Bill Gates wirft Konzernen wie Apple Arroganz vor, fordert mehr Kooperation mit Sicherheitsbehörden

Wenn es um das Thema Arroganz bei großen Technologiefirmen geht, dürfte Bill Gates wissen, wovon er spricht. In seiner Zeit als Microsoft-Chef erlebte er, wie die Regierung ein Kartellverfahren gegen seinen Konzern wegen Ausnutzung der Monopol-artigen Stellung zur Verbreitung des Internet Explorers einleitete. Medial war dies ein Desaster, weil es die Hochmütigkeit der Entscheidungsträger offenlegte, mit der aufgebauten Macht nach eigenem Gutdünken umzugehen.

Apple soll iPhones für Regierungsstellen entsperren
Gates legt Wert darauf, von dieser Hybris geheilt zu sein. Nun wirft er in einem Interview mit Axios im Gegenteil anderen Tech-Firmen vor, ähnliche Arroganz an den Tag zu legen. Sie müssten aufpassen, »ihre Weltsicht nicht als wichtiger anzusehen als die Weltsicht der Regierung oder die Fähigkeit der Staatsführung, ihre notwendigen Schlüsselfunktionen auszuüben.« Konkreter wurde er, als er das Beispiel von verschlüsselter Kommunikation brachte. Einige Unternehmen hielten es wohl für notwendig, sogar Massenmördern ungestörte Kommunikation und Finanztransaktionen zu ermöglichen, ohne dass die Regierung etwas davon mitbekommen kann. Auf Nachfrage bestätigte er, dass damit auch Apple gemeint sei.

Apples Einstellung zu Datenschutz vs. Sicherheit
Apple hatte 2016 eine mediale Auseinandersetzung mit dem FBI geführt, die sich mit der Frage beschäftigte, ob der Konzern iPhones von Verbrechern knacken und den Sicherheitsbehörden zur Verfügung stellen müsse. Apple weigerte sich, einer gerichtlichen Aufforderung nachzukommen. Die Affäre endete, als das FBI eine andere Möglichkeit entdeckte, ein konkretes iPhone 5c zu entsperren. Doch seit der Einführung von Touch ID und der Secure Enclave sind Apples Sicherheitsfunktionen deutlich schwerer zu knacken, deswegen liegen angeblich Dutzende iPhones in den FBI-Räumen, die auf eine Entsperrung warten. Den Einbau einer Hintertür für Regierungsstellen ins iOS-System lehnte Apple nachdrücklich ab, auch mit dem Hinweis, es sei für Apple selbst gar nicht möglich, Kommunikation der Kunden abzuhören, also könne man diese auch nicht weitergeben. Gates ist sich dagegen sicher: »Es ist keine Frage der Möglichkeit, sondern des Willens.«

Auf seine größten Ängste im Tech-Bereich angesprochen thematisierte Gates schließlich den leichten Zugriff auf Informationen. Dieser sei für die Bildung sehr gut, ermögliche aber finsteren Gestalten auch die Möglichkeit, sich etwa über Genwaffen zu informieren. Eine kleine Gruppe könne heutzutage tödlichen Einfluss auf Millionen haben, wenn sie an Nuklearwaffen kommen. Im Fall von Biowaffen wären sogar Milliarden bedroht. Das mache ihm Angst.

Weiterführende Links:

Kommentare

Kiddo
Kiddo14.02.18 11:19
Ja klar, die bösen Massenmörder!!! DENKT DOCH NUR AN DIE KINDER!!!!!

Ist klar, ansatzlose Massenüberwachung, darum gehts doch. Als gäbe es nicht schon genug Mittel und Wege Schwerverbrecher und Terroristen zu überwachen. Wieso lässt sich ausgerechnet Gates zu sowas hinreissen?
Never underestimate the lifetime of a quick fix.
+9
void
void14.02.18 11:19
> Apple müsse aufpassen, die eigene Weltsicht nicht über die der Regierung zu stellen.

Diverse Regierungen sollten auch mal aufpassen, ihre eigene Weltsicht nicht über die des Volkes zu stellen...
Developer of the Day 11. Februar 2013
+27
jensche14.02.18 11:21
Ich sage nur
void
> Apple müsse aufpassen, die eigene Weltsicht nicht über die der Regierung zu stellen.

Diverse Regierungen sollten auch mal aufpassen, ihre eigene Weltsicht nicht über die des Volkes zu stellen...
Ist leider schon lange so. "Volksvertreter" sind die schon lange nicht mehr.
-2
MetallSnake
MetallSnake14.02.18 11:28
jensche
Ist leider schon lange so. "Volksvertreter" sind die schon lange nicht mehr.

