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Apple: Musikdienst von Microsoft einfach nicht gut genug

Microsoft veröffentlichte heute die erste Beta des eigenen Musikdienstes, doch Apple zeigt viel Selbstbewusstsein. Um eine wirkliche Gefahr zu sein, fehlen einfach zu viele Funktionen. Der iTunes Music Store habe inzwischen über 125 Millionen Titel verkauft, Microsoft keinen einzigen. Außerdem könne man die Lieder aus dem MS Store nicht auf dem iPod abspielen. Zudem stelle MS nur die Hälfte der im iTMS angebotenen Songs zur Verfügung, allerdings hat MS schon angekündigt, in Kürze auf eine Million zu erweitern. Greg Joswiak sagte, der MSN Store sei einfach nicht gut genug, er sehe nichts, womit Microsoft Apple schlagen könne.
Auch Microsoft nahm dazu Stellung und gab an, dass der iTMS momentan noch dominiere, der Markt allerdings so jung sei, dass diese Führerschaft nichts wert ist. Auch das Argument mit dem iPod steche nicht, denn gerade einmal 4 % der Zielgruppe besitze dieses Gerät.

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Kommentare

Tice
Tice02.09.04 21:54
Der iPod hat inzwischen 58% ALLER MP3 Player erreicht und der iTMS liegt mit 70% satt vorne. Die Größe der Auswahl ist mit über einer Million Titel (US) bisher unerreicht und vor allem die Software iTunes macht das ganze als Sammeln-Abspielen-Brennen-Einkaufen Konzept rund.

So einfach ist das in diesem Fall für M$ sicher nicht.
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pm02.09.04 21:58
M$ kann nur klauen, was anderes können sie nicht!
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cmaus@mac.com02.09.04 22:09
Genau!!! an die Macht!!!
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Mirco Sina
Mirco Sina02.09.04 22:21
ruleZ!


P.S: Hab ma Media Player 10 gelade, und wollte den Music Store testen: Geht ned ma in Europa
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kidloco7202.09.04 22:31
liebe leute,

erinnert sich noch jemand an den unangefochtenen marktführer eines noch jungen internetmarktes namens netscape?

kann mir nochmal jemand erklären, warum der heute kaum noch ein thema ist?

danke
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Andreas Hofmann02.09.04 22:40
Was man vom MS-Store auch halten mag, aber sie haben recht: Der Music-Store und iPod haben locker über 50% Marktanteil, aber Marktanteil von was? Der Markt ist gerade erst erschlossen, wer heute noch 70% Marktanteil hat, kann mogen schon aus dem Rennen sein. Also Leute, jetzt seit doch nicht so naiv und glaubt, das Rennen wäre schon gelaufen.

<b>Gar nichts ist entschieden!</b> Vor bald 25 Jahren haben Firmen riesige Marktanteile am Computergeschäft gehabt, die sind schon lange wieder untergegangen, oder dümpeln wie Apple mit 2-3% Marktanteil rum. Laßt euch das eine Lehre sein.

Apple muß Fairplay öffnen, wenn es an der Zeit ist. Viele Leute haben keinen Bock sich mit Gedeih und Verderb mit kauf einiger Titel an einen Hersteller zu binden. Das wird der Faktor sein, wenn es in Runde 2 geht.

Gruß,
Andreas
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Andreas Hofmann02.09.04 22:44
kidloco72

ACK

Ist ein noch viel besseres Beispiel, die hatten zu Anfang AFAIK mal 90% Marktanteil und der ist genau so wie der von iPod und Music-Store im Augenblick Stück für Stück abgeschmolzen. Ich versteh nicht, wie Leute so schnell vergessen können...

