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iCloud Private Relay: Apples VPN-Service kommt in iOS 15 zunächst nur als Betaversion

Betatester von iOS 15, iPadOS 15 und macOS 12 Monterey können iCloud Private Relay bereits nutzen. Eine Vorabversion von Apples neuer Datenschutzfunktion steht in diesen Versionen nämlich beim Einsatz von Safari schon zur Verfügung. Sie ähnelt üblichen VPN-Services, schützt die Privatsphäre der Nutzer dank eines zweistufigen Verfahrens allerdings erheblich besser (siehe ). Das Nachvollziehen des Surfverhaltens oder Tracking anhand von IP-Adressen und aufgerufenen URLs wird damit laut Apple systematisch verhindert.


iCloud Private Relay erscheint zunächst als Public Beta
iCloud Private Relay ist Bestandteil des künftigen kostenpflichtigen Dienstepakets namens iCloud+ und sollte als finale Version beim Erscheinen von iOS 15 zur Verfügung stehen. Das ging nicht nur aus Apples Ankündigung im Rahmen der diesjährigen World Wide Developers Conference hervor, sondern ließ sich auch aus den bisherigen Betas des iPhone-Betriebssystems herleiten. Diese enthielten nämlich bisher keine gesonderten Hinweise darauf, dass es sich bei der darin enthaltenen Fassung der VPN-ähnlichen Funktion um eine Vorabversion handelte. In der jetzt veröffentlichten siebten Beta von iOS 15 hat sich das geändert: Apple kennzeichnet iCloud Private Relay darin ausdrücklich ebenfalls als Betaversion.

Apple will Kompatibilität mit Webseiten verbessern
Ein entsprechender Hinweis findet sich auch in den aktuellen Release Notes. Darin schreibt Apple, dass iCloud Private Relay in der finalen Ausgabe von iOS 15 lediglich als öffentliche Betaversion enthalten sein wird. Das Unternehmen begründet diesen Schritt damit, dass man zusätzliches Feedback von Nutzern benötige. Darüber hinaus müsse die Kompatibilität mit bestimmten Webseiten noch verbessert werden. Das neue Datenschutzfeature führt Apple zufolge nämlich gelegentlich noch dazu, dass manche Inhalte nicht in der für die jeweilige Region vorgesehenen Fassung angezeigt werden. Zuweilen seien darüber hinaus zusätzliche Schritte für das Einloggen erforderlich. Vereinzelte Berichte zu diesen Problemen gab es unter anderem in den Foren von MacTechNews (siehe ), aber auch auf anderen Plattformen.

Kommentare

Christoph_M
Christoph_M26.08.21 18:47
Naja das ganze Thema Datenschutz können sie jetzt komplett von der Fahne streichen wenn mein eigenes Gerät jetzt mich überwacht was ich tue. Dann brauch ich auch perspektivisch nicht versuchen anonym zu surfen wenn am Ende das Endgerät mich eh überwacht.
+14
Calibrator26.08.21 18:49
So sieht es aus. Vertrauen ade.
+11
Terendir26.08.21 20:45
Wäre ganz interessant, wenn ich - aus Datenschutzgründen - iOS 15 / macOS 12 nicht boykottieren würde. Hoffe nur, viele andere Apple-Nutzer schließen sich dem Boykott an, das ist nämlich das einzige "Druckmittel", das man als Apple-Nutzer hat. Als nicht-updater fällt man bei Apple auch stärker auf, als wenn man einfach wechselt. Ist ähnlich wie Wahlzettel ungültig machen vs gar nicht erst hingehen: Beides hat am Ende keine direkte Wirkung, aber bei ersterem macht man sich wenigstens bemerkbar.
-5
lautsprecher26.08.21 22:00
Zurzeit hat Apple meinen Vertraunsbonus klar verspielt. Da nehme ich lieber ein wenig Geld in die Hand und nutze einen anderen VPN-Anbieter, bei dem sichergestellt ist, dass er nichts loggt.
+10
Peter Eckel26.08.21 22:47
Daß Apple sich überhaupt noch traut, das Thema "Privatsphäre" zu thematisieren, ist eine Unverschämtheit.

