-Lösungen erreiche. Aber das ist nicht der Punkt. Ausnahmen bestätigen stets die Regel, aber der Mac Studio ist es wert, seine Qualität in der Tower-Domäne auszuprobieren. Wer weiß? Vielleicht gehören am Ende auch Sie zu denjenigen, die sich fragen, wie sie nur so lange an der überdimensionierten Tower-Architektur festhalten konnten. – Just try it!

Kommentare

Uwe Kempf04.04.26 08:18
Gut gesprochen! Ich hatte damals bis zur Vorstellung des Power Book G4 auch immer modulare Macs.
Zunächst auf Motorola Basis später als PowerPC ab 601 bis hin zu G3 und G4.
Vor allem G3 und G4 fand ich toll wegen der ausgefuchsten Tür.
Und dann stieg ich um auf (PowerBooks) MacBooks. Bis heute.

Zurückblickend kann ich sagen: das Einzige, was ich je an den modularen Mac verändert hatte, war mehr RAM Speicher und mehr Festplattenplatz installieren. Ansonsten kam in dieser Zeit vor circa 25 Jahren ohnehin alle zwei Jahre ein neuer Mac unter den Schreibtisch. Die Entwicklung in Geschwindigkeits-Steigerungen von Generation zu Generation war einfach so massiv damals.
Die Modularität hat mir persönlich also nicht viel gebracht. Ich denke zwar gern an diese Geräte zurück, aber ich vermisse sie nicht. 😄
Heute liebe ich mein MacBook Pro mit M4 und bearbeitet darauf sehr umfangreiche Projekte in Logic Pro. Ich persönlich vermisse nichts an Modularität. (Okay durch den User erweiterbare SSDs wären schon eine schöne Sache 😎)
+9
Cornelius Fischer
Cornelius Fischer04.04.26 08:31
Natürlich kann man mit der Leistung eines MacStudios locker auch im Pro Umfeld arbeiten. Ich werde den MacPro dennoch vermissen.

Auch wenn ich nur Nvme Blades und zusätzliche USB Ports auf die Pcie Slots gesteckt habe, mein Setup ist mit dem MacPro einfach wesentlich aufgeräumter.

In 1-2 Jahren werd ich auf einen Studio wechseln müssen, da der M2Ultra MacPro nimmer reichen wird. Dann heisst es Kabelsalat und noch mehr Netzteile managen. Dazu kommt, für die Optimierung der Performance muss gut geplant werden, wie man mit den knappen USB Ports am Studio umgeht.

Hätte der Studio auf der Rückseite 4 weitere Ports wärs schon etwas entspannter. Aber aktuell ists schon ne Challenge.
+12
gbkom04.04.26 08:40
Mein Mac Pro von 2008 steht noch immer auf meinem Schreibtisch, ist noch voll funktionsfähig, hab‘ ihn noch bis vor einem Jahr noch zum Videoschneiden benutzt (weil mein MacBook Pro von 2016 dabei noch lauter geschnauft hat) und die Tastatur benutze weiterhin ich an meinem MBP M4. Er hängt nicht mehr am Strom und wartet darauf, dass ich endlich einen MacMini mit einem Dock einbaue. Irgendwann mach‘ ich das, denn die Käsereibe finde ich noch immer schön.

Frohe Ostern!
+19
DarthMac7704.04.26 08:53
Ich hab auch noch melnen „alten“ MacPro aus dem Jahr 2011.
Da wurde viel dran gebastelt:
- ne Boot SSD eingebaut
- alle Festplattenplätze ausgestattet
- RAM auf 24 GB aufgerüstet
- Grafikkarte getauscht

Alles in allem ein gelungenes Gerät, aber halt aus der „heutigen“ Zeit gefallen.

