Der Mac Pro ist Geschichte – Ein Rückblick auf die Geschichte der "professionellen Macs"


Der Mac Pro 2023 war der letzte Vertreter einer langen Linie, denn Apple gab in dieser Woche die ersatzlose Einstellung des Towers bekannt. Mit dem Mac Pro verschwindet nicht nur ein Modell, sondern eine ganze Mac-Familie, die über Jahrzehnte Apples professionellste Desktop-Rechner prägte. Natürlich ist es immer eine Frage der Definition, was man unter "professionell" versteht, meist sind damit aber Geräte am oberen Ende des Leistungsspektrums gemeint, die zudem Erweiterungsmöglichkeiten bieten. Wir werfen in diesem Artikel einen Blick auf die Geschichte der Pro-Macs, welche Ende der 80er Jahre begann, und stellen exemplarisch einige wichtige Vertreter vor – natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Macintosh II – erweiterbar, FarbeSteve Jobs war weder ein Freund von einfacher Erweiterbarkeit, noch von Farbdisplays im Mac – zumindest in den 80ern, als dies mit schlechterer Darstellungsqualität einherging. 1985 begann ein Projekt, das zwei Jahre nach seinem Weggang von Apple Früchte tragen sollte: Der Macintosh II markierte 1987 den eigentlichen Beginn von Apples Profi-Macs. Während die ersten Macintosh-Modelle vor allem als kompakte All-in-one-Rechner auftraten, schlug Apple mit dem Macintosh II einen völlig anderen Weg ein.
Das System war modular aufgebaut, bot Erweiterungssteckplätze, unterstützte erstmals Farbgrafik (mit verschiedenen Auflösungen und Farbtiefen!) – und richtete sich klar an professionelle Anwender. Als Prozessor kam zunächst ein Motorola 68020 zum Einsatz, die Festplatte konnte 20 MB speichern. Mit externem Display und 8-Bit-Grafikkarte musste man hierfür mindestens 7145 Dollar entrichten, in der Basisversion waren es 5500 Dollar.
Der 1990 auf den Markt gebrachte IIfx, von Apple mit dem Slogan "Wicked Fast" beworben, war ein weiterer wichtiger Schritt. Ein 68030-Prozessor mit 40 MHz sorgte für hohe Performance, die maximale RAM-Bestückung von 128 MB für Erstaunen, der Einstiegspreis von 9000 Dollar (inflationsbereinigt wären dies heute fast 23.000 Dollar) indes für erhebliche finanzielle Belastung.

Der Macintosh II mit externem Apple-Display (
Quelle)
Die Quadra-Reihe – hohe Performance und sogar VideoMit der Quadra-Reihe baute Apple das Konzept des Profi-Mac Anfang der neunziger Jahre konsequent aus. Der Quadra machte den Mac endgültig zu einer festen Größe in Agenturen, Verlagen, Grafikstudios und anderen professionellen Umgebungen. Die Geräte standen für hohe Rechenleistung aufgrund vergleichsweise moderner Prozessoren.
Auch bei der Grafik waren die Quadras klar als Oberklasse gedacht. Je nach Modell boten sie integrierte Videoausgabe oder ließen sich mit leistungsfähigeren Grafikkarten erweitern. Bei der Erweiterbarkeit standen die Geräte in der Tradition des Macintosh II. Desktop- und Tower-Modelle boten NuBus-Steckplätze. Das schnellste Mac-Modell mit einem 68k-Prozessor von Motorola stammt wenig überraschend aus der Quadra-Reihe, nämlich der "840 AV". Mit dem 68040-Prozessor, der damals mit bahnbrechenden 40 MHz taktete, und der Fähigkeit zum Aufnehmen und Ausgeben von Videos über S-Video, blieb dieser Mac vielen Apple-Anhängern in Erinnerung.

Macintosh Quadra 840 AV (
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Power MacintoshDie Bezeichnung der Serie zeigte deutlich, dass sich eine neue Prozessorarchitektur im Inneren befand: Für Apples Profirechner begann 1994 eine neue Epoche. Der entscheidende technische Schritt war der Wechsel von 68k-Chips auf PowerPC-Prozessoren, die Apple gemeinsam mit IBM und Motorola entwickelt hatte. Die ersten Modelle trugen die Bezeichnungen Power Macintosh 6100, 7100 und 8100 und setzten auf einen PowerPC 601 mit Taktfrequenzen ab 60 MHz.
Der neue Prozessor bot erhebliche Geschwindigkeitssteigerung, brachte jedoch einen Haken mit: Ältere Software ließ sich nicht mehr ausführen, weswegen Apple einen Emulator entwickeln musste, was aber mit erheblichen Performanceverlusten einherging.
Auch das System, damals Version 7.1.2, war nicht vollständig auf PowerPC angepasst, sodass selbst die Systemsoftware oft langsam ausgeführt wurde. Apple verwendete zu diesem Zeitpunkt übrigens immer noch die Langform des Namens, also "Power Macintosh" und nicht "Power Mac".
