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iPhone führt zu weniger Sex? Studie sieht Zusammenhang zwischen Geburtenrückgang und Smartphonenutzung

In den ersten vier Jahren gab es das iPhone in den Vereinigten Staaten nur in Verbindung mit einem Mobilfunkvertrag von AT&T. Diese Tatsache lieferte eine einzigartige Datenbasis für eine Analyse des National Bureau of Economic Research, eines anerkanntenunabhängigen Forschungsinstituts. Sie wollten klären, wie der massive Rückgang an Geburten in den USA mit der Verbreitung von Smartphones zusammenhängt. Ihr Fazit: Smartphones sind zu einem Drittel bis zur Hälfte für die niedrigere Nachwuchsproduktion verantwortlich.


Für diese Untersuchung unterteilten die Forscher die Geburtsraten nach Regionen, in denen AT&T mobiles Breitbandinternet anbot, und Regionen, in denen bisher kein mobiles Internet im ausreichenden Umfang zur Verfügung stand. Das Resultat: Insgesamt nahm die Geburtenrate in einem statistisch signifikanten Umfang ab. Dies ließe sich laut den Forschern auf moderne Smartphones à la iPhone zurückführen, da der vergleichbare Ausbau des mobilen Breitbandinternets bei den damaligen Wettbewerbern Sprint und Verizon keinen derartigen Effekt erzielte.

Je jünger, desto wirksamer
Der beobachtete Geburtenrückgang war umgekehrt proportional zum Alter. Am stärksten ging die Zahl an Neugeborenen unter 15- bis 19-Jährigen zurück: In Bereichen mit mobilem Breitband-Internet von AT&T lag die Geburtenrate um 4,5 bis 8 Prozent niedriger als in denen ohne. Bei 20- bis 24-Jährigen sank die Neugeborenenquote um 3,2 bis 6,6 Prozent. In Anbetracht der insgesamt sinkenden Kinderzahl in den „Kontrollregionen“ (ohne AT&T-Breitbandinternet) räumen die Ökonomen dem Effekt des Smartphones für den Zeitraum von 2007 bis 2011 einen Anteil von 33 bis 52 Prozent ein.

Korrelation mit soziologischen Untersuchungen
Das Vorhandensein von mobilem Internet (und entsprechend Smartphones) führt nicht von selbst zu weniger Kindern. Vielmehr verweisen die Verfasser der nicht peer-reviewten Studie auf Studien aus anderen Fachbereichen, nach denen Smartphone-Nutzer in den USA über weniger interpersonelle Interaktionen berichten. Ebenso gibt es Studien, welche den gesteigerten Konsum von Pornografie und selteneren Sex mit Smartphone-Nutzung in Verbindung bringen. Als weiteren möglichen Faktor heben die Forscher aber auch hervor, dass iPhones einen ungehinderteren Zugang zu Informationen ermöglicht: Jugendliche könnten sich besser über Verhütung informieren und so ungewollte Schwangerschaften verhindern.

Kommentare

Lavalampa11.06.26 16:00
Genau, es liegt an Handys und nicht an Kapitalismus
+5
level1611.06.26 16:00
Für mich nachvollziehbar, dass bereits die Präsenz eines Smartphones auf dem Tisch (sogar wenn es ausgeschaltet oder mit dem Display nach unten gedreht war) die kognitive Leistungsfähigkeit und die verfügbare Arbeitsgedächtniskapazität der Probanden signifikant reduziert hat.



Durch die Nutzung von Smartphones kann es zu einer verminderten Beziehungs- und Gesprächsqualität kommen. Das hat eine frühere Studie von Przybryla und Weinstein (2012), oftmals als die „Essex-Studie“ bekannt, hervorgebracht, die die zwischenmenschliche Kommunikation untersuchte: Ergebnis: Das bloße Vorhandensein eines Mobiltelefons (oder Tablets) auf dem Tisch führte dazu, dass sich die Gesprächspartner weniger verbunden fühlten. Die Qualität des Dialogs und die empfundene Empathie litten, besonders wenn es um tiefgründige Themen ging.