Schade drum, ich nutz den MacPro leider nicht mehr, well er so teuer im Betrieb geworden ist.
+3
torgem04.04.26 08:59
Der MacStudio mag von der Leistung locker ausreichen. Apple hätte aber gerne etwas mehr Liebe in das Design stecken können. Ein MacPro im Mini-Format oder der Mülleimer eine Nummer kleiner oder wieder so eine Art Würfel oder ein ganz neues Konzept. Der aktuelle MacStudio sieht dann doch, auch wenn er für Profis gemacht wurde, langweilig schlicht aus.
AAPL: reduzieren
0
Deppomat04.04.26 09:01
Modularität bedeutet ja zweierlei: Das Ersetzen durch schnellere Komponenten mag größtenteils Wunschdenken gewesen sein. Aber das Nachrüsten quantitativ variabler Komponenten! Das ist doch der Knackpunkt. Speicher und Festplatte nicht bei Apple kaufen zu müssen, sondern für ein Viertel des Preises auf dem freien Markt.
+13
holk10004.04.26 09:32
torgem
Der MacStudio mag von der Leistung locker ausreichen. Apple hätte aber gerne etwas mehr Liebe in das Design stecken können. Ein MacPro im Mini-Format oder der Mülleimer eine Nummer kleiner oder wieder so eine Art Würfel oder ein ganz neues Konzept. Der aktuelle MacStudio sieht dann doch, auch wenn er für Profis gemacht wurde, langweilig schlicht aus.
Wenn Du „Schlicht und elegant“ als langweilig empfindest, bis Du bei Apple aber an der falschen Adresse. Dies war schon unter Jobs DIE Design Maxime von Apple geworden.
+4
EOTT
EOTT04.04.26 09:36
holk100
Wenn Du „Schlicht und elegant“ als langweilig empfindest, bis Du bei Apple an der falschen Adresse. Dies war schon unter Jobs die Design Maxime von Apple geworden.
Der Mac Studio ist aber IMHO nicht „schlicht und elegant“, sondern schlicht langweilig. Der letzte Mac Pro dagegen war eine Augenweide, genau wie das Pro Display XDR.
+1
massi
massi04.04.26 09:41
Das ist doch der Knackpunkt. Speicher und Festplatte nicht bei Apple kaufen zu müssen, sondern für ein Viertel des Preises auf dem freien Markt.
Und das ist der Punkt, warum Apple alles fest einbaut. RAM/SSD zu klein=Neuer Mac, was sollte Apple dazu bewegen dieses Konzept aufzugeben?

Ich habe nie einen Pro besessen, da fehlte mir dann doch das nötige Kleingeld.
Im Prinzip war so ein Mac Pro doch auch in seiner Aufrüstbarkeit recht limitiert, da konnte man ja auch nicht einfach jede mögliche PC Hardware einbauen.
-1
holk10004.04.26 09:44
Zum Thema Design: https://www.red-dot.org/de/project/mac-studio-65474
+2
Brunhilde_von_der_Leyen04.04.26 10:33
Den Trashcan Mac Pro fand ich immer faszinierend, er war mir aber zu teuer. Mittlerweile habe ich mir einen bei eBay für wenig Geld gekauft, auch wenn es ehrlicherweise zu viel Geld war, damit er jetzt einfach nur in meiner Mac Sammlung steht. Die früheren Tower Macs hatte ich auch - angefangen beim G4 bis zum G5 - aber nicht weil man die so schön aufrüsten konnte. Für mich waren es die einzigen Macs deren Speed für mich ok war.
Einen Mac Pro von 2019 habe ich mir dann aber doch vor Kurzem gegönnt, aber erst jetzt wo ich mir die Preise bei eBay schönreden kann. Und ja, dieses Gerät nutze ich wirklich, aber anders als von Apple gedacht. Jetzt verrichtet eine NVDIA GPU unter Windows 11 darin ihren Dienst. Als schöner Rechenknecht für KI Gedöns
Signaturen – das digitale Äquivalent zum Gartenzwerg
+3
frietbart04.04.26 10:34
wäre der g4 cube vor ca. 25 jahren besser eingeschlagen, dann wäre der power mac bzw. mac pro schon länger ausgemustert.
man muss sich nur die alten rechner von next anschauen. um zu wissen wo die reise hingeht.
+2
Bluebox3404.04.26 10:59
Hohe Integration und Modularität schließen sich nicht aus. Alles möglich. Aber die Apple-Gemeinde war schon immer gut darin, sich Nachteile schön zu denken…
+4
gfhfkgfhfk04.04.26 11:11
Ich teile die Einschätzung ganz und gar nicht.
1.
Es geht nicht darum, dass man einen modularen Computer lange aufrüsten kann. Es geht darum, dass man den Rechner auf die persönlichen Anforderungen anpassen kann, und im Fehlerfall schnell Komponenten austauschen kann. Vor-Ort-Service war bei Apple nie ein Thema, und das trennt sehr klar die Profi Systeme von denen für SoHo-Einzelkämpfer.
2.
Kompakte Systeme wie ein G4 Cube, mMP oder das MacStudio sind fast immer thermisch limitiert. Sprich würde man die gleichen Komponenten in ein besser gekühltes System verbauen, wäre das deutlich schneller. Man opfert hier Leistung auf dem Altar des optischen Eindrucks.
3.
Aus 2. ergibt sind dann auch gleich Punkt 3. Wenn man Kompakt-Macs wirklich hart ran nimmt werden sie unerträglich laut, da die Kühlleistung zu gering ist, um die Abwärme auf Dauer leise abführen zu können. Das geht dann Richtung Düsenjäger auf dem Schreibtisch.
4.
Alex Ziskind hat es so wunderbar mit KI Anwendungen getestet. Die MacStudios skalieren nur bis maximal 4 Systeme, weil es keine Hardware gibt MacStudios darüber hinaus zu verclustern.

