Test Affinity Publisher (Beta): Der überzeugende Ausweg aus der Adobe-Abo-Falle – Bye-bye InDesign

Affinity Publisher: Vielseitig, schnell und intuitiv

Inzwischen habe ich mir nahezu alle aktuell wichtigen ID-Vorlagen in AP neu angelegt. Eine direkte Importmöglichkeit von ID-Files wäre aber dennoch sehr wünschenswert. Nach über 15 Jahren Arbeit mit InDesign haben sich unzählige Dokumente im .indd-Format angesammelt und es kann immer wieder mal vorkommen, eine ältere davon zu benötigen.

Ein großes Plus von InDesign ist, das jeder es hat. Also zumindest ist im Bereich Publishing so gut wie jeder mit InDesign ausgestattet, auch wenn bei vielen womöglich nur eine ältere Version vorliegt. – Ein Umstand, der mit dem Wegfall der Unterstützung für 32-Bit-Apps bald wegfällt. Alles von CS6 und älter ist dann unbrauchbar. Adobe wird's freuen.

Mit ID ist es möglich Ordner („Pakete“) zu erzeugen, welche die Dokumentendatei nebst allen verknüpften Bildern und Fonts enthält, um diese zur Bearbeitung an andere weiter zu reichen. Und ggf. auch eine Kompatibilitätsdatei (.idml) um Dokumente, die mit neueren Versionen erstellt wurden, in älteren CC-Apps öffnen zu können. Theoretisch ist das mit AP noch einfacher, denn wenn sämtliche Layout-Elemente eingebettet werden, braucht damit auch nur eine Datei zu verschickt zu werden, anstatt einen Sammelordner anlegen zu müssen. Allerdings: Momentan hat niemand in der Publishing-Welt Affinity Publisher. Somit können eigene Werke im Prinzip nur „verzehrfertig“ als PDFs weitergegeben werden. Bis sich das ändert und sich eine (im Vergleich zu Adobe) nennenswerte Zahl an AP-Usern in der Welt findet, wird es noch dauern. Das bedeutet umgekehrt auch, wer nicht selbst Urheber ist, sondern bestehende Dateien bearbeiten soll, wird mit AP anfangs nicht viel reißen können, weil niemand Vorlagen in .afpub zur Verfügung stellen dürfte.

Einschränkungen gibt es derzeit auch noch beim Umgang mit Bildern/Fotos in AP-Layouts, was offenbar mit einer grundsätzlich anderen Herangehensweise an das Zusammenspiel mit anderem Affinity Apps zusammenhängt.


Ein Bespiel: Wird ein freigestelltes Foto zur Platzierung auf einem in AP erzeugten Hintergrund benötigt, könnte hierfür beispielsweise auf eine JPEG-Datei mit eingebettetem Freistellungspfad zurück greifen. Davon habe ich im Laufe der Jahre zig-tausende auf meinem Mac angesammelt und es kommen täglich neue dazu. Wird eine solche Datei im Dokument platziert, erscheint das Objekt mit einem weißen Hintergrund. Der Freistellungspfad wird nicht berücksichtigt und kann auch nicht wie in InDesign über ein entsprechendes Menü ausgewählt werden. Ohne Freistellung kann mit dem Bild nicht viel angefangen werden. Der zur Zeit einzige (mir bekannte) Weg, dies zu umgehen: Man öffnet das JPEG in Affinity Photo. Dort wird das Objekt bei vorhandenem Arbeitspfad freigestellt angezeigt. So kann es per Zwischenablage ohne Hintergrund in AP übertragen werden. Dabei wird sogar der Ursprung des Bildes identifiziert und es kann verlinkt statt eingebettet werden.


In einer späteren Version von AP sollen sogenannte „Personas“ implementiert werden, wie es sie schon in Affinity Photo gibt. Die Buttons dafür sind zwar schon vorhanden, derzeit aber noch inaktiv. Es wird eine „Designer Persona“ (Vektor) und eine „Photo Persona“ (Bitmap) hinzukommen, mit denen entsprechende Dateien direkt in Affinity Publisher bearbeitet werden können. Dann dürfte auch das Freistellungsproblem mit dem Umweg über Copy&Paste gelöst sein. – Hoffentlich.

