Zerstörte Lautsprecher des MacBook Pro – durch Adobe Premiere

In der Liste der kuriosen Software-Bugs rangiert dieser Fehler sicherlich recht weit oben. So mehren sich die Stimmen jener, deren Lautsprecher des MacBook Pro durch Adobe Premiere zerstört wurden. Bei Premiere handelt es sich um Adobes professionelle Schnittsoftware – die unter bestimmten Konstellation anscheinend Hardware-Reparaturen nach sich ziehen kann. "I just blew my speakers!", lautet eine Beschwerde, die sich in den letzten Wochen häufiger zu lesen war. Nicht vollständig klar ist, bei wem man die Schuld suchen muss. Zwar scheint das Problem ausschließlich mit Premiere aufzutreten, sämtliche Berichte dieser Art verweisen immer auf Adobes Software, allerdings könnte damit auch eine Hardwareschwäche publik geworden sein.


Erst extrem laut, dann für immer leise
Betroffene Nutzer beschreiben, es gebe plötzlich unfassbaren, in den Ohren schmerzenden Lärm aus den Lautsprechern. Dieser sei weder zu deaktivieren noch per Lautstärkeregler leiser zu stellen. Kurz darauf ist wieder Stille – und zwar bis zur Reparatur, also dem Austausch der Lautsprecher. Aus den bisherigen Meldungen ist zu entnehmen, dass in allen Fällen zusätzliche Plugins zum Einsatz kamen. Allerdings scheint es keine bestimmte Erweiterung zu sein, die zum Hardware-Defekt führen kann.

Einen Verdacht gibt es offensichtlich
Adobes Kundenbetreuung reagiert momentan mit dem Hinweis, der Nutzer solle bei der Verwendung von Adobe Premiere das integrierte Mikrofon des MacBook Pro deaktiveren. Dies deutet daraufhin, dass Adobe einen konkreten Verdacht hat. Möglicherweise handelt es sich um eine vielfach verstärkte Rückkoppelung, die innerhalb kürzester Zeit zur Überbeanspruchung der Lautsprecher führt – und zwar in einem Frequenzbereich, der normalerweise niemals auftreten sollte. Zwar melden sich inzwischen einige Anwender zu Wort, die überwiegende Mehrheit der Premiere-Nutzer ist aber offensichtlich nicht betroffen. Dennoch muss Adobe natürlich schnellstmöglich handeln, denn die Meldung "Premiere kann meine Hardware zerstören!" ist nichts, was sich bei den Kunden einprägen sollte.

Kommentare

uepsilon
uepsilon07.02.19 10:17
Betrifft das "nur", die neuen Mac BookPro's?
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petersilie
petersilie07.02.19 10:27
@MTN
Bitte Überschrift überprüfen und korrigieren: Soll sicher „Zerstörte“ statt „Zerstöre“ heißen...
+1
Kovu
Kovu07.02.19 10:37
Laut Symptom sollte das jeden Lautsprecher rösten können. Aber es kann sein, dass dieser Software-Fehler nur mit einer ganz speziellen Hardwarekonfiguration und dann noch mit speziellen Drittanbieter-Plug-Ins zusammenhängt.
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Boney07.02.19 10:58
Und wer bezahlt die Reparatur, Adobe?