Für alle Fälle noch mal der Link zur EFF-Petition:
Ceterum censeo liberum facierum esse delendum.
+4
Mario7626.08.21 23:04
Ich wollte mir eigentlich ein iPhone 13 kaufen und mein iPhone 11 ablüsen, aber Apple hat es verspielt und wenn ich ausspioniert werde dann kann ich auf Apple verzichten und mir Android kaufen.
0
Stollentroll
Stollentroll26.08.21 23:29
Mit dem Vertrauen zu Apple sieht es bei mir ähnlich aus. Das hat ne extrem derbe Delle. Die Bekenntnisse von Apple zu Thema Privatsphäre kann ich bei besten Willen nicht mehr ernst nehmen.

Ich möchte mich jetzt auch nicht in blinden Aktivismus stürzen, aber die Handbremse habe ich angezogen. Ich werde meine Geräte nicht morgen entsorgen, aber Neuinvestitionen wird es keine mehr von Apple geben. Bei einem Defekt wird solange Garantie besteht repariert oder gegen Gebraucht bzw. besser gleich Alternative ersetzt.

Was mir jedoch ganz wichtig ist, den Weg nun zur Plattformunabhängigkeit zu gehen. Bei vielen Bereichen habe ich keine Bedenken bzw. ist schon erfolgt, die Foto App loszuwerden wird ne ziemliche Handarbeit. Affinity… Wird mir leid tun.
+4
Nebula
Nebula27.08.21 00:57
Ist denn eine Updateverweigerung überhaupt eine Lösung? Entsprechende Frameworks sind ja bereits in älteren Versionen vorhanden. Wer weiß, wann und wie sie aktiv werden.
»Wir werden alle sterben« – Albert Einstein
+4
Peter_Lemonardo27.08.21 07:47
Das Thema Privatsphäre und Apple ist bei mir auch erst einmal durch, ich werde auch, wenn überhaupt, erst später auf 15 & Co wechseln. Mein Apple Exit Plan habe ich schon in der Tasche und schaue jetzt mal, wie sich die Sache weiter entwickelt. Erst einmal werde ich kein Geld mehr in Apple investieren. Ein iPad Kauf ist erst einmal auf Eis gelegt, nur so kann man als Kunde etwas bewirken.
+5
Peter Parker
Peter Parker27.08.21 08:30
Vertrauen ist gut handeln ist besser.

Ich werde keine Apple Aktien dieses Jahr nachkaufen.
Ich werde dieses Jahr kein iMac 27“ Nachfolger kaufen.
Ich werde keinen iPhone 14 kaufen.

Das hat Apple nun davon.
With great power there must also come — great responsibility! Stan Lee
+5
Kaffeewerfer27.08.21 09:13
Irgendwie muss ich hier schmunzeln...

Alle meckern über den Datenschutz von Apple und die Scans von Bilder.
Seid ihr wirklich alle so naiv, dass das nur Apple macht? Glaubt ihr wirklich, dass andere Hersteller da besser sind oder das überhaupt nicht machen?

Diese ganze Bilder-Scan-Geschichte ist keine Erfindung von Apple. Das Ganze war schon 2 oder 3 Jahre VOR Apple in den Androids-Handys als Feature integriert. Dort konnte man schon damals Bilder nach Begriffen raussuchen. Apple hat das erst sehr spät ins iOS integriert. Wenn man Bilder bereits jetzt mit Begriffen scannen kann, dann gibt es garantiert auch einen Algorithmus, wo man gezielt auch spezielle Bilder (z.B. Kinderpornos) rausfiltern kann - und das ist nichts Neues aus dem Jahr 2021!

PS: ich werde weiterhin iPhone kaufen, einen neuen Mac und mein iCloud-Konto weiterverwenden. Warum? Weil es meine Entscheidung ist!
-1
massi
massi27.08.21 09:29
Es ist vermutlich sowieso nur eine Illusion, daß milliardenschwere Unternehmen nur das Beste für uns im Sinn haben und mit unseren Daten verantwortungsvoll umgehen. Hätten sie das in der Vergangenheit gemacht, dann wären sie heute keine milliardenschweren Unternehmen.
+4
Peter Eckel27.08.21 09:57
Kaffeewerfer
Seid ihr wirklich alle so naiv, dass das nur Apple macht? Glaubt ihr wirklich, dass andere Hersteller da besser sind oder das überhaupt nicht machen?
Interessanterweise hatte ich die Idee auch schon, allerdings nicht aus einem diffusen Verfolgungswahn heraus, sondern aufgrund einer Beobachtung der letzten Wochen:

Wenn ich Samsung, Huawei, Google oder irgendeiner dieser anderen Android-Läden wäre, hätte ich, nachdem mich Apple jahrelang mit dieser Privacy-Kampagne vorgeführt hat, auf diese Steilvorlage hin schnellstmöglich die PR-Mühlen angeworfen und größtmögliches Kapital aus der ganzen unseligen Idee geschlagen.