Das "ver" wurde irgendwann gestrichen, jetzt sind es nur noch Volkstreter.
Erwachsensein ist halb gestorben --Relatives Menschsein
0
jogoto14.02.18 11:29
Was wirft das für ein Licht auf Microsoft? Ich weiß, er ist schon lange nicht mehr dabei aber die Grundlagen müssten doch in jedem Code stecken.
+2
nexusle
nexusle14.02.18 11:31
Naja... Gates scheint in einer Traumwelt zu leben, wo die Regierungen FÜR die Menschen arbeiten. Ich nehm's ihm nicht übel. Er ist unantastbar und erkennt dadurch die Gefahr nicht. Der "Notfall" ist leider nicht definiert und die, die ihn festlegen, sind alles andere als vertrauenswürdig.

Ich finde Apple ist das Maß der Dinge, wenn es darum geht, welche Macht Behörden bei der Entschlüsselung haben. Schön zu sehen, dass eben noch nicht alles transparent ist. ...sofern man es glauben kann und es nicht nur ein gelungenes Schauspiel ist. Möglich ist ja mittlerweile alles.
Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Klappe halten!
+7
marco-julio14.02.18 11:32
Kein Unternehmen, egal welches, sollte das Maß der Dinge sein.
+8
DogsChief
DogsChief14.02.18 11:33
Ich war ja nie ein großer Fan von Bill Gates, aber so langsam habe ich das Gefühl, dass er den Schuss nicht gehört hat.
Es ist besser beim zweiten Mal zu scheitern, als es erst gar nicht versucht zu haben. ( Bear Heart )
+13
elBohu
elBohu14.02.18 11:33
Das ist jetzt mal unabhängig von Apple! Wenn man Hintertüren einbaut, damit (Rückständige) Regierungen Zugriff bekommen, wenn sie meinen, dass das nötig ist, wer hindert denn die "Bösen Jungs" am Zugriff?
Und solange die Regierungen und Behörden nicht mal in der Lage sind, Daten von Personen zu erfassen und zentral zu speichern, um Missbrauch zu verhindern, was wollen die denn mit verschlüsselten Daten?
Ich habe einfach die Befürchtung, man versucht, durch die Angst vor Verbrechen, eine flächendeckende Überwachung zu etablieren.

Was bleibt ist der fade Geschmack bei den Geheimnissen der Regierungen und Volksvertretern?
wyrd bið ful aræd
+12
Dirk!14.02.18 12:10
MTN meldet
Bill Gates wirft Konzernen wie Apple Arroganz vor

Ich werfe Bill Gates Naivität vor!
+9
sierkb14.02.18 12:15
elBohu
Das ist jetzt mal unabhängig von Apple! Wenn man Hintertüren einbaut, damit (Rückständige) Regierungen Zugriff bekommen

Apple macht genau DAS in Bezug auf die iCloud und die dort gelagerten Daten. Besonders in China. Stellt dort ein Rechenzentrum hin, das nicht nur einem staatlichen Konzern gehört bzw. unter dessen Regie und Kontrolle steht, sondern schreibt sogar in seine AGB rein, dass Zugriff auf und Einblick in diese Daten zwei haben: Apple und eben dieses staatliche Unternehmen bzw. dessen staatliche der kommunistischen Partei angehörigen Kontrolleure.
Und warum macht Apple das? Weil Chinas Führung es ihnen so diktiert, wenn sie in China Umsatz machen wollen, sie in China Geld verdienen wollen. Nein Danke sagen und auf das Mehr an Geld zu diesem Preis wollte Apple offenbar nicht, der Reiz des Geldes, Geld vermehren (man hat ja nicht genug), der schnöde Mammom also lockt mehr als alle westlichen Werte und als alle Moral.

Apple wird dafür zurecht kritisch angegangen von Menschenrechtsorganisationen und auch vom US-Kongress für dieses doppelbödige und unterwürfige Verhalten nur des schnöden Umsatzes wegen. Es gibt Firmen, die Nein sagen in China, die dieser Verlockung des Geldes widerstehen, Apple gehört leider nicht dazu.
wenn sie meinen, dass das nötig ist

Apple meint offenbar, dass das nötig ist, seine Seele zu verkaufen. Man hat ja noch nicht genug Geld (als das reichste Unternehmen des Planeten)
wer hindert denn die "Bösen Jungs" am Zugriff?

