Wie das iPhone zum Langläufer wird – Tipps gegen schwächelnde Akkus

Samsung trifft Apple im neuen Werbespot „Wall Huggers“ an der Achillesferse – die kurze Akkulaufzeit ist einer der wenigen dauerhaften Kritikpunkte am iPhone. Viele Nutzer schaffen nichtmal einen kompletten Tag, ohne dass das iPhone nach einer Steckdose verlangt.

Nutzer können die maximale Laufzeit einer Akkuladung aber mit bestimmten Maßnahmen deutlich verlängern. Daher stellen wir hier diverse Optionen vor, deren Deaktivierung unter Umständen eine deutlich längere Akkulaufzeit zur Folge hat. Dazu gibt es Tipps, wie sich ein iPhone möglichst sparsam nutzen lässt. Zudem empfehlen wir mehrere externe Akku-Packs für den Fall, dass das iPhone trotz aller Energiesparmethoden doch einmal schlapp macht.



„Häufige Orte“ Apple hat mit iOS 7 einen neuen Ortungsdienst eingeführt, der sich tief in den Systemeinstellungen versteckt. Ist der Dienst aktiv, merkt sich das iPhone, wo man sich vor Kurzem aufgehalten hat und welche Orte regelmäßig besucht werden, um bestimmte Systemdienste wie Routenplaner automatisch mit personalisierten Informationen zu füttern.

Wird die Funktion nicht benötigt, kann man sie getrost deaktivieren – die häufige Standortbestimmung saugt sonst unnötig am Akku. ("Einstellungen" > "Datenschutz" > "Ortungsdienste" > „Systemdienste“)


AirDrop Der praktische Dateitausch zwischen iPhone 5, 5s und 5c, der mit iOS 7 eingeführt wurde, verbraucht bei ständiger Aktivierung zuviel Akku – möglichst nur bei Bedarf einschalten. (via Kontrollzentrum; Funktion wird erst ab iPhone 5 unterstützt)


Hintergrundaktualisierungen Man sollte sich genau überlegen, welche Apps Internet-Daten im Hintergrund abrufen dürfen – insbesondere die Facebook-App wird immer wieder dafür kritisiert, mit aktiver Hintergrundaktualisierung arg am Akku zu nagen. („Einstellungen" > "Allgemein" > „Hintergrundaktualisierung“)


Apps nicht über Multitasking-Ansicht beenden Viele meinen es gut und beenden immer wieder gewissenhaft diverse Apps über die Multitasking-Ansicht, um Energie zu sparen – erreichen damit aber das Gegenteil. Löschen von Apps aus dem RAM und das spätere Wiedereinlesen beanspruchen den Akku deutlich mehr, als die Apps einfach in der Multitasking-Ansicht stehen zu lassen.

Die meisten dieser Programme sind im Hintergrund zudem gar nicht aktiv; iOS erlaubt Hintergrundaktivität nur Apps, die Musik abspielen, Standortbestimmung nutzen, Audio aufnehmen oder VoIP-Anrufe empfangen.


Automatische Updates Die Funktion ist ohne Frage sehr praktisch; seit iOS 7 laden Apps automatisch Updates herunter, sodass umständliches manuelles Suchen im App Store entfällt. Der Haken an der Sache: Das häufige Prüfen auf Updates belastet den Akku. Die Wahl fällt also entweder auf Bequemlichkeit oder längere Akkulaufzeit. („Einstellungen" > „iTunes & App Store“)


Siri – „Zum Sprechen ans Ohr“ Es gibt neben dem Drücken des Home Buttons noch eine weitere Möglichkeit, Siri zu aktivieren. Wenn in den Siri-Einstellungen „Zum Sprechen ans Ohr“ eingeschaltet ist, reicht es, das iPhone wie beim Telefonieren ans Ohr zu halten – schon öffnet sich der Sprachassistent.

Die Funktion verbraucht aber Energie, da Sensoren ständig prüfen, ob der User das Gerät ans Ohr hält. Im Zweifelsfall also lieber deaktiveren bzw. ausgeschaltet lassen. („Einstellungen" > "Allgemein" > „Siri“)


Spotlight Nicht nur OS X nutzt die systemweite Datei-Indizierung, sondern auch iOS. Jeder Hintergrunddienst bedeutet aber leider automatisch mehr Akkubelastung; deswegen ist es empfehlenswert, nicht benötigte Bereiche – etwa Hörbücher und Podcasts – von der Indizierung auszuschließen, damit Spotlight so wenig wie möglich zu tun hat. („Einstellungen“ > "Allgemein" > „Spotlight-Suche“)


Push-Benachrichtigungen Zwar verbrauchen Push-Nachrichten an sich nicht besonders viel Akku, wecken das iPhone aber aus dem Standby-Modus und aktivieren damit jedes Mal den Haupt-Akkufresser: das Display. Deswegen möglichst nur für essentielle Apps aktivieren. („Einstellungen" > „Mitteilungen“)


Vibrationsalarm Vibrationen verbrauchen naturgemäß mehr Energie als Nachrichten ohne physische Rückmeldung – daher besser deaktivieren, wenn nicht unbedingt benötigt. („Einstellungen" > „Mitteilungen“)


Automatische Helligkeit Diese Funktion ist umstritten; manche User argumentieren, dass sich das automatische Anpassen der Helligkeit positiv auf die Akkulaufzeit auswirkt, andere sehen dagegen gerade in der dynamischen Anpassung einen Grund für erhöhten Akkuverbrauch.