Gruß,
Andreas
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Turboprinz
Turboprinz02.09.04 22:55
Ich muss Andreas Hofmann Recht geben. Ich sehe es genau gleich.
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alpi
alpi02.09.04 23:01
man sollte nie die Konkurrenz unterschätzen...
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Hyper02.09.04 23:02
Ich muss Turboprinz Recht geben. Ich sehe es genau gleich.
Apple hat´s schon mal verschlafen, eine wirklich große Nummer zu werden/bleiben und macht jetzt genau den gleichen Fehler wieder.
Hyper
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arekhon
arekhon02.09.04 23:11
Es ist nicht genau gleich, es ist ein himmelweiter Unterschied ob man ein anderes Produkt durch eine vorinstallierte Gratisdreingabe aus dem Markt drängt, wie bei Netscpe geschehen, oder ob man versucht in einem Markt Anteile zu gewinnen in dem jeder Klick Geld kostet und der Verbraucher es sich genauer überlegt was er tut. Ich denke hier wird eher Geiz vor Bequemlichkeit siegen und es werden Konditionen und Qualität wichtiger sein.
Dazu muß ich allerdings zugeben, das der MS-Store plant überraschend gute Qualität und Apple-ähnliche DRM-Konditionen zu bieten. Das ist mehr als ich erwartet hätte. Apple muß was tun um dem entgegenzulenken.
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ralleff02.09.04 23:18
meiner erfahrunng nach leben schmarotzer besser:-/
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Richard
Richard02.09.04 23:21
Leute, der IE kostet nichts. Windows User nehmen gerne etwas umsonst. Aber einen Song muss man kaufen und da konkurriert der MS Store nicht mit Apple sondern ganz klar mit eDonkey und das wird MS den Hals brechen. Mit dem Versuch jetzt macht sich MS eher lächerlich. Mal sehen was noch von denen kommt.


Gruß
Richard
iMac 27 :: MacBookPro Retina :: OS X 10.13
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parka03.09.04 00:27
also ms ist definitv die messlatte.
wenn apple es schafft, ms in schach zuhalten, dann sind sie nicht zu stoppen.
man darf also gespannt sein.

und im notfall muss man immer noch im auge behalten, dass apple nicht mit dem store sondern mit den ipods ein vermögen verdient.
sie könnten also als letzten joker immer noch den ipod für andere formate öffnen, ihr fairplay lizensieren,....

sie haben diesmals definitiv die nase vorn und können sehr flexibel reagieren.

alles hängt nun von ihren kontern ab und von richtigen entscheidungen.
sei auf der hut steve und merke:

arroganz bringt nicht einen müden dollar.

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parka03.09.04 00:29
ach und apple-an-die-macht-rufe sollte man wohl überdenken.
diese einzigartige marktposition apples hat wphl auch viel dazu beigetragen, dass sie das geworden oder geblieben sind was sie waren. niemand in der industrie hat so eine stabile fanbase und so viel raum für experimente.
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StevesBaby03.09.04 06:39
Was habt ihr eigentlich immer Angst vor Microsoft. Microsoft treibt Apple an, es immer noch 10-mal besser zu machen. Sollen sie doch probieren den iTunes-Store zu übertrumpfen. Apple hat noch genug Ideen auf Lager, um darauf zu reagieren.
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Apfelkind03.09.04 09:02
Man sollte nicht vergessen, das auch M$ Fans hat (warum auch immer), die werden deren Shop schon ans laufen bringen, respektive dafür sorgen, das M$ in den ersten Wochen Erfolgsmeldungen bringen kann.

parka
fairplay ist nicht der letzte Joker.
Denn wenn es soweit ist den Letzten Joker zu ziehen haben sich alle Konkurrenten schon auf WMA oder andere DRM-Systeme eingeschossen und es besteht überhaupt kein Interesse mehr an Fairplay. Entweder lizensiert jetzt, wo die Technik heiss ist oder sie können es sein lassen.
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pogo03.09.04 09:36
a. microsoft hat eine installierte basis am gesamtmarkt von nahezu 95% mediaplayern draußen. davon ein großer teil jungendlicher gamer die heiß auf ne hausinterne alternative sind. wenn nur mal ein kleiner prozentsatz davon songs kauft, könnte ms das ergebniss von apple glatt in wenigen tagen pulverisieren.