Lesenswert dazu sind auch diese beiden Beiträge aus dem Gottman-Blog:

+14
reklov270811.06.26 16:09
Lavalampa
Genau, es liegt an Handys und nicht an Kapitalismus

Sozialismus ist auch nicht gerade motivierend.
-4
t.stark
t.stark11.06.26 16:15
Das leuchtet ein. Es gibt ja auch einen ganz klaren Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Piraterie auf unseren Weltmeeren und dem Klimawandel. Außerdem ist der Zusammenhang zwischen dem Mozzarella-Konsum und dem Verkauf von SUVSs beeindruckend
-14
Don Gomez
Don Gomez11.06.26 16:34
Lavalampa
Genau, es liegt an Handys und nicht an Kapitalismus

Wenn Du hier schon kritisch auftrittst, musst Du Dir schon etwas mehr Mühe geben.

Außer Du möchtest etwas rage baiting betreiben. Dann passt Deine Diagnose.
... darauf einen Dujardin!
-10
Perry Goldsmith
Perry Goldsmith11.06.26 16:36
Ich sehe das teilweise positiv:

Bei der jüngsten Altersgruppe kommt es doch auch zu vielen Schwangerschaften, weil junge Frauen in Situationen geraten, in denen sie glauben, sich falsch zu verhalten, wenn sie dem Drängen der jungen Männer nicht nachgeben. Wer ein Smartphone hat, ist weniger isoliert und fühlt sich sozial stärker. Da ist dann auch ein Nein einfacher und eine Vertrauensperson schnell informiert, so dass die junge Dame einer schwierigen Lage entkommen kann, ohne das Gesicht zu verlieren.

Außerdem lässt die Möglichkeit, mal schnell ein Foto zu machen, verschiedene Verhaltensweisen zu, die dem bewussteren Umgang mit Selbstbestimmung helfen.

Will sagen: Man sollte die Zahlen evtl. aufteilen und nach geplanten Schwangerschaften auswerten. Ich vermute, dann geht der Unterschied im Rauschen unter.
+2
System 6.0.111.06.26 16:41
Am stärksten ging die Zahl an Neugeborenen unter 15- bis 19-Jährigen zurück

Wäre da der Karlspreis für zuständig, oder doch eher der Karl-Kübel-Preis? Und kann der auch Posthum an Steve verliehen werden?
-7
D_BuG
D_BuG11.06.26 16:48
Am stärksten ging die Zahl an Neugeborenen unter 15- bis 19-Jährigen zurück: In Bereichen mit mobilem Breitband-Internet von AT&T lag die Geburtenrate um 4,5 bis 8 Prozent niedriger als in denen ohne. Bei 20- bis 24-Jährigen sank die Neugeborenenquote um 3,2 bis 6,6 Prozent.
Könnte es nicht einfach sein, dass die Aufklärung übers Smartphone einfacher und anonymer ist? Dr. Sommer, kann ich durchs Küssen schwanger werden?
+4
Garpy
Garpy11.06.26 17:22
reklov2708
Lavalampa
Genau, es liegt an Handys und nicht an Kapitalismus

Sozialismus ist auch nicht gerade motivierend.

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass in der DDR mehr gevögelt wurde.
+7
Huba11.06.26 17:47
Garpy
reklov2708
Lavalampa
Genau, es liegt an Handys und nicht an Kapitalismus

Sozialismus ist auch nicht gerade motivierend.

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass in der DDR mehr gevögelt wurde.

Siehst Du: Die hatten ja auch keine iPhones.
+7
thomas b.
thomas b.11.06.26 17:49
Garpy
reklov2708
Lavalampa
Genau, es liegt an Handys und nicht an Kapitalismus

Sozialismus ist auch nicht gerade motivierend.

