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Bloomberg: Apple hat den Mac Pro wohl aufgegeben

Reist man 20 Jahre in die Vergangenheit, bestand Apples High-End-Angebot aus dem Power Mac G5 mit Flüssigkeitskühlung und zwei PowerPC 970MP-Prozessoren mit jeweils zwei CPU-Kernen. Die maximale Taktrate lag bei 2,5 GHz und mitgeliefert wurde eine Nvidia GeForce 6600 mit 256 MB VRAM. Das Topmodell verkaufte Apple damals für 3.300 Euro und der Kunde erhielt 512 MB Arbeitsspeicher und eine Festplatte mit 250 GB Kapazität.


Viele Kunden griffen damals zum PowerMac G5, und auch das Nachfolge-Modell in Form des Mac Pro mit Intel-Chips war recht beliebt – doch der Markt veränderte sich in den kommenden zwei Dekaden deutlich. Kunden entscheiden sich immer häufiger für Laptops, da diese heutzutage ausreichend Leistung für die allermeisten Tätigkeiten bieten. Diversen Berichten nach wählen aktuell zwischen 80 und 90 Prozent der Kunden MacBooks – und Desktop-Macs fristen ein Schattendasein.

Bloomberg: 2026 kein neuer Mac Pro
Mark Gurman von Bloomberg berichtet nun, dass Apple den Mac Pro weitgehend abgeschrieben hat – und den Mac Studio als neues Top-Modell im Programm betrachtet. Diversen früheren Berichten nach plante Apple für 2026 einen Mac Pro mit M5 Max und M5 Ultra (oder gar noch schnelleren Chips), doch Gurman gibt an, dass der Konzern dieses Projekt wahrscheinlich auf Eis gelegt hat. Der M5 Ultra soll nur noch im 2026er Mac Studio eingesetzt werden, nicht jedoch im Mac Pro.

Apple hat den Mac Pro zuletzt im Juni 2023 aktualisiert und mit M2 Ultra ausgestattet. Sollte das Unternehmen im kommenden Jahr keinen neuen Mac Pro präsentieren, wäre das Modell mehr als drei Jahre unverändert im Programm – und von einem Kauf kann selbst zum aktuellen Zeitpunkt getrost abgeraten werden, da der Mac Studio in den allermeisten Fällen ein deutlich besserer Kauf ist. Einzig wenn man auf PCIe-Steckplätze angewiesen ist, führt kein Weg am Mac Pro vorbei.

Zukunft?
Unklar ist, wie es mit dem Mac Pro weitergeht: Die Verkäufe dürften nur einen verschwindend geringen Teil insgesamt abgesetzten Macs ausmachen – und aus finanzieller Sicht spürt Apple die Einstellung des Top-Modells nicht. Daher kann man davon ausgehen, dass Apple intern wahrscheinlich Diskussionen führt, das Modell gänzlich aus dem Programm zu nehmen. Wann dies der Fall sein wird, ist allerdings nicht bekannt.

Kommentare

Apple@Wien
Apple@Wien17.11.25 08:47
Der hat auch bei der Vorstellung mit dem Mac Studio M2 Ultra einen Preis erhalten, der durch nichts gerechtfertigt werden konnte.

Ich gehe davon aus Apple wollte den Mac Pro sterben lassen.
+9
marcel15117.11.25 08:51
Apples effiziente Chips sind ein Segen, für den Mac Pro aber ein Fluch. Ma benötigt nicht mehr die starke Kühlleistung eines Mac Pros. Nur alleine um Karten installieren zu können rechtfertigt den hohen Preis auf Dauer nicht. Der Mac Pro müsste nochmal deutlich performanter als ein Mac Studio sein.
+5
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck17.11.25 08:52
Ich trauere der Zeit der großen Desktop-Tower aus vorwiegend nostalgischen Gründen auch nach (rumgebastel, Erweiterbarkeit usw) – aber Laptops haben Tower/Desktops bei mir fast vollständig abgelöst. Bei weitem schnell genug (besonders die Max-Varianten), überall einsetzbar, preislich akzeptabel...
+15
Tomboman17.11.25 08:58
Wenn es einen Extreme Chip gäbe, würde der Mac Pro funktionieren, aber der gleiche Ultra wie im Studio macht bis auf wenige Spezialfälle einfach keinen Sinn.
+5
Bluebox3417.11.25 09:01
Sowohl das Konzept als auch der Preis sind völlig am Markt vorbei geplant. Ein modularer Mac Pro, bei dem CPU- Module getauscht und erweitert werden können und bei dem der Formfaktor sowohl Tower- als auch Rackmontage ermöglicht und zu einem realistischen Preis angeboten wird, würde wie warme Semmeln verkauft werden.
+2
macfreakz17.11.25 09:01
Die Highend Hollywood Produktionen brauchen keinen Mac Pro mehr?

