Audit beendet: Keine Spionagechips aus China in Servern von Super Micro

Es ist schwer zu beziffern, wie hoch der Rufschaden für Super Micro ausfiel, nachdem Bloomberg im Herbst berichtet hatte, die Server des Herstellers seien mit winzigen chinesischen Spionagechips verseucht worden. Da Super Micro viele namhafte Großunternehmen beliefert, wurden demnach angeblich auch Apple, Amazon und viele weitere Anbieter durch die China-Chips ausgespäht– bzw. hätten ausgespäht werden können. Bloomberg blieb nicht nur bei der Initialbehauptung, sondern legte kurze Zeit später mit einem weiteren Bericht nach, der die Angaben noch einmal untermauerte. Allerdings schlug der Publikation auch Protest entgegen, denn die angeblich betroffenen Unternehmen konnten auch nach intensivsten Ermittlungen keinerlei Hinweise auf besagte Chips finden. Bloomberg reagierte anschließend nicht mehr – und legte auch keine Beweise vor.


Von Super Micro liegt nun ebenfalls der Prüfbericht vor und stellt sich in den Reigen der vorherigen Ermittlungen: Nichts an der Geschichte könne auch nur ansatzweise bestätigt werden. Neben internen Untersuchungen wurde auch ein intensiver Audit durch einen Drittanbieter (Nardello & Co) durchgeführt. Weder in aktuellen noch in alten Boards gab es demnach Manipulationen. "Ein wenig überraschendes Ergebnis", so die erste Stellungnahme von Super Micro, denn alle vorherigen Untersuchungen suggerierten selbiges.

Nardello & Co hatte jedes Staubkorn umgedreht und nicht nur Hardware, sondern zudem Software und Pläne untersucht – sowohl ausgelieferte als auch unveröffentlichte. Der Prüfbericht gilt nun als Basis, um möglicherweise rechtlich gegen Bloomberg vorzugehen. Von Apple und Amazon gab es ebenfalls harten Gegenwind und direkte Konsequenzen für Bloomberg. Amazon beendete Anzeigenschaltungen, Apple lud Redakteure aus. "Wenn eine Story derart falsch ist, verlangt journalistische Integrität einen Rückzug", lautete eine der Stellungnahmen von Amazon.

Kommentare

feel_x12.12.18 11:15
Beeindruckend, wie arrogant sich die Bloomberg-Leute verhalten.
Keine Richtigstellung, keine Antworten, keine Entschuldigung.
Solche Journalisten kann man doch echt mal gerne haben..
+4
Frank Drebin
Frank Drebin12.12.18 11:27
Das krasseste an Bloomberg ist, dass die fett in den Aktienmärkten unterwegs sind, wenn das nicht eine manipulation der Aktienmärkte war, dann weiß ich es auch nicht. Da wurden teilweise Milliarden durch die richtigen Spekulanten gewonnen.

Ich hoffe Bloomberg wird verklagt und muss auch Konsequenzen davontragen.
+4
schaudi
schaudi12.12.18 12:01
Frank Drebin
Das krasseste an Bloomberg ist, dass die fett in den Aktienmärkten unterwegs sind, wenn das nicht eine manipulation der Aktienmärkte war, dann weiß ich es auch nicht. Da wurden teilweise Milliarden durch die richtigen Spekulanten gewonnen.

Ich hoffe Bloomberg wird verklagt und muss auch Konsequenzen davontragen.

Der Witz ist doch, dass die Redakteure Bonuszahlungen bekommen, wenn ihre Stories "Marktbewegende" Auswirkungen haben Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
+2
uuhh12.12.18 12:44
schaudi
Der Witz ist doch, dass die Redakteure Bonuszahlungen bekommen, wenn ihre Stories "Marktbewegende" Auswirkungen haben Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
Woher hast Du das? Kann ich mir, ehrlich gesagt, kaum vorstellen.

Und ansonsten finde ich das Verhalten von Bloomberg auch sehr suspekt.
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BigLebowski
BigLebowski12.12.18 13:04
Die Story für den 2 Teil von Shattered Glas?


Shattered Glass (Alternativtitel: Lüge und Wahrheit – Shattered Glass) ist ein US-amerikanisch-kanadischer Film aus dem Jahr 2003 über die Geschichte des Journalisten Stephen Glass, der als prominenter Featurejournalist und Redaktionsmitglied der The New Republic mehrere Artikel fälschte.
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ilig
ilig12.12.18 13:39
uuhh
Kannst Du dir kaum vorstellen?
Bloomberg-Journalisten erhalten Bonuszahlungen marktbewegende Geschichten. Wenn man das weiß, dann wird auch dies interessant. Bloombergs Geschäftsmodell wird immer interessanter.
+1
uuhh12.12.18 15:11
ilig
Beeindruckend schwachsinnige Bonus-Steuerung, in der Tat. Es lohnt sich, glaube ich, auch dies dazu zu lesen:
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