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Signal wollte Facebooks Geschäftsmodell offenlegen – und erhielt eine Sperrung

Facebook befindet sich seit geraumer Zeit in der Defensive: Neben der Weitergabe von Nutzerdaten und empfindlichen Sicherheitslücken war es zuletzt der Widerstand des Konzerns, den Anti-Ad-Tracking-Vorgaben Apples Folge zu leisten. Der Messenger-Dienst Signal wollte aufzeigen, wie Facebooks Geschäftsmodell funktioniert, indem er selbst Werbeanzeigen bei Instagram schaltete – das Soziale Netzwerk ist Teil des Zuckerberg-Unternehmens. Dort kam die Idee allerdings gar nicht gut an.


Signal mit personalisierten Anzeigen
Facebook bedient sich personalisierter Werbung, um Nutzer möglichst gezielt ansprechen zu können. Hierfür sammelt der Konzern mit seinen Diensten, darunter auch Instagram und WhatsApp, alle Daten, welcher er habhaft werden kann. Das ist keine neue Erkenntnis – und doch sei die Funktionsweise und deren Konsequenz vielen Anwendern unklar, behauptet Signal in einem Blog-Beitrag. Um die konkreten Auswirkungen für die Nutzer zu verdeutlichen, schritt Signal selbst zur Tat und entwickelte Werbeanzeigen, die auf Instagram zu sehen sein sollten. Die pointiert gehaltenen Werbungen beinhalteten Informationen zum Aufenthaltsort, Beruf sowie Beziehungsstatus des Anwenders. Außerdem listen die Anzeigen Interessen und Hobbys auf. Sämtliche Daten entstammen Facebooks Werbenetzwerk.

Quelle: Signal

Facebook sperrt das Werbekonto von Signal
Die Aktion des Messenger-Services stieß bei Facebook wenig überraschend nicht gerade auf Begeisterung: Die Anzeigen waren nicht auf Instagram zu sehen, außerdem sperrte der Konzern kurzerhand den Werbeaccount von Signal. Entsprechend harsch äußert sich Signal zu den Geschehnissen: Facebook sei mehr als bereit dazu, Einblicke in das Leben von Menschen zu gewähren und entsprechende Daten zu verkaufen. Transparenz zu dieser Praxis sei hingegen nicht erwünscht und führe direkt zu einer Sperrung: In der Welt von Facebook müsse es im Verborgenen bleiben, was man vor seinem Publikum tut, so der Messenger.

Kommentare

cyberbutter
cyberbutter06.05.21 08:37
So wie ich Facebook Nutzer einschätze würde selbst eine so offensichtliche Aktion niemanden zu mehr Datenschutz treiben.
BÄM!
+26
athlonet06.05.21 08:58
Facebook, Instagram, Whatsapp
Cholera, Pest, Syphilis
+22
gegy
gegy06.05.21 09:06
cyberbutter
So wie ich Facebook Nutzer einschätze würde selbst eine so offensichtliche Aktion niemanden zu mehr Datenschutz treiben.

Ja, da bekommt man meist die Aussage: „Ja und, was soll mir schon passieren.“
Ich habe es schon fast aufgegeben Menschen aufzuklären, wo das Problem bei FB, WhatsApp und Co liegt.
+20
Crypsis8606.05.21 09:14
gegy

genau das. wer sich komplett "nackig" auf solche Seiten begibt, ist selbst schuld. allerdings landen ja auch die daten derjenigen bei denen (vor allem whatsapp), die mit denen ja nichts zu tun haben. wenn ein whatsapp nutzer meine handynummer hat landet die ja auch auf den servern.
+10
sunni06.05.21 09:33
cyberbutter
So wie ich Facebook Nutzer einschätze würde selbst eine so offensichtliche Aktion niemanden zu mehr Datenschutz treiben.