M.E nach ist die Zielgruppe von Mac Pro Hollywood, NASA, Wissenschaftsinstituten wie CERN,… und einige Highend Gamer (die maximale Grafik haben wollen).

Apple sollte es schon als State-of-Art von Computer anbieten, um zu sagen: Wir sind das beste, was Performance / Leistung betrifft. Draus gewonnene Learning kann man für die langsameren Modelle einsetzen (siehe Formula 1).

Ich habe mich auf M5 Extreme gefreut, aber scheinbar schaffen sie es nicht mehr und ohne Extreme Chip macht Mac Pro kaum Sinn.
+5
vta17.11.25 09:04
War aus meiner Sicht klar.

Für mich war schon immer recht klar, dass wenn Apple eines Tages mal eigene CPUs entwickeln sollte, der Mac Pro direkt oder später wahrscheinlich tot sein wird. Und da habe ich noch nicht an einen SoC gedacht. Mit SoC war das dann noch klarer, dass das so kommen wird.

Ich habe mich mit anderen zu dem Thema möglicher Eigenentwicklung von Chips schon vor dem Kauf von P.A. Semi im Jahr 2008 beschäftigt bzw. spekuliert und alles damals relativ genau verfolgt.
-9
gfhfkgfhfk17.11.25 09:18
macfreakz
Die Highend Hollywood Produktionen brauchen keinen Mac Pro mehr?
Die nutzen schon lange Linux Workstations.

Das Maß der Dinge sind aktuell AMDs Zen5 bzw. Zen5C CPUs. Man kann sich Custombuilds (es gibt darauf spezialisierte Anbieter) mit 2×EPYC 9005 kaufen und dann hat man 256 Zen5 Kerne oder 384 Zen5c Kerne, und die Dinger sind „etwas“ schneller als jeder Mac.
+8
deus-ex
deus-ex17.11.25 09:24
Nur für PCI Express Steckplätze macht es nur aus ästhetischen Gründen Sinn alles in einem Gehäuse zu haben. Aber dadurch das man mit der Apple Silicon Plattform CPU , GPU und RAM (SoC) sowie so nicht tauschen kann, kann man die restliche Periphere die man braucht auch über TB5 betreibe. Das Konzept des Mac Pro hat (leider) ausgedient.
+5
Peter Eckel17.11.25 09:27
Bluebox34
Ein modularer Mac Pro, bei dem CPU- Module getauscht und erweitert werden können und bei dem der Formfaktor sowohl Tower- als auch Rackmontage ermöglicht und zu einem realistischen Preis angeboten wird, würde wie warme Semmeln verkauft werden.
Wie kommst Du darauf?

Die meisten Leute, mit denen ich Kontakt habe, haben Ihre Rechner schon früher einmal gekauft und dann betrieben, bis sie durch ein neues Modell ersetzt wurde. Vielleicht wurde mal eine größere Festplatte und mehr RAM eingebaut, aber das war es auch schon - CPUs getauscht hat nur ein verschwindend geringe Anzahl.

Das hat sich in den letzten Jahren, wie auch schon im Artikel erwähnt, stark in Richtung von Notebooks verschoben. Plattenplatz ist in Relation zu früher billig (sogar bei Apples, sagen wir, ambitionierten Preisen), CPU ist mehr als genug vorhanden, und RAM reicht selbst in der Minimalausstattung schon für viele Zwecke aus. Dafür nehmen Flexibilität und Tragbarkeit einen viel höheren Stellenwert ein.

Ich selbst, von meinen Anforderungen her durchaus eine Art "Power User" (wenn auch kein Grafiker oder Musiker), habe meine letzten Rechner 2018-2020 gekauft (ein Mac Mini, ein MacBook Air und ein MacBook Pro), bevor die Intel-Modelle eingestellt wurden. Derzeit bin ich für viele Zwecke auf Intel angewiesen, daher dieser Schritt. Und weder Rechenleistung noch Plattenplatz sind bis heute in irgendeiner Form ein Thema, zumal ich alle Geräte in Maximalausstattung gekauft habe.