b. generics (nachahmer einer neuen produktgattung) haben immer den großen vorteil auf bereits vorbereitete märkte aufspringen, und bereits vorhandene erfahrungen billiger und effektiver nutzen zu können. offtmals erfolgreicher als der vorreiter. ms zelebriert dieses, wie bekannt, hervorragend.

c. der leader muß!!! immer besser, innovativer sein als der generics. das ist sehr teuer, da hoher entwicklungsaufwand. die bereitschaft dieses zu zahlen schwindet in der apple fanbase zusehend. siehe kommentare imac g5.

d. apples geschichte ist eine geschichte der verpassten chancen. apple stand ganz weit unten. alles was momentan ist, ist ein kleiner hopser, mehr nicht.

e. apple ist oftmals arrogant bis zur selbstzerstörung.

f. ms hat eine ungeheure macht, und nichts ist austauschbarer als technische innovationen. was heute der eine kann, kann morgen der andere.

g. selbst apples fanbase schmilzt leidlich dahin, wie in diesem forum immer wieder zu lesen ist.

h. auch in der vergangheit haben listige entwickler immer wieder mal nischen aufgemacht die ms dann sehr schnell wieder zugemacht hat.

fazit: es wird wirklich spannend werden. sollten die nachrichten in 3 monaten gegen apple sprechen wird es wiederum schwierig werden.

ausserdem: das einizge was zählt ist die tatsache das ms apple braucht um seine monopolstellung zu entkräften. mir fällt auf das apple in allem was da kommt ca. 9...12 monate zeit hat um abzuschöpfen, dann spätestens tritt ms auf den plan und die sache ist im regelfall gegessen. ms dürfte in allen verhandlungen die beste ausgangsbasis haben, oder glaubt ihr irgendwer in der musikindustrie hätte ms den zugang erschwerrt oder verwehrt? wohl nicht. ich bin mir sicher ms hätte schon vor 12 monaten den sack zumachen können. sowohl ipod als auch itms sind ja keine naturwunder. und auf grund der enormen salesbasis, mit all den saturns hansas dieser welt, werden die stückzahlen für mp3 player bald in den keller wandern, und der ipod dann natürlich alt aussehen. nur, das ist nur zu logisch und deshalb glaube ich an ein abgekartetes spiel, an ein abkommen. denn, apple kann gut mit leben und der rest der pc-welt auch. apple macht mittels einer dankbaren, zahlungskräftigen early adopter fangemeinde die märkte auf, und nach ner kleinen schonfrist kommt die masse. und alles ist gut. erinnern wir uns an das höchst ehrwürdige finanzielle engagement von ms vor einigen jahren. und deshalb wird sich da so schnell nichts ändern, nur das die apple gemeinde wieder etwas an selbsbewusstsein tanken durfte, dank steve jobs. der seinen job besser versteht alle alle anderen, mit billy boys hilfe. und beide provitieren davon, und werden reich und reicher. keiner von beiden könnte ohne den anderen in ruhe leben. ms braucht die neuen märkte, und apple seine ruhe. wenigstens 12 monate lang. das reicht.
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HauDrauf
HauDrauf03.09.04 09:37
Naja, ist ja alles schön und gut, aber:

MSNmusic braucht:
* PASSPORT Zugang
* IE mit aktiviertem ActiveX und geringer Sicherheitseinstellung
* zum Einrichten muss man Admin sein, sprich als Admin ins Inet, auf die Seite klicken, und das ActiveX dingen runterladen bzw installieren.

Wie war das mit der Sicherheit??
&quot;Diese &#214;sterreicher scheinen ihre Heimat im Kaukasus zu haben; sobald sie einen Berg sehen, m&#252;ssen sie rauf&quot; - Friedrich der Gro&#223;e
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Jörn Dyck (Mac-TV.de)03.09.04 09:59
Also dieses Wettrennen zwischen Apple, dem frechen Innovator, und MS, dem feisten Kopisten, ist schon eine Schau. Richtig spannend und unterhaltsam! Jene Leute, die in den 80ern noch flüssig waren, können es live miterleben, wie unfassbar peinlich Microsofts Kopien sind, wenn man sie am Original misst.

