TechTicker: HiFi Rose RS150 Streamer, der "kleine" Kopfhörer von T+A, Audirvana jetzt M1-nativ, ThinkTank Backpacks

HIFI ROSE RS150 HIGH-END STREAMING-DAC UND -VORVERSTÄRKER JETZT IN DEUTSCHLAND ERHÄLTLICH
Der kürzlich getestete All-In-One Streaming-Verstärker HiFi Rose RS201E hat eine ziemlich große Resonanz ausgelöst. Mit seinem für diese Geräteklasse sehr großen und praktischen Touch-Display, sowie seinem Android-basierten Betriebssystem, sticht das Gerät aus der Masse hervor.
Mit dem RS150 bringt der deutsche Rose-Vertrieb audiodomain nun auch den technisch noch viel anspruchsvolleren RS150 nach Deutschland. Der verzichtet auf eine Endstufensektion und arbeitet nur als Steaming-DAC und -Vorverstärker, widmet sich diesen Aufgaben aber umso konsequenter. Ansonsten bedient sich der RS150 der gleichen Betriebssystembasis, hat aber ein mit 14,9 Zoll nochmal deutlich größeres Touch-Display. Außerdem bietet dieses Modell auch den am RS201E vermissten HDMI-ARC-Anschluss.
Ausgestattet mit Asahi Kaseis Flaggschiff-DAC-Chip AK4499EQ verspricht der Hersteller für den RS150 besonders geringes Signalrauschen, geringe Verzerrung und ultrahochauflösende analoge Klangdichte in proprietärer Technologie (Unterstützung von PCM 32 Bit/768kHz und Native DSD512 (22,5792MHz)). Bausteine wie ein sehr aufwendiges Linearnetzteil und eine hochpräzise Femto-Clock sollen ein optimales Klangergebnis sicherstellen.
Durch den Anschluss eines optionalem externen CD-ROM-Laufwerks über USB ist CD-Wiedergabe und Ripping möglich. Musikdaten können auf einer optionalen SSD, USB-Speichern oder MicroSD gespeichert werden. Der Funktionsumfang ingesamt ist dank der offenen, App-basierten Struktur riesig und leicht erweiterbar. Features wie das Abspielen von YouTube-Video und Podcasts finden sich sonst selten in solchen Streaming-Komponenten.

Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers für den RS150 beträgt 3999 Euro. Im Rahmen eines Einführungsangebotes ist der Preis bis zum 31.12.2020 auf 3799.- Euro gesenkt.


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T+A SOLITAIRE P-SE HIGH END PLANARKOPFHÖRER – DER "KLEINE BRUDER"
Während sich einige noch darüber streiten, ob der Preis von rund 600 Euro für die Apple AirPods Max gerechtfertigt oder total überzogen ist, rechnet man in der High-End-Welt mit ganz anderen Beträgen (und Stückzahlen). So hat T+A elektroakustik vor einiger Zeit mit dem Solitaire P einen Kopfhörer für flauschige 4.800 Euro vorgestellt. Dazu passend außerdem noch den Kopfhörerverstärker HA 200, der für 6.600 Euro zu haben ist. (Siehe Vorstellung in Rewind.)


Der Solitaire P war von Anfang an als Technologieträger vorgestellt und damit weitere Kopfhörermodelle von T+A in Aussicht gestellt worden. Mit dem Solitaire P-SE zünden die Herforder nun die zweite Stufe. Der P-SE ist eine deutlich günstigere, wenngleich längst nicht "billige" Variante.


Der Solitaire P-SE teilt die DNA des Solitaire P ohne eine bloße Kopie im neuen Gewand darzustellen. Das Gehäuse wird (statt aus einem massiven Block Aluminium) aus hochwertigem Kunststoff gefertigt und ist in mattschwarz erhältlich. Das senkt Kosten und Gewicht des Kopfhörers. Charakteristische Designelemente wie gefaste Ohrmuscheln behält der Solitaire P-SE bei und interpretiert sie dezent neu. Zusätzlich enthält der P-SE einen neuen Wandler (TPM 2500), der sich durch neu entwickelte Membranen und Filter auszeichnet.


Der Solitaire P-SE wird in Handarbeit in Herford hergestellt und ist ab dem 25. Januar 2021 zu einem UVP von 2800 Euro im Fachhandel erhältlich.


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AUDIRVANA LÄUFT JETZT NATIV AUF APPLE SILICON
Musikfans, denen Apples eigene Musik-App zu viele qualitative und funktionale Einschränkungen bringt (zum Beispiel kein Streaming von Qobuz, Tidal etc.), setzen oft auf Audirvana als hochwertigere Alternative. So mancher nutzt gar einen nur für HiFi eingesetzten Mac mini, auf dem nichts anderes als Audirvana läuft.