Ich hatte den erwähnten wassergekühlten G5, ich hatte (und habe immer noch, wenn auch nur aus nostalgischen Gründen, weil das Gehäuse so traumhaft schön ist) einen Mac Pro im großen Käsereibe-Gehäuse, und ich habe danach nicht mehr eine Sekunde lang daran gedacht, mir einen der neuen Mac Pro zu kaufen.

Die Gruppe der Anwender, die heute noch auf Steckkarten angewiesen ist, existiert natürlich durchaus. Aber sie ist in Bezug auf den Restmarkt relativ klein, und von "wie warme Semmeln verkauft werden" kann meines Erachtens in dem Kontext nicht die Rede sein. Die Zeit der dicken, modular aufrüstbaren Rechner ist im Massenmarkt schlicht und einfach vorbei.
Ceterum censeo librum facierum esse delendum.
+13
vta17.11.25 09:29
Viele Fans scheinen immer noch zu glauben, dass Hollywood-Studios, NASA oder CERN Mac Pros massenhaft einsetzen würden. Das ist nicht der Fall bzw. sehr unwahrscheinlich.
Große Studios setzen heute Windows- oder Linux-Workstations und Render-Farmen ein. CERN & Co. nutzen längst Linux-Cluster. Die Mac-Pro-Storys sind oft historische Leuchtturmprojekte oder PR-Stunts, keine aktuelle Realität. Die wurden früher schon exterm aufgebauscht und haben die Realität verzogen. Im Bereich Video hat das vielleicht halbwegs mal gestimmt. Aber in anderen Bereichen. Eher nicht. Zumindest bestimmt nicht so, wie einige glauben.

Apple hat keine klaren Roadmaps. Upgrades, Schnittstellenwechsel und Lebenszyklen der Geräte sind unsicher. Sicherheitslücken oder gravierende Bugs werden manchmal weniger priorisiert als Konsumer-Funktionen. Hier gab es mal vor Jahren einen macOS-Admin, der damals schon schrieb, dass das iTunes-Update wohl wichtiger sei, als ein Bug XY.
Warum soll man sich so etwas antun - gerade wenn die Alternativen je nach Anwendungszweck sowieso besser sind. Und spätestens seit dem HickHack mit dem Intel Mac Pro hat wohl auch fast der Letzte verstanden, was Sache ist (zumindest viele) - bezogen auf den Mac Pro.

„Pro“ = Marketing: Apple benutzt „Pro“ meist als Premium-Label und weniger für "Professionell". Das hat schon John Gruber vor einigen Jahren angemerkt und das als Apple-Edel-Fanboy - zumindest damals.

Ich würde mir das auch anders wünschen...
+16
deus-ex
deus-ex17.11.25 09:30
Bluebox34
Sowohl das Konzept als auch der Preis sind völlig am Markt vorbei geplant. Ein modularer Mac Pro, bei dem CPU- Module getauscht und erweitert werden können und bei dem der Formfaktor sowohl Tower- als auch Rackmontage ermöglicht und zu einem realistischen Preis angeboten wird, würde wie warme Semmeln verkauft werden.
Nein. Dafür gibt es überhaupt keine ausreichende Zielgruppe mehr. Und die Architektur von Apple Silicon mit SoC berücksichtigt Modulare CPUs, GPUs und RAM gar nicht mehr. Dafür müsste Apple schon wieder die Architektur ändern. Für wen? 3 Leute? Zumal das selbst zu Intel Zeiten (von G5 ganz zu schweigen) keine offene Plattform in Richtung "ich kauf mir eine CPU und GPU im Media Markt und bau die ein" war. Dafür gab es gar keine Infrastruktur was Treiber usw angeht. Der "Modulare" MacPro war noch nie so Modular wie ein PC. Auch auf Grund nicht vorhandener Treiber. Nur RAM und HDD/SSD konnten problemlos erweitert werden. RAM ist Architektur bedingt mittlerweile ausgeschlossen es einfach zu tauschen und SSD rüstet man halt dann per Thunderbolt nach.
+8
vta17.11.25 09:53
Wäre Apple bei Intel geblieben, würde es vielleicht weiterhin ein Mac Pro geben, da man sich dann einfach am Baukasten bedienen könnte. Aber mit dem Weg, den Apple eingeschlagen hat, ist eine extra Entwicklung, die auch wirklich einen Mac Pro rechtfertigt, wohl aufwändig, schwierig und nicht lukrativ. Zumal die Zielgruppe ja offenbar ohnehin kleiner wird.
+2
System 6.0.1
System 6.0.117.11.25 10:33
Mac Tracker behauptet, mein Mac mini M4 sei nur unwesentlich langsamer, als der Mac Pro (2023)