Die DGX Sparks, obwohl von nVidia offiziell auf zwei Systeme limitiert, ließen sich in seinem Test auf 8 Rechner in einem Cluster zusammenfassen. Technisch wären noch mehr Systeme möglich, aber entsprechende 200GbE Switche sind teuer, und man erreicht einen Punkt an dem eine DGX Station einfach billiger ist. Dazu kommt, dass Software nicht beliebig im Cluster skaliert.
5.
Cluster haben einige nicht unerhebliche Einschränkungen. Wer hier der Verclusterung von Macs das Wort redet, hat noch nie Software für Cluster genutzt – noch geschrieben. Dazu fehlt Macs die passende Hardwareschnittstelle für die Verclusterung. Wo ist bitte die QSFP56 Schnittstelle wie bei DGX Spark oder DGX Station? PCIe Slots für eine ConnectX Karte sind ja auch nicht vorhanden. Von einer DPU darf man bei Apple noch nicht einmal träumen – Stichwort Off-Loading.
+2
cfkane04.04.26 11:26
Es geht aber auch um eine grundsätzliche Frage: Lasse ich dem Anwender Freiheiten oder zwinge ich ihn immer stärker in mein Korsett? (Und kassiere dann immer mehr ab.)
+4
h.ml04.04.26 11:31
Aus der Sicht eines Profis der eigentlich nie genügend Leistung haben kann und dessen Anforderung mit jeder neuen oder überarbeiteten Software steigen ist das wohl bedauerlich, für mich als Nichtprofi spielt das nicht so eine grosse Rolle. Die M-Power die es seit einigen Jahren gibt ist für mich absoulut ausreichend, dennoch vermisse auch ich so hin und wieder den modiularen Aufbau eines solchen Systems. Dabei geht es nicht um die CPU sondern um den RAM und die SSD, wo ein Austausch/Erweiterung schon wünschenswert wäre.
+5
Der echte Zerwi04.04.26 11:35
Mein erster Mac war ein PowerMac G4, ich liebte ihn. Später kam dann nach Ausflügen zum iMac G4 und PowerBook G4 nochmals ein PowerMac G4 MDD ins Haus. Schöne Maschine, nur zu laut. Aber ich fand die Tower-Macs immer schön und die Modularität bei RAM und Festplatte waren für mich ein Argument.