Auch an anderen Stellen gibt es noch Aufholbedarf. So lassen sich beispielsweise Tabellen nicht optisch mit alternierenden Zeilenfarben formatieren und ich habe noch nicht herausgefunden, wie platzierte Bilder mit einem Maskierungspfad frei an andere Objekte angepasst werden können. Und mit Sicherheit gibt es auch noch andere kleinere Einschränkungen, auf die ich bisher noch nicht gestoßen bin.

Mittlerweile habe ich in AP viele unterschiedliche Dokumente erstellt. Printanzeigen, Hefte, Plakate, Web-Banner, Diagramme, Flyer, Karten und mehr. Die Umgewöhnung von ID hält sich dabei in Grenzen. Vieles ist in der Bedienung sehr ähnlich, oder auf eigene Art gelöst, aber sehr intuitiv verständlich. Natürlich gibt es Dinge, die noch etwas Feintuning seitens der Programmierer benötigen. Im Großen und Ganzen aber ist AP aus meiner Sicht schon jetzt die mit Abstand beste Desktop-Publishing-Alternative zum Marktführer Adobe mit InDesign.


Fazit – Wir haben einen Gewinner
Sofern Affinity auch für den Publisher seine bisherige, sehr faire Preisgestaltung beibehält, sehe ich gute Chancen, dass viele von Adobe enttäuschte Nutzer sich auf den Umstieg zu AP einlassen werden. Auch wenn sich wegen der großen Verbreitung Adobes in einigen Fällen gewisse Hemmschuhe ergeben, die sich aber meiner Meinung nach alle umgehen lassen. Der Lohn dafür ist, mit einer wirklich modernen und schnellen Publishing-Software ohne Abo-Zwang arbeiten zu können, die der Konkurrenz beim Interface und in der Codebasis um Lichtjahre voraus ist. Der Funktionsumfang mag noch nicht ganz dem großen Vorbild entsprechen, ist aber schon sehr nahe dran.

Mit Affinity Publisher gibt es Rettung für alle InDesign CC Abo-Verweigerer. Mit den zusätzlichen Programmen Affinity Photo als Photoshop- und Affinity Designer als Illustrator-Ersatz hat Serif ein sehr brauchbares, leistungsstarkes und vor allem bezahlbares, professionelles Paket für Grafik und Design am Start. Affinity Publisher ist die vorläufige Krönung und wird hoffentlich bald in der fertigen Release-Version erscheinen. Dann fehlt eigentlich nur noch ein adäquater Ersatz für Adobe Lightroom. Zwar gibt es in diesem Bereich deutlich mehr Auswahl, aber eine rundum gelungene Alternative habe ich trotz ausgiebiger Suche noch nicht gefunden.

Affinity Publisher Beta herunterladen (kostenlos).

Kommentare

germansnowman06.04.19 08:56
Kleine Fehlerkorrektur: Es heißt QuarkXpress, nicht Quark Express.
+2
motiongroup06.04.19 09:01
Wir sind hier bei uns komplett von Adobe weg zu Affinity gegangen.. egal ob am Mac, iPad oder auch unter Windows.. auch im Videoschnitt sind es Entweder die PRodukte von Apple wie fcpx,Motion und Compressor oder auch Resolve oder LWKS von Editshare um auch unter Ubuntu einen funktionierende Übergabe zu haben..