Habt Ihr was gesehen? Ich nicht. Und das macht mich sehr stutzig.

Nichtsdestrotrotz muß sich Apple an der eigenen Aussage messen lassen: "What's on iPhone stays on iPhone". Und diesem selbstgesetzten Maßstab werden sie nach derzeitiger Planung nicht gerecht. Jetzt mit irgendwelchen Privacy-Themen Werbung zu machen sollten sie sich tunlichst verkneifen.
Ceterum censeo liberum facierum esse delendum.
+4
bmac
bmac27.08.21 10:14
Mir ist „A“ wie Aussiebum irgendwie lieber als „A“ wie AppleAbhörstation.
0
massi
massi27.08.21 13:25
"What's on iPhone stays on iPhone"
Aber der Spruch wird doch durch iCloud ad absurdum geführt.
+2
Peter Eckel27.08.21 14:13
massi
"What's on iPhone stays on iPhone"
Aber der Spruch wird doch durch iCloud ad absurdum geführt.
Nicht, wenn man die iCloud - so wie ich - willentlich und bewußt nicht nutzt. Es ist meine Entscheidung. Genau wie bei jeder anderen Art von Cloud, die ich auch nicht nutze, genau aus dem gleichen Grund.

Ich ziehe vorerst mal nur die Konsequenz, daß ich jetzt noch schnell ein iPhone SE kaufe, solange das mit iOS 14 ausgeliefert wird - mein altes iPhone 8 will ich noch ersetzen. Das eigentlich geplante neue iPad Mini (das voraussichtlich mit iOS 15 erscheinen wird) ist auf Eis, meine diversen Macs sind hinreichend neu. Kaufempfehlungen für Apple-Hardware spreche ich nicht mehr aus. Ich kann jetzt also abwarten, was passiert.

Einen sinnvollen Ausstiegsplan habe ich derzeit nur für die geschäftliche Nutzung ( Linux), privat ist die Unterstützung von mir genutzter Software noch etwas dünn. Insofern würde ich es sehr begrüßen, wenn Apple sich eines Besseren besönne.
Ceterum censeo liberum facierum esse delendum.
+3
Stollentroll
Stollentroll27.08.21 15:32
Peter Eckel
Ich ziehe vorerst mal nur die Konsequenz, daß ich jetzt noch schnell ein iPhone SE kaufe, solange das mit iOS 14 ausgeliefert wird - mein altes iPhone 8 will ich noch ersetzen. Das eigentlich geplante neue iPad Mini (das voraussichtlich mit iOS 15 erscheinen wird) ist auf Eis, meine diversen Macs sind hinreichend neu. Kaufempfehlungen für Apple-Hardware spreche ich nicht mehr aus. Ich kann jetzt also abwarten, was passiert.

Einen sinnvollen Ausstiegsplan habe ich derzeit nur für die geschäftliche Nutzung ( Linux), privat ist die Unterstützung von mir genutzter Software noch etwas dünn. Insofern würde ich es sehr begrüßen, wenn Apple sich eines Besseren besönne.

Bei mir ist es ähnlich. Mein SE Gen1 schwächelt immer mehr. Ersetzen werde ich es aber erst wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt. Und dann wird es ein gebrauchtes Gerät. Neukauf bei Apple kommt mir nicht mehr in Frage.