Den Trashcan MacPro mit 4-Core holte ich mir 2014 als Schnäppchen bei einem Apple Händler, der stornierte Kundenbestellungen verkauft hat. Total faszinierend, echter Hardware-Porno in meine Augen!
Habe ihn dann im Laufe der Jahre mit mehr RAM, einer größeren SSD und einem günstigen 6-Core aufgerüstet. Den habe ich immer noch und gebe ihn auch nicht mehr her.
Die Trashcan krankte halt am Lüftungskonzept und den speziellen Grafikkarten, die zu viel Hitze abstrahlten. War leider eine technische Sackgasse. Schade drum.
+4
Brunhilde_von_der_Leyen04.04.26 11:50
gfhfkgfhfk
3.
Aus 2. ergibt sind dann auch gleich Punkt 3. Wenn man Kompakt-Macs wirklich hart ran nimmt werden sie unerträglich laut, da die Kühlleistung zu gering ist, um die Abwärme auf Dauer leise abführen zu können. Das geht dann Richtung Düsenjäger auf dem Schreibtisch.

Unerträglich laut finde ich stark übertrieben. Wenn ich meinen Mac Studio an sein Maximum bringe, höre ich seine Lüfter. Aber erst dann - vorher ist er nicht zu hören. Und selbst unter Last ist das ruhiger als vergleichbare PC Kisten, die nicht an ihr Limit gebracht werden.
Die Lüfter des Modularen Mac Pro (Intel) sind dezent, aber immer zu hören, unter Last wird er lauter, wird die NVIDIA Karte gefordert, dann geht es in Richtung "unerträglich" laut.
Signaturen – das digitale Äquivalent zum Gartenzwerg
+6
Mostindianer04.04.26 11:52
Die Grundsatzfrage lauten heute im Profiumfeld eher anders, was erstelle ich noch lokal und was in der Cloud? gibt es noch Anwendungen ohne Cloud-Anbindung, oder schiebt mich der Anbieter zwangsmässig richtung Cloud?
+1
h.ml04.04.26 12:39
Lokal ist zunächst die Verarbeitung und dann, wo speichere ich meine Werke"? Ich für meinen Teil bleibe beim alt bewerten lokalen und mehrfach gesicherten Speichern und vertraue meine Daten nicht irgendeiner Cloud an, wo es immer passieren kann das man mal keinen Zugriff auf seine Daten (mehr) hat. Eine Cloud könnte ich mir bestenfalls als Zwischen-, aber niemals als Dauerlösung vorstellen.
+5
gfhfkgfhfk04.04.26 13:18
Brunhilde_von_der_Leyen
Unerträglich laut finde ich stark übertrieben. Wenn ich meinen Mac Studio an sein Maximum bringe, höre ich seine Lüfter. Aber erst dann - vorher ist er nicht zu hören. Und selbst unter Last ist das ruhiger als vergleichbare PC Kisten, die nicht an ihr Limit gebracht werden.
Mich stört der Lärm besonders, und man hat nicht die Option auf eine Custom Lösung umzurüsten bzw. diese gleich zu anfangs zu verbauen, so dass der Lärm eliminiert wird.
-2
Zippo04.04.26 14:13
Ich muss schauen, ob ich irgendwann irgendwo einen Mac Pro m2 herkriegen kann (bislang mit Mac Pro 2019 unterwegs). Ich hab nämlich keinen Bock auf Kabelwirrwarr, Netzteilgeraffel und Lüfterlärm ...

Und ich mache keine "Spezialanwendungen" sondern Video, Audio und Bildbearbeitung ...
+1
mja04.04.26 14:28
Ich sehe das tatsächlich etwas anders. Meines Erachtens hat Apple das Konzept durch drei wesentliche Punkte selbst auf dem Gewissen:

1. Absolut willkürliche Produkt-Roadmap
2. Vollkommen untaugliche Konzeptumsetzungen am Markt vorbei
3. Überzogenes Pricing

Viele haben sich vom Mac in relevanten Bereichen abgewendet. (Auch Zulieferer, für die die Plattform nicht mehr die notwendige Basis hatte.) Andere „begnügen sich mit weniger“. Auch bei mir würde eigentlich noch ein Pro stehen. Aber RAM nicht mehr aufstocken zu können ist für mich u.a. eine wesentliche Einschränkung. Schade.