Der Mini hat meine iMac i7 (Vollausbau) ersetzt. Während Mac Fan Control auf dem iMac bei anspruchsvollen Anwendungen Dauerpanik geschoben hat, habe ich den Lüfter des M4 bisher nie dauerhaft aus seiner Ruheumdrehung von 1000 U/min hoch kitzeln können. Das Maximum war in den letzten 11 Monaten: 1001 U/min. (Wie macht der das???)

Es mag Menschen geben, die viel mehr Leistung brauchen als ich. Die Frage bleibt aber, ist das ein Markt für Apple, der vom Mac Studio nicht ausreichend abgedeckt wird?

Früher musste man interne Hardware durch spezialisierte Karten ersetzen, um in die Königsklasse zu kommen. Ist das heute auch noch so? Würden LLMs oder Kryptowährung auf Macs laufen?

Wie ich das sehe laufen diese Aufgaben überwiegend unter Linux, zusammen mit spezialisierter Hardware wie FPGAs und TPUs

Und mit einem M7 oder M8 in der Pipeline wird sich Apple sicher überlegen, ob sie nochmal eine komplette Pro-Line aufbauen, zumal die Verfügbarkeit von Prozessoren u. Ä. Komponenten in naher Zukunft kein Zuckerschlecken werden wird.

Dann lieber eine marginale Anwender-Gruppe „vernachlässigen“, als den Gewinn mit einer verlustbehafteten Mac Pro-Serie zu kannibalisieren …

(Tim nickt, ich habe wohl recht.)
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
+7
gfhfkgfhfk17.11.25 11:06
System 6.0.1
Es mag Menschen geben, die viel mehr Leistung brauchen als ich. Die Frage bleibt aber, ist das ein Markt für Apple, der vom Mac Studio nicht ausreichend abgedeckt wird?
Da Apple sich dazu entschieden hat, den MacPro nicht durchgängig zu pflegen, haben sich die Kunden mit einem höherem Leistungsbedarf schon lange abgewendet. Der Mac Studio bewegt sich von der CPU Leistung am unteren Rand des Workstation Segments, und konkurriert mit dem AMD Ryzen Desktop Prozessor. Den Ryzen 9 gibt es maximal mit 16 Zen5 Cores, die EPYCs skalieren bis zu 256 Zen5 Cores oder 384 Zen5c Cores in einem Rechner. Beim Threadripper Pro ist aktuell bei 96 Zen5 Cores Schluss.
System 6.0.1
Früher musste man interne Hardware durch spezialisierte Karten ersetzen, um in die Königsklasse zu kommen. Ist das heute auch noch so? Würden LLMs oder Kryptowährung auf Macs laufen?
Ja, muss man noch immer. Kryptowährung läuft nur noch auf FPGAs (das ist am effizientesten) und LLMs laufen üblicherweise auf nVidia AI/HPC-Karten bzw. wenn man sie nicht bekommt auf AMD Instinct Beschleunigern. Bei beiden Systemen erreicht man die höchste Leistung, wenn man spezialisierte Server kauft, bei denen die Karten nicht nur über die PCIe Slots verbunden sind, da diese für AI viel zu langsam sind. Man kann über einen aktuellen PCIe 5.0×16 Slot etwa 100GB/s transferieren. Über NVLink (nVidia) bzw. InfinityFabric (AMD) lassen sich nochmals etwa 900GB/s übertragen, so dass man etwa 1TB/s Transferrate zwischen den Karten sich erzielen lassen. Wenn man nur zwei oder vier nVidia H200 (141GB HBM Speicher, ca 3,8TB/s Speicherbandbreite) betreiben will, kann man simple NVLink Steckbrücken verwenden, und die Karten in jedem Server/Workstation mit ausreichend Platz und Stromversorgung betreiben.
System 6.0.1
Wie ich das sehe laufen diese Aufgaben überwiegend unter Linux, zusammen mit spezialisierter Hardware wie FPGAs und TPUs
Linux ist das Maß der Dinge in HPC und AI Markt.
System 6.0.1
Und mit einem M7 oder M8 in der Pipeline wird sich Apple sicher überlegen, ob sie nochmal eine komplette Pro-Line aufbauen, zumal die Verfügbarkeit von Prozessoren u. Ä. Komponenten in naher Zukunft kein Zuckerschlecken werden wird.
Apple könnte CPUs für den MacPro zukaufen, da sowohl Ampere als auch nVidia Hochleistungs-ARM-CPUs bauen und verkaufen. Wobei die Stimmung zwischen nVidia und Apple nicht sehr gut sein soll.
+4
KISS17.11.25 11:13
Zu Zeiten von LAN-Partys haben viele PCs mit etwas teureren Mainbaords, Netzteilen etc. gekauft, als sie eigentlich brauchten. Da war immer im Hinterkopf: Dann kann ich noch mal ne neue, größere Grafikkarte einsetzen. Das Mainboard unterstützt schon die nächste CPU-Generation, dann kann ich mal upgraden etc. - wenn ich aber zurückblicke, war es meist so: Hat einer dann eine neue Grafikkarte gekauft war die doch wieder eine Generation weiter, so dass dann der BUS nicht mehr passte, die CPU musste gleich mit gewechselt werden, damit das lohnt, das Netzteil brauchte nen neuen Stecker, um die Grafikkarte direkt zu versorgen, etc. - am Ende ist es dann immer ein neues System geworden...

