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Peinliche Panne: Wie ein Apple-Anwalt die falsche Person von OpenAI anruft – und den Streit eskalieren lässt

Einer der Vorwürfe, die Apple gegen OpenAI erhebt, ist komplettes Ignorieren der Hinweise auf möglicherweise illegales Verhalten. Im Februar habe man das Unternehmen darüber in Kenntnis gesetzt, dass es wohl zu widerrechtlicher Weitergabe von Geschäftsgeheimnissen komme. Man bat um Gespräche, Prüfung und Abhilfe – doch jede Antwort von OpenAI sei ausgeblieben. Einige Monate später reichte Apple bekanntlich dann Klage ein und verweist darin explizit auf die mangelnde Kooperationsbereitschaft. Nun sind jedoch Details durchgesickert, die den Ablauf in ein etwas anderes Licht rücken.


Statt Chang war es Wang
Laut NBC News stellt OpenAI den anfänglichen Ablauf anders dar. Man habe durchaus reagiert, aber die Kommunikation sei nach einem Fehler von Apples externem Anwalt "entgleist". Konkret soll Gabriel Gross von der Kanzlei Weil, Gotshal & Manges eine Mail an Che Chang, OpenAIs Chefjuristen geschickt haben. 13 Minuten später bedankte er sich dann bei Chang angeblich für ein Telefonat und dessen schnelle Kooperationsbereitschaft. Dieses Telefonat hatte laut Bericht aber nicht mit Chang stattgefunden, sondern mit einem anderen OpenAI-Mitarbeiter namens Wang – einem früheren Apple-Mitarbeiter. Gross hatte also offenbar zwei Empfänger beziehungsweise Kontakte verwechselt.

OpenAI sah es als Lüge an
Für Chang sah das aber offenbar so aus, als versuche Apples Anwalt, einen nie geführten Anruf zu fingieren. Er wandte sich daraufhin an Apples interne Juristen, warf Gross sinngemäß vor, über ein Telefonat mit ihm zu lügen, und bat darum, Gross aus dem Fall herauszunehmen. Da man auf Apples Seite jene Reaktion aber wohl ebenfalls nur als merkwürdiges Taktieren ansah, kam es zu keinen weiteren Gesprächen – trotz der späteren Entschuldigung von Gross. OpenAI gibt an, bis zur Klageeinreichung seien weitere Kontaktaufnahmen von Apples Anwälten komplett ausgeblieben.

Ein Vorwurf schwächt sich damit ab
Für die eigentliche Streitfrage hinsichtlich der Weitergabe von Geschäftsgeheimnissen ist die Episode nicht von Bedeutung. Apples Begründung, die Klage aufgrund von OpenAIs kommunikativer Verweigerungshaltung einzureichen, erscheint jedoch jetzt erheblich schwächer. Gleichzeitig zeigt der Vorfall, wie angespannt die Kommunikation zwischen beiden Unternehmen bereits Monate vor der Klage war – wenn nämlich beide Parteien davon ausgehen, dass der andere ohnehin nur lüge.

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