OpenAI startet GPT-5.6 – nach (politischen) Verzögerungen


Eigentlich wollte OpenAI die neue GPT-Version schon früher an den Start bringen, musste den Zeitplan aber etwas nach hinten verlegen. Dafür waren nicht technische Probleme, sondern Aspekte der Cybersicherheit verantwortlich. Vorab musste OpenAI nämlich mit einer kleinen Gruppe an vertrauenswürdigen Partnern gegenüber der US-Regierung belegen, welche Implikationen die Veröffentlichung mit sich bringen kann. Die Modelle sind nämlich in der Lage, Schwachstellen und Exploit-Bestandteile zu finden – in den Tests wurde aber belegt, keine vollständigen autonomen Angriffsketten gegen Ziele umsetzen zu können.
Sol, Terra und LunaAnders als bei früheren Modell-Updates handelt es sich nicht um ein einzelnes Modell, sondern um eine neue
Familie aus drei Varianten. GPT-5.6 Sol dient als leistungsfähigstes Flaggschiff, GPT-5.6 Terra als günstigere Allround-Variante und GPT-5.6 Luna als schnellstes und kosteneffizientestes Modell. OpenAI führt mit GPT-5.6 einen neuen Reasoning-Modus namens "max" ein, der mehr Zeit für besonders schwierige Aufgaben aufbringt. Zusätzlich gibt es "ultra", um für komplexe Aufgaben zusätzlich Sub-Agenten einzusetzen. Letzteres zielt auf Codex-, Forschungs- und Analyseaufgaben ab, bei denen Planung und Iteration wichtiger sind als schnelle Chat-Antworten. Wie üblich erfolgt die Einführung gestaffelt und nicht für alle Nutzer gleichzeitig – mit der Freischaltung will man aber heute bereits beginnen.
Parallel zu GPT-5.6: "GPT-Live" – neue Generation für Sprach-InteraktionNeben GPT-5.6 führt OpenAI diese Woche auch eine neue Spracharchitektur für ChatGPT ein. "GPT-Live", so die Bezeichnung, soll Gespräche mit ChatGPT deutlich natürlicher machen als der bisherige Sprachmodus. Der wichtigste technische Unterschied wird mit „full-duplex“ beschrieben, das System kann gleichzeitig zuhören und sprechen. Außerdem trennt OpenAI Denkarbeit und Sprachinteraktion voneinander ab, sodass im Hintergrund leistungsfähigere Modelle übernehmen können, während der Sprachfluss dennoch erhalten bleibt.
Für Nutzer gibt es zunächst zwei Varianten, wobei GPT-Live-1 als Abo-pflichtiges (Go, Plus, Pro) Standardmodell für ChatGPT Voice arbeitet, während Free-Nutzer GPT-Live-1 mini erhalten. Für CarPlay ist die Neuerung gleichermaßen relevant, denn ChatGPT Voice lässt sich dort ebenfalls nutzen.