Etwas anderes war das Austauschen bei Defekten. Das war nicht selten, dass jemand zur LAN-Party kam und der PC den Transport nicht schadlos überstanden hat. Vor Ort wurde dann geschraubt und Hardware ersetzt. Bei unserer Damaligen Notebookklasse hat kein ein Notebook ein Schuljahr ohne Defekt überstanden.

Aber: Inzwischen ist die Hardware deutlich robuster. Ja, man kann beim Studio, Mini oder den Notebooks keine Hardware selber tauschen. Aber das ist zum Glück auch viel seltener nötig als früher... damals war es einfach zwingend, dass der Tod einzelner Komponenten nicht das Aus für das gesamte System bedeutete.
+4
mark hollis
mark hollis17.11.25 11:23
Ich fänd es schon sehr schade, wenn er eingestellt werden würde, auch wenn ich nie zur Zielgruppe des Mac Pros gehörte. Aber der Pro war ein schöner "Leuchtturm" Mac, den man immer auf Fotos von z.B. großen Tonstudios sehen konnte.

In Zeiten von KI und immer besser werdenden Open-Source LLMs, die man lokal laufen lassen kann könnte so ein Pro mit mehreren SSDs und viel RAM sogar für ein größere Zielgruppe als zuvor interessant werden.
+4
Wellenbrett17.11.25 12:09
vta
Viele Fans scheinen immer noch zu glauben, dass Hollywood-Studios, NASA oder CERN Mac Pros massenhaft einsetzen würden. Das ist nicht der Fall bzw. sehr unwahrscheinlich.
Große Studios setzen heute Windows- oder Linux-Workstations und Render-Farmen ein. CERN & Co. nutzen längst Linux-Cluster. Die Mac-Pro-Storys sind oft historische Leuchtturmprojekte oder PR-Stunts, keine aktuelle Realität. Die wurden früher schon exterm aufgebauscht und haben die Realität verzogen. Im Bereich Video hat das vielleicht halbwegs mal gestimmt. Aber in anderen Bereichen. Eher nicht. Zumindest bestimmt nicht so, wie einige glauben.

Apple hat keine klaren Roadmaps. Upgrades, Schnittstellenwechsel und Lebenszyklen der Geräte sind unsicher. Sicherheitslücken oder gravierende Bugs werden manchmal weniger priorisiert als Konsumer-Funktionen. Hier gab es mal vor Jahren einen macOS-Admin, der damals schon schrieb, dass das iTunes-Update wohl wichtiger sei, als ein Bug XY.
Warum soll man sich so etwas antun - gerade wenn die Alternativen je nach Anwendungszweck sowieso besser sind. Und spätestens seit dem HickHack mit dem Intel Mac Pro hat wohl auch fast der Letzte verstanden, was Sache ist (zumindest viele) - bezogen auf den Mac Pro.