Apple gewährt ihnen den Zugriff freiwillig und auf dem Silbertablett. Kommt immer nur drauf an, was für Apple dabei herumkommt (Win-Win-Situation).
Siehe auch Uber, mit denen ("Geschäftspartner") sie auch einen fragwürdigen Exklusiv-Deal bzgl. API-Zugriff auf eigentlich verbotene Apple-eigene APIs hatten, über die Uber zahlreiche private Daten der Nutzer abgegriffen und gesammelt hatte – offiziell absolut unerlaubt und unter Mitwissen und Zuschauen seitens Apple – bis das aufgeflogen war (nachher, als das aufflog und Apple als Mitwisser im Fokus des Interesses stand, distanzierte sich Apple von Uber, rügte sie scheinheilig ob dieser Sache, obwohl sie sie bei der WWDC davor noch groß und stolz als "Partner" vorgestellt und ihnen diesen eigentlich verbotenen Zugriff ja gewährt hatten).
Und solange die Regierungen und Behörden nicht mal in der Lage sind, Daten von Personen zu erfassen und zentral zu speichern

Siehe China. Da geschieht genau das. Und Apple verweigert sich dem NICHT (obwohl sie könnten und müssten), spielt da willig und entgegenkommend mit, Neinsagen ist offenbar nicht gewollt (könnte ja Umsatzeinbußen oder Marktausschluss bedeuten).
was wollen die denn mit verschlüsselten Daten?

Siehe China. Da hat China Zugriff. Auf die angeblich so sicher verschlüsselten Daten. Per Erlaubnis und Zutun Apples (Apple hat den Generalschlüssel, hat sowieso stets Zugriff drauf).
Ich habe einfach die Befürchtung, man versucht, durch die Angst vor Verbrechen, eine flächendeckende Überwachung zu etablieren.

Siehe China. Findet dort schon längst statt. Und Apple hilft denen sogar dabei, stellt denen ein eigenes Rechenzentrum hin, das voll unter des Staates Kontrolle und Zugriff ist.
Es wird also gemacht. Apple ist hier sogar ganze vorne mit dabei. Andere Unternehmen haben kein Rechenzentrum in China, kriechen der dortigen Führung nicht bis zum Hals in den Hintern, gewähren nicht so großzügig Zugriff auf die Nutzer-/Kunden-Daten, bleiben dort lieber fern bzw. ein kleines Licht, verzichten lieber auf den möglichen Umsatz. Aus genau diesen Gründen. Obwohl sie unter anderen Bedingungen wohl lieber Umsatz auch dort machen würden. Apple konnte und wollte offenbar nicht Nein sagen, nicht verzichten.

Apples Marketing ist nach vorne so, und hintenrum und im Verborgenen läuft's teilweise komplett anders und gegenteilig.
Das US-FBI bekommt von Apple hintenrum auch mehr Hilfe (neuerdings sogar pro-aktiv und sehr entgegenkommend durch eigene Schulungen, wie man an Nutzerdaten rankommen kann) als es nach vorne heraus via Marketing und Imagepflege kolportiert wird und den Anschein hat.
Was bleibt ist der fade Geschmack

Jepp.
+4
apfelputzer
apfelputzer14.02.18 12:24
Ach ja, der gute, alte Bill G.
Da spendet er Milliarden US $ in seine Stiftung und haut 2016 diesen Spruch raus:
“Wir sind der Meinung, dass jeder Mensch die Chance haben sollte, ein gesundes und produktives Leben zu führen“ .
Ist er deswegen plötzlich ein altruistischer Heilsbringer, der zum Wohl der Menschheit seine Kohle hergibt? Aber nein, unter dem Deckmantel der seiner BMGF (Bill und Melinda Gates Foundation) laufen knallharte Geschäfte. Denn die Verflechtung der Stiftung mit internationalen Großkonzernen ist nicht zu übersehen (z. Bsp. Monsanto, Cargill, GlaxoSmithKline, Pfizer etc.).
Eine Studie der britischen NGO Global Justice Now hat ergeben, dass deren Führungskräfte größtenteils bei US-amerikanischen Großkonzernen tätig sind, multinationale Konzern-Interessen unterstützen und das zulasten der sozialen und ökonomischen Gerechtigkeit.
Die Strategie der Stiftung sieht vor, die Rolle multinationaler Unternehmen im Bereich der globalen Gesundheit und insbesondere in der Landwirtschaft zu stärken, obwohl genau diese Unternehmen maßgeblich für die Armut und Ungerechtigkeit verantwortlich sind, die ohnehin schon den Globalen Süden drangsalieren.
Zudem ist die Stiftung der weltweit größte Investor bei der Erforschung genmanipulierter Nutzpflanzen.
Da klingt es wie Ironie wenn er sagt: „Eine kleine Gruppe könne heutzutage tödlichen Einfluss auf Millionen haben, wenn sie an Nuklearwaffen kommen“.
Man ersetze "Nuklearwaffen" durch "zuviel Geld".
Die Studie von "Global Justice Now" kommt zu dem Schluss, dass die AGRA und sein größter Geldgeber, die BMGF, die "größte direkte Bedrohung für die Ernährungssouveränität und die agrarökologischen Anbaumethoden in Afrika" darstellen.
Nahezu sarkastisch hört es sich dann an, wenn er meint: "Sie müssten aufpassen, ihre Weltsicht nicht als wichtiger anzusehen als die Weltsicht der Regierung oder die Fähigkeit der Staatsführung, ihre notwendigen Schlüsselfunktionen auszuüben".
Die Studie hat auch noch festgestellt, dass Microsoft laut einem Bericht des US-Senats jährlich rund 4,5 Milliarden US-Dollar am Fiskus vorbei schleust, indem man die Gelder in karibischen Steueroasen verschwinden lässt. Die Summe dieser Steuergelder übersteigt somit deutlich die Einnahmen der Stiftung, die bei jährlich rund 3,6 Milliarden US-Dollar liegen.
Spätestens jetzt dürfte ihm das Glashaus seiner Weltsicht in Trümmern vor die Füsse gefallen sein.
We gonna use what we got, to get what we want. Only  since 1984.
+10
Cupertimo14.02.18 12:36
sierkb