Die beliebte Player-App läuft mit einem kürzlich erfolgten Update nun auch nativ auf Apples neuen, hauseigenen Prozessoren. Funktionale Änderungen gibt es dadurch nicht, aber der Hersteller verspricht, dass Audirvana damit so effizient und leise wie möglich auf dem neuen M1-Chip läuft, was eine optimale Audioleistung gewährleistet. Tatsächlich sind die M1-Macs für Audirvana geradezu prädestiniert, weil sie wesentlich energieeffizienter als ihre Intel-Vorgänger sind. Und Energieeffizienz bedeutet immer auch weniger Signalrauschen. Genau aus dem Grund verwenden manche, wie zuvor erwähnt, einen nur für Musik dedizierten Mac, auf dem alle nicht benötigten Prozesse so weit wie möglich abgeschaltet werden. So lässt sich insbesondere aus dem Mac mini M1 eine höchst attraktive und zugleich leistungsstarke Streaming-Zentrale machen.


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HAPPY NEW HEAR! NUCLEUS UND NUCLEUS+ BUNDLE-ANGEBOT
Noch konsequenter als ein Mac mini mit Audirvana ist ein Roon-Server. Derzeit kenne ich nichts besseres für hochwertiges Audiostreaming. Vom Hersteller der populären Streaming-Lösung Roon gibt es auch passende Hardware in Form der beiden Server-Varianten Nucleus und Nucleus+. Diese sind vom deutschen Vertrieb ATR Audio Trade kurzzeitig – genauer gesagt bis zum 2. Januar 2021 – in einem speziellen Streaming-Bundle erhältlich.


Beide Geräte werden nicht nur inklusive einem Jahr Roon angeboten, sondern zusätzlich mit einem um 50% reduzierten Jahresabo für den Streaming-Service Tidal HiFi ausgestattet. Statt 239,88 Euro kostet ein ganzes Jahr HiFi-Streaming-Genuss – oft auch in hochauflösender MQA-Qualität – damit nur 119,94 Euro.


Beim Kauf eines Nucleus oder Nucleus+ Roon-Core kann der Kunde einen um 50% reduzierten Voucher erwerben, den er dann für das Tidal HiFi-Abo einlösen kann.


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THINKTANK BACKSTORY 13 UND BACKSTORY 15 FOTORUCKSÄCKE
Der US-Hersteller ThinkTank Photo sagt, man habe das Denken nicht umsonst zum Teil seines Markennamens gemacht. Jedes Produkt bei Think Tank soll gründlich recherchiert, die Vorteile diskutiert, entwickelt, überprüft und weiter verbessert werden. Was natürlich auch auf die neuen Backstory 13 und Backstory 15 Kamerarucksäcke zutreffen soll, die jetzt ins Sortiment von CULLMANN als Vertriebspartner aufgenommen wurden.


Die Modelle unterscheiden sich in der Größe: Der Backstory 15 verfügt über eine Laptoptasche für 16-Zoll Laptops, der Backstory 13 hat die gleiche Tasche für 13-Zoll Laptops. So passen in die Backstory Rucksäcke ein bis zwei DSLR-Kameras oder spiegellose Systemkameras mit unterschiedlichem Zubehör und mehreren Objektiven, je nach Modell.


Features:
  • Schnellzugriff auf der Oberseite
  • Vollständiger Zugriff auf die Kameraausrüstung auf der Rückseite
  • Spezielle Laptoptasche (13 Zoll beim Backstory 13 und 16 Zoll beim
  • Backstory 15) und 10-Zoll- Tabletfach
  • geräumige Fronttasche für persönliche Gegenstände

Beide Rucksäcke sind ab sofort lieferbar. Der Backstory 13 kostet UVP 230 Euro, das größere Modell 15 260 Euro. Die Preisangaben enthalten bereits die wieder auf 19% angehobene MwSt.

Kommentare

DTP
DTP27.12.20 10:01
MTN
Mit dem RS150 bringt der deutsche Rose-Vertrieb audiodomain nun auch den technisch noch viel anspruchsvolleren RS150 nach Deutschland. Der verzichtet auf eine Endstufensektion und arbeitet nur als Steaming-DAC und -Vorverstärker, widmet sich diesen Aufgaben aber umso konsequenter.
“Konsequenter” heißt “kann weniger aber kostet mehr”? Verstehe ich nicht.
MTN
Ansonsten bedient sich der RS150 der gleichen [Android] Betriebssystembasis, hat aber ein mit 14,9 Zoll nochmal deutlich größeres Touch-Display.
€4000 für ein großes Android-“Handy”, was wahrscheinlich in zwei Jahren kein Update mehr bekommt?