Ich meine, zwischen MSN und iTunes liegen Welten. Ich habe es mir (im Rahmen des möglichen) mit eigenen Augen angesehen. Apple versucht das Optimum zu erreichen, Microsoft versucht bisher lediglich, Downloads per Webseite zu organisieren und orientiert sich am Minimum dessen, was man unbedingt braucht, damit es funktioniert. Hier konkurrieren das Optimum gegen das Minimum, und so war es schon oft zwischen Apple und MS. Ich finde das großartig; ich hätte nicht gedacht, dass man das nochmal live erleben kann und ich geniesse es.

Als Apple-Fan muss man sich ja manchmal fragen, ob man nicht vielleicht einer Massen-Halluzination erliegt -- aber nein! Und der MSN-Store beweist, dass Microsoft keineswegs dazugelernt hat. Sie haben einfach kein Gespür für die funktionale Eleganz guter Anwendungen. Sie sehen einfach den Unterschied nicht.

Windows 1.0 war im Vergleich so peinlich, dass Apple dem ZU RECHT keine große Aufmerksamkeit geschenkt hat -- keiner hat das getan! Und warum war es so schlecht, obwohl die Kopiervorlage so gut war? Weil sie nicht begriffen haben, was deren Qualität eigentlich ausmachte. Und so ist es mit iTunes. Mit dem iTunes-Store kann man Songs laden -- also bietet MS Downloads an. Mit iTunes kann man Songs abspielen -- also bietet MS den Windows Media Player an (eventuell die peinlichste Media-Software in der gesamten Milchstraße). Problem gelöst? In gewisser Weise schon, aber: Apple trägt mich in einer Sänfte auf dem kürzesten Weg zu meinem Ziel, während MS einen universellen, von jedermann nutzbaren Bahnhof anbietet, der mich mit dreimaligem Umsteigen und 420 möglichen Anschlusszügen über MSN, Passport (25 Minuten Aufenthalt), Dateiexplorer, Windows Media Center (umsteigen nach Gleis 142b, außer Sonntags nach 14 Uhr) ebenfalls ans Ziel bringt.

Wie auch immer, Microsoft ist der Erfolg sicher. Ihnen gehört der Desktop dieser Welt, folglich werden sie sich dort durchsetzen. Da kann Apple gar nicht viel ausrichten. Das wissen sie auch.

Apple muss keine 90% Marktanteil haben. 25% reichen völlig aus. Sie können ruhig die Nummer Zwei werden. Wenn das das maximal Mögliche ist, ist das ein gutes Ziel. Welcher Musikhändler hatte jemals 25% des Marktes? Das ist eine gewaltige Größe und ein großer Sieg, wenn man bedenkt, dass Apple aus dem Nichts in einen total besetzten Markt eingetreten ist, indem sie den Markt selbst grundlegend verändert haben. So einen Geniestreich hat es lange nicht mehr gegeben.

Mir ist es eigentlich egal, wie viel Prozent Apple erreicht. Hier geht es um MICH, und um MEINE Musik. Ich kaufe da, wo ich meine Musik günstig und angenehm einkaufen und verwenden kann, auch wenn der Händler nur 0,000001 Prozent Marktanteil hat. Meine bisherigen Händler hatten nichtmal das. Hat mich das etwa gekratzt? Apple soll sich selbst treu bleiben und sich der Qualität verpflichten. Es ist das, was ich haben will. Alles andere interessiert mich nicht. Apple muss GUT sein, um mich als Kunden zu bekommen, nicht unbedingt GROSS.