Ob ich mich mittelfristig mit einem CustomROM Android beschäftige schließe ich nicht aus. Dabei werde ich aber darauf achten, ein nachhaltiges Gerät zu bekommen. Bedeutet für mich konkret, dass ich den Akku selber tauschen kann ohne fluchend Wörter in den Mund zu nehmen, dass sich meine Mutter schämen muss, mich in die Welt gesetzt zu haben…

Einige Geräte in meinem „homelab“ sind schon auf OpenSource. Meine Geräte, meine Kontrolle. Wenn ein System mir nicht mehr zusagt, kann ich flexibel reagieren. Kein Hersteller, der mich bevormundet oder zu wissen meint was für mich best user experience ist. Das schont zwar nicht meine Nerven, aber mein Gefühl, Dingen ein längeres Leben geben zu können. Und Elektroschrott zu vermeiden. Aktueller Fall bei mir ein 19“ Selbstbau NAS. Alles tauschbar. Vom OS bis zur Hardware.

Mein MBA M1 hab ich mir erst Anfang 21 angeschafft. Würde ich aktuell nicht mehr machen, sondern mein altes MBA 11“ weiter benutzen, bis es stirbt. Die Anschaffung habe ich getätigt und werde sie auch weiter nutzen. Nebenbei werde ich schauen, wo ich auf offene Systeme ausweichen kann. Angefangen (genau genommen wieder zurück) bei der Verwendung von Cal/CardDAV bei einen kleineren Anbieter.

Langfristig möchte ich das weiterverfolgen auch für die restlichen Geräte. Das wird nicht alles ganz so geschmeidig laufen und etwas dauern, aber ich ärgere mich über mich selbst und bin so angef…ckt über meine Naivität, mich an einen Hersteller oder besser Marke/Lifestyle so gebunden zu haben.

Ich schweife ab und höre jetzt mal auf…
0
hophop27.08.21 16:20
Und dann kommt auch dieser Genderschreibweisen-Mist auf uns zu...
Ohne Möglichkeit es abzuschalten.
Macht die neuen Betriebssysteme ziemlich unattraktiv.
+2
Peter Eckel27.08.21 16:32
hophop
Und dann kommt auch dieser Genderschreibweisen-Mist auf uns zu...
Ich weiß schon, was ich mir mit dem auf Englisch eingestellten OS erspare ...
Ceterum censeo liberum facierum esse delendum.
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Michael Lang aus Rieder27.08.21 17:32
"What's on iPhone stays on iPhone". Und diesem selbstgesetzten Maßstab werden sie nach derzeitiger Planung nicht gerecht.

Aber ist es nicht so, dass nur gescannt wird, was in die iCoud geht?
Also eben nicht direkt auf dem Gerät?

So habe ich es verstanden. Demnach kann ich sehr wohl neue(ste) Hardware nutzen muß aber iCloud (für Fotos) deaktivieren. Dann wird auch nichts gescannt.

Oder sehe ich das falsch?
0
Peter Eckel27.08.21 17:47
Michael Lang aus Rieder
Oder sehe ich das falsch?
Du siehst es falsch.

Der Scanvorgang findet tatsächlich auf dem Gerät statt, noch bevor der Upload in die Cloud passiert. Das ist nach derzeitigem Stand eigentlich vollkommen sinnfrei, da Apple ohnehin auf die Daten in iCloud zugreifen kann, aber sie haben eben die Absicht zum Ausdruck gegeben, es genau so zu handhaben.

Und genau das stellt faktisch das Einfallstor zum Aushebeln jeglicher Ende-zu-Ende-Verschlüsselung dar, wie es ja von diversen mehr oder weniger demokratisch legitimierten Regierungen seit einiger Zeit gefordert wird. Hier werden nämlich Daten auf dem lokalen Gerät gescannt, bevor eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung greifen kann.

Auch der Umstand, daß das alles mit einem hehren Ziel verkauft wird, ändert nichts daran, daß es eine Hintertür ist, nicht mehr und nicht weniger. Und das Ziel ist dabei ziemlich irrelevant, denn Ziele sind anpaßbar. Das Werkzeug wird eingeführt, und wo ein Werkzeug ist, da finden sich auch andere Anwendungen dafür. Wo ein Trog ist, sammeln sich die Schweine.

Hinzu kommt, daß das nicht der einzige geplante Übergriff dieser Art ist: Auch Bilder, die per iMessage gesendet werden, werden beim Empfang und vor dem Anzeigen bzw. vor dem Absenden überprüft. Auch hier wieder mit einer Motivation, gegen die niemand etwas haben kann, aber auch hier wird eine existierende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unterwandert. Im Gegensatz zu iCloud sogar eine die (wenn man Apple noch glauben will) von Apple nicht gegebenenfalls aufhebbar ist.

