Apples App Store-Monopol unter Beschuss – ein weiterer wichtiger Markt öffent sich für Alternativen


Die EU war die erste Region, in der Apple das eigene App-Monopol aufgeben und den Weg für alternative App-Marktplätze öffnen musste: Seit Anfang 2024 besteht in der EU die (optionale) Möglichkeit, Software abseits des iOS App Store auf iPhones zu installieren. Seit Dezember 2025 gilt Ähnliches für Japan. Am 18. Juni
verkündete Apple, dass ab sofort ähnliche Regeln für Brasiliens iPhone-Nutzer gelten.
Für alternative App-Marktplätze in Brasilien besteht ein gestaffeltes Gebührensystem, welches auf vier Säulen aufsetzt:
- Entwickler mit iOS-Apps im brasilianischen App Store zahlen 10 Prozent, wenn sie im Small Business Program, im Video Partner Program oder im Mini Apps Partner Program sind, alle anderen zahlen 21 Prozent auf Transaktionen.
- Apple-Zahlungsabwicklungsgebühr: In ihren iOS-Apps in Apples App Store können Entwickler Zahlungen über „Apple In-App Purchase“ gegen eine zusätzliche Gebühr von 5 Prozent abwickeln.
- Außerdem zahlen Entwickler eine Provision von 10 oder 15 Prozent auf Transaktionen für digitale Güter und Dienstleistungen, die auf einer Website getätigt werden, auf die die App des Entwicklers verlinkt.
- Für iOS-Apps, die außerhalb des App Stores in Brasilien vertrieben werden, fällt eine Provision von 5 Prozent auf den Verkauf digitaler Güter und Dienstleistungen an, einschließlich kostenpflichtiger Apps.
Der Wettbewerber
AltStore hat bereits
verkündet, dass sein Marktplatz „AltStore PAL“ ab sofort in Brasilien bereitsteht. Voraussetzung ist ein iPhone mit iOS 26.5. Zum Start bietet AltStore eine kostenlose einmonatige Mitgliedschaft seines Patreon-Programms an, was wiederum Zugang zum hauseigenen Spiele-Emulator Delta gewährt.
Der AltStore feiert den Marktstart in Brasilien mit einem Banner. (Quelle:
AltStore/Fosstodon)
Kritik von LobbyverbandApples Gebührenstruktur stößt keineswegs auf unwidersprochene Zustimmung. Sowohl Fortnite-Entwickler Epic Games als auch die von diesem Unternehmen mit ins Leben gerufene „Coalition for App Fairness“
kritisieren das Regelwerk: Entwickler, welche sich für einen Vertrieb ihrer Apps per alternativen App-Marktplätzen entschieden, würden über hohe Gebühren und übergriffige Tracking-Anforderungen bestraft. Das Regelwerk sichere Apple einen unfairen Vorteil und verhindere Innovation in App-Marktplätzen.