iPhone 12 und 12 Pro im Teardown: Viele gleiche Bauteile

Seit vergangenem Freitag liefert Apple das iPhone 12 und das iPhone 12 Pro aus. Kunden, welche sich für das iPhone 12 mini oder iPhone 12 Pro Max interessieren, müssen sich noch bis zum 6. November gedulden – erst dann können diese Modelle vorbestellt werden. Schon bei der Vorstellung wurde klar, dass Apple das iPhone 12 im Vergleich zum iPhone 11 deutlich aufgewertet hat: Das 12er ohne Namenszusatz bringt nun einen Bildschirm in OLED-Technik mit – beim iPhone 11 mussten die Kunden noch mit einem LCD leben.


Dies hat natürlich auch Auswirkung auf die Komponenten der Geräte. iFixit hatte nun Gelegenheit, die neuen Modelle genauer unter die Lupe zu nehmen und zu zerlegen. Hierbei wird deutlich, dass Apple das iPhone 12 und 12 Pro auch vom Innenleben deutlich zusammenrückt:


Bildschirm scheint identisch
Das iPhone 12 und 12 Pro setzen beide einen OLED-Bildschirm mit 6,1"-Diagonale ein – doch Apple gibt beim iPhone 12 Pro eine höhere maximale Helligkeit an: 800 Nits beim Pro gegen 625 Nits beim iPhone 12 ohne Namenszusatz in typischen Anwendungsfällen. Bei der Wiedergabe von HDR-Inhalten sollen beide Geräte laut Apple 1.200 Nits erreichen. Laut iFixit scheint es sich bei den Bildschirmen aber um identische Bauteile zwischen dem iPhone 12 und 12 Pro zu handeln – diese lassen sich sogar zwischen den Modellen austauschen.


LiDAR-Scanner fehlt, Akku mit gleicher Kapazität
Das iPhone 12 bringt keinen LiDAR-Scanner mit – im Innenleben findet sich an dieser Stelle aber ein kleiner Plastik-Platzhalter. Diesen fügte Apple ein, um andere Komponenten aus dem iPhone 12 Pro unverändert übernehmen zu können:


Beim Akku gibt es keinerlei Unterschied: Die Bauform ist identisch und auch die Kapazität gibt Apple bei beiden Modellen mit 2.815 mAh an.

Logic Board ebenfalls sehr ähnlich
Selbst beim Logic Board scheint es, wenn überhaupt, nur in Details Unterschiede zu geben: Bis auf ein paar Seriennummern konnte iFixit keinen Unterschied ausmachen – und selbst eine Röntgenaufnahme konnte keine tief greifenden Änderungen ausmachen:


Fazit von iFixit
iFixit gibt dem iPhone 12 und 12 Pro eine Punktzahl von 6 auf einer Skala von 1 bis 10 was Reparaturen anbelangt. Die Geräte seien Modular aufgebaut und einzelne Komponenten wie der Akku und der Bildschirm seien verhältnismäßig einfach zu wechseln. Bemängelt wird von iFixit jedoch der Einsatz von vielen, proprietären Schrauben und die Glasrückseite, welche bei Stürzen schnell springt.

Kommentare

MacRS26.10.20 08:46
Ich finde der Vergleich mit dem Sony Xperia 5 II drängt sich schon sehr auf. Ähnlicher Formfaktor und Gewicht. das Sony ist 0,6mm dicker aber immer noch dünner als das iPhone 12. Auf der Habenseite hat das Sony einen 4000mAh-Akku und ein 120hz-Display.
Welcher Hersteller hat hier die besseren Entscheidungen getroffen?
+1
TerenceHill
TerenceHill26.10.20 08:54
MacRS
Ich finde der Vergleich mit dem Sony Xperia 5 II drängt sich schon sehr auf. Ähnlicher Formfaktor und Gewicht. das Sony ist 0,6mm dicker aber immer noch dünner als das iPhone 12. Auf der Habenseite hat das Sony einen 4000mAh-Akku und ein 120hz-Display.
Welcher Hersteller hat hier die besseren Entscheidungen getroffen?