Insofern geht auch das Argument, daß andere das ja auch machen, ins Leere: Andere scannen eben nicht auf den lokalen Geräten, sondern beim Upload oder die ruhenden Daten auf den Cloud-Servern. Ob man das noch glauben will oder ob Apple nur die ersten sind, die dumm genug sind, das zuzugeben, sei mal dahingestellt - wie oben beschrieben habe ich nach dem Ausbleiben der großen PR-Klatsche aus dem Android-Lager so meine Zweifel, ob das nicht nur unterm Deckel gehalten worden ist.

Ich habe immer die Meinung vertreten, Apple könne sich Übergriffe auf die Privatsphäre gerade wegen ihrer diesbezüglich sehr expliziten Werbekampagne nicht leisten, weil ihnen das sonst sofort gewaltig auf die Füße fallen würde. Wenn ich mir den doch sehr leisen Aufschrei ansehe, der da im Moment zu hören ist, fürchte ich fast, daß die Kunden toleranter gegenüber dem Verscheißertwerden durch eine Firma sind, als ich dachte, und die Konkurrenz diese Gelegenheit zu einer Generalklatsche für Apple aus irgendwelchen Gründen vollkommen ungenutzt verstreichen lassen - möglicherweise wegen eigener Leichen im Keller.
Ceterum censeo liberum facierum esse delendum.
+2
Michael Lang aus Rieder27.08.21 20:28
Peter Eckel
Michael Lang aus Rieder
Oder sehe ich das falsch?
Du siehst es falsch.

Der Scanvorgang findet tatsächlich auf dem Gerät statt, noch bevor der Upload in die Cloud passiert. Das ist nach derzeitigem Stand eigentlich vollkommen sinnfrei, da Apple ohnehin auf die Daten in iCloud zugreifen kann, aber sie haben eben die Absicht zum Ausdruck gegeben, es genau so zu handhaben.

Und genau das stellt faktisch das Einfallstor zum Aushebeln jeglicher Ende-zu-Ende-Verschlüsselung dar, wie es ja von diversen mehr oder weniger demokratisch legitimierten Regierungen seit einiger Zeit gefordert wird. Hier werden nämlich Daten auf dem lokalen Gerät gescannt, bevor eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung greifen kann.

...

Ok, dann sieht das natürlich anders aus. Hatte irgendwo gelesen, dass man "nur" die Cloud auscshalten müsse und mich nicht weiter in das Thema vertieft. Muß bei diesen Themen besser aufpassen!

Das ist in der Tat ein Eingriff, der den Anfang von etwas darstellt, was definitiv niemand will.

Dann bleibe ich auch bei meiner derzeit vorhandenen Hardware und OS.

Leider glaube ich, dass Apple von diesem "Ding" nicht mehr abrücken wird. Aber vielleicht doch, wenn die Verkaufs und Downloadzahlen stark nachlassen....
+1
Unwindprotect29.08.21 12:13
Peter Eckel
Nicht, wenn man die iCloud - so wie ich - willentlich und bewußt nicht nutzt. Es ist meine Entscheidung. Genau wie bei jeder anderen Art von Cloud, die ich auch nicht nutze, genau aus dem gleichen Grund.

Wo ist denn dann Dein Problem? Wenn Du iCloud nicht aktivierst ist der CSAM Filter doch sowieso inaktiv
0
Unwindprotect29.08.21 12:36
Peter Eckel

Der Scanvorgang findet tatsächlich auf dem Gerät statt, noch bevor der Upload in die Cloud passiert. Das ist nach derzeitigem Stand eigentlich vollkommen sinnfrei, da Apple ohnehin auf die Daten in iCloud zugreifen kann, aber sie haben eben die Absicht zum Ausdruck gegeben, es genau so zu handhaben.

Der Sinn ist, dass bekannte CSAM Bilder nicht in die iCloud hochgeladen werden können. Alternativ hätten sie auch die hochgeladenen Inhalte über eine Art Moderationssystem ausfiltern können - aber wirklich einen Unterschied macht das eigentlich nicht.
Peter Eckel
Und genau das stellt faktisch das Einfallstor zum Aushebeln jeglicher Ende-zu-Ende-Verschlüsselung dar, wie es ja von diversen mehr oder weniger demokratisch legitimierten Regierungen seit einiger Zeit gefordert wird. Hier werden nämlich Daten auf dem lokalen Gerät gescannt, bevor eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung greifen kann.

