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Test Onkyo Muse Y-50: Streaming-Verstärker „Well Done“

Der ONKYO Muse Y-50 vorgestellt

Der Onkyo Muse Y-50 Streaming-Vollverstärker ist ein klassisches Beispiel für ein „Beinahe All-In-One“-Gerät. Außer Lautsprechern fehlt hier nichts. Doch genau das macht diese Geräteklasse so attraktiv, denn im Gegensatz zu Aktivlautsprechern mit integriertem Streaming bleiben hier die zwei wichtigsten Stränge einer Wiedergabekette getrennt und bieten dem Nutzer somit mehr Auswahlspielraum. Beispielsweise bei der Suche nach den idealen Lautsprechern für den Raum und das Budget. Dazu bleibt der Verkabelungsaufwand überschaubar und als zentraler „Hub“ bietet der Verstärker etwa auf dem Medienregal einen höheren Bedienkomfort als Streaminglautsprecher.


Der Y-50 entpuppt sich in dieser Kategorie zudem als erstaunlich unkompliziert, familientauglich und dabei sehr klangstark. Mit einem UVP von 1.499 Euro bewegt er sich preislich exakt auf dem Niveau des Marantz Model 60n.

Der interne Class-D Leistungsverstärker arbeitet mit einer MOSFET-Ausgangsstufe und liefert eine für die Größe sehr ordentliche Ausgangsleistung von 125 Watt an 8 Ohm bzw. 250 Watt an 4 Ohm. Das ist mehr als genug für die meisten Lautsprecher und Anwendungen. Wer so viel Leistung nicht braucht und auch andere kleine Einschränkungen in Kauf nimmt, der bekommt alternativ den Onkyo Muse Y-40 für stattliche 600 Euro weniger. Mit halber Ausgangsleistung, Verzicht auf die Funktion zur Raumeinmessung und ein paar anderen Kleinigkeiten, wie weniger schönen Lautsprecherterminals.

Zum Lieferumfang gehört eine IR-Fernbedienung, die mit vielen Tasten für die wichtigsten Funktionen ausgestattet ist. Darunter solche für den direkten Zugriff auf jeden Eingang und andere zur Klangregelung vom Hörplatz aus. Sehr lobenswert, dass man hiermit viele Funktionen im Direktzugriff hat, anstatt sich mit einem Tastenkreuz durch irgendwelche Menüs hangeln zu müssen.


Das Gerät selbst ist eher zurückhaltend mit Bedienelementen ausgestattet, was einem klaren Design zugute kommt. Die Front wird von zwei großen Dreh-/Drück-Knöpfen dominiert, die am Rand über viele kleine orangefarbene Leuchtpunkte verfügen, die einen Ring bilden. Ich finde das optisch sehr gelungen, aber wem das nicht gefällt, oder wer sich dadurch in dunkler Umgebung gestört fühlt, kann die Leuchtringe auch abschalten. Allerdings nur in Verbindung mit dem Reduzieren der Displayhelligkeit. Die erste der drei Dimmstufen schaltet die orangenen Leuchtringe bereits ab.


Der linke Knopf dient zur Quellenwahl und Menüsteuerung, der Rechte für Lautstärke und zur Stummschaltung der Lautsprecher (drücken). Zwei zusätzliche, konkav geformte und sauber in die Oberfläche eingelassene Tasten links und rechts dienen für On/Off und zur Umschaltung der Display-Anzeige. Ansonsten findet sich an der Front noch eine USB-Buchse zum temporären Anschluss von USB-Sticks oder anderen USB-Speichern. Eine Option, die heute wohl nur noch selten genutzt wird. Absolut begrüßenswert ist hingegen die 6,35 mm Kopfhörerbuchse.


Zwischen den Drehknöpfen befindet sich ein 5,46-Zoll-Farb-LC-Display ohne Touchfunktion. Titelinformationen und Album-Cover werden darüber ebenso angezeigt, wie Informationen zum Betriebszustand. Auch bietet der Onkyo ein angesagtes virtuelles VU-Meter, das sich grafisch elegant in das Gerätedesign integriert. In diesem zeigt links ein virtuelles Zeigerinstrument die gewählte Quelle und rechts ein Zeiger und große Ziffern die eingestellte Lautstärke.