Läuft das Xperia mit iOS? 😉
+5
LoCal
LoCal26.10.20 08:59
Was mich interessieren würde:
Funktioniert das Kameramodul (inkl. LiDAR) des iPhone 12 Pro auch am iPhone 12?
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+2
Gammarus_Pulex
Gammarus_Pulex26.10.20 09:12
Klingt ja fast, als ob die 200nits beim 12er nur durch die Software gedrosselt werden.

Ob das beim Macbook Air genauso ist?
Das ist ja auch deutlich dunkler auf maximaler Helligkeit als das Macbook Pro 13".
+2
MacRS26.10.20 09:18
TerenceHill
MacRS
Ich finde der Vergleich mit dem Sony Xperia 5 II drängt sich schon sehr auf. Ähnlicher Formfaktor und Gewicht. das Sony ist 0,6mm dicker aber immer noch dünner als das iPhone 12. Auf der Habenseite hat das Sony einen 4000mAh-Akku und ein 120hz-Display.
Welcher Hersteller hat hier die besseren Entscheidungen getroffen?
Läuft das Xperia mit iOS? 😉
Scherzkeks gefrühstückt?
Ich würde mal die These aufstellen, dass das OS beim Hardwaredesign nicht so die große Rolle spielt (jaja ich weiß Effizienz von iOS und so). Ich will ja nicht zum Kauf des Sony anregen, nur die Frage in den Raum stellen, ob Sony in Sachen Hardware nicht die besseren Entscheidungen getroffen hat. Das sind mal eben 40% mehr Akku. Damit würde das iPhone 12 alle normalen Android-Handys laufzeittechnisch vernichten.
+3
Zacks
Zacks26.10.20 09:31
➞MacRS
Keine frage oder? Sony war vor einer Weile der einzige Hersteller der mich fast dazu gebracht hätte zu Android zu welchseln und ich liebäugle nach wie vor damit ..auch wenn mir ein Xperia Tablet lieber wäre aber da tut sich ja leider nichts mehr

Die 12er Serie ist für mich definitiv ein (kleiner) Schritt rückwärts und ich bin froh mir das 11 Pro geholt zu haben und auch wenn der Unterschied zum Akku ehr minimal ist frage ich mich was Apple sich dabei gedacht hat
Ware wa messiah nari!
+2
awk26.10.20 09:32
Laut iFixit scheint es sich bei den Bildschirmen aber um identische Bauteile zwischen dem iPhone 12 und 12 Pro zu handeln – diese lassen sich sogar zwischen den Modellen austauschen.

Das kann so sein, es kann sich aber um zwei unterschiedliche Qualitäten ein und desselben Bauteils handeln. Das ist wie beim Übertakten eines nicht dafür vorgesehenen Prozessors, kann gut gehen, muss aber nicht.
+1
MacRS26.10.20 09:46
awk
Laut iFixit scheint es sich bei den Bildschirmen aber um identische Bauteile zwischen dem iPhone 12 und 12 Pro zu handeln – diese lassen sich sogar zwischen den Modellen austauschen.

Das kann so sein, es kann sich aber um zwei unterschiedliche Qualitäten ein und desselben Bauteils handeln. Das ist wie beim Übertakten eines nicht dafür vorgesehenen Prozessors, kann gut gehen, muss aber nicht.
Die HDR-Helligkeit ist halt bei beiden bei 1200. Vielleicht schaffen die des 12ers die 800 nicht dauerhaft. Von daher könnte das mit 2. Wahl zu tun haben.
-2
MacRS26.10.20 09:50
Wenn man sich das Teardown des 12ers anschaut, dann sieht man, dass Sony den Akku praktisch auf voller Breite verbaut hat. Apple hingegen hat neben dem Akku große Teile des Logikboards verbaut. Vielleicht wäre das mal ein Ansatz?
0
Peter Longhorn26.10.20 10:07
Zuerst argumentiert man, dass eine Klinke-Buchse zu viel Platz weg nimmt und dann füllt man den Platz im Gehäuse mit einem Plastik-Platzhalter aus statt ihn für etwas sinnvolles wie einen größeren Akku zu verwenden
-2
LoCal
LoCal26.10.20 10:12
Peter Longhorn
Zuerst argumentiert man, dass eine Klinke-Buchse zu viel Platz weg nimmt und dann füllt man den Platz im Gehäuse mit einem Plastik-Platzhalter aus statt ihn für etwas sinnvolles wie einen größeren Akku zu verwenden