Klasse das solche Anbieter wie Affinity gibt..
wer nen roten Daumen über hat.. darüber plaudern ist nicht so euer Ding gell
+14
Steffen Stellen06.04.19 09:01
Als nächstes dann bitte ein Prototyping- oder ein Animations-Tool. Oder doch besser Videoschnitt?
0
Bozol
Bozol06.04.19 09:05
Als nächstes Bitte einen Ersatz für Lightroom.
+24
motiongroup06.04.19 09:06
Das hatte sie schon mal Serif Movie Plus X6.. das war nix. Glaube mir

@Bozol https://skylum.com/de/luminar

Wirklich klasse
wer nen roten Daumen über hat.. darüber plaudern ist nicht so euer Ding gell
+1
STB
STB06.04.19 09:20
Alles richtig was der Autor geschrieben hat, insbesondere über Adobes Abo Falle.
Von der CS1 (damals noch ohne Versionsnummer) bis zur CS6 habe ich alle Versionen offiziell erworben, die erste als Vollversion für damals 999€ (man stelle sich vor...), die nachfolgenden als uggrades. Den Schritt in die Aboversion verweigere ich, und da würde ich mich natürlich freuen, wenn eine leistungsstarke und zuverlässige Alternative auf dem Markt wäre.
Das Problem ist aber, dass InDesign nicht nur ein Quasi-Standard ist, sondern es ist ein in Stein gemeisselter Standard: Wer mal in oder mit Agenturen oder anderen Kreativen gearbeitet weiss, dass dort zu etwa 90% mit InDesign gearbeitet wird, der Rest fällt im Grunde auf Quark XPress.
Solange die Programme von Serif nicht in der Lage sind Adobe Dokumente zu importieren und anschliessend wieder als native indd-Datei zu exportieren wird es schwer einen Fuß in die Tür zu bekommen. Der Export als druckreife PDF-Datei ist einfach zu wenig, das können übrigens auch andere Programme.
Der einzige Weg den ich mir vorstellen könnte wäre eben jener den Adobe selber gegangen ist, als man Quark mit der Creative Suite als Marktführer abgelöst hat:
Mit wirklich guter Software (es hat Spass gemacht damals vom altbackenen Quark auf das modernere InDesign umzusteigen) zu absoluten Kampfpreisen eine Markteinführungskampagne zu starten.
Ob Serif die Mittel wie Adobe hat, die damals auch Freehand (nur um den einzigen Illustrator Wettbewerber zu eliminieren) und Flash (um das CS-Paket abzurunden) von Macromedia übernommen hatten, wage ich zu bezweifeln.
+7
larsvonhier
larsvonhier06.04.19 09:21
Schauen wir mal, wie eingeschränkt die 32bit Software in 10.15. laufen wird.
Dass es gar nicht mehr geht, ist noch keine ausgemachte Sache. Evtl. sind umständlichere (versteckte) Einstellungen oder Start solcher Software nötig.
+1
Bozol
Bozol06.04.19 09:24
motiongroup
Hab ich ausprobiert. War einerseits schon klasse, anderseits haben mich die vielen Abstürze doch abgetörnt. Mal eine zu erwartende V4 abwarten.
+1
STB
STB06.04.19 09:26
larsvonhier
Schauen wir mal, wie eingeschränkt die 32bit Software in 10.15. laufen wird.
Dass es gar nicht mehr geht, ist noch keine ausgemachte Sache. Evtl. sind umständlichere (versteckte) Einstellungen oder Start solcher Software nötig.
Ich glaube schon, dass Apple da resolut alte Zöpfe abschneiden wird und 32bit Software nicht mehr laufen wird. Deswegen werde ich auch nach Mojave lange Zeit nicht updaten, ich habe einfach zu viel ältere Software.
Und wenn ich ehrlich bin, von den verspielten Funktionen die mit Mojave hinzu kamen brauche ich nicht eine einzige. Auf der anderen Seite hat Mojave den Mac wie jedes vorige OS-update wieder um einige Prozentpunkte verlangsamt.
0
motiongroup06.04.19 09:41
Bozol
motiongroup
Hab ich ausprobiert. War einerseits schon klasse, anderseits haben mich die vielen Abstürze doch abgetörnt. Mal eine zu erwartende V4 abwarten.