Im Ernst, was macht man denn mit so einem Gerät wenn in zwei Jahren entweder die Version des Android Betriebssystem nicht mehr unterstützt wird, der Hersteller pleite ist oder der Hersteller das Gerät nicht mehr unterstützt?

Warum nicht stattdessen einen M1 Mac Mini mit Roon nutzen und sich für das gesparte Geld eine Endstufe kaufen? Wo ist mein Vorteil bei der hier vorgestellten Lösung?
+7
AndreasDV27.12.20 11:23
@DTP

Was ist Roon? 😳
+2
Krypton27.12.20 12:19
Tatsächlich sind die M1-Macs für Audirvana geradezu prädestiniert, weil sie wesentlich energieeffizienter als ihre Intel-Vorgänger sind. Und Energieeffizienz bedeutet immer auch weniger Signalrauschen.
Das halte ich für eine steile These. Gibt’s dazu irgendwelche Hintergründe? Wieso sollte die Energieeffizienz des SoC auf das Signalrauschen eine wie auch immer angestöpselten oder eingebauten AD Wandlers Einfluss nehmen?
Ich hatte in meiner Lebenszeit bestimmt einen Sack voller Audiogeräte, die insgesamt weniger Energie aufgenommen haben als der macMini, aber dennoch rauschten wie Hulle.
+6
DTP
DTP27.12.20 12:22
AndreasDV
@DTP
Was ist Roon? 😳
Angeblich die wohl beste App der Welt:
https://www.mactechnews.de/news/article/ROON-So-funktioniert-die-wohl-beste-App-der-Welt-zur-Musikverwaltung-und-Wiedergabe-174548.html
+1
ilig
ilig27.12.20 13:33
DTP
Wo ist mein Vorteil bei der hier vorgestellten Lösung?
Weg!
0
Tirabo27.12.20 15:22
Krypton
Tatsächlich sind die M1-Macs für Audirvana geradezu prädestiniert, weil sie wesentlich energieeffizienter als ihre Intel-Vorgänger sind. Und Energieeffizienz bedeutet immer auch weniger Signalrauschen.
Das halte ich für eine steile These. Gibt’s dazu irgendwelche Hintergründe? Wieso sollte die Energieeffizienz des SoC auf das Signalrauschen eine wie auch immer angestöpselten oder eingebauten AD Wandlers Einfluss nehmen?
Ich hatte in meiner Lebenszeit bestimmt einen Sack voller Audiogeräte, die insgesamt weniger Energie aufgenommen haben als der macMini, aber dennoch rauschten wie Hulle.

Man muss Signalrauschen definieren. Damit war sicher thermisches Rauschen gemeint. Um thermisches Rauschen zB. auf digitaler Studio-Ebene erheblich zu verringern, benötigen wir 24Bit. Da die analoge Studioaussteuerung 100 % = +6 dBu ist und nicht 0 dBu ist, braucht man ein Bit mehr, also 23 Bits, um mit dem digitalen System theoretisch den gleichen Rauschpegel zu erreichen, den ein 200 Ohm Widerstand unter normalen Bedingungen abgibt. Daher brauchen wir die 24 Bit-Auflösung.

Ein 200 Ohm Widerstand rauscht hierbei mit einem Spannungspegel von Δ L = (–) 130 dBu. Der digitale Quantisierungsrauschpegel Δ Lq wird je Bit um 6 dB geringer.

Um generell den Rauschspannungsabstand zu verringern, muss man entweder:

- die Temperatur verringern (wenn sich die Temperatur zB. von 20°C auf
10°C erniedrigt: 0,15 dB geringerer Rauschpegel.)
- Den Widerstand verkleinern (wenn sich der Widerstand zB. von R = 200 Ohm auf 100 Ohm erniedrigt: 3 dB geringerer Rausch(spannungs)pegel.
- Es gibt noch Maßnahmen, bestimmte Signale in Ihrer Höhe zu begrenzen, um das Rauschen zu verringern. Bei einigen Signalen wie zB. allen natürlich klingenden Raumsignalen ist es möglich, die Höhen zu beschneiden (egal ob sie natürlich oder digital (Reverb) erzeugt werden), aber auch bei E-Gitarren-Signalen und E-Bass-Signalen ist das anwendbar.