Du hast vergessen zu erwähnen, dass es in China längst stattfindet und Apple dort nicht nein gesagt hat. Sie haben dort ein Rechenzentrum gebaut, andere nicht. Auch hast Du vergessen zu erwähnen, dass Apple den Chinesen freiwillig Zugriff auf die Daten gewährt.
-2
RRRobbie14.02.18 13:15
Cupertimo
sierkb

Du hast vergessen zu erwähnen, dass es in China längst stattfindet und Apple dort nicht nein gesagt hat. Sie haben dort ein Rechenzentrum gebaut, andere nicht. Auch hast Du vergessen zu erwähnen, dass Apple den Chinesen freiwillig Zugriff auf die Daten gewährt.
0
MikeMuc14.02.18 13:25
Irgendwie hört sich Dia aussage von BG so an als ob Microsoft, zumindest zu seiner Zeit, gerne bereitwillig Hintertüren für staatliche Dienste vorgehalten hat.

Was wir wirklich brauchen von apple ist eine VM oder ein fertiges Packet für die gängigen NAS, die einen echten Ersatz für iCloud bietet, sprich beim Einrichten vom iPhone fragt der Assisstent einen, ob man iCloud bei Apple oder vom eigenen Server wünscht. Kann meinetwegen auch eine Mischung von beidem sein, je nach eigenem Gusto.
+1
Gitterzahn14.02.18 13:38
Kiddo
Ja klar, die bösen Massenmörder!!! DENKT DOCH NUR AN DIE KINDER!!!!!

Ist klar, ansatzlose Massenüberwachung, darum gehts doch. Als gäbe es nicht schon genug Mittel und Wege Schwerverbrecher und Terroristen zu überwachen. Wieso lässt sich ausgerechnet Gates zu sowas hinreissen?
Vielleicht könnte damit zusammen hängen, weil Herr Gates eine Smart City erbauen möchte. In den Filmen, die ich bisher sah, soll alles vernetzt sein, keine Geheimnisse mehr und den angeblichen Frieden
https://www.futurezone.de/digital-life/article212562491/Bill -Gates-investiert-in-eine-Smart-City-in-der-Wueste.html
-1
iFreak777
iFreak77714.02.18 13:46
Bill könnte sich doch mal mit Woz treffen und sich über solche und ähnliche Themen unterhalten... Da kommt bestimmt richtig guter Müll dabei raus!
-6
Giskard
Giskard14.02.18 13:49
Wer ist der Clown?!
-2
zonk14.02.18 14:34
Der gläserne Bürger. Von mir aus, aber nur dann, wenn die Regierung genauso 100% transparent arbeitet und durch sich hindurchblicken lässt. Solange dies nicht der Fall ist, können solche Spassvögel wie Bill Gates noch lange mit Floskeln wie "Wer nichts zu verbergen hat, der soll..." kommen. Es zeigt sich immer wieder, dass gerade Regierungen (insbesondere das weisse Haus) am meisten verbergen wollen
+3
adiga14.02.18 15:08
sierkb
Es gibt Firmen, die Nein sagen in China, die dieser Verlockung des Geldes widerstehen, Apple gehört leider nicht dazu.