Das Argument ist seltsam. Ob es den CSAM-Filter gibt oder nicht macht nicht mehr oder weniger Wahrscheinlich, dass staatliche Organe einen Trojaner installieren können. Am Ende musst Du immer darauf vertrauen, dass das nicht passiert.
Peter Eckel
Auch der Umstand, daß das alles mit einem hehren Ziel verkauft wird, ändert nichts daran, daß es eine Hintertür ist, nicht mehr und nicht weniger. Und das Ziel ist dabei ziemlich irrelevant, denn Ziele sind anpaßbar. Das Werkzeug wird eingeführt, und wo ein Werkzeug ist, da finden sich auch andere Anwendungen dafür. Wo ein Trog ist, sammeln sich die Schweine.

Mich wundert diese Argumentation. Die Tatsache, dass Apple dieses System öffentlich einführt zeugt zumindest ein wenig Transparenz. Niemand hält einen Anbieter davon ab jederzeit inoffiziell so etwas für andere Zwecke einzuführen. Das ist nicht erst seit dem CSAM-Filter möglich geworden. Wer letzteres wirklich denkt… hat vermutlich nie Software entwickelt.
Peter Eckel
Hinzu kommt, daß das nicht der einzige geplante Übergriff dieser Art ist: Auch Bilder, die per iMessage gesendet werden, werden beim Empfang und vor dem Anzeigen bzw. vor dem Absenden überprüft. Auch hier wieder mit einer Motivation, gegen die niemand etwas haben kann, aber auch hier wird eine existierende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unterwandert. Im Gegensatz zu iCloud sogar eine die (wenn man Apple noch glauben will) von Apple nicht gegebenenfalls aufhebbar ist.

Nein da wird keine Verschlüsselung unterwandert. Das Gerät selbst empfängt das Bild verschlüsselt und vor der Darstellung erfolgt ein simpler ML Check auf „Nacktheit“. Ist der Check positiv, dann wird der Nutzer (minderjährig) vor der Darstellung gewarnt. Das Bild hat dennoch niemand anderes gesehen. Kritischer ist schon die Funktion, dass die Erziehungsberechtigten darüber informiert werden können. D.h. Das Handy benachrichtiget dann genau diese Personen. Auch hier gilt wieder: Es ist dokumentiert was das System tut. Könnte man technisch auch anderes machen? Klar aber das war vorher auch schon so. So oder so musst Du darauf vertrauen, dass es wirklich _nur_ das ist was dokumentiert ist. Wer das nicht kann, darf eigentlich kein Smartphone benutzen.
Peter Eckel
Insofern geht auch das Argument, daß andere das ja auch machen, ins Leere: Andere scannen eben nicht auf den lokalen Geräten, sondern beim Upload oder die ruhenden Daten auf den Cloud-Servern. Ob man das noch glauben will oder ob Apple nur die ersten sind, die dumm genug sind, das zuzugeben, sei mal dahingestellt - wie oben beschrieben habe ich nach dem Ausbleiben der großen PR-Klatsche aus dem Android-Lager so meine Zweifel, ob das nicht nur unterm Deckel gehalten worden ist.

Das Ausbleiben der PR-Klatsche ist ganz einfach zu erklären. Das überhaupt gescannt wird ist bereits für die Menschen zu viel. Würden andere Anbieter darauf einsteigen, entstünde eine Diskussion die alle vermeiden wollen.
Peter Eckel
Ich habe immer die Meinung vertreten, Apple könne sich Übergriffe auf die Privatsphäre gerade wegen ihrer diesbezüglich sehr expliziten Werbekampagne nicht leisten, weil ihnen das sonst sofort gewaltig auf die Füße fallen würde.

Ich finde die CSAM-Filter Sachen ebenfalls ungünstig, aber eben vor allem deshalb, weil das niemand wirklich kapiert und man so leider wichtiges Vertrauen verspielt. Das macht mehr kaputt als es am Ende vermutlich hilft.
-1

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