Aber der erfolgsverwöhnte Laden war an der Stelle einfach nicht mehr nah genug am Kunden.
+6
t.stark
t.stark04.04.26 15:33
Man kann auch einfach alles wegdiskutieren. Aufrüstbarkeit - ja warum, kauft man halt neu mit genügend Speicher und SSD. Leistung, haben die Studios genug und wenn man mehr braucht ist man ein Exot, dessen großer Leistungsbedarf am besten vom Verfassungsschutz beobachtet werden sollte.
-6
radneuerfinder
radneuerfinder04.04.26 16:58
Im Grunde gehts doch darum, ob zusätzlich gewünschte/benötigte Hardware in ein (schönes) Gehäuse gepackt werden kann oder extern herumsteht:
+6
torgem04.04.26 17:22
Schlicht ok. Aber elegant? Was ist am Studio elegant?
holk100
torgem
Der MacStudio mag von der Leistung locker ausreichen. Apple hätte aber gerne etwas mehr Liebe in das Design stecken können. Ein MacPro im Mini-Format oder der Mülleimer eine Nummer kleiner oder wieder so eine Art Würfel oder ein ganz neues Konzept. Der aktuelle MacStudio sieht dann doch, auch wenn er für Profis gemacht wurde, langweilig schlicht aus.
Wenn Du „Schlicht und elegant“ als langweilig empfindest, bis Du bei Apple aber an der falschen Adresse. Dies war schon unter Jobs DIE Design Maxime von Apple geworden.
AAPL: reduzieren
0
Fontelster
Fontelster04.04.26 17:34
torgem
Was ist am Studio elegant?
Die Schlichtheit
+12
Georg_KK04.04.26 18:58
Es kommt sicher immer sehr auf die eigene Umgebung an. Für mich ist ein Mac Mini oder Mac Studio sicher ok, die Frage der nichtvorhandenen Aufrüstbarkeit bzw. die Kosten, bei Apple gleich mehr Speicher zu erwerben, sind bekannt und wurden auch schon angesprochen.

Nicht zu vernachlässigen sind aber die ganzen Spezialanwendungen, die auf PCIe-Steckkarten aufbauen, zum Beispiel im Pro-Audio-Umfeld (AVID HDX für ProTools, RME, usw.). Diese Karten werden oft Jahre betrieben und sind dann obsolet, wenn es keine passende Architektur dafür mehr gibt. Als Option bliebe dann nur die Nutzung von Thunderbolt mit externen Geräten (und Neuverkabelung des Studios).

Von daher ist die Enttäuschung, dass eine so profitable Unternehmung wie Apple solche Profiprodukte aussortiert, nachvollziehbar und ich teile sie auch.
+6
pentaxian
pentaxian04.04.26 20:32
torgem
Schlicht ok. Aber elegant? Was ist am Studio elegant?

Die Rückseite, die ist wirklich elegant in meinen Augen. Die Vorderseite ist einfach nur langweilig...
mine is the last voice that you will ever hear (FGTH)
-2
System 6.0.1
System 6.0.104.04.26 20:32
Einen „modularen“ PC so mit Hard- und Software abzustimmen, dass er am Ende wirklich in allen Aspekten (CPU, Speicher, Grafik…) richtig flott war, war nicht so leicht.

Ich bin begeistert! Endlich sagt’s mal einer!

Aber einen Vorteil hatte die modulare Bauweise: Leute, die auf sowas ansprangen hatten zumindest das „Gefühl“ von Selbstwirksamkeit. Und wie ich in den Kommentaren hier sehe, ist das bis heute so.

Ich will das an einer Erfahrung festmachen, die natürlich überhaupt nicht mit den modularen Computersystemen vergleichbar ist, aber IMHO deutlich illustriert, welcher Menschentyp auf modulare Computer abgeht.

Anfang der 1980er kauften ein Kumpel und ich jeder ein sogenanntes RC-Modell eines Rennwagens. Solche Modelle bestehen aus einer Aluminium-Bodenplatte, auf der Achsen, Verbrennermotor, Tank und Servos zur Steuerung montiert werden. Das Ganze wurde dann mit einer Kunststoff-Karosserie abgedeckt, die man selber gestalten lackieren konnte.