Hatte ich abhängig von der Maschine auch.. witzig am, Hackintosh lief es am besten..
Darf ich dich fragen was eigentlich für dich gegen Fotos spricht.. anfangs war es nach dem auslaufen von Aperture der quasi Schock der sich aber über die letzten Jahre doch eher gelegt hat und nun zumindest für uns hier keine Rolle mehr spielt.. Foto in Verbindung mit Affinity und den Plugs für Foto genügen uns eigentlich vollkommen..
wer nen roten Daumen über hat.. darüber plaudern ist nicht so euer Ding gell
0
MikeMuc06.04.19 09:51
Was leider erwähnt wird, man kann, wenn man mit vielen Firmen zusammen arbeiten, meist gar keinen Bogen um Adobe machen. Die wollen Indesigndaten haben. Und schwups, schon ist man selber in der Adobefalle gefangen. Dem entkommt man leider nur, wenn man es schafft, "auf einer Insel" ohne Zwang zum Teamwork zu leben / zu arbeiten. Aber in vielen fällen ist es eben nicht möglich. Da heißt es dann nämlich: du hast kein Indesign? Besorg dir eins oder du arbeitest nicht mit uns zusammen
+5
marcol
marcol06.04.19 09:52
Die Apps von Serif sind absolut Klasse, einzig es bleibt der Nachteil das sie ein eigenes Dateiformat haben, das geht anscheinend nicht anders.

Als InDesign Ersatz nehme ich Pages, es reicht mir aus um kleine Flyer oder Broschüren etc zu machen. Selbst für Bücher kann es ausreichend sein. Kostet nichts.

