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Beeindruckendes Projekt: Neue Ethernet-Karte für Macintosh SE und SE/30 zum Nachbauen

Rechner mit dem Netz zu verbinden, ist eine der ersten Aktionen beim Einrichten eines Macs. Doch je älter das Gerät ist, desto größer gerät die Herausforderung. Bei einem mehr als zehn Jahre alten Mac fällt es beispielsweise schwer, einen Browser zu finden, mit dem sich sicher surfen lässt. Die Zertifikate des Systems sind abgelaufen, das vorinstallierte Safari beherrscht keine modernen HTML-Standards, und die Suche nach einem kompatiblen Firefox-Browser gestaltet sich aufwendig. Das ist allerdings kein Maßstab für die Hürden, denen sich Richard Halkyard gegenübersah: Die Original-Hardware, um die es sich bei seinem Bastelprojekt dreht, stammt zum größten Teil aus den Achtzigerjahren.


Macintosh SE sowie SE/30 – das sind die Modelle, mit denen die neu entwickelte Ethernet-Adapterkarte kompatibel ist. Sie wurden 1987 beziehungsweise 1989 vorgestellt und setzten auf das All-in-One-Design des ersten Macintosh. Sowohl SE als auch SE/30 kamen ohne Netzwerkfähigkeiten auf den Markt, weisen allerdings einen Erweiterungsschacht auf. Über diesen Processor Direct Slot (PDS) konnten Anwender ihren Mac mit einer Karte erweitern. Für diesen entsteht nun als Hobbyprojekt eine 10/100-Base-T-Ethernet-Karte inklusive Treiber, um die maximal mit Mac OS 7.5.5 nutzbaren Rechner weiterhin ins Netz einbinden zu können.

Liebhaberpreise für Original-Hardware
Die Motivation entstand beim Beobachten der Preise gebrauchter Ethernet-Karten auf Auktionsplattformen. Verkaufspreise von 150 bis 200 Dollar können Anbieter für die dreißig Jahre alten Netzwerkadapter derzeit aufrufen. Die Herausforderung für einen Nachbau besteht darin, dass die damals verwendeten Chips nicht mehr produziert werden. Die Basis von Halkyards Neuentwicklung ist deshalb ein handelsüblicher und kostengünstiger Ethernet-Controller namens ENC624J600. Um ihn herum entstand eine Platine mit Lötstellen für RJ45-Stecker und 15-poligen D-Sub-Anschluss, in zwei Varianten. Der PDS-Anschluss beider Modelle ist so unterschiedlich, dass für den Mac SE eine andere Platine zum Einsatz kommt als für den SE/30.

Ein Prototyp der SEthernet/30 in Aktion. Quelle: Vlado Vince

Alle Informationen als Open Source verfügbar
Erste Hardware-Prototypen mit professionell produzierten Platinen sind nun eingetroffen und werden getestet. Im GitHub-Projekt zur SEthernet-Erweiterungskarte sind alle Komponenten dokumentiert: Es gibt schematische Darstellungen, Anschlussdokumentationen, Platinendesign und Treiber. Sämtliche Bestandteile sind als Open Source veröffentlicht und für nicht-kommerzielle Nutzung freigegeben, Mithilfe und Weiterentwicklung sind erwünscht. Im Forum 68kmla.org findet bereits eine lebhafte Diskussion statt. So arbeiten befreundete Classic-Mac-Enthusiasten an einem verkleinerten Platinendesign.

Kommentare

bernddasbrot
bernddasbrot12.03.24 14:56
Wäre es nicht sinnvoller, in das Gehäuse ein paar Raspberry Pis einzusetzen ...?
-3
MikeMuc12.03.24 18:19
Natürlich waren die Kisten netzwerkfähig. Oder kennt niemand mehr diese kleinen LocalTalk / Appleltalkdosen? Damit haben wir im Studentenwerk unser allererstes Netzwerk mit Telefonkabeln realisiert
+6
conover13.03.24 06:59
MikeMuc
Natürlich waren die Kisten netzwerkfähig. Oder kennt niemand mehr diese kleinen LocalTalk / Appleltalkdosen? Damit haben wir im Studentenwerk unser allererstes Netzwerk mit Telefonkabeln realisiert
Eben. Mit einem externen Localtalk/Ethertalk-Adapter war dann auch Ethernet möglich (ich meine, man konnte damit dann auch einen TCP/IP Stack nutzen).
Und es gab interne (PDS) Ethernetkarten von Drittherstellern (Asante fällt mir spontan ein), weiterhin gab es "SCSI zu Ethernet" als externe Lösungen. Beides natürlich heute nur noch schwer zu finden.
+1
iPat13.03.24 14:27
conover
MikeMuc
Natürlich waren die Kisten netzwerkfähig. Oder kennt niemand mehr diese kleinen LocalTalk / Appleltalkdosen? Damit haben wir im Studentenwerk unser allererstes Netzwerk mit Telefonkabeln realisiert
Eben. Mit einem externen Localtalk/Ethertalk-Adapter war dann auch Ethernet möglich (ich meine, man konnte damit dann auch einen TCP/IP Stack nutzen).
Und es gab interne (PDS) Ethernetkarten von Drittherstellern (Asante fällt mir spontan ein), weiterhin gab es "SCSI zu Ethernet" als externe Lösungen. Beides natürlich heute nur noch schwer zu finden.

Steht doch auch nichts anderes im Artikel. Die Geräte waren nur nicht von Haus aus ab Werk mit einer Netzwerkkarte ausgestattet. Und, so stehts auch im Artikel, die aktuell noch verfügbaren alten Netzwerkkarten werden zu horrenden Preisen vertickt. DESWEGEN das OpenSource-Projekt, damit man ggf. günstiger an eine Netzwerkkarte für die alten Schinken kommt...
+2

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