Und welche Firmen sind das?
+1
sierkb14.02.18 15:38
MikeMuc
Irgendwie hört sich Dia aussage von BG so an als ob Microsoft, zumindest zu seiner Zeit, gerne bereitwillig Hintertüren für staatliche Dienste vorgehalten hat.

Derzeit sieht es an der Front (Strafverfolgung von glasklaren Verbrechen ausgenommen, und genau darum dreht es sich bei den jetzig gefundenen Worten von Bill Gates, darauf bezieht er sich) eher so aus (wenn sie da mal gerne bereitwillig waren, sind sie es inzwischen wohl inzwischen nicht mehr ganz so und wehren sich gegen die Herausgabe von Daten – bisher wohl ganz erfolgreich):

heise (19.01.2018): Unterstützung für Microsoft im US-Verfahren um Zugriff auf europäische Daten
Der US Supreme Court entscheidet Ende Februar 2018, ob das Gesetz der US-Regierung einen Zugriff auf Daten erlaubt, die nicht in den USA gespeichert sind. Microsoft erhält in dem Verfahren viel Unterstützung aus Europa.

heise (17.10.2017): US Supreme Court wird über US-Zugriff auf EU-Daten entscheiden
Die US-Regierung will Microsoft zwingen, in der EU gespeicherte Daten in die USA zu holen und preiszugeben. Bislang vergeblich. Nun widmet sich das US-Höchstgericht dem Fall.

heise (14.07.2016): Urteil: Microsoft muss Daten aus EU-Rechenzentrum nicht der US-Regierung übergeben
Der US-Softwareriese hat sich einer gerichtlichen Anordnung widersetzt und der US-Regierung Daten eines E-Mail-Accounts nicht übergeben. Zu Recht, befand nun ein Berufungsgericht.

Wehrt Apple sich an der Front was die in ihre Hände gelegten Nutzerdaten in deren iCloud angeht, genauso wie Microsoft, sie rauszurücken? Wenn nein, warum nicht? Evtl., weil sie hinter den Kulissen diesbzgl. durchaus sehr willig und bereitwillig und teilweise sogar in vorauseilendem Gehorsam entgegenkommend mit den Staatsorganen (US, China, Russland, etc.) kooperieren, wenn die was von ihnen wollen (anstatt es echt mal drauf ankommen zu lassen, es bis ins höchste Gericht zu schleppen und dort auszufechten und von allerhöchster Stelle bewerten zu lassen)?
zonk
Der gläserne Bürger. Von mir aus…

heise (08.02.2018): Reporter ohne Grenzen warnt eindringlich vor Apples iCloud in China
Journalisten und Blogger sollten ihren iCloud-China-Account ändern oder löschen, mahnt die Organisation: Die Vertraulichkeit der Daten sei nach Apples Umzug auf die Server einer chinesischen Drittfirma nicht mehr gewährleistet.

heise (05.01.2018): Bessere Zensuren: Konformitätserziehung per sozialem Punktesystem
Stellen Sie sich vor, aus Ihren Schufa-Daten, Amazon-Käufen und Dating-Profilen würde ein öffentlich sichtbarer Punktewert ermittelt. China will seine Bevölkerung damit künftig zu Konformität erziehen.

heise (28.12.2017): 34C3: China - Die maschinenlesbare Bevölkerung
Bonuspunkte für staatstreues Verhalten, Abzüge für Regimekritik – ab 2020 soll ein "Social Credit System" für alle Bürger Chinas verpflichtend werden. Die Internet-Konzerne des Landes mischen mit.

Golem (05.12.2018): China: Die AAA-Bürger
Bonuspunkte für den Kauf gesunder Babynahrung, Abzug für Pornokonsum: In China wird das Social Credit System getestet. Es überwacht, bewertet und erzieht die Bürger.

Washington Post (04.12.2017): Apple CEO backs China’s vision of an ‘open’ Internet as censorship reaches new heights

Mal lesen und sackenlassen:

Greatfire.org (17.11.2017): About those 674 apps that Apple censored in China
+2
Pixelmeister14.02.18 19:16
sierkb
Wehrt Apple sich an der Front was die in ihre Hände gelegten Nutzerdaten in deren iCloud angeht, genauso wie Microsoft, sie rauszurücken? Wenn nein, warum nicht?
Vielleicht, weil sie gar keine europäischen Rechenzentren haben? Und weil sie auch keine Werbung damit gemacht haben, dass die europäischen Daten in Europa bleiben und sicher sind vor US-Zugriff?