Apple soll den iPod und den Store geschlossen halten. Ich war lange anderer Meinung. Aber: Die Geschlossenheit schützt sie vor der Konkurrenz. Es schützt sie vor allen, die nicht ebenfalls Player UND Store anbieten können. Wer nur einen Store hat, kann diesen nicht durch den Player subventionieren -- und umgekehrt. Wer beides hat, hat eine mächtige Waffe, um die Konkurrenz preislich in Bedrängnis zu bringen. Beispiel: Wenn Apple die Songs verschenkt, machen sie immer noch Gewinn mit dem Player und in Zukunft mit einem Haufen Zubehör, sowie mit Lizenzen für dieses Zubehör. Wenn Microsoft den gleichen Preis bieten will, machen sie keinen Gewinn. Apple hat den Vorteil. Den dürfen sie nicht einfach an die Konkurrenz verschenken. Die Konkurrenz muss selber sehen, wo sie Verkaufsargumente herbekommt.

Die anderen Player-Hersteller können nicht erwarten, dass Apple ihnen dabei hilft, ihre mittelmäßige Hardware mit Apples feinen Musik-Ökosystem zu veredeln. Das müssen sie schon selbst machen.

Microsoft wird nach meiner Vorhersage den eigenen Store mit gewaltigen Werbeeinnahmen stützen können. Denn es ist geplant, auf den Webseiten Werbung zu verkaufen. In einem Interview hat ein Microsoft-Manager dafür Milliarden-Einnahmen vorhergesagt, während Apple momentan am Store nicht viel verdient und Werbung ablehnt.

Microsoft war immer widerlich penetrant, den Nutzern alles mögliche Reklame-Geblinke in den Weg zu stellen -- eine Art moderne Wegelagerei auf dem Desktop. "Möchten Sie einen Account bei unserem Online-Dienst Passport? Möglicherweise funktionieren einige Dienste nicht, wenn Sie ablehnen." -- "Nein, danke verbindlichst." -- "Sind Sie sicher?" -- "Ja, verflucht." -- "Sie haben abgelehnt. Sie können später jederzeit Ihre Mitgliedschaft erneut beantragen auf unserer Webseite. Wollen Sie diese Webseite jetzt besuchen?" -- "Nein, zur Hölle." -- "Wirklich nicht?" -- "Also gut, her damit." -- "Die angeforderte Webseite kann nur mit dem Internet Explorer angezeigt werden. Wollen Sie den Internet Explorer jetzt installieren?" -- "Leck mich."
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PaulMuadDib03.09.04 10:34
Jörn Dyck

Ich gebe Dir im Großen und Ganzen recht, nur sind Windows-User schlichtweg gewöhnt, es ein bisschen komplizierter zu machen. Für die ist das völlig normal. Ich sehe das jeden Tag an meinen Kollegen hier.

Und wenn es M$ wieder gelingt die gleichen Kenbelverträge wie zu Netscape-Zeiten den PC-Verkäufern aufzuzwingen, dann sind die ganz schnell "Marktführer".

Gruß,
PM
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Apfelkind03.09.04 11:33
Jörn Dyck
Ich muss dir in deinem Beschwören des geschlossenen Systems iPod - iTunes leider widersprechen.
Zur Zeit sieht es zwar so aus, als hättest du Recht.
Wenn ich mir jedoch überlege, dass die anderen Playerhersteller auf Grund der Abschottung keine andere Wahl haben, als auf WMA-DRM zu setzen, um auch mit dem Online-Musikkauf-Argument werben zu können, wird es mittelfristig so aussehen, dass man die Wahl hat, bei 100ten von Shops mit 100ten von Playern auf der Basis von WMA willkommen zu sein oder in die Nische Apple zu gehen.
Und damit wird das Gespann iPod-iTMS zusehens an Bedeutung verlieren, was zur Folge hätte, dass Apple von der MI schlechtere Konditionen kriegt, die Auswahl schmilzt und du deinen Shop verlieren wirst.

Vor dem Hintergrund dieser möglichen Entwicklung, steht dein Ausspruch: 'Hier geht es um MICH, und um MEINE Musik.' in einem ganz anderen Licht da.;-)
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Jörn Dyck (Mac-TV.de)03.09.04 11:58
Na klar, es wird einen großen Markt geben, in dem 100 Player zu 100 Stores kompatibel sein werden -- und Apple steht abseits.

