Apple Books zunehmend von KI-Fakes überschwemmt


Ein Autor namens John Crane Miller ist offensichtlich großer Experte darin, Biografien zu bekannten Personen des öffentlichen Lebens anzufertigen. Nicht nur die Länge seiner Werke beeindruckt, sondern gleichermaßen die unglaubliche Produktivität. Auf zehn Publikationen innerhalb einer Woche kam er kürzlich – unter anderem mit einer ausführlichen Darstellung des Lebens der Tech-Journalistin Kashmir Hill. Diese wusste allerdings überhaupt nichts davon, in einem solchen Buch dargestellt zu werden, und ging daraufhin der Sache auf den
Grund. Wenig überraschend existiert John Crane Miller überhaupt nicht, sein angebliches Portrait stammt aus einem Stockfoto-Portal. Selbstverständlich handelte es sich bei allen Publikationen um KI-Anfertigungen.
KI-Werke – oder KI-Fälschungen bekannter TitelAllerdings sorgen nicht nur KI-Biografien wie diese für Ärger, stattdessen ist Apple Books mit einem ähnlichen Problem wie der App Store konfrontiert. Kündigen bekannte Autoren ein neues Buch an, so vergeht nicht viel Zeit, bis aberdutzende Werke plötzlich unter dem gleichen Namen auftauchen.
Joanna Stern entdeckte immerhin zehn Fälschungen ihres Buchs "I Am Not a Robot" – mit Preisen zwischen 9,99 und 20,99 Dollar. Apple entferne diese Veröffentlichungen zwar umgehend, doch sofort sprießen dann neue aus dem Boden, wie Stern ausführt.
Betrüger konzentrieren sich dabei keinesfalls auf obskure Titel, deren Herkunft möglichst lange unentdeckt bleibt. Stattdessen geht es bei der Masche vor allem um bekannte Publikationen, die es innerhalb weniger Tage zu beträchtlichen Umsätzen bringen. Die Kritik lautet daher, wie sich kleinere Autoren bitte schützen sollen, wenn Anbieter noch nicht einmal gegen derlei "High-profile knockoffs" vorgehen können.
Wahrlich nicht nur Apples ProblemAndere E-Book-Händler stehen vor ähnlichen Problemen, während zusätzlich Abertausende von Online-Stores entstehen, die ausschließlich KI-Ware als echte Bücher präsentieren. Bei Amazon kommt hinzu, dass Betrügern auch noch der hauseigene Druckdienst zur Verfügung steht, um Paperback-Editionen zu verkaufen.