Davon ab, Bill Gates soll mal ganz schön die Füße still halten. Wer unter dem Deckmäntelchen der Entwicklungshilfe Firmen, wie Monsanto, finanziell unterstützt, damit diese ihre (nicht vom Bauer vermehrbaren) Hybridsamen (inkl. dem dazu passenden Gift) in Schwellenländer und 3. Welt liefern (wo sie Armut, Hunger und Tod bringen), soll nicht von Verantwortung und ähnlichem faseln.

Apple könnte aber (ganz im Gegensatz zu Bills Forderungen) die Sicherheit weiter erhöhen und auch die iCloud so absichern, wie sie es mit dem iPhone getan haben.
+1
Stefan S.
Stefan S.14.02.18 20:37
Apple müsse aufpassen, die eigene Weltsicht nicht über die der Regierung zu stellen.
Öhhh, Und die Regierung steht über der Verfassung, right?
Au weija!
Manning, Snowden,Levison & sind Helden und Obama stinkt.
+4
Moogulator
Moogulator15.02.18 08:51
Bin froh das Apple so sind, überwacht und abgehört wird eh viel zu viel und gern auch ohne Anlass. Gerade in den USA ist das fast ein Beitrag für mehr Freiheit. Also Bill weiter ignorieren bitte..
Ich habe eine MACadresse!
+1
Unwindprotect15.02.18 12:48
sierkb
Apple macht genau DAS in Bezug auf die iCloud und die dort gelagerten Daten. Besonders in China.

Wo denn noch? Vollständige Aufzählung nicht notwendig, aber liste doch noch ein paar bekannte Fälle auf!
sierkb
Stellt dort ein Rechenzentrum hin, das nicht nur einem staatlichen Konzern gehört bzw. unter dessen Regie und Kontrolle steht,

Auch wenn das bei Apple wieder mal groß die Runde machte... dasselbe gilt zB für Microsoft und Amazon und IBM. Durch deren Dienste Azure und AWS auch für unzählige darauf aufbauende Firmen. Ja die Gesetzeslage schreibt vor dass derartige Dienste in China über chinesische Unternehmen angeboten werden müssen. Das gilt für jedes Unternehmen das Dienstleistungen in China anbieten möchte. Die chinesischen Bürger sind mit Apples, Microsofts oder Amazons Angebot nicht schlechter gestellt als ohne; es zwingt sie auch niemand diese Angebote zu nutzen. Ein "Nichtanbieten" von Dienstleistungen hilft den Bürgern dort eher nicht. Im übrigen hat Apple die Konsequenzen dieses Transfers vorbildlich dokumentiert.

Im übrigen sollte man der Korrektheit halber hier feststellen, dass Apple offiziell ausgesagt hat das keine Back doors oder Wege für die Regierung oder andere Organisationen bereitgestellt werden um die Verschlüsselung und den Schutz der Daten zu umgehen. Dies ist natürlich eine Behauptung die man glauben muss. Es ist allerdings eine Behauptung die man _überall_ glauben muss - egal wo ein Cloud-Rechenzentrum steht. Wenn herauskäme, dass dies nicht stimmt, dann wäre der Schaden und Vertrauensverlust durchaus groß. Nichtsdestotrotz ist es falsch es als Fakt hinzustellen dass es Backdoors bereits gäbe - es ist schlicht und einfach nicht bekannt und wird dementiert. Wer anderes als Fakten darstellt ohne Belege lügt.
sierkb
...sondern schreibt sogar in seine AGB rein, dass Zugriff auf und Einblick in diese Daten zwei haben: Apple und eben dieses staatliche Unternehmen bzw. dessen staatliche der kommunistischen Partei angehörigen Kontrolleure.

Eine ähnliche Regelung steht in den internationalen Terms & Conditions. Im Großen und Ganzen ist das die Regel dass man sich vertraglich das Recht gebe die Inhalte/Daten im Rahmen der Gesetzgebung weiterzugeben. Das ist nicht nur Recht in China sondern auch in der "westlichen Welt". Ohne diese Angaben wäre der Dienst auch in den USA oder bei uns nicht möglich. Damit sind natürlich dennoch nur Daten offenlegbar die überhaupt offengelegt werden können. ZB sind die iMessage-Konversationen dennoch verschlüsselt. Der Haken - bei allen Cloud-Firmen liegt letztlich darin wie sie bei Zugriffsversuchen des Gesetzgebers reagieren. Manche Anbieter haben da in der Vergangenheit ohne große Prüfung und Gegenwehr Einblick erlaubt. Apple war zumindest immer wieder mal in den Medien dass sie sich quergestellt haben. Daraus kann man ableiten was man mag - mehr als Vertrauen oder eben nicht nutzen kann man dennoch nicht.
sierkb
Und warum macht Apple das? Weil Chinas Führung es ihnen so diktiert, wenn sie in China Umsatz machen wollen, sie in China Geld verdienen wollen. Nein Danke sagen und auf das Mehr an Geld zu diesem Preis wollte Apple offenbar nicht, der Reiz des Geldes, Geld vermehren (man hat ja nicht genug), der schnöde Mammom also lockt mehr als alle westlichen Werte und als alle Moral.