Ansonsten gerne Serif unterstützen:
die Photo und Designer App habe ich schon von Anfang an, es sind tolle Apps, ob sie für Profis reichen, glaube ich eher weniger, schon alleine das eigene Dateiformat ist da wohl eine Hürde.
+1
tk69
tk6906.04.19 09:53
Ich finde das Schriftbild bei ID, wenn ich statt normal optimal wähle, immer noch einen Tuck besser. Es wirkt ausgeglichener. Bietet sowas die jetzige AP auch schon? Ich hab’s nicht gefunden...
+2
sonorman
sonorman06.04.19 09:57
germansnowman
Kleine Fehlerkorrektur: Es heißt QuarkXpress, nicht Quark Express.
Da hast Du natürlich Recht. Danke. Ist korrigiert.
+1
camaso
camaso06.04.19 10:08
MikeMuc
Was leider erwähnt wird, man kann, wenn man mit vielen Firmen zusammen arbeiten, meist gar keinen Bogen um Adobe machen. Die wollen Indesigndaten haben. Und schwups, schon ist man selber in der Adobefalle gefangen. Dem entkommt man leider nur, wenn man es schafft, "auf einer Insel" ohne Zwang zum Teamwork zu leben / zu arbeiten. Aber in vielen fällen ist es eben nicht möglich. Da heißt es dann nämlich: du hast kein Indesign? Besorg dir eins oder du arbeitest nicht mit uns zusammen
Das ist für mich auch das Hauptproblem, ich arbeite fast nur mit Kollegen aus verschiedenen Unternehmen zusammen.
+2
sierkb06.04.19 10:23
Bloomberg Businessweek (27.03.2019): Forget Photoshop. Adobe Is a Marketing Company Now
  • The business’s recent Wall Street success hastened a transition toward the creepier side of online targeting.
  • Bottom Line – Adobe has become a key aid in companies’ efforts to track their consumers everywhere. So far, its big concern is the speed of its updates.
+1
sonorman
sonorman06.04.19 10:47
MikeMuc
Was leider erwähnt wird, …
Meinst Du vielleicht, „was NICHT erwähnt wird“?
Darauf bin ich auf Seite 3 im zweiten und dritten Absatz eingegangen. Vielleicht habe ich es nur zu umständlich ausgedrückt.
+1
uepsilon
uepsilon06.04.19 10:52
STB
Alles richtig was der Autor geschrieben hat, insbesondere über Adobes Abo Falle.
Von der CS1 (damals noch ohne Versionsnummer) bis zur CS6 habe ich alle Versionen offiziell erworben, die erste als Vollversion für damals 999€ (man stelle sich vor...), die nachfolgenden als uggrades. Den Schritt in die Aboversion verweigere ich, und da würde ich mich natürlich freuen, wenn eine leistungsstarke und zuverlässige Alternative auf dem Markt wäre.
Das Problem ist aber, dass InDesign nicht nur ein Quasi-Standard ist, sondern es ist ein in Stein gemeisselter Standard: Wer mal in oder mit Agenturen oder anderen Kreativen gearbeitet weiss, dass dort zu etwa 90% mit InDesign gearbeitet wird, der Rest fällt im Grunde auf Quark XPress.
Solange die Programme von Serif nicht in der Lage sind Adobe Dokumente zu importieren und anschliessend wieder als native indd-Datei zu exportieren wird es schwer einen Fuß in die Tür zu bekommen. Der Export als druckreife PDF-Datei ist einfach zu wenig, das können übrigens auch andere Programme.
Der einzige Weg den ich mir vorstellen könnte wäre eben jener den Adobe selber gegangen ist, als man Quark mit der Creative Suite als Marktführer abgelöst hat:
Mit wirklich guter Software (es hat Spass gemacht damals vom altbackenen Quark auf das modernere InDesign umzusteigen) zu absoluten Kampfpreisen eine Markteinführungskampagne zu starten.
Ob Serif die Mittel wie Adobe hat, die damals auch Freehand (nur um den einzigen Illustrator Wettbewerber zu eliminieren) und Flash (um das CS-Paket abzurunden) von Macromedia übernommen hatten, wage ich zu bezweifeln.
Das hat man damals bei QuarkXPress auch gesagt. Wenn InDesign heute in Stein gemeißelt ist, dann war Quark die Bibel ... der Kuchen war nach einem Jahr gegessen. ABER InDesign konnte Quark-Dokumente öffnen. Das ist für den Erfolg von Publisher essentiell ... das sollte Affinity berücksichtigen. Da stimme ich vollkommen zu.
+8
UWS06.04.19 11:00
Publisher mag als Insellösung gut sein, sobald man aber im Verbund arbeitet (oder arbeiten muss) ist es derzeit keine Alternative, das haben etliche Vorposter ja schon angemerkt. Bei Photoshop oder Illustrator fällt das nicht ganz so dramatisch ins Gewicht, weil man das Endprodukt (z.B. als Tiff) schon eher kompatibel unter die Leute bringen kann.

Generell habe ich prinzipiell auch nicht unbedingt etwas gegen Abos. Software-Hersteller sollen angemessen bezahlt werden und können mit den regelmäßigen Zahlungen den Fortschritt finanzieren. Theoretisch zumindest ... in der Praxis kann das eben leider auch dazu führen, dass es nur noch marginalen Fortschritt gibt. Die gebundenen Abonennten zahlen ja eh, warum sollte man sich da (insbesondere bei Produkten mit Alleinstellungsmerkmal) noch anstrengen?
+7
Sarkis
Sarkis06.04.19 11:29
Ein sehr guter Bericht – Danke!
Vor allem weiss ich nun endlich warum sich zum Teil die Adobe Programme so träge verhalten.

Ein "Killer-Feature" hat Affinity Publisher meiner Meinung nach bereits jetzt schon. Ich bin aus reiner Neugier der Frage nachgegangen wie man mit InDesign erstellte Layouts bzw. Dokumente, importieren oder öffnen kann? Ganz einfach, ein mit InDesign exportiertes PDF lässt ich jetzt schon als voll editierbares Dokument in Affinity Publisher öffnen und als .afpub sichern. Genial!!!
+8
teorema67
teorema6706.04.19 12:00
Super Artikel, kann mich nur anschließen, vielen Dank!!


uepsilon
Das hat man damals bei QuarkXPress auch gesagt ...
Quark hatte damals den Bogen überspannt (z. B. Dongle). Das könnte Adobe in den nächsten Jahren durchaus auch passieren.