Da die Helligkeits-Einstellungen seit iOS 7 sehr einfach zu erreichen sind, ist es ratsam, die automatische Anpassung zu deaktivieren, einen niedrigen statischen Wert einzustellen und bei Bedarf manuell anzupassen. („Einstellungen“ > „Hintergründe & Helligkeit“)


Dynamische Wallpaper Gimmick, das mehr Akku verbraucht als Einzelbild-Wallpaper. („Einstellungen" > „Hintergründe & Helligkeit“)


Videos und Musik Offensichtliche Akkufresser, die dennoch nicht unerwähnt bleiben sollen. Insbesondere Videos verbrauchen durch den permanent aktiven Bildschirm viel Akku; Musik ist da etwas genügsamer. Bei Internet-Streams kommt noch Akkubelastung durch WLAN oder Mobilfunk hinzu.


Push-Email Wer nicht auf eine sofortige Zustellung von E-Mails angewiesen ist, kann von Push auf z.B. 30-Minuten-Intervalle umstellen und sich anschließend über eine längere Akkulaufzeit freuen. („Einstellungen" > „Mail, Kontakte, Kalender“ > „Datenabgleich“)


Automatische Bildschirmsperre Umso niedriger der Wert, umso besser für den Akku. („Einstellungen“ > „Allgemein“ > „Automatische Sperre“)


WLAN statt Mobilfunk Wann immer die Möglichkeit besteht, WLAN statt Edge, UMTS oder LTE zu nutzen, sollte man dies tun; nicht nur um mobiles Datenvolumen zu sparen, sondern auch weil WLAN akkuschonender arbeitet als Mobilfunk. (via Kontrollzentrum)


3G statt LTE Der Mobilfunk-Standard Long-Term Evolution (LTE) saugt stärker am Akku als UMTS (3G). Wird die hohe LTE-Bandbreite also nicht benötigt, wirkt sich der Wechsel auf UMTS positiv auf die Akkulaufzeit aus. In Gebieten mit schwacher Netzabdeckung kann durch das Deaktivieren des Mobilfunks ebenfalls Akku gespart werden, da das iPhone bei sehr geringer bis gar keiner Mobilfunk-Signalstärke ständig versucht, sich neu zu verbinden, was viel Akku kostet. („Einstellungen“ > „Mobiles Netz“)


Schnittstellen WLAN, Bluetooth etc. sollten bei Nichtgebrauch abgeschaltet werden. Der Flugmodus deaktiviert praktischerweise auf einen Schlag alle Kommunikationsfunktionen.


Neueste iOS-Version Ein zwar naheliegender, aber dennoch nicht zu unterschätzender Hinweis. Mit iOS 7 etwa verschlechterte sich die Akkulaufzeit auf vielen Geräten; seit Version 7.1 berichten aber viele Nutzer wieder von verbessertem Akkuverhalten. („Einstellungen" > „Allgemein“ > „Softwareaktualisierung“)


Extreme Temperaturen Übermäßig heiße oder kalte Umgebungen wirken sich negativ auf die Akkulaufzeit aus. Apple gibt zwar Betriebstemperaturen zwischen 0 und 35 Grad an, die optimale Temperatur liegt aber eher im Bereich zwischen 10 und 25 Grad.

Apple selbst warnt sogar davor, das iPhone in einem von der Sonne aufgeheizten Auto liegen zu lassen. Selbst im Handschuhfach nehme die Akkulaufzeit bei hohen Temperaturen rapide ab. Auch in der Hosentasche entlädt sich der Akku durch die Körperwärme schneller als etwa im Rucksack.


Akku-Prozentanzeige Zwar nur ein psychologischer Effekt, aber eine aktive Prozentanzeige kann bewirken, dass Nutzer oft auf den Füllstand schauen und dadurch das Gefühl haben, dass sich der Akku schneller als ohne die Prozentanzeige leert. („Einstellungen" > „Allgemein“ > „Benutzung“)


Externe Akku-Packs Allen Maßnahmen zum Trotz kann die Akkulaufzeit natürlich auch durch den Kauf von sogenannten Akku-Packs erhöht werden. Diese gibt es entweder direkt in einer passenden iPhone-Hülle integriert oder als separate Power-Box. Passende Modelle für iPhone 5 und 5s sind z.B. die Akku-Hüllen von A-Solar sowie mophie. USB-Ladegeräte für unterwegs gibt es von Incase und Techlink. Für Autofahrer empfiehlt sich ein Car Charger.

Wenn User trotz aller Tipps immer noch das Gefühl haben, dass der Akku unverhältnismäßig schnell die Grätsche macht, können sie diesen in einem Apple Store prüfen lassen (ab iPhone 5). Ein defekter Akku wird ebenfalls dort getauscht.

OK MacTechNews.de verwendet Cookies unter anderem für personalisierte Inhalte, Seitenanalyse und bei der Auslieferung von Google-Anzeigen. Dies war zwar schon immer so, auf Wunsch der EU muss nun jedoch explizit darauf hingewiesen werden. Durch Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden. Weitere Informationen