Was das jetzt alles mit dem Mac M1 zu tun haben soll, ist mir äußerst schleierhaft.
+4
Bitsurfer27.12.20 15:39
DTP
MTN
Mit dem RS150 bringt der deutsche Rose-Vertrieb audiodomain nun auch den technisch noch viel anspruchsvolleren RS150 nach Deutschland. Der verzichtet auf eine Endstufensektion und arbeitet nur als Steaming-DAC und -Vorverstärker, widmet sich diesen Aufgaben aber umso konsequenter.
DTP
“Konsequenter” heißt “kann weniger aber kostet mehr”? Verstehe ich nicht.
Musst Du nicht verstehen, ist aber so.
DTP
MTN
Ansonsten bedient sich der RS150 der gleichen [Android] Betriebssystembasis, hat aber ein mit 14,9 Zoll nochmal deutlich größeres Touch-Display.
€4000 für ein großes Android-“Handy”, was wahrscheinlich in zwei Jahren kein Update mehr bekommt?
DTP
Im Ernst, was macht man denn mit so einem Gerät wenn in zwei Jahren entweder die Version des Android Betriebssystem nicht mehr unterstützt wird, der Hersteller pleite ist oder der Hersteller das Gerät nicht mehr unterstützt?

VW hätte in ihrem ID3 Android Automotive besser als System eingesetzt. So hätten sie etwas funktionierendes mit AppStore und wären den anderen Deutschen Herstellern zwei Schritte voraus. Aber nein..........
-5
DTP
DTP27.12.20 18:55
Bitsurfer
DTP
MTN
Mit dem RS150 bringt der deutsche Rose-Vertrieb audiodomain nun auch den technisch noch viel anspruchsvolleren RS150 nach Deutschland. Der verzichtet auf eine Endstufensektion und arbeitet nur als Steaming-DAC und -Vorverstärker, widmet sich diesen Aufgaben aber umso konsequenter.
DTP
“Konsequenter” heißt “kann weniger aber kostet mehr”? Verstehe ich nicht.
Musst Du nicht verstehen, ist aber so.

Stimmt, an “ist aber so” hab ich nicht gedacht. Das ist natürlich DAS Argument.

+7
Bitsurfer27.12.20 19:22
DTP
Bitsurfer
DTP
MTN
Mit dem RS150 bringt der deutsche Rose-Vertrieb audiodomain nun auch den technisch noch viel anspruchsvolleren RS150 nach Deutschland. Der verzichtet auf eine Endstufensektion und arbeitet nur als Steaming-DAC und -Vorverstärker, widmet sich diesen Aufgaben aber umso konsequenter.
DTP
“Konsequenter” heißt “kann weniger aber kostet mehr”? Verstehe ich nicht.
Musst Du nicht verstehen, ist aber so.

Stimmt, an “ist aber so” hab ich nicht gedacht. Das ist natürlich DAS Argument.

Vielleicht hilft dir das auf die Sprünge.
Wenn du aktuell einen 911er konsequent auf Sportlichkeit trimmst wird er teurer und weniger komfortabel. Aber er wird schneller. Hängerkuplung hat er aber immer noch nicht.

Dann ist das einfach so.

-1
struffsky
struffsky27.12.20 19:24
DTP

Stimmt, an “ist aber so” hab ich nicht gedacht. Das ist natürlich DAS Argument.

Dieter Rams hätte gesagt: less but better
Das können wir dtpler doch nachvollziehen.
+2
Orbital
Orbital27.12.20 19:41
Bitsurfer
Wenn du aktuell einen 911er konsequent auf Sportlichkeit trimmst wird er teurer und weniger komfortabel. Aber er wird schneller.

Bedeutet schneller auf Verstärker übertragen das auf Endstufen verzichtet wird, ein Einmeßsystem fehlt, Softwareupdates fraglich sind und man mit einer geringen Anzahl von Eingängen klar kommen soll?

Sorry aber das Ding ist ein klassischer Blender der nur durch das große Display Eindruck schindet.
+3
steve.it27.12.20 20:01
Bitsurfer

VW hätte in ihrem ID3 Android Automotive besser als System eingesetzt. So hätten sie etwas funktionierendes mit AppStore und wären den anderen Deutschen Herstellern zwei Schritte voraus. Aber nein..........
Um alle Daten der VW-Kunden an Google zu übermitteln oder wie?
+4
DTP
DTP27.12.20 21:00
Bitsurfer
Vielleicht hilft dir das auf die Sprünge.
Wenn du aktuell einen 911er konsequent auf Sportlichkeit trimmst wird er teurer und weniger komfortabel. Aber er wird schneller. Hängerkuplung hat er aber immer noch nicht.

Dann ist das einfach so.
Irgendwie springt das Argument immer noch nicht.