STB
… Wer mal in oder mit Agenturen oder anderen Kreativen gearbeitet weiss, dass dort zu etwa 90% mit InDesign gearbeitet wird, der Rest fällt im Grunde auf Quark XPress ...
Ich arbeite nur gelegentlich als Kunde mit Druckereien zusammen, und die wollen meist nur noch PDFs und keine INDDs wie früher. Bei Agenturen mag das anders sein …


sierkb
… Adobe has become a key aid in companies’ efforts to track their consumers everywhere ...
Was fand ich Adobe in den 1980er mit der PostScript-Revolution toll! Tut mir fast leid um die Firma, wie sie sich in den letzten Jahren entwickelt hat.
Printer Margins for the Homeless
+7
TheHolyCamel
TheHolyCamel06.04.19 12:01
Vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen.

Ich stimme deinen Ausführungen zu und habe ganz ähnliche Schritte weg von InDesign hin zu Publisher unternommen.
Manches ist ein wenig anders, ein paar InDesign-Funktionen vermisse ich (wie Bilder in Rahmen ein- und angepasst werden...) aber insgesamt ist es für meine Zwecke ideal. Ich bin aber auch nicht auf eine große Kompatibilität und Austauschbarkeit zwischen Agenturen angewiesen.
Für die alten Daten habe ich eine gesonderte Partition auf der InDesign und das MacOS auf ElCap eingefroren bleiben. Vom Produktivsystem ist Adobe (Bis auf Lightroom 6) komplett verbannt.

Viele Grüße und allen ein schönes, sonniges Wochenende.
+4
mac_heibu06.04.19 12:18
Sarkis
Ein "Killer-Feature" hat Affinity Publisher meiner Meinung nach bereits jetzt schon. Ich bin aus reiner Neugier der Frage nachgegangen wie man mit InDesign erstellte Layouts bzw. Dokumente, importieren oder öffnen kann? Ganz einfach, ein mit InDesign exportiertes PDF lässt ich jetzt schon als voll editierbares Dokument in Affinity Publisher öffnen und als .afpub sichern. Genial!!!
Na ja… Arbeite mal damit und du wirst sehen, dass es ganz und gar nicht so simpel und „genial“ ist.
Beispiel 1: Affinity Publisher kann PDFs nicht einfach platzieren (wie ein Bild) sondern importiert und interpretiert sie, damit sie editierbar werden. Das klappt ganz ordentlich, sofern du die benötigten Schriften auf deinem Rechner hast. Aus lizenzrechtlichen Gründen kann ein PDF nur editiert werden, wenn die im PDF eingebettete Schrift dies (a) erlaubt und b) als Schriftdatei auch auf deinem Rechner vorhanden ist. Dies ist häufig nicht der Fall. Konsequenz: Die Schrift wird ersetzt. Und: Text wird in der Regel so bereitgestellt, wie er im PDF vorhanden ist – sprich: In vielen Fällen wird Text in Einzelzeilen zerlegt (Siehe angehängtes Bild).
Beispiel 2: Wenn du ein Druck-PDF (X-3, flattened) platzierst, hast du die Kacheln, die bei der Transparenzreduzierung entstehen, im Layout. An eine Bearbeitung ist dann natürlich nicht mehr zu denken. Auch werden Objektattribute (z.B. Schatten, Umrandungen, …) vom zugehörigen Element getrennt und sind nicht mehr bearbeitbar.
Hier eine „Explosionsdarstellung“ eines in „Publisher“ platzierten Druck-PDFs:

Kurz: Affinity Publisher ist ein wirklich feines Programm, man sollte aber auf dem Teppich bleiben: Was auf den ersten Blick (für Laien) als „genial“ erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als unbrauchbar insbesondere im professionellen Publishing-Betrieb. Sicherlich wird sich auf dem Update-Pfad einiges verbessern. Aber am Ende werden wird auch zwei Dekaden warten müssen, bis ein ähnliche Mächtigkeit wie bei InDesign realisiert ist (und: InDesign bleibt ja auch nicht stehen …)
+6
sonorman
sonorman06.04.19 12:52
mac_heibu
… Was auf den ersten Blick (für Laien) als „genial“ erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als unbrauchbar insbesondere im professionellen Publishing-Betrieb.
Naja, soweit würde ich nicht gehen. Wie im Text angemerkt, kommt es nur darauf an, ob man eigene Layouts erstellt, oder Vorgaben von anderen bekommt, mit denen man weiter arbeiten muss. Bei ersterem kann man ganz hervorragend professionell mit AP arbeiten. Im anderen Fall ist es natürlich schwerer, solange AP keine große Verbreitung hat.

Ich sehe für AP aber eine gewisse Chance, relativ schnell in der „Szene“ angenommen zu werden, wenn sie den Preis nicht zu hoch ansetzen. Mit InDesign ging das früher übrigens auch recht flott. Als die Leute merkten, dass man damit echt gut arbeiten kann, haben sich alle zusätzlich zum damaligen Quasi-Standard QuarkXpress Lizenzen von ID beschafft. Nach und nach hat Quark dann an Bedeutung verloren, weil ID einfach besser und moderner war. Das könnte sich mit AP wiederholen, wenn sich herumspricht, wie gut es ist.
+2
pstrudl
pstrudl06.04.19 12:56
Wie viele hier hab ich auch ein paar Jahre mit QuarkXpress, Freehand etc. gearbeitet und dann sehr gern auf die Adobe Suite umgestiegen. Die Abo Lösung finde ich prinzipiell OK, ich nutze viele Apps, der Gegenwert ist in meinem Fall schon in Ordnung. Ich finde es gut, dass Adobe ernsthafte Konkurrenz bekommt, um sich ordentlich anstrengen uns brave Abozahler bei Laune zu halten. Vor allem die alte Codebasis spürt man schon deutlich, ich verwende sehr schnelle und üppig ausgestattete Macs - bringt aber bei Adobe Programmen nicht so viel, wie erwartet.

Das Problem mit der Weitergabe sehe ich nicht so groß, in meiner Tätigkeit muss ich nur recht selten "offene Daten" weitergeben, ein korrektes PDF/X4 wird meist gefordert/bevorzugt. Dazu kommt, dass man Schriften eigentlich ja auch gar nicht weitergeben darf. Adobe möchte ja idealerweise, dass nur Fonts aus der Adobe Fonts Bibliothek verwendet werden, die dann zB. beim Druckdienstleister, der ebenfalls über ein Abo verfügt ebenfalls zur Verfügung stehen. Wenn man also in der Adobe Abo Welt glücklich ist, ist das eine perfekte Lösung.