Die Rückseite bietet alle wichtigen Anschlussmöglichkeiten einschließlich HDMI ARC, um den Ton vom TV über die Anlage laufen zu lassen, und das Gerät über die TV-Fernbedienung ein/ausschalten und in der Lautstärke regeln zu können. – Sofern es keine Kompatibilitätsprobleme mit der jeweiligen HDMI-CEC-Umsetzung des Fernsehers gibt, was leider keine Seltenheit ist.


Eine weitere HDMI-Buchse erlaubt den Anschluss von Spielkonsolen. Doch auch ein analoger Phono-Eingang, der sogar mittels Kippschalter zwischen MM und MC umgeschaltet werden kann, ist vorhanden. Wenn überhaupt, werden in dieser Klasse meist nur Phono-MM-Eingänge geboten. Zur Erweiterung mit externen Endverstärkern oder auch zum Anschluss eines dedizierten Kopfhörerverstärkers ist ein analoger Vorstufenausgang vorhanden. Und selbstverständlich steht auch ein Subwoofer-Ausgang parat. S/PDIF-Digitaleingänge (Coax und Tos) und LAN vervollständigen die Kabeleingänge. Drahtlos verbindet sich der Onkyo per Bluetooth oder WLAN. Leider fehlt USB-Audio als Eingang. Der Y-50 ist nämlich kompakt genug, um auch als richtig guter Desktop-Verstärker am Mac oder PC genutzt zu werden.


Kommentare

Kuziflu
Kuziflu04.07.26 08:20
Apropos iPod der ersten Generation. Wo verkauft man so ein Teil bzw. was sind die Dinger wert?
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Greasel04.07.26 09:10
Kuziflu
Apropos iPod der ersten Generation. Wo verkauft man so ein Teil bzw. was sind die Dinger wert?

Das hab ich mich auch gerade gefragt, hab auch noch einen in top Zustand.
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Klaus9904.07.26 09:30
Wenn ich mir die Bilder vom Onkyo Muse Y-50 so anschaue: Von vorne hui, von oben, links, rechts und hinten pfui. Ich dachte die Zeiten der billigen Blechgehäuse wäre vorbei. Auch hier machen die Chinesen es vor.
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Holly
Holly04.07.26 11:21
Das die Anzeigen nicht auf gleicher Höhe sind wie die Einstelldrehknöfe macht mich schon wieder fertig....
-3
Stefan...04.07.26 12:33
Schon zu Zeiten des iPod 1 haben bei den damals verfügbaren Encodern 320kbps immer und 160 nahezu immer bei MP3 für vollständige Transparenz gereicht, wenn man keinen größeren Hörschäden hat.
-6
sonorman
sonorman04.07.26 14:13
Stefan...
Schon zu Zeiten des iPod 1 haben bei den damals verfügbaren Encodern 320kbps immer und 160 nahezu immer bei MP3 für vollständige Transparenz gereicht, wenn man keinen größeren Hörschäden hat.
Es ist genau umgekehrt. Wenn man einen Hörschaden hat, dann reichen 160-320 kbit/s MP3 wohl aus. (Oder wenn einen die feineren Details einfach nicht interessieren.) Für alle Normalhörenden mit etwas Klanganspruch ist stark komprimiertes MP3 ein Graus. Gut, dass die Zeiten vorbei sind. 🙏🏻
+3
Stefan...05.07.26 00:11
sonorman
Stefan...
Schon zu Zeiten des iPod 1 haben bei den damals verfügbaren Encodern 320kbps immer und 160 nahezu immer bei MP3 für vollständige Transparenz gereicht, wenn man keinen größeren Hörschäden hat.
Es ist genau umgekehrt. Wenn man einen Hörschaden hat, dann reichen 160-320 kbit/s MP3 wohl aus. (Oder wenn einen die feineren Details einfach nicht interessieren.) Für alle Normalhörenden mit etwas Klanganspruch ist stark komprimiertes MP3 ein Graus. Gut, dass die Zeiten vorbei sind. 🙏🏻

Nein, MP3 320 ist von kaum jemandem vom unkomprimiertem Original zu unterscheiden. Und 320kbps vs. 1440kbps ist wahrlich nicht stark komprimiert.
Doch, bestimmte Hörschäden sorgen dafür, dass die Betroffenen Fehler hören, weil das psychoakustische Modell nicht darauf ausgelegt ist.
+6
sonorman
sonorman05.07.26 09:18
Ja klar. Neueste Erkenntnis: Mit Hörschäden hört man besser.
Unglaublich, dass immer noch so viele im Internet auf uralte, methodisch längst widerlegte "Studien" und sonst jeden Kokolores reinfallen.