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass in der DDR mehr gevögelt wurde.

Wir hatten ja sonst nichts.
+7
Harry195111.06.26 17:52
+2
tranquillity
tranquillity11.06.26 19:25
thomas b.
Garpy
reklov2708
Lavalampa
Genau, es liegt an Handys und nicht an Kapitalismus

Sozialismus ist auch nicht gerade motivierend.

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass in der DDR mehr gevögelt wurde.

Wir hatten ja sonst nichts.

Vor allen Dingen war die (Klein)Kinderbetreuung in der DDR besser als im Westen, so dass Kinderkriegen nicht gleich so ein wirtschaftlicher Totalschaden ist wie es heute leider für viele junge Paare ist, wenn eins der beiden (leider oft benötigten) Einkommen wegfällt. Bin aber trotzdem kein Fan von der DDR, das war ein Unrechtsstaat durch und durch.

Zum Thema: Ist doch gar nicht so schlecht, wenn global die Geburtenraten sinken. Weniger Menschen machen in der Regel auch weniger Probleme.
+6
strateg
strateg11.06.26 19:41
Lavalampa
Genau, es liegt an Handys und nicht an Kapitalismus

gibts da einen unterschied?

da wo ich wohne sieht man genau 4 technische dinge wie backofen, induktionsherd, lautsprecher und thermostat. natürlich habe ich auch leuchten und schalter — einen fernseher habe ich nicht. alles andere vom iphone über die kaffeemaschine bis zum beamer wird bei bedarf aus dem sideboard oder schrank hervorgeholt.

für jegliche ablenkung sorge ich und meine lieben schon selber
cuntentientscha, attentivitad, curaschi —
-1
Spacely11.06.26 22:42
Ist das eigentlich schlimm oder sind wir nicht eh zu viele auf dem Planeten?
+6
Josch
Josch12.06.26 10:16
t.stark
Das leuchtet ein. Es gibt ja auch einen ganz klaren Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Piraterie auf unseren Weltmeeren und dem Klimawandel. Außerdem ist der Zusammenhang zwischen dem Mozzarella-Konsum und dem Verkauf von SUVSs beeindruckend

Ah, schön Da haben wir es mal wieder - Korrelation oder Kausalität?
+1
Zugvogel12.06.26 15:58
Zusammenfassend kann gesagt werden:

Es wird ein Zusammenhang zwischen der Verbreitung von Smartphones und dem Geburtenrückgang vermutet.
Ein iPhone ist vergleichsweise sicher.

Trotzdem ist ein iPhone vermutlich KEIN sicheres Verhütungsmittel!
+1
Macs0412.06.26 17:42
level16
Für mich nachvollziehbar, dass bereits die Präsenz eines Smartphones auf dem Tisch (sogar wenn es ausgeschaltet oder mit dem Display nach unten gedreht war) die kognitive Leistungsfähigkeit und die verfügbare Arbeitsgedächtniskapazität der Probanden signifikant reduziert hat.
Und ich dachte immer, je weniger kognitive Leistungsfähigkeit und Nachdenken, desto mehr Babys...
0
Macs0412.06.26 17:48
reklov2708
Lavalampa
Genau, es liegt an Handys und nicht an Kapitalismus

Sozialismus ist auch nicht gerade motivierend.

Das Gefühl dass es wirtschaftlich keinen Unterschied macht ob Baby oder nicht, macht schon einen Unterschied, nicht umsonst sinkt die Geburtenrate mit steigendem Wohlstand.
Im Kapitalismus kommt noch dazu: alles außerhalb der Norm wird erheblich teurer, eine Wohnung mit 2 Kinderzimmern ist schon schwer, 3 und mehr unmöglich zu mieten. Bei 2 Kindern genügt ein kleiner PKW, bei 3 u. mehr "muss" es gefühlt ein Van sein usw.
+4
Schens
Schens16.06.26 06:38
Lavalampa
Genau, es liegt an Handys und nicht an Kapitalismus

Schreibt der Hobbykommunist auf seinem iPhone im Starbucks....
0
Don Gomez
Don Gomez16.06.26 07:21
Macs04
reklov2708
Lavalampa
Genau, es liegt an Handys und nicht an Kapitalismus

Sozialismus ist auch nicht gerade motivierend.