Allerdings sollte es schon einen Weg geben, AP Dateien in InDesign Daten zu wandeln, idealerweise in das Austauschformat .idml, falls das mal benötigt wird. Bei einem Umstieg auf AP unerlässlich wäre für mich definitiv eine perfekte Importmöglichkeit von InDesign Dateien. Daran führt wohl kein Weg vorbei, wenn man Tausende InDesign Dateien hat.
+9
johnnytravels
johnnytravels06.04.19 13:07
Eigentlich wollte ich erst wieder kommentieren, wenn der neue Mac Pro da ist, aber das Thema liegt mir am Herzen (und es besteht auch ein loser Zusammenhang).
Affinity Publisher kann so gut sein, wie sie will, ohne Indesign-Kompatibilität wird die nie Fuß fassen. Und da genügt es auch nicht, dass sie PDFs aus Indesign wieder zerlegen kann, solange .indd immer noch das hautsächlich rumgereichte Format ist.
Und .indd wird es bleiben, solange es für Windows keine Alternative gibt. Das stört mich auch sehr an dem Artikel. Da wird AP als mögliche Alternative angepriesen, lässt aber völlig außer Acht, dass DTP überhaupt keine Mac-Domäne mehr ist. Das war noch so als ID QuarkXpress abgelöst hat, mittlerweile ist der Betrieb insgesamt gesehen aber plattformagnostisch und Indesign kommt bereits auf einer Vielzahl unterschiedlicher Produktionsstufen zum Einsatz. Der ganze Übersetzungsbetrieb z.B. setzt auf Windows, weil das Standardtool Trados Studio nur dafür existiert, trotzdem produzieren viele Agenturen auch schon den Satz auf ihren Windowsmaschinen vor.
Eine echte Alternative muss also neben 100%iger Kompatibilität zu ID auch eine Windowsversion anbieten. Solange die nicht existiert, bleibt zumindest das Indesign Format Standard, und damit auch die Anwendung selbst.
‚Tim Cook ist kein Produkt-Mensch.‘ — Steve Jobs
-4
struffsky
struffsky06.04.19 13:13
Von Quark sind viele geflüchtet weil der Support mies, das Produkt teuer und verdongelt war. Heute ist das Produkt sehr schnell weiterentwickelt worden (was man von indesign nicht behaupten kann), der Support hervorragend, die Software sauschnell und enorm genau in der Darstellung. Ich bin immer dabei geblieben und freue mich in den letzten Jahren darüber. So sehr ich mit Sonorman in vielen Punkten übereinstimme, nur weil er mit Quark nicht sofort klar kam, sollte man das Programm nicht komplett ignorieren. Testen schadet nicht und der Markt sollte auch für drei Lösungen groß genug sein. Schön dass es Alternativen zu Adobe gibt. Den entscheidenden Punkt hättest du ruhig vertiefen können, Sonorman: zahlst du als Gestalter dein Abo nicht mehr, hast du keinen Zugang mehr zu deinem geistigen Eigentum, deiner kreativen Leistung. Absurd.
+11
sonorman
sonorman06.04.19 13:19
johnnytravels
Das stört mich auch sehr an dem Artikel.
[…]
Eine echte Alternative muss also neben 100%iger Kompatibilität zu ID auch eine Windowsversion anbieten. Solange die nicht existiert, bleibt zumindest das Indesign Format Standard, und damit auch die Anwendung selbst.
Ich habe es zwar nicht besonders hervorgehoben, aber Affinity bietet doch eine Windows-Version vom Publisher an. Link auf Seite 2 im Artikel.
+5
mac_heibu06.04.19 13:21
Der Publisher wird nie(!) Indesign-Dateien lesen können, da bin ich mehr als sicher und die Entwickler haben das auch so bestätigt.
Was aber kommen wird, ist ein IDML-Import, der die Übernahme von ID-Daten ermöglichen wird. Allerdings ist das natürlich kein „Generalschlüssel“: Auch bei IDML-Übernahme muss Feature-Parität herrschen. Was soll der Publisher beispielsweise(!) mit Indesigns Inline-Objekten anfangen, wenn die App gar keine Inline-Elemente unterstützt?
Und, sonorman, du hast recht, wer keine Daten übernehmen muss, der kann mit dem Publisher bereits jetzt ganz ordentlich arbeiten, sofern er bestimmte Funktionen nicht benötigt). Ich habe lediglich davor gewarnt, ein nettes Feature als „genial“ zu qualifizieren, obwohl sie in einer Vielzahl der Fälle völlig unzureichend und nutzlos ist — insbesondere, da eine schlichte „pass-through“-Platzierung von PDFs nicht vorgesehen ist (und wohl auch nicht kommen wird). Sprich: Eine simple orginalgetreue Platzierung von PDFs wird nur dann möglich sein, wenn man die entsprechenden Schriften auf seinem Rechner installiert hat.
+3
MrWombat06.04.19 13:44
Hab’s installiert und muss sagen mir gefällt es sehr gut - falle selber aber eher in die Hobby Kategorie.
+1
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