Ein Auto mit weniger Gewicht hat ja ein besseres Gewicht-/Leistungsverhältnis und beschleunigt damit besser. Was ist denn der Vorteil, wenn ich die Endstufe weglasse? Dann klingt die Vorstufe luftiger? Oder der DAC bleibt kühler? Oder die Bühne hat mehr Platz?
Was GENAU ist denn mein Vorteil bei HÖREN, wenn die Endstufe weggelassen wird?
Für mich klingt das so wie dein Porsche, bei dem der Tank weggelassen wird um Gewicht zu sparen. Und dann einen Tesla-Pickup braucht, der neben ihm herfährt, um ihn mit Kraftstoff zu versorgen
+1
DTP
DTP27.12.20 21:12
struffsky
DTP

Stimmt, an “ist aber so” hab ich nicht gedacht. Das ist natürlich DAS Argument.

Dieter Rams hätte gesagt: less but better
Das können wir dtpler doch nachvollziehen.
Dieter Rams hätte ein senkrecht stehendes 14,9" Touch-Display mit Android Oberfläche als "less" und "better" bezeichnet?

Außerdem sollte das Problem der Bedienbarkeit von senkrecht stehenden Touch-Oberflächen bekannt sein, selbst Geldautomaten und ÖPNV-Terminals winkeln die an.

Beliebiges "weglassen" heißt ja nicht, dass es dadurch automatisch besser wird.

Und "Weglassen" einer Endstufe ist "besser", aber dafür siehst du zB einen Wecker und ein App Store in einem HiFi-Gerät als "wesentlich"?
Dieter Rams
Für mich war immer entscheidend, die Dinge auf das Wesentliche zu reduzieren, um Klarheit zu bekommen.

Dieter Rams sagte weiterhin
I always strove for things to be sustainable. By that I mean the development of long-lasting products — products that don’t age prematurely, which won’t become out of style. Products that will remain neutral, that you can live with longer.
Und das soll ein Android Betriebsystem sein? Langlebig? Neutral? Zeitlos?

Ws mir aber immer noch fehlt ist die Antwort auf: Was GENAU ist denn mein Vorteil bei HÖREN, wenn die Endstufe weggelassen wird?
0
Krypton27.12.20 22:27
DTP
Was GENAU ist denn mein Vorteil bei HÖREN, wenn die Endstufe weggelassen wird?
Das hängt davon ab, was du daraus machst. Im Rose RS201E ist beispielsweise eine Endstufe drin, die hat ca. 2 x 50 W an 4 Ohm Lautsprechern und kostet gesamt (Vorstufe plus Endstufe) etwa 1800 €. Damit das Ding nicht zu warm wird (Wärme kann zu stärkerem Rauschen in der Vorstufe führen und bestimmte Bauteile vorzeitig Altern lassen), hat es ein externes Netzteil, so einen großen schwarzen Block wie einige Gaming-Laptops. Man findet kaum ein Bild dazu, in einem YouTube-Video kann man es aber sehen

Wenn du jetzt die Endstufe raus lässt, hast du erstmal die Freiheit, eine beliebige Endstufe, was Leistung, Qualität, Sound, … angeht, anzuschließen. Das kann (bei guter Wahl der Endstufe) den Klang oder die Lautstärke oder beides nochmal verbessern – oder eben auf deine Wünsche (bsp. 500 W Endstufe) passen.

Durch das Weglassen entfällt einmal die Wärmequelle in der Vorstufe und du bekommst Platz, andere Dinge einzubauen. Wie etwa den (vermutlich besseren) Ringkerntrafo statt Schaltnetzteil im RS150, wie den HDMI Anschluss, wie die Balanced XLR-Anschlüsse und natürlich die Schaltung dazu. All diese Dinge können sich dann (wenn es gut gemacht wird) wieder auf den Klang auswirken. Dass sie hier Dinge im verlangten Preis von knapp 4000€ reinbuttern, gibt zumindest einen Hinweis, dass da etwas drin steckt, was sich vermutlich auf den Klang auswirkt. Wie stark das zu hören ist und ob es einem den Aufpreis (plus Endstufen) wert ist, muss wohl ein Probehören oder der Geldbeutel entscheiden.
Zudem sind externe Endstufen oft etwas, das man Jahrzehnte verwenden kann, ohne dass sie schlecht werden. Die Vorstufe bzw. den Receiver wird man vermutlich öfters austauschen.
Da hat es in der Vergangenheit einfach viele Wechsel gegeben (Stereo, Quattrophonie, Surround 5.1, 6.1, 7.1, 9.2), Diverse Steckerstandards von DIN, Cinch, SP/DIF, Phono-Vorverstäker, Tapedeck-Anschlüsse, XLR, CD, MiniDisc, DDD, DVD, Blu-ray, Diverse Streaming-Dienste oder Hersteller-Eigene Services, MW, LW, KW, UKW, DAB, DAB2, HDMI 1, 1.1, 1.2, 1.3, 2.0, 2.1, …
Egal, was du heute kaufst, in zehn, fünfzehn Jahren wird im Prinzip was neues fällig. Die Zeit bzw. technische Entwicklung dreht sich hier momentan einfach noch zu schnell.
Das kannst du auch an den fantastischen Multimedia-Systemen, Displays, Navis in Autos sehen. Das kann man 3-5 Jahre gebrauchen, danach ist jedes Billighandy haushoch überlegen. Daher wird wohl Android auch hier nicht der «Sargnagel» sein. Da finden sich auch so genug andere Gründe.