„Pro“ = Marketing: Apple benutzt „Pro“ meist als Premium-Label und weniger für "Professionell". Das hat schon John Gruber vor einigen Jahren angemerkt und das als Apple-Edel-Fanboy - zumindest damals.

Ich würde mir das auch anders wünschen...
👍
Die einzige Frage, die ich mir bei dem Thema stelle, ist ob Apple eine bewußte Entscheidung getroffen hat, echte professionelle Anwender bzw. wirklich fordernde Anwendungen zu vernachlässigen, oder ob Apple sich einfach nur die eigenen Absatzzahlen ansieht und daraus schlußfolgert, es gäbe keinen Bedarf für einen Mac Pro, dabei aber vernachlässigt, dass man sich seit Jahren einfach nicht so verhält, wie es Profis erwarten. Siehe die Stichpunkte die vta in seinem Beitrag genannt hat.

Es ist letztendlich ein Henne-Ei-Problem: keine überzeugende Roadmap für Profis sinkende Absatzzahlen im Profisegementkeine überzeugende Roadmap für Profis... Der Kreislauf läuft seit über einem Jahrzehnt...
Ich halte es für einen großen Fehler, keinen erweiterbaren Mac Pro anzubieten, der es mit Linux-Workstations aufnehmen kann. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, das mit dem derzeitigen System-on-a-Chip-Ansatz irgendwie umzusetzen. Es wäre ein Flagschiff, das zeigt was möglich ist. Da sollten die puren Absatzzahlen nicht die einzige Entscheidungsgrundlage sein.
+5
macfreakz17.11.25 12:21
@vta: ich habe nicht mal gesagt, dass sie Mac Pro benutzen und brauchen. Es ist nur meine Fragestellung. Auch frage ich mich nur, welche Zielgruppe Apple im Blick hat mit Mac Pro …
0
esc
esc17.11.25 12:36
Die Mac Pro Linie ist ein einziges Trauerspiel von Apple.
Der Tonnen Mac Pro war seiner Zeit voraus und der eigentliche Vorgänger des Mac Studio.
Eigentlich hätte man dieses Konzept weiterführen müssen.
0
moosegcr
moosegcr17.11.25 12:41
Es stellt sich dann naürtlich die Frage: Wozu braucht man einen "modularen" Computer? Völlig unabhängig vom Hersteller fällt mir nur der Labor- und Entwicklungsbereich ein. So gesehen wäre eine Breakout-Box, in welche man diverse Karten (IO, Messwerterfassung, Audio, spezielle Lösungen, etc) reinsteckt und die dann mit der passenden SW am Rechner bespielen kann, DIE Lösung. Und wenn der Rechner out ist, kommt per passender Schnittstelle der neue dran.

Ich erinnere mich da an LabView, eine geniale Software die im IIci mit den Nubus-Karten gewerkt hat und mit der wir so allerhand angestellt haben in der medizinischen Forschung...

Das wär nachhaltig und innovativ, so ein Komplettpaket mit Hard- und Software. Wahrscheinlich sinnvoller als eine große Kiste unterm Tisch oder im Rack, welche nach 5 Jahren Alteisen ist.
0
Cornelius Fischer
Cornelius Fischer17.11.25 13:00
Das wäre in der Tat sehr schade. Ich nutze den MacPro seit Jahren. Beruflich ein geniales Werkzeug. Klar, die Anschaffungskosten sind hoch, aber im Alltag bietet das gute alte Tower Design einiges an Vorteilen, die in MacStudio nicht schafft.

Mit einem einzigen Stromkabel versorge ich den USB-Hub sowie 4 PCIe Karten mit SSDs drauf. Müsste ich all das an einen MacStudio hängen mit externen SSD Gehäusen die annähernd die Performance hinbekommen wie intern gesteckte Nvme Blades sowie die Zusatzgeräte (Soundinterface, Monitore, Hardwaresteuerung, Wacom Tablet etc.) hätte ich noch mehr Kabelsalat, noch mehr Netzteile und Gehäuse rumstehen. Chaos pur, was ich beim Kollegen mit MacStudio bestens sehe. Günstiger käme es am Schluss auch nicht allzuviel.