OMG Ein Wirtschaftsunternehmen will Geld verdienen! Mich wundert Deine Verwunderung. Im übrigen ist es mit den "westlichen Werten und Moral" ob des Themas Datenschutz bei dem von Dir nicht genannten Unternehmen das sich gegen die böse chinesische Regierung mal gewehrt hat (Google) nicht sonderlich weit her. Ich hege große Zweifel daran dass der Grund für Googles bisherige Nichtbeteiligung an Cloud-Diensten in China viel mit Moral zu tun hat. Vielmehr sind eben nationale Dienste dort - insbesondere auf den Android-Handys bei weitem üblicher. Das steht im Gegensatz zu iOS und iCloud-Diensten die vor dem Transfer tatsächlich dort bereits recht beliebt waren.
sierkb
Apple wird dafür zurecht kritisch angegangen von Menschenrechtsorganisationen und auch vom US-Kongress für dieses doppelbödige und unterwürfige Verhalten nur des schnöden Umsatzes wegen. Es gibt Firmen, die Nein sagen in China, die dieser Verlockung des Geldes widerstehen, Apple gehört leider nicht dazu.

Nenn doch einfach mal Google anstatt einfach immer drum herum zu reden.
sierkb
Apple meint offenbar, dass das nötig ist, seine Seele zu verkaufen. Man hat ja noch nicht genug Geld (als das reichste Unternehmen des Planeten)

OMG - jetzt sind wir schon beim Seele verkaufen! ^^ - soviel Emotion bei diesem Thema? Apple bietet (wie zig andere Anbieter) Cloud-Dienste an. Diese Dienste muss man nicht nutzen. Bei Cloud-Diensten schwebt immer die große Gefahr mit das Datenschutz nicht oder nicht ausreichend vorliegt. Bei jedem Anbieter. iCloud ist praktisch - das kann man sich eingestehen. Wer dazu bereit ist das Risiko eines Datenschutz-Verlusts zu leben für den Gegenpreis dieser "Convenience" der kann diese Dienste nutzen. Dazu gehört leider auch
wer hindert denn die "Bösen Jungs" am Zugriff?
sierkb
Apple gewährt ihnen den Zugriff freiwillig und auf dem Silbertablett.

Polemische Behauptung - mehr nicht. Es entspricht nicht den bekannten Fakten und nicht den Aussagen des Anbieters selbst. Ohne Belege ist es lediglich Gebashe.
sierkb
Siehe auch Uber, mit denen ("Geschäftspartner") sie auch einen fragwürdigen Exklusiv-Deal bzgl. API-Zugriff auf eigentlich verbotene Apple-eigene APIs hatten, über die Uber zahlreiche private Daten der Nutzer abgegriffen und gesammelt hatte

Wieder mal: Behauptung ohne Faktengrundlage. Es ist nicht bekannt ob Uber die API diesbezüglich genutzt habe. Notwendig war die API Anfangs in Zusammenhang mit der Apple Watch und der Kartendarstellung. Zumindest in der Theorie wäre es über diese API aber auch möglich gewesen eine App zu schreiben, welche andere Bildschirminhalte (als nur die Karte in der Uber-App) aufnimmt. Es gab keine Belege dazu dass dies passiert ist. Allerdings gab es gegenüber Uber Misstrauen durch Handlungen in der Vergangenheit. Kurz: Ja der Zugriff auf die API war fragwürdig. Die Intention dahinter allerdings erstmal eine andere als von Dir dargestellt. Entgegen Deiner festen Behauptung ist nicht bekannt ob Uber damit wirklich "zahlreiche private Daten per Nutzer abgegriffen und gesammelt hatte" - statt dessen ist nichtmal bekannt ob sie überhaupt damit irgendwelche Nutzerdaten abgegriffen haben.
sierkb
– offiziell absolut unerlaubt und unter Mitwissen und Zuschauen seitens Apple – bis das aufgeflogen war (nachher, als das aufflog und Apple als Mitwisser im Fokus des Interesses stand, distanzierte sich Apple von Uber, rügte sie scheinheilig ob dieser Sache, obwohl sie sie bei der WWDC davor noch groß und stolz als "Partner" vorgestellt und ihnen diesen eigentlich verbotenen Zugriff ja gewährt hatten).