Aber was bedeutet das für Apple? Denken wir dieses Szenario durch:

Szenario 1: Die Player

Wie attraktiv werden die Player sein? Vermutlich werden sie sich mit der Zeit ziemlich ähneln. Was könnte als Kaufkriterium dann entscheidend sein? Entscheidend könnte sein, wo ich einkaufen kann.

Die Standard-Player werden einkaufen in Stores, die nicht mit einem proprietären Player querfinanziert werden. Diese Stores haben im Preiskampf einen Nachteil. Sie werden teurer sein. Wer also einen "freien" Player kauft, kauft die Musik teuer ein (oder stiehlt sie).

Apple kann jedoch den Store querfinanzieren und die Songs billiger anbieten. Abgesehen von Lockangeboten ist momentan der iTunes Store von allen großen Stores am billigsten, richtig? Wer hier einkaufen will, muss sich also den iPod kaufen, folglich werden das viele tun.

Das bedeutet: Weil Apple den iPod mit dem Store koppelt, wird der Store preislich attraktiv, und weil der Store preislich attraktiv ist, verkauft sich auch der iPod gut.

Szenario 2: die Stores

Denken wir das jetzt von der anderen Seite durch. Eben hatte ich gesagt, man kann mit 100 Playern in 100 Stores einkaufen. Aber oft setzen sich zwei große Anbieter durch. Siehe Amazon. Siehe eBay. Siehe Google. Es ist wahrscheinlich, dass die vielen Stores, die jetzt in den Startlöchern stehen, ein gnadenloser Wettbewerb bevorsteht. Was ist in diesem Wettbewerb entscheidend? Es sind die Rechte und der Preis. Die Rechte werden sich angleichen. Bleibt der Preis.

Wer hat hier den längsten Atem? Erstmal Microsoft. Wer noch? Es muss jemand sein, der Dumping-Preise bieten kann, weil er das Geld woanders macht. Zum Beispiel Apple, die ihren Gewinn mit dem iPod machen.

Das bedeutet: Apple ist momentan in einer genialen Position, egal ob man sie von der Player-Seite aus angreift oder ob es um den Wettkampf bei den Stores geht. Diese geniale Position ergibt sich aus der Kopplung von Player mit Store. Apple wird dieses System daher geschlossen halten.

Ich würde als Kunde auch lieber ein so offenes System haben wie bei der CD. Aber die Zeiten sind vorbei. Das ist einerseits schade, andererseits habe ich auch nichts dagegen, wenn mir ein Händler seine Musik zum Selbstkostenpreis überlässt, sofern ich seinen Player kaufe (der dazu noch besser und preisgünstiger ist als der ganze Pofel der Konkurrenz).

Ich glaube, am Schluss werden wenige Anbieter überleben. Das Internet fördert diesen Konzentrationsprozess ungemein. Die Frage ist: Kann Apple es schaffen, sich hier zu etablieren? Das wäre das Ziel. Ob man nun Microsoft überholen kann oder nicht, ist gar nicht so wichtig.
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Andreas Hofmann03.09.04 12:05
Apfelkind

Vollkommen auf den Punkt gebracht. Der iPod wird nicht in alle Ewigkeit einen so großen Vorsprung haben und dann werden andere Herstelller interessant und dann ärgere ich mich, wenn ich die nicht kaufen kann, weil meine Songs nicht kompatibel sind. <b>Jetzt</b> ist Apple dran Fairplay zu lizensieren, vielleicht auch noch bis in einem halben Jahr, länger gebe ich Apple nicht.

Gruß,
Andreas
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Rainer Puschner
Rainer Puschner03.09.04 12:21
übrigens:

armes kleines trotztiges Kind...

Beschwert euch bei Apple, nicht M$!
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MOTIVHIMMEL
MOTIVHIMMEL03.09.04 12:32
"If you are an iPod owner and are unhappy about this, please send feedback to Apple and ask them to change their policy and interoperate with other music services."

Och wie süß formuliert...