Du kannst natürlich auch eine grottige Endstufe oder das alte Universum Küchenradio aus dem Quelle-Katalog da anschließen. Dann hast du natürlich keine Vorteile von der weggelassenen Endstufe.
+6
steve.it27.12.20 23:49
Krypton
Daher wird wohl Android auch hier nicht der «Sargnagel» sein. Da finden sich auch so genug andere Gründe.
Welche - wenn nicht Softwarepflege?

Ich denke man fährt i.d.R. besser, in dem man nach wie vor auf klassische bzw. weitestgehend dumme Hifi-Komponenten setzt und schließt für Multimedia-Kram und Streaming einen passenden Computer (Mac, PC, RaspberryPI-ähnliches Gerät mit angepasstem Linux, etc.) an.
+4
Krypton28.12.20 12:25
steve.it
Krypton
Daher wird wohl Android auch hier nicht der «Sargnagel» sein. Da finden sich auch so genug andere Gründe.
Welche - wenn nicht Softwarepflege?

Hardware.

Ein paar hatte ich ja oben schon genannt. Das können etwa neue Hardware-Standards sein, die du nutzen möchtest. Etwa die nächste Generation des HDMI-Standards oder ein neuer Audio-Anschluss. Aktuell wird nur Ultra HD 4K via HDMI 2.0 unterstützt. 2.1 steht schon vor der Tür. Was ist mit 8K? Oder eine neue Bluetooth-Version, die Lossless überträgt, oder Apple lizenziert den H1 Chip und du könntest mit einer neuen Version alle Apple-Kopfhörer einfacher ansteuern. Oder ein neuer HiRes-Audio-Standard, der über die aktuellen Specs hinausgeht.
Wenn du die aktuellen Anschlüsse anschaust, ist da noch eine große USB-A Buchse, USB 3.0 Buchsen oder ein Micro-SD Karten-Slot. Es könnte auch ein Anwendungsfall auftreten, bei dem die 4 GB RAM zu knapp werden (manche erinnern sich, wie alte iPhones und iPads durch RAM-Knappheit unbrauchbar wurden – und werden)
Oder ein neuer WLAN Standard. Ich musste kürzlich einen WLAN Speaker aussortieren, der zwar noch WPA2 unterstützte, in den Passwörtern aber keine Sonderzeichen. Wenn du dein WLAN auf eine höhere Sicherheit oder WPA3 umstellst, geht so manches Gerät nicht mehr mit.
Vielleicht erinnerst du dich noch daran, dass viele AirPlay tauglichen Speaker aufgrund zu schwacher Hardware das neuere AirPlay2 nicht mehr schafften. Oder Geräte, die Video abspielen können. Kurz vor 2000 hat man noch MPEG2-Beschleunigerkarten für die DVD-Decodierung eingebaut. Später schaffte das die CPU. Dann konnten die ersten Geräte .h263 Videos in iChat wiedergeben, andere fielen hinten runter. Das selbe mit .h264. Alte Hardware konnte nicht mehr mit. Mein Mac aus 2014 fängt bei .h265 zu schwitzen an. Was denkst du, passiert bei h.266? Eine ganze Riege an Geräten können halt nicht mehr mit. Oder als Sonos eine ganze Lade Lautsprecher auf die Müllhalde kippte, als die Hardware für die neue Software zu schwach war?

Oder denk an gänzlich neue Features, wie dynamische Raumkorrektur. Der Raum wird anstatt an einer statischen Position an mehreren Positionen eingemessen, du trägt einen Ortungs-Dongle mit U1 Chip oder ein iPhone in der Tasche. Und der Verstärker passt das Signal dynamisch an deine Position an.