Nun denn: Back to MP3! Das spart schön Platz.
+1
pit1958ffm
pit1958ffm05.07.26 15:50
Stefan...
Nein, MP3 320 ist von kaum jemandem vom unkomprimiertem Original zu unterscheiden. Und 320kbps vs. 1440kbps ist wahrlich nicht stark komprimiert.
Doch, bestimmte Hörschäden sorgen dafür, dass die Betroffenen Fehler hören, weil das psychoakustische Modell nicht darauf ausgelegt ist.

Vermutlich, wenn man irgendwelche Rumpel-Musik hört "Alexa, spiel' mich Musik", "Atemlos durch die Nacht", oder irgendwelchen Bummbumm, dann ja.

Leute, die sich mit Musik beschäftigen (es gibt Leute, die setzen sich zum Musik hören vor ihre Stereoanlage und legen das Smartphone zur Seite), kriegen das schon mit.

Es gibt Pianisten, die können Unterschiede zwischen zwei baugleichen Steinway Flügeln hören.

Aber Leute, die sich mit ihrem angeklickten Halbwissen über andere stellen, weil sie sonst nix mit sich anzufangen wissen, können einem schon auf den Zeiger gehen... ma sogn...
0
Klaus9905.07.26 18:22
Warum fallen die Menschen nur ständig übereignender her und vergessen Höflichkeit und Anstand? Soll doch jeder seine Meinung zu der Sache haben und jeder hat etwas recht. Natürlich gibt es Menschen, die einen Unterschied hören können und es gibt Menschen, wie mich, die eben keinen Unterschied (mehr?) hören zwischen 320kbps und FLAC. Deshalb habe ich mich auch aus dem ständig neuer und besser Fleischwolf abgemeldet und bin hochzufrieden mit Roon + RoPieee + 100 Euro China DAC + China AMP + preiswerte Lautsprecher.
+3
sonorman
sonorman05.07.26 19:10
Klaus99

Naja, wenn man selbst erkennt, dass man da keinen Unterschied (mehr) hört, ist das ja eine Selbsterkenntnis und völlig ok. Ganz im Gegensatz dazu, einfach um die Ecke zu behaupten, dass alle doof sind und sich was einbilden, die da einen Unterschied hören, anstatt die Ursache vielleicht mal bei sich selbst zu suchen. – VÖLLIG andere Sachlage.

Aber wir wissen ja auch, dass "Stefan…" die HiFi-Welt zu seinem ganz persönlichen Feind erklärt hat. Alle paar Wochen meldet er sich in REWIND zu Wort, und dann garantiert immer mit einer Stichelei (Trollerei), die genau in diese Kerbe schlägt. Ich gestehe: einfach nicht darauf einzugehen, wäre besser. Aber man kann auch nicht jeden Unsinn einfach so stehenlassen.
+3
panfire05.07.26 21:40
Sonorman
Test Onkyo Muse Y-50: Streaming-Verstärker „Well Done“

Anschluss von USB-Sticks oder anderen USB-Speichern. Eine Option, die heute wohl nur noch selten genutzt wird.

Wieso denn? Wenn man seine eigene Musik hören will, ist das doch eine Grundvoraussetzung. Wie bringt man denn sonst seine eigene Musik auf den Onkyo Muse Y-50. Ist auf jeden Fall eine preiswerte Methode, wenn man nicht gleich einen Server betreiben will der dann ja wahrscheinlich über Ethernet angeschlossen werden müsste.
Als die Menschheit begann Schuhe zu tragen, hat sie den Boden unter den Füssen verloren.
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sonorman
sonorman05.07.26 23:06
panfire
Sonorman
Test Onkyo Muse Y-50: Streaming-Verstärker „Well Done“

Anschluss von USB-Sticks oder anderen USB-Speichern. Eine Option, die heute wohl nur noch selten genutzt wird.