Insofern, meine Hoffnung stirbt zuletzt das es doch noch ein weiteres Upgrade vom MacPro gibt. Wäre nice den M2 Ultra mal noch gegen einen M5 oder M6 Ultra zu tauschen.
+5
h.ml17.11.25 13:02
Mein letzter Tower war noch der 2013er MacPro und ein 2008er steht auch noch herum und dient nur noch als Ablage. Seit dem erscheinen der M - Serie in den MacBookPros machen solche Maschinen für mich keinen Sinn mehr. Wie schon erwähnt, - gerade die Max Version bieten hier Leistung genug und wenn doch mal als Desktop mit externen Monitoren benutzt, da gibt es entsprechende Optionen mit Docks.
+4
sffan17.11.25 14:26
Nach fast vierzehn Jahren hab ich den cMP4,1 durch einen mini M1 ersetzt. Zuvor habe ich immer wieder den cMP gepimpt um die Investition zu rechtfertigen. Das modulare Konzept gefiel mir und so ging SSD rein, Graka getauscht, mehr RAM, modding auf cMP5,1..
Irgendwann habe ich die Notbremse gezogen. Geänderte Interessen haben mich dann auf den mini wechseln lassen. Ein teures book brauche ich zum Glück weiterhin nicht.
Der dramatisch geringere Stromverbrauch und die Geräuschlosigkeit waren dabei der Sofortgewinn.
+2
TMS
TMS17.11.25 15:02
esc
..
Der Tonnen Mac Pro war seiner Zeit voraus und der eigentliche Vorgänger des Mac Studio.
Eigentlich hätte man dieses Konzept weiterführen müssen.
Versteh ich nicht. Du schreibst doch selbst, dass der Mac Studio der Nachfolger war.
Also ist es doch "weitergeführt", oder?
Außerdem ist das "Konzept" deutlich verbessert worden in meinen Augen. Als aufgeblasener Mac mini mit mehr Power und mehr Schnittstellen habe ich mir den Studio gekauft. Da stimmt das Preis/Leistungsverhältnis. Ich hatte noch nie so einen leisen Rechner, der zudem sehr fix bootet und nicht so viel Strom verbraucht.
Die Tonne hingegen fand ich ein einwandfreies Fehldesign, wie es Apple ja zwischendurch immer mal wieder hinbekommt, weshalb ich Jahre den Neukauf eines Mac vor mir hergeschoben hatte. Er war viel zu teuer, schnell überholt und ziemlich unpraktisch. Da hat es die Entscheider wohl wieder alle Vernunft einfach gejuckt, es anders = rund zu machen.
+3
DunklesZischt17.11.25 17:21
Sowas wie "pro" existiert doch gar nicht mehr im Sinne von früher. Heute kannst mit einem MacBook Air mehr "pro"-Sachen machen, als mit jedem Rechner von vor ein paar Jahren.

Es gibt noch den High-End-Markt. Den hat Apple nie bedient. Und wer glaubt, die tauschen da irgendwelche CPUs aus, der irrt. Oft ist dort die Software um ein vielfaches teurer, als das Blech. Wir haben z. B. Software im Einsatz, da kostet eine einzige Lizenz 5stellig. Und wenn die nicht läuft, geht noch mehr Kohle drauf. Glaubst jemand wirklich, da bastelt einer Rechner zusammen? Diese Kosten sind da völlig irrelevant.
+1
Topper Harley
Topper Harley17.11.25 17:45
Cornelius Fischer
Das wäre in der Tat sehr schade. Ich nutze den MacPro seit Jahren. Beruflich ein geniales Werkzeug. Klar, die Anschaffungskosten sind hoch, aber im Alltag bietet das gute alte Tower Design einiges an Vorteilen, die in MacStudio nicht schafft.

Mit einem einzigen Stromkabel versorge ich den USB-Hub sowie 4 PCIe Karten mit SSDs drauf. Müsste ich all das an einen MacStudio hängen mit externen SSD Gehäusen die annähernd die Performance hinbekommen wie intern gesteckte Nvme Blades sowie die Zusatzgeräte (Soundinterface, Monitore, Hardwaresteuerung, Wacom Tablet etc.) hätte ich noch mehr Kabelsalat, noch mehr Netzteile und Gehäuse rumstehen. Chaos pur, was ich beim Kollegen mit MacStudio bestens sehe. Günstiger käme es am Schluss auch nicht allzuviel.

Insofern, meine Hoffnung stirbt zuletzt das es doch noch ein weiteres Upgrade vom MacPro gibt. Wäre nice den M2 Ultra mal noch gegen einen M5 oder M6 Ultra zu tauschen.

