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Verkaufsverbot: Apple darf iPhone nicht mehr in Kolumbien anbieten – weitere Länder könnten folgen

Ericsson und Apple haben eine lange Vorgeschichte: Bereits im Jahr 2015 verklagte das schwedische Unternehmen Apple wegen der unerlaubten Nutzung diverser Patente – unter anderem auch in Deutschland. Doch zur damaligen Zeit einigten sich die Parteien und schlossen eine Vereinbarung, die allerdings Ende 2021 ablief. Erneute Verhandlungen scheinen gescheitert zu sein, denn zu einer neuen Vereinbarung kam es nicht – und Ericsson reagierte mit diversen Klagen, da Apple nun viele Patente des schwedischen Konzerns ohne Lizenz nutzt.


Bei den Patenten dreht es sich hauptsächlich um den 4G/LTE- und 5G-Mobilfunkstandard. Apple hoffte anscheinend, einen besseren Vertrag aushandeln zu können – und als die Verhandlungen festgefahren waren, verklagte Apple Ericsson. In Apples Augen verstößt Ericsson gegen FRAND (Fair, Reasonable and Non-Discriminatory – fair, angemessen und diskriminierungsfrei): Für Patente, die Standard-Verfahren beschreiben oder für die Umsetzung bestimmter Kerntechnologien zwingend erforderlich sind, ist vorgeschrieben, dass diese zu fairen Konditionen lizenzierbar sein müssen. Apple ist hier der Auffassung, dass Ericsson zu viel für die Patente verlangt. Ericsson wiederum verklagt Apple in diversen Ländern und begehrt einen Verkaufsstopp der betroffenen Geräte.

Patente sind gültig
Apple zweifelte vor Gericht nicht die Gültigkeit der Patente an – und bestätigt, die in den Patenten beschriebenen Herangehensweisen bei den eigenen Produkten einzusetzen. Normalerweise ist eine gängige Taktik, die Gültigkeit von Patenten anzuzweifeln, wenn eine mögliche Verletzung im Raum steht. Oftmals basieren Patente auf zuvor bereits bekannten Verfahren – und sind daher ungültig. Doch Apple hatte wohl keine andere Wahl: Der Konzern lizenziert die Patente bereits seit vielen Jahren – und somit wäre es nicht glaubwürdig, deren Gültigkeit anzuzweifeln.

Kolumbien macht den Anfang
Ericsson hatte nun in einem ersten Land Erfolg und erwirkte eine einstweilige Verfügung, welche Apple den Vertrieb betroffener Produkte untersagt. Apple darf ab sofort keine iPhone-Modelle oder iPads mehr in Kolumbien importieren oder verkaufen. Ferner muss Apple bereits belieferte Läden kontaktieren und den Verkauf untersagen.

Kolumbien ist für Apple nur ein verschwindend kleiner Markt – allerdings ist damit zu rechnen, dass Gerichte in weiteren Ländern ebenfalls Ericsson folgen und ein Verkaufsverbot verhängen. Apple verklagte Ericsson in den USA und verlangt Schadensersatz aufgrund des Verkaufsverbotes in Kolumbien. Hiermit möchte Apple den schwedischen Konzern unter Druck setzen, um diesen zu einer Einigung zu bewegen.

Kommentare

Legoman
Legoman11.07.22 18:33
Ich sehe nur endlose Gier
+4
EThie11.07.22 19:15
ja, sieht so aus - aber auf beiden Seiten. Leider!
+6
Kaji11.07.22 19:17
EThie
ja, sieht so aus - aber auf beiden Seiten. Leider!
Niemand von uns war bei den Verhandlungen dabei, aber nach meinem Empfinden gibt Apple hier das schlechtere Bild ab. Wir werden sehen wie die weiteren Gerichte entscheiden.
+6
FlyingSloth
FlyingSloth11.07.22 21:27
ja von Apple!
Legoman
Ich sehe nur endlose Gier
Fly it like you stole it...
+8
FoneBone
FoneBone11.07.22 21:55
Steve Jobs
And boy, have we patented it!
+1
MikeMuc11.07.22 22:01
Eigentlich sollten die Kosten für diese Frand Patente öffentlich gemacht werden. Und dann müssen alle den gleichen Preis dafür zahlen, ohne wenn, aber ne andere Abmachungen.
Dann kann sich auch niemand mehr darüber beklagen, das er zu viel zahlen muß oder das zuviel verlangt wird.
+4
eyeofthestorm12.07.22 07:50
Apples Endkundenpreise sind auch nicht Frand

Apple meldet selbst jedem Mist zum Patent an und nutzt die Patente nicht. Solange 4G und 5G noch am Start sind, muss der Innovator eben Geld in die Kassen bekommen.

Beim App Store wird argumentiert, alles gehöre Apple und deshalb ist es deren Recht zu machen, was Sie wollen und ihn für Dritte zu sperren. Genau so kann Ericsson sagen, dann baut eben keine iPhones. Mit der bisherigen Regelung hat Apple doch auch knapp überlebt, wirtschaftlich.
0
awk12.07.22 09:47
Legoman
Ich sehe nur endlose Gier

Jedes börsennotierte Unternehmen ist in erster Linie seinen Aktionären verpflichtet. D. h. die Erträge zu maximieren. In den allermeisten Fällen ist es schwierig für die Aktionäre zu beweisen, dass dem nicht so ist. Bei Patenten ist das aber ein klare Sache.
0
evanbetter
evanbetter12.07.22 10:04
Ericsson
Wer zuletzt lacht, hat's zuletzt geschnallt.
-3
evanbetter
evanbetter12.07.22 10:08
MikeMuc
Eigentlich sollten die Kosten für diese Frand Patente öffentlich gemacht werden. Und dann müssen alle den gleichen Preis dafür zahlen, ohne wenn, aber ne andere Abmachungen.
Dann kann sich auch niemand mehr darüber beklagen, das er zu viel zahlen muß oder das zuviel verlangt wird.

Und man müsste in Unternehmen offen über den Lohn sprechen, damit jeder in seiner Stellung/Aufgabe gleich viel verdient.

Aber ja: Du hast recht (ich auch).
Wer zuletzt lacht, hat's zuletzt geschnallt.
0
FlyingSloth
FlyingSloth12.07.22 10:48
bei dir hakt’s wohl!?
evanbetter
Ericsson
Fly it like you stole it...
+1

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