Das Gefühl dass es wirtschaftlich keinen Unterschied macht ob Baby oder nicht, macht schon einen Unterschied, nicht umsonst sinkt die Geburtenrate mit steigendem Wohlstand.
Im Kapitalismus kommt noch dazu: alles außerhalb der Norm wird erheblich teurer, eine Wohnung mit 2 Kinderzimmern ist schon schwer, 3 und mehr unmöglich zu mieten. Bei 2 Kindern genügt ein kleiner PKW, bei 3 u. mehr "muss" es gefühlt ein Van sein usw.

Da sind die Argumente, die lavalampe vermissen lässt.

Ohne die hat schens das letzte Wort. Und mit was? Mit Recht.
Schens
Lavalampa
Genau, es liegt an Handys und nicht an Kapitalismus

Schreibt der Hobbykommunist auf seinem iPhone im Starbucks....
... darauf einen Dujardin!
0
Schens
Schens16.06.26 08:50
Macs04
Das Gefühl dass es wirtschaftlich keinen Unterschied macht ob Baby oder nicht, macht schon einen Unterschied, nicht umsonst sinkt die Geburtenrate mit steigendem Wohlstand.

Ich halte die Annahme so für nicht richtig: Ich beobachtete das beispielsweise auch am Beispiel "eigenes Haus kaufen". Meine Eltern kauften sich ihr Haus und wir fuhren 14 Jahre nicht in den Urlaub, hatten kein neues Auto und alle anderen Anschaffungen wurden zurückgestellt.
In einer Diskussion mit einer Gruppe 20-30jähriger wurde eben gesagt, man könne sich mit "diesen Gehältern" kein Haus leisten. Nach einer längeren Gesprächsphase gewann ich den Eindruck, dass es eher die Unwilligkeit war, auf 1-2 Flugreisen, das neue Fahrzeug und den anderen Annehmlichkeiten des Lebens (auf welche ich nie verzichten würde) zu verzichten.

Richtig ist die Annahme meines Erachtens für "des kloine Handwergerle", der im Median bei uns 2300€ im Monat bekommt. Für Kulischubser wie mich und deutlich höherem Einkommen gilt das meiner Meinung nach nicht. Für Transferleistungsempfänger ebenso wenig, wie zum Beispiel für die 2 Millionen Staatsbedienstete.



Exkurs: "Kinder sind zu teuer":

Zwei Extrema:

#1 Beamter in München mit 3 Kindern 5,10,15 Jahre alt. Besoldung A4 (empfindet sich als Schlechtverdiener), Ortsklasse V:





#2 Transferleistungsempfänger:
a) OK, man nehme einen beliebigen Bürgergeldrechner (Caritas, Jobcenter München, Wurscht) www.das-steht-dir-zu.de ist der von der Caritas
b) drei Kinder 5,10 und 15
c) alle Einkommen auf 0€ setzen
d) die Miete für die 100qm Wohnung setzt man auf die offiziellen 1980€, die Nebenkosten auf 292€ und die Heizkosten auf 170€ (offizielle Angaben Stadt München)

"Dein Anspruch beträgt 3878,00€ monatlich."

Am Geld kann es nicht liegen, wenn Du am "untersten Ende" (im "Ansehen") der Gesellschaft "finanzielle Hilfe" von der Allgemeinheit bekommst, die Deine Familie in die Top-15%-"Verdiener" des Landes schießt.





Quellen:
Caritas:
Mietobergrenze München:
Heiz-/Mietnebenkosten:
Einkommensvergleich:
Beamte Bayern: und
Nettomedian :
+1

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