iOS App Store: Apple kündigt neue Regeln an - Streit mit EU wohl beigelegt


Apple und die Europäische Union (EU) liegen bekanntlich seit Jahren im Streit. Da das kalifornische Unternehmen nach den Maßgaben des Digital Markets Act (DMA) in einigen Bereichen als Gatekeeper eingestuft ist, muss es sich in diesen für Mitbewerber öffnen. Das gilt insbesondere für den iOS App Store. Apple sah sich daher gezwungen, alternative App-Marktplätze und alternative Zahlungsmethoden zuzulassen. Auch die Installation von aus dem Internet heruntergeladenen Apps ist laut DMA zu ermöglichen. Apple führte daher vor geraumer Zeit entsprechende Regeln ein; diese wurden aber wegen ihrer Ausgestaltung von manchen Entwicklern als reine Provokation betrachtet. Auch die EU-Kommission zeigte sich alles andere als zufrieden und verhängte deshalb im April 2025 ein Bußgeld in Höhe von 500 Millionen Euro (siehe
). Seither verhandelten die beiden Parteien, ohne konkrete Ergebnisse zu erzielen.
Apple: Meinungsverschiedenheiten mit der EU beigelegtJetzt aber scheint es, dass der Streit zwischen Apple und der EU zu den Akten gelegt werden kann. Der iPhone-Hersteller kündigte gestern in einer
Pressemitteilung neue Regeln für den iOS App Store in der Europäischen Union an; diese werden am 1. Oktober 2026 in Kraft treten. Laut Apple entstanden die überarbeiteten Bedingungen in enger Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission. „Mit diesen Änderungen werden die Meinungsverschiedenheiten … hinsichtlich der Geschäftsbedingungen und alternativer Vertriebswege beigelegt“, heißt es in der Mitteilung wörtlich. Darüber hinaus verringere man die Komplexität: Für alle Entwickler, die Apps in der EU vertreiben, gebe es nunmehr einheitliche Geschäftsbedingungen.
Pauschale Core Technology Fee wird durch prozentuale Provision ersetztMit Inkrafttreten der neuen Regeln für den iOS App Store entfällt die pauschal erhobene und von Beginn an umstrittene Core Technology Fee. Apple ersetzt sie durch die Core Technology Commission, eine „einfache“ Provision in Höhe von fünf Prozent auf digitale Transaktionen in Apps, welche außerhalb des App Stores vertrieben werden. Die anfängliche Anschaffungsgebühr und die Gebühr für Dienstleistungen im App Store entfallen.
Geänderte Provisionssätze und mehr Freiheiten für EntwicklerApple ändert ab 1. Oktober 2026 außerdem die Provisionssätze im App Store sowie für alternative Zahlungsmethoden und außerhalb des Stores vertriebene Anwendungen. Im Einzelnen bedeutet das:
- Für Apps im App Store, welche von Apple abgewickelte In-App-Käufe nutzen, gilt ein Provisionssatz von 26 Prozent. Teilnehmer am Small Business Program und sogenannte Video Partner zahlen nur 15 Prozent.
- Entwickler, welche ihre Apps über den iOS App Store vertreiben, aber eine alternative Zahlungsabwicklung nutzen, zahlen 20 Prozent (ermäßigter Satz: 10 Prozent).
- Verlinkt eine im App Store angebotene App auf Käufe außerhalb der Anwendung, wird eine Provision in Höhe von 15 Prozent fällig; der ermäßigte Satz beläuft sich in diesem Fall ebenfalls auf zehn Prozent.
- Für Apps, welche in alternativen Stores oder im Internet angeboten werden, wird lediglich die Core Technology Commission in Hohe von fünf Prozent fällig.
Apple erlaubt Entwicklern zudem, In-App-Käufe sowohl über den App Store als auch mithilfe alternativer Zahlungsmethoden anzubieten. Bislang mussten sie sich exklusiv für eine Option entscheiden.
Neue Schutzmaßnahmen für Sicherheit von KindernApple erweitert nach eigenen Angaben darüber hinaus den Kreis derjenigen, die einen alternativen App Store betreiben oder iOS-Anwendungen über das Internet vertreiben dürfen. Sämtliche Apps, welche außerhalb des iOS App Store angeboten werden, müssen allerdings auch weiterhin von Apple notarisiert sein. Zudem führt Apple neue Schutzmaßnahmen für die Kindersicherheit im Zusammenhang mit alternativen Zahlungsmethoden ein. Apps in der App-Store-Kategorie „Kinder“ etwa dürfen keine Links zu Webseiten mit kostenpflichtigen Transaktionen enthalten.