Es ging um ein Entitlement zum Screenrecording - benötigt wurde es als Workaround für die Livekartendarstellung in der App. Das Entitlement wurde in der App entdeckt, Fragen dazu gestellt und Mutmaßungen angestellt was man damit alles tun _könnte_. Der Rest ist vor Dir ausgeschmückt und gefärbt.
sierkb
Siehe China. Da geschieht genau das. Und Apple verweigert sich dem NICHT (obwohl sie könnten und müssten), spielt da willig und entgegenkommend mit, Neinsagen ist offenbar nicht gewollt (könnte ja Umsatzeinbußen oder Marktausschluss bedeuten).

Falsche Fakten und Mutmaßungen. Die Gesetzeslage sieht vor dass die Clouddienste von chinesischen Unternehmen gehostet werden. Dem hat Apple (+MS, Amazon, IBM...) nun nachgegeben. Apple selbst hat dazu gesagt dass sie weder Backdoors noch Zugriffsmöglichkeiten für die Regierung oder andere Organisationen bereitstellen. Das muss/darf man glauben oder nicht und ist schlicht Vertrauensfrage - dennoch offizielles Statement an dem gemessen wird. In den AGB muss drinstehen dass Apple bei gesetzlicher Grundlage das Recht hat die Daten an zB Strafverfolgungsbehörden zu geben - nicht nur in China. Ob sie das tun hängt von der _rechtmäßigkeit_ ab und damit auch von dem Willen und Engagement sich da zu wehren. Nichtsdestotrotz kann Apple nichts herausgeben wozu sie selbst nicht den Schlüssel haben (zB iMessages). Das ist der Faktenstand - der Rest sind Aluhut-Mutmaßungen Deinerseits, zu denen es keine prüfbaren Belege gibt.
sierkb
Siehe China. Da hat China Zugriff. Auf die angeblich so sicher verschlüsselten Daten. Per Erlaubnis und Zutun Apples (Apple hat den Generalschlüssel, hat sowieso stets Zugriff drauf).

Man o Man - jetzt möchte ich von Dir bitte einen klaren Beleg für die Behauptung das Apple einen Generalschlüssel hat. Sie müssen im Rahmen der Gesetze Zugriff gewähren (überall). Das trifft zB. Mails durchaus. Allerdings zB iMessage nicht.
sierkb
Siehe China. Findet dort schon längst statt. Und Apple hilft denen sogar dabei, stellt denen ein eigenes Rechenzentrum hin, das voll unter des Staates Kontrolle und Zugriff ist.

Behauptung. Apple _nutzt_ ein fremdes Rechenzentrum weil sie gesetzlich dazu verpflichtet sind.
sierkb
Es wird also gemacht. Apple ist hier sogar ganze vorne mit dabei. Andere Unternehmen haben kein Rechenzentrum in China, kriechen der dortigen Führung nicht bis zum Hals in den Hintern, gewähren nicht so großzügig Zugriff auf die Nutzer-/Kunden-Daten, bleiben dort lieber fern bzw. ein kleines Licht, verzichten lieber auf den möglichen Umsatz. Aus genau diesen Gründen.

Google... die mit ihren Diensten sowieso keinen nennenswerten Umsatz machen. Alle großen Anbieter mit Cloud-Umsätzen machen hier genau das gleiche wie Apple.
sierkb
Apples Marketing ist nach vorne so, und hintenrum und im Verborgenen läuft's teilweise komplett anders und gegenteilig.
Das US-FBI bekommt von Apple hintenrum auch mehr Hilfe (neuerdings sogar pro-aktiv und sehr entgegenkommend durch eigene Schulungen, wie man an Nutzerdaten rankommen kann) als es nach vorne heraus via Marketing und Imagepflege kolportiert wird und den Anschein hat.

Daran ist nichts auszusetzen. Wenn ein Nutzer es vermasselt sein Gerät ausreichend zu schützen dann ist er selbst schuld wenn die Polizei es aufdeckt. ZB wenn TouchID noch aktiv ist und der Finger eines Toten oder festgenommenen Verdächtigen genutzt werden kann. Das Aplpe diesbezüglich zur Aufdeckung von Straftaten mithilft ist legitim. Sie stellen sich aber quer wo Wünsche kommen, welche die Sicherheitsmechanismen für alle Nutzer aushebeln würde.
+3
sierkb19.02.18 20:09
Hongkong Free Press (17.02.2018): How Apple is paving the way to a ‘cloud dictatorship’ in China
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