Die Entwicklung im Digital-Audio-Bereich läuft derzeit einfach um ein vielfaches schneller als noch vor 40 Jahren. Da konntest du mit einem Plattenspieler, einem guten Verstärker, vielleicht einer Revox Bandmaschine ne ganze Zeit auskommen. Ebenso danach mit Tape und CD. Jetzt sind wir auf den Eilzug aufgesprungen. Schau’ einfach, was in den letzten 20 Jahren passiert ist, und was davon heute noch am Start ist.
steve.it
Ich denke man fährt i.d.R. besser, in dem man nach wie vor auf klassische bzw. weitestgehend dumme Hifi-Komponenten setzt und schließt für Multimedia-Kram und Streaming einen passenden Computer (Mac, PC, RaspberryPI-ähnliches Gerät mit angepasstem Linux, etc.) an.

Genau dieses Feld bedient der Rose ja. Die klassischen «dummen» Komponenten wie Boxen, Endstufen, Zuspieler (CD, SACD, DAT, Plattenspieler) bleiben stehen, nur der Multimedia-Hub wird hin und wieder getauscht. Wie dieser Hub jetzt aussieht (ob Mac, Raspberry, Rose, Sonos, …) spielt dabei einer untergeordnete Rolle. Es ist dann halt die Optik, der Bedienungscomfort, das Prestige oder die Werbeaussagen, die zum einen- oder anderen Gerät führen.
Wenn du jetzt einen Mac hinstellst, mit separatem Monitor, Maus, Tastatur, externem Sound-Interface für die ganzen Anschlüsse, einen DAC, der die selben Specs hat (768KhZ, DSD mit 22.5792 MHz), einen MQA-Decoder, ein Gerät, das auch HDMI-ARC kann, optische, Coax und AES/EBU ein- und Ausgänge hat. Das ganze dann verkabelst, dann Software installierst, um die Musiksammlung zu verwalten, eine SSD, USB, MicroSD-Karte anzunehmen, CDs zu rippen, was für den Roon Support, die App für Tidal, Spotify, Qobuz und Deezer installierst, dann noch Videoplayer integrierst, ein Programm für Internetradios, eines für Podcasts, dann ein Interface drüberlegst, damit nicht alles so zersplittert und gefrickelt aussieht, dann Apps für iOS und Android programmierst, um das ganze auch bequem vom Sofa oder der Haussteuerung bedienen zu können. Dann bist du ja genau da, wo der Rose jetzt steht.

Glaubst du wirklich, dass du A: günstiger weg kommst, B: dein Setup besser aussieht oder besser/einfacher zu pflegen ist? Und C: sich jeder, der einfach Musik genießen will, diese Rosskur freiwillig antut?

Wenn du dann noch einige Jahre Software-Support für dieses Setup anbietest, das ganze auch noch günstiger als Rose auf den Markt bringst, glaubst, dass sich das besser verkauft und du darin deine Passion findest. Dann solltest du noch heute beim Gewerbeamt vorbeitingeln und ein eigenes Unternehmen gründen.
+1
steve.it28.12.20 12:36
Hardwarefeatures: Möchte, könntest aber nicht musst. Nur weil HDMI x rauskommt hört das alte hdmi nicht auf zu funktionieren, insb. wenn man keinen neuen Bedarf an den neuen Features hat wie 8K. Sofern hdmi überhaupt relevant ist. Analog das gleiche für andere Hardwarefeatures.

Software hingegen hat Bugs und Sicherheitslücken.

Dann sollte ich wohl zum Gewerbeamt gehen.
-4
Krypton28.12.20 13:51
steve.it
Hardwarefeatures: Möchte, könntest aber nicht musst. Nur weil HDMI x rauskommt hört das alte hdmi nicht auf zu funktionieren, insb. wenn man keinen neuen Bedarf an den neuen Features hat wie 8K. Sofern hdmi überhaupt relevant ist. Analog das gleiche für andere Hardwarefeatures.

Natürlich. Das ganze ist ja kein «Muss» Thema. Niemand muss sich eine Audio-Zentrale für 4000 Öcken rauslassen. UKW läuft immernoch und funktionierende Radios bekommt man auch geschenkt oder beim Recyclinghof im Elektrocontainer. Oder man nimmt ein billiges Handy und lädt sich die Spotify App runter. Günstiger geht immer. Und natürlich kann man seine Geräte 40 oder 50 Jahre verwenden – so sie denn noch funktionieren. Einer meiner Verstärker ist von 1987 und befeuert nach 33 Jahren immer noch einen Raum hier. Zwischendrin mussten allerdings einige Teile (hauptsächlich Elkos) getauscht werden.