Etwas OT aber:
An dieser Stelle muss noch mal gesagt werden, wie gut es von Jobs war, Flash zu verbannen. Es hätte wesentlich länger gedauert, wenn Flash nicht aus iOS verbannt worden wäre.
+1
thomas_berg07.02.19 11:24
Macbook Pro 2018 15 Zoll, linker Lautsprecher ausgefallen nach sehr lautem Ton bei Nutzung von Browsern, Skype u.ä. (nicht Adobe Premiere!). Diese Tonstörung war vorab mehrmals kurzzeitig willkürlich und zu unterschiedlichen Zeiten aufgetreten. Reparatur bei Apple erfolgte auf Garantie, sonst hätte es ca. 460 Euro gekostet. Reparaturzeit 1 Tag.
+3
MisterMartini07.02.19 11:37
Habe auch das Problem. MBP 2018 15 Zoll. Ist aktuell bei der Reparatur.
Das Problem trat bei mir bei Adobe CC Audition auf. Plötzlich extrem lauter abgehackter Ton, wie ein Maschinengewehr. Zugeklappt, wieder aufgemacht ging genauso weiter. Ausgeschaltet und weg wars. Rechter Lautsprecher geschrottet.
+2
Scrubelicious07.02.19 11:55
Also kann man sagen das Adobe Premiere ein Virus ist was ein Hardware schaden verursacht?
Don't believe everything on the internet!
+1
Zerojojo07.02.19 11:59
Ich wusste nicht, dass Gödel bei Adobe als Software Entwickler angeheuert hat.
0
Fehler 11
Fehler 1107.02.19 16:27
Blöd ist nur, das bei den Modellen mit Touchbar die komplette Oberschale getauscht werden muss. Bei einem netten AASP könnte man es über das Tastatur Rep Programm
laufen lassen. Ausserhalb der Garantie wird das ansonsten teuer.
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sierkb07.02.19 18:15
[OT]
Boney
Etwas OT aber:
An dieser Stelle muss noch mal gesagt werden, wie gut es von Jobs war, Flash zu verbannen. Es hätte wesentlich länger gedauert, wenn Flash nicht aus iOS verbannt worden wäre.

Das hätte Steve Jobs bzw. Apple auch schon viel viel früher machen können und sollen, Anlass und Gelegenheit dazu gab's vorher genug, stattdessen hatte Apple aktiv mitgeholfen, dass sich Flash überhaupt so verbreitet – schließlich war das Flash Browser-Plugin jahrelang fester Bestandteil von MacOS X, und man war stolz drauf, Mac-Nutzer waren stolz drauf, dass Apple das machte, und Flash-affine Webseitenbauer und -Designer (sehr viele davon einen Mac nutzend) nutzten es begeistert, setzten es bei ihren ins Netz gestellten Inhalten teilweise voraus, denn sie waren ja gewohnt, dass es mit dem Betriebssystem mitgeliefert wurde, meinten höchstens höhnisch in Richtung anderer Betriebssysteme, bei denen es nicht standardmäßig zum Lieferumfang gehörte und man es separat installieren musste: "Seht ihr, so fortschrittlich und kundenfreundlich ist Apple, die denken mit, da habe ich alles gleich aus einer Hand, muss es nicht umständlich selber installieren, sondern kann gleich loslegen".

Steve Jobs besann sich dann irgendwann eines Besseren und änderte seine Meinung um 180 Grad. Spät kam sie, die Einsicht, aber sie kam. Immerhin. Auch ihm sei Irrtum und Lernen zugestanden.

Bereits 10 Jahre vorher, im Jahr 2000, und jedes Jahr danach erneuert, hat schon jemand anderes gesagt und es mehrmal mittels Studien belegt gehabt, worauf ein Steve Jobs erst ein Jahrzeht später einsichtig kam (als sich die Problematik dann nämlich auf der Mobil-Plattform zeigte, wo gewisse Dinge nämlich noch weniger tolerabel sind aufgrund begrenzterer Ressourcen als bei einer stationären Plattform):

Nielsen Norman Group, Jakob Nielsen (29.10.2000): Flash: 99% Bad

Auch Apple wollte damals nicht auf ihn hören, verteilte das Flash Browser-Plugin muter weiter mit seinen Betriebssystemen und trug auf diese Weise höchstselbst und ganz entscheident dazu bei, dass Flash überhaupt so eine riesige Verbreitung fand.
Es ist deshalb ein wenig wohlfeil, Steve Jobs für diese seine persönliche Lernkurve so zu adeln, so richtig es schlussendlich war, dass er sie überhaupt hinbekommen hat, denn ausgerechnet er bzw. Apple haben zu dieser Misere durchaus nicht wenig beigetragen gehabt und sie über lange Jahre aktiv gefördert und unterstützt gehabt – entgegen allen schon damals und noch früher existierenden Kritiken, die es bereits 2000 gab, die es bereits 1999, 1998 und auch die Jahre nach 2000 gab, auch im Rahmen diverser W3C-Arbeitsgruppen, deren Mitglied Apple auch damals schon war.