Du hast aber schon gesehen, dass bei diesem Platzhalter kein Platz gewesen wäre um den Akku zu vergrössern … m(
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
-2
Frickelpiet26.10.20 10:35
Gammarus_Pulex
Klingt ja fast, als ob die 200nits beim 12er nur durch die Software gedrosselt werden. Ob das beim Macbook Air genauso ist?
Das ist ja auch deutlich dunkler auf maximaler Helligkeit als das Macbook Pro 13".

Ja, das ist so. Unter Windows ist es deutlich heller.
+2
Peter Longhorn26.10.20 10:46
LoCal
Du hast aber schon gesehen, dass bei diesem Platzhalter kein Platz gewesen wäre um den Akku zu vergrössern … m(
Natürlich wäre da Platz gewesen. Wieso auch nicht?
Apple hat immer damit argumentiert, dass sie ihre Geräte optimieren. Wenn man nicht die gleichen Bauteile verwendet hätte sondern das Gerät neu entwickelt hätte wäre der Platz zur Verfügung gestanden.

Mir geht es nicht darum, dass dies die logische Variante gewesen wäre, sondern darum, dass Apple immer in eine Richtung argumentiert, aber dann auch oft das Gegenteil davon mit ihren Produkten umsetzt.
0
LoCal
LoCal26.10.20 12:17
Peter Longhorn
LoCal
Du hast aber schon gesehen, dass bei diesem Platzhalter kein Platz gewesen wäre um den Akku zu vergrössern … m(
Natürlich wäre da Platz gewesen. Wieso auch nicht?
Apple hat immer damit argumentiert, dass sie ihre Geräte optimieren. Wenn man nicht die gleichen Bauteile verwendet hätte sondern das Gerät neu entwickelt hätte wäre der Platz zur Verfügung gestanden.

Mir geht es nicht darum, dass dies die logische Variante gewesen wäre, sondern darum, dass Apple immer in eine Richtung argumentiert, aber dann auch oft das Gegenteil davon mit ihren Produkten umsetzt.

Wenn Du den Artikel richtig gelesen hast, dann dürfte Dir nicht entgangen sein, dass iPhone 12 und iPhone 12 Pro sich den Großteil der Komponenten teilen.
Gleichen LogicBoard, gleiches Display, ……… innen dürfte nur das Kameramodul anders sein … und das erklärt den Einsatz des Platzhalters, der übrigens so klein ist, dass da keine 2 Minuten Laufzeit hätten rausspringen dürfen.
Apple hätte natürlich auch extra für das iPhone 12 ein eigenes internes Design machen können, aber das wäre dann garantiert auf Kosten anderer Komponenten geschehen (siehe iPhone 11/iPhone 11 Pro). So profitiert das iPhone 12 vom iPhone 12 Pro und damit auch die Kunden des iPhone 12.

