Cook spricht ausführlich über Steve Jobs' letzte Monate

In genau einer Woche erscheint das neue Buch "Becoming Steve Jobs", das viele bislang unbekannte Episoden aus dem Leben von Steve Jobs enthält. Hinter dem Werk stehen der Verlag Fast Company sowie die Autoren Rick Tetzeli und Brent Schlender. Nachdem Amazon vor wenigen Tagen längere Ausschnitte des Buches veröffentlicht hatte, gab Fast Company nun ebenfalls einige Teile frei. Darin kommt Apples CEO Tim Cook ausführlich zu Wort, der über die knapp eineinhalb gemeinsamen Jahrzehnte mit Steve Jobs spricht.


Negative Darstellung in der Biografie
Seiner Meinung nach wirft die Biografie von Walter Isaacson ein zu negatives Bild auf Steve Jobs. Cook: "Mit jener Person, über die ich dort gelesen habe, hätte ich nicht all die Jahre zusammenarbeiten wollen". Steve Jobs sei ungestüm und selbstbewusst, gleichzeitig aber auch mit einer sehr sanften Seite versehen gewesen. Bekam er beispielsweise mit, dass Angestellte oder deren Angehörige krank waren, habe er nichts unversucht gelassen, um denjenigen die beste medizinische Behandlung zu vermitteln, so Cook.


Erklären statt nur entscheiden
Außerdem sei es Jobs immer sehr wichtig gewesen, die Gründe für Entscheidungen zu vermitteln. Hätte der junge Jobs Dinge einfach irgendwie gelöst und dann durchgedrückt, verbrachte der ältere Steve Jobs sehr viel Zeit mit Erklärungen. Laut Cook war es Jobs ein großes Anliegen, dass sein Umfeld verstehen konnte, warum er bestimmte Entscheidungen getroffen hat oder wie er zu seinen Ansichten kam. In der Öffentlichkeit wurde Jobs hingegen oft als kompromissloser Diktator dargestellt, dessen Ansichten man nicht hinterfragen durfte.



Die letzten beiden Monate
Eine weitere einschneidende Episode der Apple-Geschichte ist ebenfalls Bestandteil des Buches. Schon seit 2004 wurde intern der Übergang von Steve Jobs auf einen neuen CEO vorbereitet - angesichts des sich rapide verschlechternden Gesundheitszustandes war es am 11. August dann so weit. Jobs rief bei Tim Cook an und informierte ihn, dass Cook sein Nachfolger werde und in Zukunft die Entscheidungen treffe. Cooks Antwort darauf: "Warte mal, dazu habe ich eine Frage. Wenn ich zum Beispiel eine Werbekampagne vorgestellt bekomme und sie gefällt mir, dann sollte die Werbung einfach laufen und ich soll nicht auf dein OK warten?".

Cook fragte noch mehrmals nach, ob er wirklich CEO werden und fortan alle wichtigen Entscheidungen verantworten soll. Jobs bestätigte dies mit dem Hinweis, natürlich weiterhin gerne eingebunden zu sein. Genau zwei Wochen später erfolgte dann die offizielle Bekanntgabe: Steve Jobs tritt zurück, Tim Cook ist neuer CEO. Sehr wichtig war es Jobs, dass Cook nicht die Frage "Was würde Steve Jobs tun?" stelle. Seiner Meinung nach kam Disney damals in große Schwierigkeiten, nachdem Walt Disney tot war, alle aber versuchten, genau in dessen Fußstapfen zu treten. Genau dies dürfe mit Apple nicht passieren, so Jobs' Überzeugung.

Cooks und Jobs' Filmabend
Cook beschreibt zudem das letzte Wochenende vor Steve Jobs' Tod. Steve Jobs wollte gerne zusammen mit Cook einen Film namens "Remember the Titans" ansehen - eine etwas sentimentale Football-Geschichte rund um einen Underdog. Cook sei etwas überrascht angesichts der Filmwahl gewesen, denn Jobs interessierte sich kein bisschen für Sport. Nach dem Film war Jobs sehr zufrieden, sie sprachen über den Streifen - und plötzlich ging alles sehr schnell, wie sich Cook erinnert. Vier Tage später war Jobs tot.

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Kommentare

Thyl18.03.15 12:01
Die Zeit mit NeXT hat Jobs reifen lassen.
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