Jahrelang hatten sich die Flash-Kritiker den Mund fusselig geredet und wurden nicht gehört und ignoriert, ja sogar höhnisch ob ihrer Kritik verlacht (vor allem von Mac-Nutzern). Apple lieferte ungeachtet dessen, stoisch das Flash-Plugin prominent weiter aus, jahrelang, über ein ganzes Jahrzehnt lang, trug auf diese Weise erheblich zu dessen Verbreitung und Akzeptanz bei.

10+ Jahre später drauf zu kommen mit einer kompletten Rolle rückwärts und den jahrelangen Kritiker im Grunde Recht gebend ohne es wirklich so zu benennen, während man selber jahrelang gegensätzlich unterwegs war, ist keine große Leistung, eine viele höhere und anerkennenswertere Leistung wäre gewesen: "Mea culpa, ich/wir haben uns geirrt gehabt und jahrelang den falschen Weg beschritten gehabt, das Falsche gefördert, ab jetzt machen wir es aber anders und besser." Aber im Fehlereingestehen war Apple noch nie gut, ein Steve Jobs erst recht nicht.

[/OT]
+4
FlyingSloth07.02.19 22:28
Adobe steigt sicher bald ins Lautsprecher Geschaeft ein und bietet diese dann im Abo an als Teil von CC. Aber im Ernst, Nimmt Premiere irgendjemand ersthaft her (auf dem Mac)?
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chrissli08.02.19 07:11
FlyingSloth
Adobe steigt sicher bald ins Lautsprecher Geschaeft ein und bietet diese dann im Abo an als Teil von CC. Aber im Ernst, Nimmt Premiere irgendjemand ersthaft her (auf dem Mac)?

würd sagen ca. 75% der professionellen Filmemacher nutzen Premiere - ja, "irgendjemand" nimmt es ernsthaft her.

ich schneide auf FCPx und bin damit leider nur einer der wenigen. Meinen Studenten muss ich auch Premiere beibringen, und bin jeden Tag den ich mit dieser Software verbringen muss endlos genervt. Im Vergleich zu FCPx braucht Premiere für simple Tasks wie Importieren, Rendern, Exportieren wesentlich länger und schafft es dabei regelmäßig neue Probleme zu erfinden.
+2
ricoh08.02.19 08:43
chrissli

Das hängt sicher vom Umfeld ab. Ich kenne einen Premiere-Nutzer, aber mindestens 4 Leute, die mit FCPX arbeiten.
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dreikoenig08.02.19 08:50
chrissli
FlyingSloth
Adobe steigt sicher bald ins Lautsprecher Geschaeft ein und bietet diese dann im Abo an als Teil von CC. Aber im Ernst, Nimmt Premiere irgendjemand ersthaft her (auf dem Mac)?

würd sagen ca. 75% der professionellen Filmemacher nutzen Premiere - ja, "irgendjemand" nimmt es ernsthaft her.


Woher nimmst du diese Zahl?
Fast alle TV Sender nutzen derzeit (noch) Avid.
Und in den Produktionsfirmen in denen ich gerarbeitet habe, war es auch Avid.

75% finde ich deshalb enorm hochgegriffen.
Vor allem, da ich jetzt im Internet keine Zahlen finde.
Deswegen bitte eine Quellenangabe für diese Zahl.

Mein letzter Stand ist, dass Avid in Deutschland Marktführer ist.
Dieser Stand ist jetzt aber auch schon ein paar Jahre alt.
Aber ziehe ich die TV Sender ran, vor allem das ZDF, dass der mit größte Abnehmer ist und die ARD Anstalten, klingen 75% nicht realistisch.

Bei Youtubern und kleineren Firmen wird Premiere die erste Wahl sein.
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MetallSnake
MetallSnake08.02.19 09:21
dreikoenig
chrissli
würd sagen ca. 75% der professionellen Filmemacher nutzen Premiere - ja, "irgendjemand" nimmt es ernsthaft her.

75% finde ich deshalb enorm hochgegriffen.
Vor allem, da ich jetzt im Internet keine Zahlen finde.
Deswegen bitte eine Quellenangabe für diese Zahl.