An einem großen Badesee, wurde auf dem Parkplatz ein gut übersichtlicher Teil von Fans dieser Dinger abgesperrt. Die fuhren dann mit ihren Kombis rückwärts an den Rand der Bahn, hoben die Heckklappen um die dahinterliegende RC-Werkstatt und das Modell freizulegen, hängten die Kanalnummer ihrer RC-Fernbedienung an die offene Heckklappe auf einem kleinen Schild gut sichtbar auf, holten grobe und feine Besen aus den Autos, fegten im Rudel mindestens 20 Minuten die Rennstrecke sauber, und dann ging es los.

Und jetzt kommt es. Es gab zwei Sorten von RC-Piloten. Die einen fuhren mit ihren liebevoll gestalteten Rennboliden wie die Berserker um den Ring, lieferten sich epische Verfolgungsjagden und steuerten ihre, oft an echte Rennwagen gestaltete Modelle, geschickt um den Platz.

Die andere Sorte beteiligte sich nicht an den Rennen. Die hatten auch keine Karosserie auf den Wagen. Diese Leute steuerten ihre offenliegenden Alu-Platten um den Ring, stoppten das Modell, schraubten dann wieder an diesem oder jenem Schräubchen, fuhren wieder, hielten wieder an, änderten das Mischungsverhältnis und so weiter.

Die zweite Gruppe fuhr keine Rennen, sie bereitete sich immer nur darauf vor, den besseren Wagen zu haben, für ein Rennen, das nie stattfand. Sie optimierten und optimierten und optimierten ihr Gerät, fuhren aber nicht.

Und wie diese zweite Gruppe, habe ich alle Menschen wahrgenommen, die eisern an modularen Computern festhielten. Es ging ihnen nicht um die Anwendung, die diese Geräte ermöglichen sollten, sondern darum den eindeutig längsten … Pardon, den schnellsten Computer zu haben. Sie waren technikverliebt, nicht Ergebnisorientiert. Den das Ergebnis ist nicht der beste Runden-Score, sondern das gewonnene Rennen!

Ich habe in Büros, die von solchen Vögeln betreut wurden, Sekretärinnen gesehen, die sich um E-Mails, Texte und ein paar Tabellen kümmern mussten, aber mit einen Tower mit 8 Karten-Steckplätzen (alle leer, selbst das Display wurde onboard angeschlossen), 2 Diskettenlaufwerken (die nie verwendet wurden) und 6 Einschubplätzen für Festplatten ausgestattet waren. Ein iMac wäre dort viel besser platziert gewesen.

Warum also der Tower? Na, das ist doch klar, um auf zukünftige Upgrades vorbereitet zu sein. Das Teil passte gerade so unter den Tisch, und die beiden Netzteile veranstalteten eine gewaltigen Lärm im Büro. Der RAM wurde nie aufgerüstet, das Display musste nie ersetzt werden. Als die Damen dann tatsächlich an die Grenzen der Technik stießen, waren die notwendigen Speicherriegel für dieses Gerät nicht mehr zu bekommen, und die Grafikkarten für die notwendigen hochauflösenden Displays passten nicht in die Kartensteckplätze.

Modulare Systeme hatten möglicherweise einmal eine sinnvolle Anwendungsmöglichkeit. Und die mag es vielleicht auch heute noch geben. Aber ganz sicher nicht in einer Umgebung, die mit macOS auf M-Prozessoren arbeitet. Und selbst wenn, dann macht das einen mehr als vernachlässigbaren Anteil der verkauften Geräte aus.

Und jetzt bin ich bereit, mir die Spezialfälle alle einzeln vorstellen zu lassen, denen ich Unrecht angetan habe. Lieber wäre mir aber, man würde meine Erfahrungen auf einer sehr viel breiteren Basis aktualisieren. Mir wäre es sogar recht, man könnte meine Erfahrung als Fehlinterpretation berichtigen. Denn, wie ich das sehe, handelt es sich hier überwiegend um einen Fetisch.

Denn kann man gerne betreiben, kein Problem. Aber diese Vögel sollten dann nicht so tun, als wäre ihr Fetisch zwingend auf alle Computer-User anzuwenden. Denn das stimmt eindeutig nicht.
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
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