Wieso denn? Wenn man seine eigene Musik hören will, ist das doch eine Grundvoraussetzung. Wie bringt man denn sonst seine eigene Musik auf den Onkyo Muse Y-50. Ist auf jeden Fall eine preiswerte Methode, wenn man nicht gleich einen Server betreiben will der dann ja wahrscheinlich über Ethernet angeschlossen werden müsste.
Hmm, ich habe mich da wohl etwas zu unpräzise ausgedrückt. Viele aktuelle Streamer haben einen USB-Anschluss für Massenspeicher. Aber auf der Rückseite. Die an der Front unterzubringen war mal ok, als man noch mit 32 GB USB-Sticks rumhantierte. Heute steckt man dauerhaft eine HDD oder SSD mit "Terabytes" dran und wechselt die nicht wie CDs oder eben kleine USB-Sticks. Da würde das Kabel vorne nur stören.

Einige Geräte haben dafür ja auch extra Slots für M.2 SSD-Module. Da schaufelt man einmal seine gesamte Musiksammlung drauf, steckt sie den Schacht und macht den Deckel zu. An der Gerätefront machen USB-Ports daher heute nur noch wenig Sinn. Aus meiner Sicht.
+1
aquacosxx
aquacosxx06.07.26 09:03
Danke für die Vorstellung. Hatte den Onkyo auch schon auf der Liste.

Eine Sache habe ich in deinem Review jedoch nicht verstanden:
"Lautstärke über AirPlay springt nach Unterbrechung immer wieder auf 0"

Heißt das, wenn ich von einem Device via AirPlay streame, höre ich dann erstmal gar nichts und muss immer erst die Lautstärke erhöhen?
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sonorman
sonorman06.07.26 09:12
aquacosxx
Danke für die Vorstellung. Hatte den Onkyo auch schon auf der Liste.

Eine Sache habe ich in deinem Review jedoch nicht verstanden:
"Lautstärke über AirPlay springt nach Unterbrechung immer wieder auf 0"

Heißt das, wenn ich von einem Device via AirPlay streame, höre ich dann erstmal gar nichts und muss immer erst die Lautstärke erhöhen?
Das ist ein kleiner Bug in der Software. Bei mir ist es so, dass ich die Musik ganz normal via AirPlay starten kann. Machte ich zwischendurch jedoch Pause und setze die Wiedergabe dann fort, springt die Lautstärke plötzlich auf Null und ich muss manuell lauter drehen.

Sobald es passt und solange ich ihn noch da habe, werde ich das noch mal ausprobieren. Vielleicht ist inzwischen ein Firmware-Update mit Bugfix verfügbar. Ich sage Bescheid, falls sich was getan hat.
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panfire06.07.26 09:34
Sonorman
Test Onkyo Muse Y-50: Streaming-Verstärker „Well Done“

Hmm, ich habe mich da wohl etwas zu unpräzise ausgedrückt. Viele aktuelle Streamer haben einen USB-Anschluss für Massenspeicher. Aber auf der Rückseite. Die an der Front unterzubringen war mal ok, als man noch mit 32 GB USB-Sticks rumhantierte. Heute steckt man dauerhaft eine HDD oder SSD mit "Terabytes" dran und wechselt die nicht wie CDs oder eben kleine USB-Sticks. Da würde das Kabel vorne nur stören.

Da bin ich jetzt völlig d’accord mit dir. thx
Als die Menschheit begann Schuhe zu tragen, hat sie den Boden unter den Füssen verloren.
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aquacosxx
aquacosxx06.07.26 09:57
sonorman
Das ist ein kleiner Bug in der Software. Bei mir ist es so, dass ich die Musik ganz normal via AirPlay starten kann. Machte ich zwischendurch jedoch Pause und setze die Wiedergabe dann fort, springt die Lautstärke plötzlich auf Null und ich muss manuell lauter drehen.

Sobald es passt und solange ich ihn noch da habe, werde ich das noch mal ausprobieren. Vielleicht ist inzwischen ein Firmware-Update mit Bugfix verfügbar. Ich sage Bescheid, falls sich was getan hat.

Vielen Dank für die prompte Rückmeldung. Ja, mglw. nur ein Bug. Gibt es denn bei Onkyo Erfahrungswerte bzgl. Updatefreudigkeit bzw. Liebe für die Software?
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sonorman
sonorman06.07.26 11:40
aquacosxx
… Gibt es denn bei Onkyo Erfahrungswerte bzgl. Updatefreudigkeit bzw. Liebe für die Software?
Leider noch nicht. Das ist mein erster Onkyo im Test und während der bisherigen Testphase gab es noch kein Update. (Eben gerade noch mal nachgesehen.)
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