DAS werden gefühlt 90% des Forum- Publikums nicht verstehen können;)) Zeiten als Technik noch richtig genutzt wurde, mehrere Festplatten und Zubehör einbauen, mit den Apple Boxen (Mini und Co.) das größte Chaos überhaupt. Die Breite Kundschaft ist über das letzte Jahrzehnt inzwischen auch weich- gegängelt worden, wenngleich neue Macminis mit M4 und kommenden M5 wirklich attraktiv sind!

Mein leiser 8C AMD Mac Tahoe mit 4TB SSD, 16TB HDD und einer eigenen Windows SSD für beeindruckende Spiele nebenbei, und paar Jahre alten mittelmäßigen Grafikkarte die immer noch mehr kann als sich jeder normale Mac, USB ohne Ende, SD Reader im Gehäuse, ist sowas von Raketenschnell und komfortabel.. der wird mir hoffentlich noch 4-5 Jahre halten. Beste Investition ever
0
Cornelius Fischer
Cornelius Fischer17.11.25 17:53
Topper Harley
Jep dem ist leider so. Klar kann ich mir auch einfach ne 8TB externe SSD besorgen. Dann hab ich nur 1 extra Gehäuse, verliere aber einiges an Performance, die man im Alltag leider eben doch merkt. Das Segmentieren von Daten auf mehrere SSDs wie zB. Lightroom Katalog auf eine SSD und die RAW/PSD/TIF Files auf eine andere bringt tatsächlich einen Performance unterschied. Für 90-95% der User nicht relevant, bei meinem Datendurchsatz eben schon.

Zu einem Gewissen grad liesse sich mein Setup verschlanken, aber es wäre immer ein Kompromiss bezogen auf Lese/Schreib Performance bei den Daten, oder mehr Gehäuse, langsamere Anschlüsse, mehr Gehäuse, mehr Netzteile, mehr Kabel..

Mir ist klar, dass ein MacPro ein Nieschengerät ist. Da es sich für meinen Workflow lohnt bin ich bereit tiefer in die Tasche zu greifen als für einen MacStudio. Hoffe echt, dass Apple die wenigen Tower-User nicht vergisst.
+1
Topper Harley
Topper Harley17.11.25 18:32
Cornelius Fischer
@. Hoffe echt, dass Apple die wenigen Tower-User nicht vergisst.

Da würde ich mir leider keine Hoffnung machen. Bei dem Preis und bei der Liebe was Apple bei Mac Pro seit über zehn Jahren zeigt, fühlt man sich als Kunde direkt bestraft einen vielleicht brauchen zu müssen. Nicht verwunderlich dass die komplett aussterben, wird regelrecht herauf provoziert.

Manche werden sich hoffentlich noch erinnern, dass ein Mac Pro, besonders in der Intel Zeit ein absolut bezahlbares Gerät gewesen ist, teilweise sogar besserer Deal(!!) als eine dementsprechende HP Workstation, und Universen schicker. Ich denke niemand hatte damit ein Problem so ein vielseitigen den schönsten Computer Tower aller Zeiten unter seinem Tisch stehen zu haben, anstatt wie jetzt auf dem Schreibtisch. Wir hatten in unserem Haushalt insgesamt sechs Mac Tower über die Zeit, als ganz normale Kreative. Apple hat es damals mit voller Absicht aussterben lassen, nicht mehr gepflegt, nicht mehr aktualisiert. Man kann es sich nicht schönreden.

Der Kurs von Apple ist unübersehbar, eine möglichst kleine (Design) Form, komplett aus eigenen Chips, fest verlötet. Nicht Modular, bei Unzufriedenheit weitergeben.

Abschluss Anekdote, man hat im Haushalt inzwischen den gleichen Apple Chip gleich vier mal, für jedes Gerät kauft man den Chip extra mit, anstatt ein modulares System zu haben, wo der Chip angesetzt wird, Tablet, großer Monitor oder auf Smartphone. Doch das sprengt von vielen die Vorstellungskraft und verträgt sich wohl nicht so gut mit der Kapitalmarktgier. Doch lassen wir das..
+2
Cornelius Fischer
Cornelius Fischer17.11.25 21:33
Topper Harley
Dem ist leider so. Trotzdem, die Hoffnung stirbt zuletzt. 😅 Der MacPro wurde schon viele Male tot gesagt und es kam dann doch wieder einer auf den Markt. Meiner hält noch gut 1-2 Jahre. Bissl Zeit hab ich also noch. 😅
+1
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