Apple Intelligence wird massiv ausgebaut – und Apples nächster Versuch mit "Siri AI"


Bislang sprach zwar Google viel und oft darüber, zukünftig KI-Technologie an Apple zu liefern, aus Cupertino gab es dazu aber keine weiteren Kommentare. Während der Keynote ging das Unternehmen jenes Thema allerdings offensiv an. Federighi führt aus, man habe eine Partnerschaft mit Google geschlossen, um die Zukunft von Apple Intelligence und Siri zu begehen. Viele Anbieter würden einfach nur "KI der KI willen" machen – doch für Apple habe im Vordergrund gestanden, wie man tatsächlichen Mehrwert bieten kann. Den Produktnamen Siri gibt man nicht auf, doch ergänzt ihn:
Siri AI nur Englisch, nicht in der EUDer Sprachassistent heißt künftig "Siri AI", steht allerdings zunächst nur auf Englisch zur Verfügung. Weitere Sprachen sollen "schnell" folgen, allerdings nannte Federighi während der Demo keinen genaueren Zeitplan. Wichtige Einschränkung: In der EU kommt Siri AI für iPhone und iPad erst einmal nicht. Einerseits ist man mit den Sprachen nicht fertig (selbiges war vor zwei Jahren schon einmal bei Apple Intelligence der Fall), andererseits gibt es rechtliche Hürden.
Gemäß der Apple-
Pressemitteilung handelt es sich jedoch um regulatorische Einschränkungen durch den DMA – man müsse daher warten, bis neue Vorschläge vorliegen, denen Apple und die EU-Kommission zustimmen können. Vermutlich dreht es sich um Interoperabilität mit konkurrierenden Assistenten. Für macOS 27, visionOS 27 und watchOS 27 soll Siri AI in der EU hingegen verfügbar sein.
Siri als Systemfunktion – für allesSiri AI soll deutlich stärker in das System eingebettet sein als die bisherige Version des Assistenten. Apple spricht unter anderem von Onscreen Awareness, also der Fähigkeit, sichtbare Inhalte auf dem Bildschirm in die Antwort oder Aktion einzubeziehen. Hinzu kommen eine neue Steuerungsschicht für Apple Intelligence sowie leistungsfähigere On-Device-Modelle für Geräte mit Apple Silicon. Diese sollen unter anderem Spracherkennung und Texteingabe verbessern – und zwar über das System hinweg und nicht mehr für jede App einzeln. Eine zentrale Rolle spielt dabei Spotlight. Apple Intelligence nutzt im Hintergrund den semantischen Index der Suche, um zu verstehen, welche Informationen auf dem Gerät verfügbar sind.
Siri AI soll nicht nur Antworten liefern, sondern konkrete Aktionen ausführen. Dafür nutzt Apple sogenannte App Actions. Apps können Werkzeuge bereitstellen, die Apple Intelligence für Anfragen verwendet. Der Assistent wird dadurch in die Lage versetzt, Inhalte zu suchen, auszuwählen, zu bearbeiten, zu verschieben oder zu versenden. Apple zeigte unter anderem, wie Siri ein Menü für einen gemeinsamen Abend aus Nachrichten und Erinnerungen zusammenstellte und anschließend eine Nachricht an Freunde vorbereitete.
Datenschutz? Soll bleiben!Gleichzeitig versucht Apple, den Schritt zu Google in das eigene Datenschutzversprechen einzubetten. Federighi betonte, Nutzerdaten würden nur zur Ausführung der jeweiligen Anfrage verwendet. Zudem setze Apple unabhängige Dritte ein, diese Zusagen zu überprüfen. Damit adressiert Apple den offensichtlichen Widerspruch: Ausgerechnet Siri, eine der zentralen Systemfunktionen, nutzt künftig auch Technologie eines externen Partners, der nicht unbedingt für größtmöglichen Datenschutz steht.
Einige Funktionen von Siri AISiri-Entwicklungschef Rockwell demonstrierte unter anderem, wie Siri AI sichtbare Inhalte analysiert und daraus konkrete Aktionen ableitet. Der Assistent konnte Fragen zu Sehenswürdigkeiten in angezeigten Fotos beantworten, passende Routen zu einem Ort anbieten und Bilder aus einem Familienausflug heraussuchen. Siri AI soll außerdem deutlich gesprächiger werden. Apple spricht von einem Assistenten, der auf frühere Unterhaltungen Bezug nehmen kann. Dafür gibt es eine eigene Siri-App, in der längere Dialoge fortgeführt werden können.