Aber es wäre wirklich kein Genickbruch, wenn Apple WMA einzug gewährt. Scheinbar nutzen aus der Winwelt viele Nutzer dieses Format.
Wobei man ja die AAC Files vom iTms in MP3 umwandeln kann... Würde das mit WMA mit DRM auch gehen? Wäre ja zumindest etwas oder
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pogo03.09.04 12:55
apfelkind

auf den punkt gebracht. bald wir der ipod sehr teuer sein (ich empfand in immer etwas zu teuer für ein gerät das lediglich musik abspielt), im verhältnis zu 100ten konkurrenzprodukten die auf grund höherer stückzahlen dementsprechend günstiger sein werden. die werden auch ganz nett aussehen, und zudem "add-on" noch ne menge gimmicks mitbringen die auch ganz nett mitzunehmen sind.

der gesamte pc markt dieser welt war immer stolz darauf eben nicht perfekt sein zu wollen aber "günstig", was immer das heißen mag. nichts ist schwerer zu vermarkten als qualität, weil alle auf den preis schielen und man sehr gut mit etwas weniger leben kann.
man kann auch mit nem polo von a nach b kommen. durchaus.

aber es stimmt, da die meisten gekauften songs wohl eh von apple usern gekauft wurden könnte man u.u. gut mit dem leben was dann noch bleibt, im apple lager.
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Jörn Dyck (Mac-TV.de)03.09.04 13:03
Zu den zukünftig ach-so-billigen Playern der Kistenschieber gebe ich zu bedenken:

Wer hat von uns im letzten Jahr ein 500-Euro-Handy mit freier Wahl des Netzbetreibers gekauft? Und wie viele von uns haben das exakt gleiche Handy zum Preis von 1 Euro gekauft, nur eben inklusive Vertrag (also der Bindung an einen speziellen Netzbetreiber)?
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salco03.09.04 13:46
pogo

Die höchsten Stückzahlen hat immer noch der iPod und das wird auch noch ein Weilchen so bleiben, denn es ist der derzeit einzige Player, der eine Marke ist. Alle anderen sind letztlich Noname-Produkte, die sich nicht von der Masse unterscheiden.

Und solange der iPod seinen Marktanteil behält, braucht sich Apple keine Sorgen um den iTMS machen, den die Absatzzahlen werden nach meiner Einschätzung in der überwiegenden Mehrheit von Besitzern von iPods generiert.

Ich hielte es dennoch für klug, daß Apple weitere Abkommen mit Handyherstellern à la Motorola abschließt, da damit den Billig-Flashplayern in Zukunft der Markt weggenommen wird. Mal sehen, ob Apple in dieser Hinsicht weitere Erfolge vorweisen wird.
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johngo03.09.04 15:15
@ jörn

Pogo und Apfelkind liegen imho richtiger. Denn es geht nicht darum, ob Apple ein rundum gutes Angebot bildet. Das tun sie unbestrittenermassen. Aber viel wichtiger ist, das Apple nie "alle Ansprüche" an den Markt alleine befriedigen kann. Die Migration von Musik als digitaler worldwide-
everywhere-Spass hat gerade erst begonnen. Und Millionen von Menschen erwarten tausende von Spielarten dazu. Apple selbst kann aber nur ca. ein Dutzend davon erfüllen. Wenn es das bessere Dutzend ist, so wird der iTMS überleben. Aber er wird als geschlossenes System Federn lassen.

Beispiele: Ich möchte mir einen schwarzen Player kaufen. Soll ich jetzt jahrelang warten, bis Apple eine neue Design-Aera ausruft? ... Oder ich kaufe meine Unterhaltungstechnik immer vor Ort beim Händler auf der anderen Strassenseite. Soll ich Jahrzehnte mit dem Kauf warten, bis er Apple/iPods im Angebot hat?

Der Musikmarkt nimmt seinen Weg und wer nicht richtig reagiert, der kommt unter die Räder. Dabei wird es viele Andere vor Apple erwischen ... aber Apple ist vor der selben Gefahr nicht gefeit.

Gruss

johngo
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