"Mir egal. Ich hab doch nichts zu verbergen."
Standard Satz, höre und lese ich immer. Wirklich immer.
+8
MacKaltschale06.05.21 10:05
Facebook-Werbung war früher wesentlich besser. Sehr schade, dass auch sehr sinnvolle Möglichkeiten zur Eingrenzung der Zielgruppe dem Datenschutz zum Opfer gefallen sind. Wenn jemand BEWUSST öffentlich eine Seite liked, dann sollte man diese auch, wie früher, in der Zielgruppe angeben können, so wie alle anderen Daten, die sowieso öffentlich sind. Vor 10 Jahren konnte ich meine Werbung noch sinnvoll und problemlos auf weit unter 10.000 Personen setzen, die dann, wenn sie sie gesehen haben, auch Interesse an der Werbung hatten, weil es um etwas ging, was sie wirklich wollten. Nun wird das immer schwieriger und ich muss Leute mit Werbung belästigen, die eventuell gar kein Interesse an meiner Software haben.

Irgendwas läuft beim Thema Datenschutz schief, wenn ich auf der einen Seite eine ladungsfähige Adresse (im meinem Fall zwangsläufig mein Zuhause) im Impressum meiner Website haben muss, was mich der Gefahr aussetzt irgendwann einen wirren Troll oder gar einen Trupp rechter Schläger vor der Haustür zu haben. Und auf der anderen Seite soll man Facebook nicht erlauben, fur meine Zielgruppenauswahl Infos nicht nutzen dürfen, die Facebook zwangsläufig sowieso technisch verfügbar haben muss und die vom Nutzer als öffentlich einsehbar eingestellt sind. Wer in der Zielgruppe ist, erfahre ich sowieso nur, wenn meine Seite geliked wird. Man sollte eher dafür sorgen, dass bestimmte kritische Informationen nicht genutzt werden können, oder für diese Privatsphäreeinstellungen schaffen, die erstmal strikt eingestellt sind und gelockert werden können, statt immer mehr den groben Kahlschlag zu fordern ohne Sinn und Verstand,

Ich war einer der 35.000, die damals gegen die Vorratsdatenspeicherung geklagt haben. Ich nehme Datenschutz ernst. Aber man muss Daten auch sinnvoll nutzen können. Ich z. B. möchte lieber personalisierte Werbung haben, als mit irgendeinem Zeug zugemüllt werden, das mich nicht interessiert. Wnn ich gleichzeitig nicht möchte, dass mich Unternehmen annhand meines Einkommens oder meiner politischen Gesinnung in Zielgruppen aufnehmen können, dann wäre das über simple Einstellungen problemlos einschränkbar. Es gibt genug Gründe, warum zb jemand Werbung (die ist ja nicht nur für Produkte, sondern auch für Organisationen wichtig) AUFGRUND seiner politischen Gesinnung haben MÖCHTE.
+5
macfreakz06.05.21 10:29
> "Mir egal. Ich hab doch nichts zu verbergen."

Auf den Satz antworte ich dann: Gut, mach mir dein iPhone mal auf und gib ihn mir für eine Stunde ... wenn nein - bin ich dann weniger vertrauenswürdiger als Facebook?
+7
Wiesi
Wiesi06.05.21 11:00
MacKaltschale

Interessante Sichtweise. Ja, der Datenschutz schützt unsere privaten Daten zwar nicht wirklich -- man Denke nur an Artikel 6 -- aber er erzeugt unglaubliche Kollateralschäden. Nicht nur in Deinem Fall, sondern insbesondere auch bei der Beobachtung der Pandemie. Hier kann man mit Fug und Recht sagen: Er kostet Leben.

Aber was sind schon ein paar Menschenleben und der Zusammenbruch des gesellschaftlichen Lebens. Der Schutz muß schon allein deswegen Vorrang haben, damit die dunklen Machenschaften gewisser Leute nicht gestört werden. Desgleichen brauchen wir ihn auch gegen die immer wieder störenden Wünsche nach mehr Transparenz.
Everything should be as simple as possible, but not simpler
-6
Wiesi
Wiesi06.05.21 12:19
Wie ich grade eben bemerkt habe, findet man hier mehr Zuspruch, wenn man gegen Facebook & Co ist, als gegen die DSGVO. Ja, Ironie ist ein scharfes Schwert: Nicht jeder liebt es, nicht jeder versteht es. Ja, und manchmal haut man auch mal daneben. Aber auf eine Luftnummer mehr oder weniger kommt es beim Datenschutz ja nicht an.
Everything should be as simple as possible, but not simpler
-6
Turm
Turm06.05.21 12:30
Das Problem ist nicht nur der Datenschutz, sondern was die großen Datenhaie mit den Informationen anstellen. Die Tatsache, dass Facebook die Daten aufbereitet und dann unterstellt, dass gewisse Sachen für jemanden dann interessant sein könnten aufgrund einer willkürlichen Information aus dem Gesamtdatenpaket ist mehr als bedenklich.
Dazu kommt, dass diese Informationen als Betriebsgeheimnis gelten und auch bei einer Datenauskunft nicht herausgerückt werden, weil es ja keine persönlichen Daten sind sondern Schlussfolgerungen auf Grund von persönlichen Daten.
+1
Mr.Bue
Mr.Bue06.05.21 12:39
MacKaltschale
Ich z. B. möchte lieber personalisierte Werbung haben, als mit irgendeinem Zeug zugemüllt werden, das mich nicht interessiert.
[/quote

