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Vor 30 Jahren: Als die Marke "Apple" beinahe aufgegeben worden wäre – CEO Gil Amelio als Retter

Die Frage "was wäre passiert, wenn...?" ist zwar meist sehr spannend, allerdings in den wenigsten Fällen auch konkret zu beantworten. Hätte sich Apple im Jahr 1996 aber tatsächlich dazu entschieden, die Eigenständigkeit aufzugeben, so würden wir vermutlich jetzt in einer sehr anderen Technikwelt leben. Man erinnere sich: Im Jahr 1996 stand Apple kurz vor der Insolvenz bzw. dem kompletten Untergang. Die heutzutage wertvollste Marke überhaupt galt nur noch so wenig, dass vielen Marktbeobachtern zufolge lediglich zwei Szenarien plausibel erschienen. Einerseits war dies die Eingliederung als Tochterunternehmen in einen großen Hersteller, andererseits aber die Aufgabe des Geschäftsbetriebs, sollte es keine Kooperation mit anderen geben. Kaum jemand hatte vor Augen, dass Apple binnen zweier Jahrzehnte zur Weltmacht aufsteigen sollte.


Januar 1996: Das Board möchte Apple verkaufen
Vor 30 Jahren, im Januar 1996, traf sich Apples Board mit einer Kanzlei aus New York, um wichtige Tagesordnungspunkte zu besprechen. So ging es darum, Apple in Gänze an Sun Microsystems zu verkaufen. Alles sah auch recht vielversprechend aus und Suns Präsentation überzeugte die Apple-Vertreter. Wie sich der im Februar 1996 neu eingesetzte CEO Gil Amelio aber erinnerte, sorgte ein Vorhaben von Sun für Stirnrunzeln und letztlich für das Scheitern des Deals. Suns CEO und Gründer Scott McNealy machte nämlich klar, dass man die Marke Apple komplett einstellen werde. Sofern Produkte aus dem Apple-Portfolio im Bestand blieben, hätten diese stattdessen ein Sun-Logo erhalten. Es war allerdings nicht klar, inwiefern Sun überhaupt Interesse hatte, Apples Produkte in der bisherigen Tradition fortzuführen. Das komplette Verschwinden des Herstellers stand somit in unmittelbarer Reichweite.


Gil Amelio sollte Apple sanieren

Amelio wird CEO – und beendet die Gespräche mit Sun
Der zweite Tagesordnungspunkt lautete übrigens, Amelio zum CEO zu bestellen – dieser hatte die Aufgabe, Apple schnellstmöglich zu sanieren und/oder einen Käufer zu finden. Amelio entschied sich dagegen, Sun zum neuen Apple-Besitzer zu machen. Neben dem Aus der Marke selbst waren auch Suns Angebote zu niedrig. Split-bereinigt wollte Sun nur knapp 21 Cent pro Aktie entrichten, Amelio hatte aber mit mindestens 27 gerechnet (in damaligen Werten: 23 Dollar vs. 30 Dollar – der Kurs lag bei 28 Dollar). Mit wenigen Worten beendete Amelio daher die Gespräche: "Scott, that's impossible. I can't get behind that at all."

Amelio scheitert – und rettet Apple dennoch
Es glückte Amelio nicht, in seinen 500 Tagen an der Spitze Apple wieder auf Kurs zu bringen. Gleichzeitig war er es aber auch, der Apples "goldene Zukunft" überhaupt erst einleitete. In Amelios Amtszeit fiel die Entscheidung, das Endlos-Projekt Copland (vollständig neues Betriebssystem) einzustellen und stattdessen Energie in Mac OS 8 zu investieren. Gleichzeitig lautete die Strategie, den Nachfolger des klassischen Mac OS außerhalb des Unternehmens zu suchen. Zunächst galt Be mit dem System BeOS als wahrscheinlichster Kandidat, das Rennen machte aber bekanntlich NeXT mit NextStep – und der damit verbundenen Rückkehr von Steve Jobs.

Kommentare

Retrax15.01.26 17:00
...und seit 2010 ist SUN Geschichte.
Und das "Logo" wohl auch, oder lässt Larry Ellisson von Oracle noch einen Platzhirsch neben dem Oraclelogo zu - eher nicht.
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MacNu9215.01.26 17:49
Kann mich gut an die Zeit erinnern. Ende der 90er stand die Apple-Aktie eine Zeitlang bei 10 DM. Ich spielte in der Zeit immer wieder mit dem Gedanken, für 500 DM Aktien zu kaufen, habe es aber aus Bequemlichkeit und Zweifel nicht getan. Ich Depp.
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pentaxian
pentaxian15.01.26 18:17
Dafür muss man Gil Amelio heute noch dankbar sein...
mine is the last voice that you will ever hear (FGTH)
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gfhfkgfhfk15.01.26 18:48
Retrax
...und seit 2010 ist SUN Geschichte.
Und das "Logo" wohl auch, oder lässt Larry Ellisson von Oracle noch einen Platzhirsch neben dem Oraclelogo zu - eher nicht.
De facto ist das komplette SUN Portfolio Geschichte bzw. ist am Auslaufen. Das Gedankenexperiment, wie die Geschichte von SUN/Apple verlaufen wäre, ist interessant. Wahrscheinlich hätten wir Solaris auf PowerPC mit einer Carbon artigen API gesehen.
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Sitox
Sitox15.01.26 18:59
MacNu92
Kann mich gut an die Zeit erinnern. Ende der 90er stand die Apple-Aktie eine Zeitlang bei 10 DM. Ich spielte in der Zeit immer wieder mit dem Gedanken, für 500 DM Aktien zu kaufen, habe es aber aus Bequemlichkeit und Zweifel nicht getan. Ich Depp.
Dito, allerdings eher weniger. Das wären heute 5600 Aktien oder ~1.200.000 Euro.
Allerdings hätte ich die Aktien im Leben nicht bis heute gehalten.
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