
Test Onkyo Muse Y-50: Streaming-Verstärker „Well Done“
Der Onkyo Muse Y-50 in der PraxisDer Hersteller beschreibt die Netzwerkfunktionen wie folgt: „Die Muse Serie lässt sich nahtlos in moderne Multiroom- und Streaming-Umgebungen integrieren und unterstützt .“
Der Y-50 unterstützt zahlreiche Streaming-Plattformen, darunter Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, Apple AirPlay 2, Chromecast built-in sowie Roon Ready, wobei im Testzeitraum noch keine Roon Ready-Freigabe vorlag. Das dauert immer ein bisschen, kommt aber bald.
Im Gegensatz zu anderen Konzepten, wie etwa denen von eversolo oder WiiM, bietet der Onkyo innerhalb seiner App keinen Zugriff auf Streamingdienste. Er konzentriert sich ganz auf die Connect-Variante der drei beliebten Dienste, oder eben auf Protokolle wie AirPlay und Google Cast – ohne HiRes-Fähigkeit. Dank „Connect“ kann die Musik direkt aus der Qobuz-, Spotify- oder Tidal-App gesteuert werden. Der Onkyo holt sich die Musikdaten ohne Umweg über das Smart-Device direkt aus dem Internet.
Die Onkyo-App dient also nur zur Gerätesteuerung und Einstellung, aber nicht für den Zugriff auf Streamingdienste. Hier ein paar Screenshots aus der App:
Der Y-50 nutzt eine andere, von den größeren Modellen des Herstellers abweichende Methode zur Raumeinmessung. Dazu ist leider eine separate App „Onkyo ROOM EQ“ erforderlich. Auf Nachfrage beim Hersteller erklärte dieser: „Onkyo nutzt je nach Produktplattform unterschiedliche Kalibrierungs-Workflows. Kompatible AV-Receiver und ICON-Modelle, die mit Dirac Live ausgestattet sind, verwenden für den Mess- und Kalibrierungsprozess die App „Onkyo Controller“. Das Modell Muse Y-50 nutzt hingegen ein anderes Raumkalibrierungssystem, das speziell für die Muse-Plattform entwickelt wurde, und greift daher auf die dedizierte App „Onkyo Room EQ“ zurück.“
Die Raumeinmessung und Korrektur des speziell für die Muse-Serie entwickelten Systems ist dafür besonders einfach und einsteigerfreundlich gemacht. Ähnlich wie bei Sonos wandelt man, während die Messtöne wiedergegeben werden, möglichst geräuschlos etwa eine Minute mit dem iPhone in der Hand durch den Raum. Danach dauert es ein paar Sekunden für die Analyse und die Erstellung einer Korrekturkurve. Diese wird grafisch ähnlich simpel wie bei Nubert dargestellt.
Einmessung vorher und nachher. Die Korrektur erfolgt wie bei den meisten Room-EQ-Funktionen auch beim Onkyo nur bis zu einer Frequenz von etwa 300-400 Hz.
Und das war’s dann auch schon. Wichtig ist, was „hinten rauskommt“. Und das Ergebnis ist sehr überzeugend. Sogar am Desktop mit angeschlossenem Subwoofer ließ die Vorher/Nachher-Umschaltung keinen Zweifel: Die Einmessung funktioniert bestens. Die klangliche Ankopplung des Subwoofers gelang einwandfrei und auch die üblichen, durch die Tischplatte verursachten Abweichungen wurden gekonnt ausgebügelt.
Im Laufe des Tests stellte sich aber noch eine andere sehr positive Eigenschaft des Onkyo heraus, nämlich seine Energieeffizienz in allen Betriebszuständen:
- Low Power Standby: 0,3 W (Aufwecken am Gerät oder per IR möglich)
- Netzwerk-Standby: 1,7 W (Aufwecken auch aus der App möglich)
- Eingeschaltet, Leerlauf: ca. 15,3 W
Insgesamt erfreut der Onkyo mit einer einfachen Bedienung, ohne überfrachtete Menüs. Das macht ihn äußerst familienfreundlich.