Ich ging ja nicht von einer maximalen Lebensdauer aus, sondern davon, was ich im Freundes- und Bekanntenkreis beobachte. Da werden Geräte oft aussortiert, weil sie für den Zweck nicht mehr geeignet erscheinen, nicht weil sie kaputt sind. Viele alte Handys, Tablets, Computer, TVs, DVD-Player, Hifi-Komponenten, Surround-Anlagen, Beamer, etc funktionieren technisch noch. Allerdings sind sie halt nicht mehr «state of the art». Ich kenne aktuell niemanden, der einen DVD-Player auch nur geschenkt haben möchte. Das gleiche mit alten CD-Playern, Tapedecks, TVs aus dem vor-HD-Zeitalter. Videorecorder, Super8 Projektoren, etc.
Selbst die ersten Blu-ray player werden aussoriert, das alte 5.1 gegen ein neues 7.1 System, Kopfhörer ohne Noise-Cancelling gegen welche mit, alte Boxen, Soundbars, etc.

Bei der beobachteten _mittleren_ Nutzungsdauer denke ich nicht, dass beim Rose der Softwaresupport das Nadelöhr sein wird. Abgesehen davon wäre es bei einem Mac ja nicht anders. Apple Supportet die meisten Macs 5-6 Jahre, danach ist oft Ende. Du müsstet daher auch den Mac/PC in deinem Setup irgendwann tauschen. Oder die Spotify bzw. Tidal-App wird ggf. nicht mehr für ein altes OS aufgelegt > Tausch notwendig, wenn du den Dienst weiter verwenden willst.
steve.it
Software hingegen hat Bugs und Sicherheitslücken.

Durch den eingeschränkten und gut getesteten Funktionsumfang, dürften die meisten Bugs nach 1-2 Jahren aus den Geräten sein. Sicherheitslücken können natürlich da sein (und sind es immer - auch unter macOS/iOS, wie man immer schön nachlesen kann, nachdem die Geräte einige Zeit völlig Blank dastanden).
Bei einem Media-Hub sehe ich selbst das allerdings als weniger kritisch. Was will denn jemand auf dem Gerät machen? Bitcoin mining? Lieder kopieren oder alle deine Songs durch das Lebenswerk der Amigos austauschen? Es hat kein Mikrofon, du muss es nicht auf andere Komponenten zugreifen lassen (ggf. noch das NAS), du machst kein Online-Banking drauf, es sind keine persönlichen Daten von dir drauf…
Und die sehr sehr kleine Zielgruppe, welche 4000€ Mediacenter kauft, macht einen Angriff dann nochmals unwahrscheinlicher. Nicht dass es nicht möglich wäre. Aber ein Einbruch ins Haus mittels Lock-Picking scheint da wahrscheinlicher zu sein

Nicht falsch verstehen. Mir selbst ist so ein Gerät weder 4000 € plus Endstufen wert noch finde ich es so fantastisch, dass ich es überhaupt haben will oder super finde. Für die Zielgruppe, ihr Kaufverhalten und den geplanten Einsatzzweck denke ich jedoch (wobei ich da auch falsch liegen kann), dass das Gerät typischweise ersetzt wird, bevor aus der verwendeten Software ein Problem erwächst. Da es alles nur grobe Annahmen sind, können sich die aber auch als falsch herausstellen.
+2
DTP
DTP28.12.20 15:45
Danke Krypton für die Erklärungen. Besser erklärt als "ist einfach so" oder "wird schon Rams sein"
Krypton
Mir selbst ist so ein Gerät weder 4000 € plus Endstufen wert noch finde ich es so fantastisch, dass ich es überhaupt haben will oder super finde.
Ich finde den kleinen Rose schon überteuert, bei dem man ja auch die Endstufe "ignorieren" könnte.

Was ich nicht verstehe, sind aufrechtstehende Touchdisplays. Sehen weder gut aus noch sind sie bedienungsfreundlich. Und warum ein High-End-DAC einen App Store und Wecker braucht, werde ich auch nicht verstehen.

Und ob der Klang gut ist, wurde hier noch nirgends getestet (oder ein Testbericht verlinkt) oder?


Und wenn es um "sieht gut aus" und "weniger, aber besser" und ich Geld über hätte, würde ich etwas in dieser Art wählen:
0
g_from_h
g_from_h28.12.20 18:15
Ich durfte gestern den neuen Sonos Amp eines Nachbarn bewundern. Ich war schwer begeistert und denke, dass wird meine nächste Investitionen. Wenn die Bedienung per Tablet so gut funktioniert, benötige ich gar keine Display mehr am Gerät.
+1

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