Ich möchte einfach nur gefragt werde, ob ein Unternehmen einfach so meine Daten verwenden und daraus Profile zum Weiterverkauf erstellen darf.
+3
ela06.05.21 15:30
Auf Twitter wird diskutiert, ob die Aussage von Signal stimmt!
Facebook sagt: Falsch! Die Anzeigen wurden nie versucht zu schalten, sie haben deswegen auch nichts deaktiviert
Signal konterte mit einem Screenshot - auf dem aber wiederum keine Kampagne zu sehen ist die gecancelt worden wäre
Facebook sagt, der Screenshot ist älter (März?) und wurde wegen ausstehender Zahlungen gecancelt.

Also so ganz klar ist das offenbar gerade nicht - könnte auch ein Marketing-Stunt sein
-1
freeroot
freeroot06.05.21 15:34
Wiesi

Exakt! Rund um uns sterben sehr viele Menschen an Hunger aufgrund der Maßnahmen und dagegen gibt es keine Impfung 👍
vertrauen sie mir, ich habe einen mac 8-)
0
Huba06.05.21 15:46
Wer so ziemlich naiv "nichts zu verbergen" hat, sollte sich noch einmal das Editorial der c't von 2015 zu Gemüte führen. Und dann mal mit dem Nachdenken anfangen.
https://www.heise.de/ct/ausgabe/2015-17-Editorial-Nichts-zu-verbergen-2755486.html
+2
alang06.05.21 15:51
Um die Diskussion über diese Geschäftsmodelle um etwas mehr Tiefgang zu bereichern enpfehle ich:

Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus
von Shoshana Zuboff.

Interessant und wichtig.
+2
Motti
Motti06.05.21 21:31
sunni
cyberbutter
So wie ich Facebook Nutzer einschätze würde selbst eine so offensichtliche Aktion niemanden zu mehr Datenschutz treiben.

"Mir egal. Ich hab doch nichts zu verbergen."
Standard Satz, höre und lese ich immer. Wirklich immer.

Wenn die Leute Pickel davonkämen, oder Haarausfall.. dann würden sie das sehen und anders darüber denken. Aber so besteht das Motto: "Was ich nicht sehe, stört mich nicht".

Diese Einstellung ist auch bei den Corona Leugnern zu erkennen
+1
shotekitehi
shotekitehi07.05.21 10:29
wie vieles, hat auch das Thema "Datenschutz" mehr als eine Seite.

Was fehlt ist die Transparenz und Wahlmöglichkeit.
Wer möchte, der kann gerne seine Daten herausgeben, aber wer nicht der nicht.
Da muss derjenige der die Daten möchte explizit klar machen, welche Daten er möchte für was und die Erlaubnis einholen, die auch einfach widerrufbar sein muss....

Da bin ich auf der Linie von .
Auf der Schachtel stand: ‘Benötigt Windows XP oder besser’. Also habe ich mir einen Mac gekauft.
+1
evanbetter
evanbetter30.06.21 12:44
gegy
Ja, da bekommt man meist die Aussage: „Ja und, was soll mir schon passieren.“
Ich habe es schon fast aufgegeben Menschen aufzuklären, wo das Problem bei FB, WhatsApp und Co liegt.

Da hab' ich einen ganz Schönen dazu gehört: "Man kann als Biene getrost aufhören, der Fliege zu erklären, warum Honig besser schmeckt als Schei**e".
Wer zuletzt lacht, hat's zuletzt geschnallt.
0

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