Und
Apple hat immer damit argumentiert, dass sie ihre Geräte optimieren.
Natürlich machen sie das, nur bedeutet das nicht, dass sie da auch zwischen 12 und 12Pro die Innereien neu entwerfen.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
0
MacRS26.10.20 13:18
Was man nicht auf den ersten Blick sieht beim teardown ist halt der Speicher und der macht wohl einen riesigen Unterschied, wenn man viele Apps über längere zeit offen halten will:
+1
Peter Longhorn26.10.20 15:34
LoCal
Wenn Du den Artikel richtig gelesen hast, dann dürfte Dir nicht entgangen sein, dass iPhone 12 und iPhone 12 Pro sich den Großteil der Komponenten teilen.
Gleichen LogicBoard, gleiches Display, ……… innen dürfte nur das Kameramodul anders sein … und das erklärt den Einsatz des Platzhalters, der übrigens so klein ist, dass da keine 2 Minuten Laufzeit hätten rausspringen dürfen.
Apple hätte natürlich auch extra für das iPhone 12 ein eigenes internes Design machen können, aber das wäre dann garantiert auf Kosten anderer Komponenten geschehen (siehe iPhone 11/iPhone 11 Pro). So profitiert das iPhone 12 vom iPhone 12 Pro und damit auch die Kunden des iPhone 12.
Ok stimmt schon... das iPhone 12 kostet ja auch nur 899€+. Da ist es ja zu viel verlangt, dass das Ding eine optimale Platzverwendung hat. Bei der geringen Marge kann man natürlich nur den kleinsten gemeinsamen Teiler heranziehen und entsprechend den Platz mit Plastik auffüllen. Wo kämen wir denn da hin? Immerhin hatte ein iPhone 4 damals ja auch nur um die 600€ gekostet und da wurden auch nur Bauteile der anderen Geräte verwendet, da es zu viel Aufwand gewesen wäre diese neu zu entwickeln, stimmt schon.
-1
john
john26.10.20 21:26
interessant.. kein wort darüber, dass apple völlig unerwartet im absoluten top modell keinen lpddr5 speicher verbaut, sondern "altbackenen" lpddr4x

die einzige erklärung dafür ist: der ist viel billiger.


marge, marge, marge...
biete support. kostenlos, kompetent und freundlich. wähle zwei.
+1
Frost26.10.20 22:40
john
die einzige erklärung dafür ist: der ist viel billiger.

Stimmt, zumal lpddr5 Speicher im Betrieb auch um einiges sparsamer mit der Energie umgeht.
Damit haette Apple dann auch die etwas hoehere Energieaufnahme eines 120Hz Displays ausgleichen koennen.
+1
Ollie Mengedoht
Ollie Mengedoht26.10.20 23:45
MacRS
…das Sony ist 0,6mm dicker aber immer noch dünner als das iPhone 12.
Das Sony ist dicker, aber dünner?!
Et es wie et es, et kütt wie et kütt un et hätt noch emmer joot jejange! :-)
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stepa9927.10.20 02:12
Ich habe jetzt seit Freitag das iPhone 12. Vorher das 11er. Wäre es nicht ein Vertragshandy, hätte das 11er noch lange gereicht.

Trotzdem bin ich sehr zufrieden. Das Display ist einfach nur Topp, auch wenn man den Unterschied hauptsächlich nur dann sieht, wenn man beide Handys nebeneinander legt. Das scrollen ist allerdings flüssiger, beim 12er.

Wenn laut Apple Specs beim 12Pro aber ein etwas helleres Display verbaut sein soll, was auch Computer Bild im Test bestätigte, kann das durchaus Softwaremäßig passiert sein.

Denkt doch mal an die Autoindustrie. Bei der MB C Klasse z. B. gab es auch einen 200er und 250er, beides die gleichen Motoren. Der eine halt mit 184 und der andere mit 211 PS. Nur per Steuergerät eingestellt.

Irgendwo muss Apple ja Unterschiede zum normalen iPhone 12 generieren. Ich meine, abgesehen davon hat das 12 Pro doch nur die Teleoptik, Apple RAW und LIDAR Scanner zu bieten.
Das augenscheinliche bessere Gehäuse sehe ich nicht so. Ich finde da Aluminium besser.
Deshalb habe ich meine AW auch als Alu und nicht die aus Edelstahl. Ist natürlich Geschmacksache.

Als Fazit bleibt, noch nie waren das normale iPhone und das Pro, so dicht beieinander. Ob der teurere Preis lohnt, muss jeder selbst wissen.

Warum es Apple nicht schafft, bei diesen Preisen ein 120 Hz Display zu verbauen ist mehr als unverständlich. Das mit dem Akku ist jedenfalls Unfug. Andere Hersteller bekommen das ja auch gebacken und deren Software ist nicht so perfekt auf die Hardware abgestimmt, wie bei Apple!
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