Die Quellenangabe hat er ja genannt "würd sagen ca." heißt soviel wie "ich denke/schätze/rate".
Deswegen kannst du auch keine Quellen für diese Zahl finden.
Erwachsensein ist halb gestorben --Relatives Menschsein
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dreikoenig08.02.19 09:40
MetallSnake
dreikoenig
chrissli
würd sagen ca. 75% der professionellen Filmemacher nutzen Premiere - ja, "irgendjemand" nimmt es ernsthaft her.

75% finde ich deshalb enorm hochgegriffen.
Vor allem, da ich jetzt im Internet keine Zahlen finde.
Deswegen bitte eine Quellenangabe für diese Zahl.


Die Quellenangabe hat er ja genannt "würd sagen ca." heißt soviel wie "ich denke/schätze/rate".
Deswegen kannst du auch keine Quellen für diese Zahl finden.


Bei einem Bauchgefühl bzw. einer unfundierten Schätzung, sollte man sich dann den leicht herablassenden Zusatz
ja, "irgendjemand" nimmt es ernsthaft her.
sparen.
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Dicone08.02.19 11:03
Ich hoffe Avid gibt es irgendwann nicht mehr, es gab zeiten da dauerte das importieren von clips in nicht hauseigenem codec gefühlt 100 jahre. Es läuft wohl sehr stabil, aber mehr vorteile sehe ich keine. Seit Apple Final Cut kaputt gemacht bin ich zu premiere und war ab CC oder so ziemlich begeistert von der Performance.
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dreikoenig08.02.19 14:48
Dicone
Ich hoffe Avid gibt es irgendwann nicht mehr, es gab zeiten da dauerte das importieren von clips in nicht hauseigenem codec gefühlt 100 jahre. Es läuft wohl sehr stabil, aber mehr vorteile sehe ich keine. Seit Apple Final Cut kaputt gemacht bin ich zu premiere und war ab CC oder so ziemlich begeistert von der Performance.

Geschmackssache.
Du kannst auch verlinken. Dann musst du nicht importieren.
Und zum Thema Import. Manche Codecs sind eben nicht zum Schneiden gedacht (h.264). Das ist ein Endformat für den Kunden. Trotzdem zeichnen viele Kameras in dem Codec auf. Das ist ein Long-GOP Format und sehr rechen intensiv. Da müssen Zwischenbilder erst berechnet werden und das kostet beim Import einfach Zeit. Wie gesagt, das Format ist nicht für den Schnitt gedacht.

Der Avid hat Vorteile gegen die anderen Programme.

Für mich immer noch das Beste Trimmtool. Schnell, präzise ohne Extraklicks mit der Maus. Insgesamt lässt sich der gesamte Avid viel mit der Tastatur bedienen und nötigt einen nicht zu unnötigen Klicks.
Er läuft auch bei größeren Projekten sehr stabil.

Bei Premiere und FCP gehen ein paar Sachen nicht ohne zusätzliche Mausklicks. Liegt aber auch daran, dass der Avid eben damals mit Editoren entwickelt wurde und die eben vom Filmschnitt und auch 3 Maschinen-Schnittplatz kamen.

Premiere und FCP sind rein digitale Programme. Ich finde alle haben ihre Vorteile. Es ist reine Geachmackssache, welches Programm man präferiert.

Sich zu wünschen, dass es den AVID bald nicht mehr gibt, ist eine völlig unfundierte und unpassende Aussage. Du musst damit ja nicht arbeiten.
Nur weil man etwas nicht mag, muss man sich nicht immer gleich wünschen, dass es das nicht mehr gibt. Ganz getreu dem Motto „Es gibt nur mich und wenn ich es blöd finde, soll es keiner verwenden können.“

Und offensichtlich hast du schon lange nicht mehr am AVID gearbeitet.

Keines der Programme ist perfekt, jedes hat seine eigenen Stärken, aber nur weil ich FCP und Premiere selten nutze(n muss) und lieber am Avid arbeite, wünsche ich mir ja auch nicht, dass die beiden Programmen hoffentlich bald verschwinden.
+2

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